Eduard von Flottwell

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Eduard von Flottwell

Heinrich Eduard Flottwell, seit 1861 von Flottwell (* 23. Juli 1786 in Insterburg, Ostpreußen; † 28. Mai 1865 in Berlin) war ein königlich preußischer Staatsminister und Oberpräsident der Provinz Brandenburg.

Ausbildung und Berufsanfang[Bearbeiten]

Flottwell studierte in Königsberg die Rechte und begann nach seiner Promotion zum Dr. jur. im Februar 1805 als Auskultator beim Hofgericht Insterburg eine juristische Laufbahn. Nach dem Assessorexamen wurde Flottwell Oberlandesgerichtsassessor in Königsberg. 1808 wurde er Assessor beim Oberlandesgericht in Insterburg, 1812 Regierungsrat und Justitiar bei der Regierung in Gumbinnen, 1816 Oberpräsidialrat (unter Schön) in Danzig.

Oberpräsident verschiedener Provinzen und Minister[Bearbeiten]

1825 wurde Flottwell Regierungspräsident in Marienwerder und bewährte sich in der Verwaltung dieses von Naturkatastrophen heimgesuchten Regierungsbezirks. Im Dezember 1830, bei Ausbruch der polnischen Novemberrevolution in Warschau, wurde Flottwell Oberpräsident der Provinz Posen. In dieser schwierigen Stellung blieb er bis Mai 1841. Er förderte die Entwicklung der Provinz und wollte die Bauern und das schwache polnische Bürgertum durch materielle Vorteile und Bildungsmöglichkeiten gewinnen und gleichzeitig den Einfluss des polnischen Adels und der katholischen Geistlichkeit eindämmen. Seine wirtschaftlichen und kulturellen Maßnahmen wirkten sich positiv auf die Bildung eines Mittelstandes aus. Bei der polnischen Geistlichkeit stießen insbesondere seine schulpolitischen Maßnahmen auf Ablehnung.

1840 zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat „Exzellenz“ ernannt, wurde er 1841 als Oberpräsident der Provinz Sachsen nach Magdeburg versetzt und 1844 an die Spitze des Finanzministeriums berufen. 1846 trat er zurück, um als Oberpräsident die Verwaltung der Provinz Westfalen zu übernehmen. Nach der Revolution von 1848 wurde er in einem Wahlbezirk der Provinz Sachsen in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt, wo er der Fraktion der äußersten Rechten (Café Milani) angehörte. 1849 wurde er von einem Wahlkreis in Posen in die Erste Kammer des Preußischen Landtages gewählt. 1849/50 leitete er die provisorische Verwaltung der Provinz Preußen. Im August 1850 übernahm er dann als Oberpräsident die Verwaltung der Provinz Brandenburg. Im Oktober 1858 wurde er zum preußischen Innenminister berufen. Am 3. Juni 1859 legte er aus Altersgründen dieses Amt nieder und übernahm wieder seine frühere Funktion als Oberpräsident der Provinz Brandenburg. Ende 1862 trat er in den Ruhestand.

Ehrungen[Bearbeiten]

Mit Verleihung des Schwarzen Adlerordens wurde Flottwell am 18. Oktober 1861 in Königsberg in den preußischen Adelsstand erhoben. Seit 1844 war er Ehrenbürger von Magdeburg.[1] Flottwell wurde zu seinem 50-jährigen Dienstjubiläum die Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin verliehen.[2] Wegen seiner Verdienste in der Zeit des großen Brandes war er auch Ehrenbürger in Hamburg.[3]

Einer seiner Söhne war der Beamte und Abgeordnete Adalbert von Flottwell.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurzbiographie Universität Magdeburg
  2. Ehrenbürger von Berlin
  3. Hamburger Ehrenbürger

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]