Jens Voigt
| Jens Voigt, 2007 | |
| zur Person | |
|---|---|
| Geburtsdatum | 17. September 1971 |
| Nation | |
| zum Team | |
| Aktuelles Team | RadioShack-Nissan |
| Disziplin | Straße |
| Funktion | Fahrer |
| Team(s) | |
| 1997 1998-2003 2004-2007 2008 2009-2010 2011 2012- |
ZVVZ-GIANT-AIS Crédit Agricole CSC CSC-Saxo Bank Saxo Bank Team Leopard-Trek RadioShack-Nissan |
| Wichtigste Erfolge | |
|
Tour de France |
|
| Infobox zuletzt aktualisiert: : 24. Juli 2012 | |
Jens Voigt (* 17. September 1971 in Grevesmühlen) ist ein deutscher Radrennfahrer.
Inhaltsverzeichnis |
Sportliche Karriere [Bearbeiten]
1994 gewann Voigt als Amateur die Friedensfahrt. 1997 begann er seine Profikarriere bei der australischen Mannschaft ZVVZ-GIANT-AIS und wechselte 1998 zum französischen Team Crédit Agricole (bis 1998 Team GAN). Dort etablierte sich Voigt als Allrounder.
Von 2004 bis zum Jahr 2010 fuhr Voigt für das Team von Bjarne Riis, das bis 2009 Team CSC hieß und nach einem Sponsorwechsel als Team Saxo Bank-Tinkoff Bank auftritt. Seit der Saison 2011 fährt er für das Team RadioShack-Nissan aus Luxemburg, das 2010 als ProTeam neu gegründet worden war.
1999, 2004, 2007, 2008 und 2009 gewann er das zweitägige Critérium International, 2000, 2001 und 2004 holte er den Gesamtsieg der Bayern-Rundfahrt. Voigt gilt als guter Zeitfahrer, so konnte er den Grand Prix des Nations 2001 gewinnen. Im April 2005 errang er den zweiten Platz bei dem bedeutenden Radklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Sein bislang größter Erfolg gelang Voigt mit dem Gewinn der Deutschland Tour 2006, bei der er drei von acht Etappen gewann, darunter ein Zeitfahren und eine Bergetappe. Als erster Fahrer gewann Voigt die Deutschlandtour zweimal, als er 2007 seinen Titel vom Vorjahr verteidigte. Mit bisher 53 Profisiegen gehört Voigt zu den erfolgreichsten deutschen Radprofis der beginnenden 2000er Jahre.
Bis November 2007 war er Sprecher des Verbandes der Radprofis Cyclistes Professionnels Associés (CPA).
Fahrerprofil [Bearbeiten]
Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Voigt durch seine Leistungen bei der Tour de France bekannt. Kennzeichnend ist seine „frische und offensive Fahrweise“[1]: So versucht er regelmäßig, durch lange Ausreißversuche eine Etappe für sich zu entscheiden, auch wenn dies meist nicht gelingt. Deshalb ist er aber bei den Radsportfans sehr beliebt: 2005 und 2006 wurde er von den Lesern der Fachzeitschrift Radsport-Magazin zum „Radsportler des Jahres“ gewählt.
Bei der Tour de France 2001 trug er für einen Tag das Gelbe Trikot, nachdem er in der 7. Etappe durch die Vogesen hinter Laurent Jalabert den zweiten Platz errungen hatte. Bei der 16. Etappe durch das französische Zentralmassiv gelang Voigt schließlich sein erster Etappensieg, wobei er gegen einen jüngeren und völlig erschöpften Bradley McGee seine ganze Erfahrung ausspielte.
2004 bestritt Voigt die Tour de France erstmals für das dänische Team CSC. Während des Bergzeitfahrens nach L'Alpe d'Huez wurde er von einigen deutschen Fans beschimpft, da er sich tags zuvor von der Spitzengruppe hatte zurückfallen lassen, um für seinen Kapitän Ivan Basso einen Angriff von Jan Ullrich zu parieren.
Auf der neunten Etappe der Tour de France 2005 von Gérardmer nach Mulhouse konnte Voigt mit einem dritten Platz Lance Armstrong das Gelbe Trikot abnehmen und einen Vorsprung von 2:18 Minuten vor dem Texaner herausfahren, den er auf der nächsten Etappe bei einer Bergankunft aber wieder einbüßte. Auf der elften Etappe von Courchevel nach Briançon überschritt Voigt, geschwächt durch Fieber, das vorgeschriebene Zeitlimit um wenige Sekunden und wurde daher aus dem Rennen genommen.
