Bis zum letzten Mann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Bis zum letzten Mann
Originaltitel Fort Apache
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1948
Länge 135 (deutsche Fassung 90) Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie John Ford
Drehbuch Frank S. Nugent
Produktion Merian C. Cooper
John Ford
Musik Richard Hageman
Kamera Archie Stout
William H. Clothier
Schnitt Jack Murray
Besetzung

Bis zum letzten Mann, im Original Fort Apache, ist ein US-amerikanischer Westernfilm von Regisseur John Ford. Der Film wurde 1947 in den USA gedreht. Uraufführungstag war der 9. März 1948. Dem Drehbuch lag die Erzählung Massacre (deutsche Ausgabe unter dem Titel: Bis zum letzten Mann) von James Warner Bellah zugrunde.

Handlung[Bearbeiten]

Der Kavallerieoffizier Owen Thursday, der im Sezessionskrieg zum General aufgestiegen war, ist verbittert über seine nach Kriegsende erfolgte Zurückstufung zum Oberstleutnant. Seine Abkommandierung als Befehlshaber des Fort Apache, im Südwesten der USA gelegen, sieht er als weitere Demütigung an. Er betrachtet den Befehlshaberposten lediglich als Zwischenstation seiner weiterzuführenden Karriere, die er durch einen prestigeträchtigen Sieg zu befördern gedenkt. Ein solcher Sieg über die von ihm verachteten Indianer ist seiner Ansicht nach leicht zu erringen. Bei seinen Untergebenen im Fort versteht es Thursday, der steif und distanziert auftritt, sich schnell unbeliebt zu machen. Er legt großen Wert auf die Wahrung von Rangunterschieden und die Einhaltung formaler Regularien, muss aber bisweilen von Untergebenen selbst an deren Beachtung erinnert werden. Im Gegensatz zu ihm gelingt es Thursdays aufgeschlossener und lebenslustiger Tochter Philadelphia, die mit ihrem Vater in den Westen gekommen war, sich schnell im Fort zu assimilieren. Sie wird von Leutnant O’Rourke umworben, dem Sohn eines Unteroffiziers. Dessen Vater teilte das Schicksal Thursdays, war von seinem im Bürgerkrieg erreichten Offiziersrang zurückgestuft worden. Thursday versucht die sich anbahnende Beziehung zu unterbinden, weil sie ihm nicht standesgemäß erscheint.

Zum Gegenspieler Thursdays wird der Hauptmann York, ein alter Haudegen, der wegen seiner unkomplizierten Art bei den Untergebenen beliebt und auch bei den Indianern geachtet ist. Thursday schlägt Yorks Erfahrung und Ratschläge in den Wind, enthebt ihn schließlich gar des Kommandos, als York vor einer aberwitzigen Aktion gegen die Apachen warnt. Diese sind wegen der Machenschaften des korrupten Indianeragenten Meacham auf dem Kriegspfad und haben sich durch Ausweichen in mexikanisches Territorium dem Zugriff der US-Kavallerie entzogen. Nach Verhandlungen Yorks sind die Apachen zum Frieden bereit, werden aber von Thursday attackiert, unter Bruch der von York gegebenen Versprechen. Thursdays Truppe wird nahezu völlig vernichtet, nur York entkommt mit wenigen Männern.

Einige Zeit später haben die Überlebenden der Indianerschlacht Karriere gemacht: Leutnant O'Rourke ist zum Oberleutnant aufgestiegen, der (namenlose) irische Rekrut, von seinem Landsmann Sergeant Mulcahy anfangs zum Hilfkorporal (Acting Corporal) ernannt, versieht als Hauptfeldwebel (First Sergeant) seinen Dienst im Vorzimmer des neuen Regimentskommandeurs: Oberstleutnant York. Von Journalisten zur Rolle seines gefallenen Vorgängers Thursday befragt, äußert sich York nach kurzem Zögern bewusst vage. Er lobt Thursdays persönliche Tapferkeit, verschweigt aber im Wissen um die Sehnsucht der Öffentlichkeit nach einem Helden dessen militärisches und zwischenmenschliches Versagen: „Nie ist ein Mann tapferer gestorben. Und nie hat ein Mann seinem Regiment mehr Ehre gemacht.“ In der um 35 Minuten kürzeren deutschen Synchronfassung fehlt der Satz.

Hintergründe[Bearbeiten]

  • Die Kernhandlung des Films ist eine freie Verarbeitung der Geschichte des George Armstrong Custer und dessen letzter Schlacht am Little Bighorn. Dabei wurde die Handlung in den Südwesten verlegt, aus den Sioux/Cheyenne wurden bei Ford Apachen.
  • John Ford erläuterte in einem Gespräch mit Peter Bogdanovich seine Sicht der Heldenverehrung: „Wir haben eine Menge Leute, von denen angenommen wird, daß sie große Helden gewesen sind. Und Sie wissen verdammt gut, daß sie es nicht waren. Aber es ist gut für das Land, Helden zu haben, um zu ihnen aufblicken zu können; wie Custer: ein großer Held. Gut, er war es nicht“. Für Ford war die Legende wichtiger als die oftmals bittere Wahrheit. (Zitat nach Hanisch, S. 218)
  • Shirley Temple und John Agar, die im Film ein Paar werden, waren zur Entstehungszeit des Films auch im realen Leben ein Paar; kurz nach den Dreharbeiten trennten sie sich in einer öffentlich ausgetragenen Scheidung.
  • Das für den Film verwendete Fort wurde speziell für diesen Film im Simi Valley, Kalifornien, auf der Corriganville Movie Ranch erbaut. Es wurde danach in zahlreichen weiteren Film- und Fernsehproduktionen verwendet.

Rezeption[Bearbeiten]

  • Bis zum letzten Mann war der erste Film der so genannten Kavallerie-Trilogie von John Ford. Ihm folgten Der Teufelshauptmann und Rio Grande. Alle drei Filme beinhalten Außenaufnahmen im Monument Valley.
  • Die Frage des Umgangs mit Wahrheit und Legende, die in vielen seiner Filme von Bedeutung ist, nimmt Ford in seinem Spätwerk Der Mann, der Liberty Valance erschoß nochmals explizit auf. Die dortige Schlusssequenz der Heldenverehrung wider besseres Wissen erscheint wie eine variierte Neuauflage der Szene in Bis zum letzten Mann.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Eine optisch fesselnde Verherrlichung blutiger Taten (Uraufführungskritik der Zeitung New York Herald Tribune vom 10. März 1948, hier zit. nach Hembus)
  • [...] ein sehr eindrucksvolles, formal bedeutendes Werk der Reife. [...] eine kluge Meditation über Fragen der Verantwortung des einzelnen gegenüber der Gemeinschaft, über individuelle Freiheit und Unterordnung unter die Interessen der Gemeinschaft, über den Sinn oder Unsinn von militärischen und zivilen Rangordnungen, über Tradition und Traditionslosigkeit. (Hanisch, S. 220)
  • Der auf historische Wahrheit bedachte und mit großem Können gestaltete Film von Altmeister John Ford verbindet mit seiner Geschichte eine herbe Kritik am Verhalten der Weißen gegenüber den Indianern. Als beispielhafter Western schon ab 14 Jahren warm zu empfehlen. (Evangelischer Filmbeobachter, Kritik Nr. 148a/1966 - Neubesprechung)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]