Eduard von Flottwell

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Oberpräsident Flottwell

Heinrich Eduard von Flottwell (* 23. Juli 1786 in Insterburg, Ostpreußen; † 28. Mai 1865 in Berlin) war ein deutscher Richter, Verwaltungsjurist und Staatsminister im Königreich Preußen. Seine geschichtliche Bedeutung liegt in der versöhnlichen Politik gegenüber den Polen in der Provinz Posen.[1]

Leben[Bearbeiten]

Flottwell studierte Rechtswissenschaft an der Albertus-Universität Königsberg. Nach der Promotion zum Dr. iur. im Februar 1805 war er Auskultator beim Hofgericht Insterburg eine juristische Laufbahn. Nach dem Assessorexamen kam er an das Oberlandesgericht Königsberg, das ihn 1808 an das unterstellte Obergericht in Insterburg abstellte. Er wechselte von der Rechtspflege in die innere Verwaltung Preußens und wurde 1812 Regierungsrat und Justitiar bei der Regierung in Gumbinnen. 1816 kam er als Oberpräsidialrat zu seinem Mentor Heinrich Theodor von Schön im westpreußischen Danzig.[1] 1825 wurde er Regierungspräsident in Marienwerder. Er bewährte sich in der Verwaltung des Regierungsbezirks Marienwerder, der oft von Hungersnot und Überschwemmungen der Weichsel heimgesucht wurde.

Zur Zeit des Novemberaufstands in Warschau wurde Flottwell im Dezember 1830 Oberpräsident der Provinz Posen. Durch „höchste Besonnenheit und Ehrlichkeit“ gegenüber der polnischen Bevölkerung sorgte er für Ruhe.[2] Unterstützt durch General Karl von Grolman, wollte er die polnische Nationalbewegung ausschalten und die „polnische Provinz“ in Preußen integrieren. Dazu gewann er die Bauern und das schwache polnische Bürgertum durch materielle Vorteile und Bildungsmöglichkeiten, was den Einfluss der Szlachta und der katholischen Geistlichkeit eindämmte. Die Ernennung der Landräte, die Einsetzung staatlicher Polizeidistriktkommissare, der Aufbau von bäuerlichen Betrieben, Städteordnungen und vor allem die von ihm betriebene Schulpolitik und Judenemanzipation stießen bei der polnischen Geistlichkeit und Bischof Martin von Dunin auf entschiedenen Widerstand. Friedrich Wilhelm IV. konterkarierte Flottwells Bemühungen durch die Hinwendung zum polnischen Adel.[1]

Deshalb wurde Flottwell im Mai 1841 als Oberpräsident der Provinz Sachsen nach Magdeburg versetzt. 1844 an die Spitze des Finanzministeriums berufen, trat er 1846 nach zwei Jahren zurück, um als Oberpräsident die Verwaltung der Provinz Westfalen zu übernehmen. Ein Wahlbezirk der Provinz Sachsen wählte ihn in der Deutschen Revolution 1848/49 zur Frankfurter Nationalversammlung, in der er der Fraktion der äußersten Rechten (Café Milani) angehörte. 1849 wurde er von einem Wahlkreis in Posen in die Erste Kammer des Preußischen Landtages gewählt.

1849/50 leitete er die provisorische Verwaltung der Provinz Preußen. Mit seiner Frau Auguste und den zahlreichen Kindern wohnte er im Königsberger Schloss.[2]

Am 21. Juli 1850 übernahm er als Oberpräsident in der Provinz Brandenburg zum fünften Mal die Verantwortung für eine preußische Provinz. Im Oktober 1858 wurde er zum preußischen Innenminister berufen. Er legte am 3. Juni 1859 aus Altersgründen dieses Amt nieder und übernahm wieder seine frühere Funktion als Oberpräsident der Provinz Brandenburg. Ende 1862 trat er in den Ruhestand.

Einer seiner Söhne war Adalbert von Flottwell.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Kulturportal West-Ost
  2. a b Wulf D. Wagner, Heinrich Lange: Das Königsberger Schloss. Eine Bau und Kulturgeschichte. Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-1953-0, S. 228.
  3. Hamburger Ehrenbürger (Version vom 25. September 2011 im Internet Archive)
  4. Kurzbiographie Universität Magdeburg
  5. Ehrenbürger von Berlin (Version vom 29. Juli 2010 im Internet Archive)