Bei der Tour de France 2006 gewann Jens Voigt aus einer ursprünglich fünfköpfigen Ausreißergruppe heraus die 13. Etappe von Béziers nach Montélimar. Wenige Wochen später gewann er die 2. Etappe der Deutschland Tour von Minden nach Goslar im Sprint einer Spitzengruppe gegen Davide Rebellin und Andrei Kaschetschkin; bei der 5. Etappe eroberte er das Gelbe Trikot. Auf der 6. Etappe hinauf zum Arlbergpass holte er sich den zweiten Etappensieg und verteidigte die Führung im Gesamtklassement. Mit dem Sieg im Einzelzeitfahren (7. Etappe) baute Voigt den Vorsprung in der Gesamtwertung auf über eine Minute aus; er konnte diesen Vorsprung bis zur Schlussetappe in Karlsruhe behaupten.
Bei der Tour de France 2007 zog Jens Voigt einen Vergleich der ARD und des ZDF mit dem DDR-Regime[2], weil diese sich entschieden hatten, nach Bekanntwerden eines neuen Doping-Falles im Verlaufe der Tour die Berichterstattung zu boykottieren. ARD und ZDF wollten die Menschen bevormunden, so seine Kritik.
Bei der Deutschland Tour 2007 wurde Jens Voigt erneut Gesamtsieger. Nachdem er im Anstieg den Rettenbachferner hinauf Kletterfähigkeiten unter Beweis gestellt hatte, sicherte er sich mit einem Tagessieg im Einzelzeitfahren auf dem achten Teilstück den Gesamtsieg und gewann somit die Deutschland-Tour mit 1:57 Minuten vor Levi Leipheimer.
Im Jahr 2008 konnte Voigt die Gesamtwertung der Polen-Rundfahrt für sich entscheiden, nachdem er in bekannter Manier in einer Ausreißergruppe den Grundstein für seinen Erfolg gelegt hatte.
Während der Tour de France 2009 stürzte Voigt am 21. Juli auf der 16. Etappe 30 km vor dem Etappenziel in der letzten Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernhard Richtung Bourg-Saint-Maurice infolge eines Belagwechsels und zog sich einen Bruch des Jochbeins, eine Gehirnerschütterung und einen Kieferbruch zu.[3] Er konnte bereits 48 Tage nach dem Sturz sein Comeback bei der Tour of Missouri feiern.[4]
Erfolge [Bearbeiten]
- 1994
- 1996
- 1997
- 1999
- 2000
- 2001
- Grand Prix des Nations
- Bayern-Rundfahrt
- Tour du Poitou-Charentes
- Etappensieg und ein Tag Gelbes Trikot bei der Tour de France
- 2003
- 2004
- Critérium International
- Bayern-Rundfahrt
Bergwertung und
Zwischensprintwertung Baskenland-Rundfahrt
- 2005
- Mittelmeer-Rundfahrt
- 2. Platz Lüttich-Bastogne-Lüttich
- ein Tag Gelbes Trikot bei der Tour de France
- Prolog Paris-Nizza
- 2006
- Etappensieg Ster Elektrotoer
- Etappensieg bei der Tour de France
- Drei Etappensiege und Gesamtwertung Deutschland Tour
- Rund um die Hainleite
- Sparkassen Giro Bochum
- TUI-Cup
- 2007
- Etappensieg Kalifornien-Rundfahrt
- Critérium International
- Etappensieg Baskenland-Rundfahrt
- Etappensieg und Gesamtwertung Deutschland Tour
- TUI-Cup
- 2008
- Etappensieg und Gesamtwertung Critérium International
- Etappensieg Giro d’Italia
- Mannschaftswertung Tour de France mit dem Team CSC-Saxo Bank
- Etappensieg und Gesamtwertung Polen-Rundfahrt
- 2009
- Etappensieg und Gesamtwertung Critérium International
- 2010
- Etappensieg Katalonien-Rundfahrt
- 2012
- Mannschaftswertung Tour de France mit dem Team RadioShack-Nissan
- Etappensieg und Bergwertung USA Pro Cycling Challenge
- 2013
- Etappensieg Kalifornien-Rundfahrt
Grand Tour-Platzierungen [Bearbeiten]
| Grand Tour | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| - | - | - | - | - | - | - | - | 37 | - | 53 | 48 | - | - | - | |
| 83 | 60 | 60 | 46 | 110 | DNF | 35 | DNF | 53 | 28 | 37 | DNF | 126 | 67 | 52 | |
| - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
Doping [Bearbeiten]
