Dieter Puschel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Dieter Puschel (* 23. Juni 1939 in Berlin; † 31. Mai 1992 in Stommeln) war ein erfolgreicher deutscher Radrennfahrer. Er war von 1961 bis 1979 Profiradrennfahrer.

Karriere[Bearbeiten]

Dieter Puschel schaffte den Durchbruch in die Spitzenklasse der westdeutschen Amateure im Jahr 1959, als er Deutscher Meister im 100-km-Mannschaftszeitfahren mit dem Vierer der NrVg. Luisenstadt Berlin werden konnte. 1960 wurde der Titel erfolgreich verteidigt, nachdem Puschel die Internationale Vier-Etappenfahrt von (West-)Berlin souverän gewonnen hatte. Für die Olympiateilnahme in Rom konnte er sich bei großer Überlegenheit der DDR-Fahrer in den Deutsch-deutschen Ausscheidungsrennen nicht qualifizieren, wurde aber ins 6-köpfige Team des BDR für die Straßen-Weltmeisterschaft auf dem Sachsenring benannt.

1961 wechselte er zu den Profis und unterschrieb zuerst einen Vertrag bei BEROLINA, gewann überraschend den Fichtel & Sachs-Preis und wurde deutscher Vizemeister im Straßenfahren. Danach nahm Dieter Puschel mit überraschendem Erfolg (35. im Gesamtklassement) an der Tour de France teil und empfahl sich zugleich für einen Platz in einem der besten belgischen Profiteams Wiel´s-Groeneleeuw, in dem er 1962 die Tour de France bestritt und 28. im Gesamtklassement wurde. Er gehörte von Beginn seiner Karriere an zur ersten Garnitur der deutschen Berufsfahrer und schaffte schon in seinem zweiten Jahr im bezahlten Lager den Gewinn der Deutschen Straßenmeisterschaft. Er fuhr in verschiedenen Mannschaften mit einer Reihe anderer Radsportgrößen wie Sigi Renz, Hennes Junkermann, Wilfried Peffgen, Charly Gaul, Karl Heinz Kunde und Rudi Altig.

Speziell bei den Rundfahrten (u. a. Tour de France und Giro d‘ Italia) zeichnete er sich als guter Kletterer aus. 1963 erzielte er mit Platz 15 die beste Platzierung bei der Frankreich-Rundfahrt, bei der er siebenmal am Start war. Dank seines großen Kämpferherzens war er jahrelang ein unentbehrlicher Teamkollege von Rudi Altig bei Straßen-Weltmeisterschaften und zuletzt 1970 beim italienisch-schweizerischen Team G.B.C.-Zimba-Mondia. 1972 fuhr er letztmals die Grande Boucle in Frankreich im deutschen ROKADO-Team und belegte Platz 42 in der Gesamtwertung. Seitdem startete er nur noch bei kleineren Rundstreckenrennen und Sechstagerennen. 1979 fuhr er 40-jährig seine letzte Saison im deutschen Kondor-Team. Insgesamt konnte er 10 Siegerschleifen bei den Professionels erkämpfen.

Nach Beendigung seiner Profilaufbahn arbeitete Dieter Puschel als Manager für Radsportler wie Dietrich Thurau und Gregor Braun. Ende der 80er Jahre zog er sich ganz aus dem Radsport zurück und widmete sich seinem Radsportgeschäft in Köln-Esch.

Erfolge (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1961 war er der einzige deutsche Fahrer, der das Ziel der Tour de France überhaupt erreichte; im selben Jahr wurde er deutscher Vizemeister auf der Straße und deutscher Vizemeister im Cross
  • 1962 gewann er die deutsche Meisterschaft und wurde bei der Tour de France 28.
  • 1963 Platz 15 bei der Tour de France, Zweiter bei Dwars door Belgie und Travers les Flandres
  • 1966 Zweiter der Vuelta a Andalucia (Ruta del Sol)
  • 1967 Zweiter der dritten Etappe der Tour de Suisse
  • 1968 Sieger von Harelbeke-Poperinge-Harelbeke in Belgien
  • 1969 Platz 2 bei der Tour des quatre cantons
  • 1970 deutscher Vizemeister im Straßenrennen
  • 1971 deutscher Vizemeister im Straßenrennen

Weblinks[Bearbeiten]