Jens Voigt argumentiert, dass es für ihn eine unmögliche Vorstellung sei, vor seinen Kindern später einmal als Doper dazustehen.[5] Tyler Hamilton warf Voigt im Herbst 2012 vor, ihm bei der Dopingaufklärung in den Rücken zu fallen. Obwohl der Amerikaner keine Beweise dafür hat, ist er überzeugt davon, dass Voigt gedopt hat. Dass Voigt sagt, er hätte nie etwas von Doping gehört, empfindet Hamilton als "wenn Voigt ihm ins Gesicht spucken würde", und Voigts Erklärung sei das "Lächerlichste, was er in seinem Leben gelesen hat". [6][7][8][9]
Privates [Bearbeiten]
Jens Voigt lebt mit seiner Frau und den sechs gemeinsamen Kindern in Berlin.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Ralf Schröder: Lexikon Radsport. Göttingen 2005, S. 397
- ↑ Welt Online: Voigt vergleicht ARD und ZDF mit DDR-Regime vom 19. Juli 2007
- ↑ Eurosport Online: Tour de France - Gehirnerschütterung und Bruch bei Voigt vom 21. Juli 2009
- ↑ cyclingnews.com: http://www.cyclingnews.com/news/photos/voigt-reflects-on-2009-season-eager-for-2010/94445 Voigt Reflects on 2009 Season], 4. November 2009
- ↑ Turbulent Times, Jens Voigt Blog, 30. Oktober 2012
- ↑ Verbotene Praktiken im CSC-Team, orf.at, 5. November 2012
- ↑ Voigt spytter mig i ansigtet, BT, 5. November 2012
- ↑ Voigt: Jeg er nødt til at forsvare mig, 1. November 2012
- ↑ Voigt forsøger at rense Riis for alt, BT, 31. Oktober 2012
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur über Jens Voigt in der Landesbibliographie MV
- Jens Voigt in der aktuellen BDR-Rangliste
- Jens Voigt in der Datenbank von Radsportseiten.net
- Jens Voigt in der Datenbank der Tour de France (französisch / englisch)
- Jens Voigt auf Sports-Reference.com (englisch)
1948 August Prosenik | 1948 Aleksandar Zorić | 1949 Jan Veselý | 1950 Willy Emborg | 1951 Kaj Allan Olsen | 1952 Ian Steel | 1953 Christian Pedersen | 1954 Eluf Dalgaard | 1955, 1959 Gustav-Adolf Schur | 1956 Stanisław Królak | 1957 Nentscho Christow | 1958 Piet Damen | 1960 Erich Hagen | 1961 Juri Melichow | 1962 Gainan Saidchushin | 1963 Klaus Ampler | 1964 Jan Smolík | 1965 Gennadi Lebedjew | 1966 Bernard Guyot (Junior) | 1967 Marcel Maes | 1968 Axel Peschel | 1969 Jean-Pierre Danguillaume | 1970, 1971, 1973, 1975 Ryszard Jan Szurkowski | 1972 Vlastimil Moravec | 1974 Stanisław Szozda | 1976 Hans-Joachim Hartnick | 1977 Aavo Pikkuus | 1978 Alexander Awerin | 1979, 1984 Sergei Suchorutschenkow | 1980 Juri Barinow | 1981 Schachid Sagretdinow | 1982, 1986 Olaf Ludwig | 1983 Falk Boden | 1985 Lech Piasecki | 1987, 1988, 1989, 1998 Uwe Ampler | 1990 Ján Svorada | 1991 Wiktor Rschaksinski | 1992, 1996, 1997, 1999, 2003 Steffen Wesemann | 1993 Jaroslav Bílek | 1994 Jens Voigt | 1995 Pavel Padrnos | 2000 Piotr Wadecki | 2001 Jakob Piil | 2002 Ondřej Sosenka | 2004 Michele Scarponi | 2006 Giampaolo Cheula
1911 Hans Ludwig | 1922 Adolf Huschke | 1927 Rudolf Wolke | 1930 Hermann Buse | 1937 Otto Weckerling | 1938 Hermann Schild | 1939 Georg Umbenhauer | 1947 Erich Bautz | 1948 Philipp Hilbert | 1949 Harry Saager | 1950 Roger Gyselinck | 1951 Guido De Santi | 1952 Isidore De Ryck | 1955 Rudi Theissen | 1960 Ab Geldermans | 1961 Friedhelm Fischerkeller | 1962 Peter Post | 1979 Dietrich Thurau | 1980 Gregor Braun | 1981 Silvano Contini | 1982 Theo de Rooij | 1999 Jens Heppner | 2000 David Plaza | 2001 Alexander Winokurow | 2002 Igor González de Galdeano | 2003 Michael Rogers | 2004 Patrik Sinkewitz | 2005 Levi Leipheimer | 2006, 2007 Jens Voigt | 2008 Linus Gerdemann
Die Deutschland-Tour wurde nicht durchgängig ausgetragen und vorerst nur bis 2008.
1948 Stubbe/Rühl/Jacoby/Pfannenmüller | 1949, 1950 Wunderlich/E. Ziegler/Popp/Zeissner | 1951 Neuser/Schwab/Liebermann/Schnell/Winkelmann | 1952 E. Ziegler/G. Ziegler/Popp/Zeissner | 1953 E. Ziegler/G. Ziegler/Zeissner/Knieß/Vay/Karrlein | 1954 E. Ziegler/G. Ziegler/Knieß/Vay/Karrlein/Schabel | 1955 E. Ziegler/G. Ziegler/Knieß/Becker/Karrlein/Schabel | 1956 E. Ziegler/G. Ziegler/Knieß/Vay/Karrlein/Schabel | 1957 Duschl/Hoffmann/Mehl/Stern/Reusch/Gömmel | 1958 Hoffmann/Mehl/Stern/Duschl/Reusch/Wunderlich | 1959 Bäßler/Raab/A. Ziegler/Popp/Selbmann/Knieß | 1960 Puschel/Alexander/Stolp/Bath | 1961 Rohr/May/Hinschütz/Meindl | 1962 Rohr/Meindl/Mangold/Ruster | 1963 Rohr/May/Mangold/Meindl | 1964, 1965 Löschke/Ebert/Stolp/Tiedtke | 1966 Tschan/Ruster/Jourdan/Oleknavicius | 1967 Löschke/Ebert/Stolp/Tiedtke/Lindow | 1968 Tschan/Walter/Leitner/Oleknavicius | 1969 Tschan/Rösler/Jourdan/Oleknavicius | 1970 Kraft/Mücke/Becker/Podbielski | 1971 Flachs/Koslar/Leitner/Kuhn | 1972 Becker/R. Podlesch/Schulz/Oleknavicius | 1973 Bremer/Lindow/Poulain/Seidel | 1974 Oleknavicius/Becker/R. Podlesch/Paltian | 1975 Lutz/Weissinger/Schütz/Colombo | 1976 R. Podlesch/Paltian/Becker/Kassun | 1977 Brehm/Oleknavicius/Weibel/Weis | 1978 Paltian/Kassun/R. Podlesch/K. Podlesch | 1979 Loeffelholz/Burkhardt/Flögel/Münch | 1980 vakant wg. Dopings | 1981 Stauff/Freienstein/Stadler/Wüller | 1982 Gölz/Walczak/Schlapphoff/Weissinger | 1983 Marx/Gölz/Walczak/Schlapphoff | 1984 Bölts/Maue/Schenk/Gröne | 1985 Burkhardt/Freienstein/Knauer/Stauff | 1986 Bölts/Schenk/Maue/Gröne | 1987 Plambeck/Müller/Hillenbrand/Becker | 1988 Christl/Stumpf/Stauff/Wüller | 1989 Echtermann/Egyed/Weida/Zemke | 1990 Dittert/Hernig/Lötzsch/Lahmer | 1991 Blochwitz/Meier/Will/Wolke | 1992 Lehmann/Zemke/Schmidt/Höbel | 1993 Voigt/Schaffrath/Knispel/Morgner | 1994 Rich/Peschel/Steinhauser/Lebsanft
Es sind nur die Ergebnisse ab 1948 aufgeführt. Vorerst zum letzten Mal wurde diese Disziplin 1994 bei deutschen Meisterschaften ausgetragen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Voigt, Jens |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Radprofi |
| GEBURTSDATUM | 17. September 1971 |
| GEBURTSORT | Grevesmühlen |