Elfingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Elfingen
Wappen von Elfingen
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4097i1f3f4
Postleitzahl: 5077
Koordinaten: 649825 / 26216447.5083348.100006457Koordinaten: 47° 30′ 30″ N, 8° 6′ 0″ O; CH1903: 649825 / 262164
Höhe: 457 m ü. M.
Fläche: 4.21 km²
Einwohner: 270 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 64 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 13,7 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.elfingen.ch
Elfingen

Elfingen

Karte
Deutschland Kanton Solothurn Bezirk Aarau Bezirk Baden Bezirk Bremgarten Bezirk Laufenburg Bezirk Lenzburg Bezirk Zurzach Auenstein AG Birr AG Birrhard Bözberg AG Bözen Brugg Effingen Elfingen Habsburg AG Hausen AG Lupfig Mandach Mönthal Mülligen AG Remigen Riniken Rüfenach Scherz AG Schinznach-Bad Schinznach Thalheim AG Veltheim AG Villigen Villnachern Windisch AGKarte von Elfingen
Über dieses Bild
w

Elfingen (schweizerdeutsch: ˈɛlfigə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt im oberen Fricktal und ist nicht mit der Nachbargemeinde Effingen zu verwechseln.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt rund drei Kilometer nordwestlich des Bözbergpasses in einem muldenartigen Seitental der Sissle. Es ist auf drei Seiten von sanft ansteigenden Hügeln des Tafeljuras umgeben. Dazu zählen der Marchwald im Norden (607 m ü. M.), die Sennhütten im Nordosten (634 m ü. M.) und der Bränngarten im Osten (659 m ü. M.). Am Südhang des Marchwalds befindet sich ein Rebberg mit einer Anbaufläche von 13,5 Hektaren.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 421 Hektaren, davon sind 209 Hektaren mit Wald bedeckt und 16 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist der Gipfel des Bränngartens auf 659 Metern, der tiefste liegt auf 430 Metern an der südlichen Gemeindegrenze.

Nachbargemeinden sind Laufenburg im Norden, Mönthal im Nordosten, Effingen im Südosten, Bözen im Südwesten und Hornussen im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Vermutlich ist das Dorf im 5. oder 6. Jahrhundert durch die Alamannen gegründet worden, wie Gräberfunde aus dem Jahr 1978 beweisen. Die erste urkundliche Erwähnung von Eolfingen erfolgte 1245, als der Verkauf von Gütern an das Kloster Wettingen bestätigt wurde. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Agiwolfingun und bedeutet «bei den Leuten des Agiwolf».[3]

Im Mittelalter hatte Elfingen westlich des Bözbergs eine bedeutende Stellung. Das Dorf war Sitz eines Dinghofes des Klosters Murbach im Elsass und Pfarreiort der umliegenden Gemeinden Bözen, Effingen sowie Teilen von Zeihen und Linn. Der Dinghof verfügte über umfassende Rechte in der näheren Umgebung und wurde 1291 an die Habsburger verkauft. Königin Agnes von Ungarn schenkte 1322 den Besitz dem Kloster Königsfelden in Windisch.

1460 eroberte Bern die Herrschaft Schenkenberg, zu der auch Elfingen gehörte. Damit sicherten sich die Berner den wichtigen Passübergang über den Bözberg an der Grenze zu Vorderösterreich. Elfingen lag nun im Gerichtsbezirk Bözen des Amts Schenkenberg und war somit ein Teil des Berner Aargaus. Nachdem Bern 1514 den Dinghof vollständig übernommen hatte, verlor Elfingen immer mehr an Bedeutung. 1528 führten die Berner die Reformation ein.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Elfingen gehört seither zum Kanton Aargau. Zwischen 1850 und 1980 nahm die Bevölkerungszahl um über einen Drittel ab. Doch seither steigt sie wieder leicht an, vor allem seit der Eröffnung der nahe gelegenen Bözbergautobahn im Jahr 1996.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Elfingen

Die Bausubstanz des kreuzförmig angelegten Haufendorfes stammt zum grössten Teil aus dem 17. Jahrhundert. Das Ortsbild ist von nationaler Bedeutung und ist ins Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgenommen worden. Die aus dem 9. Jahrhundert stammende Pfarrkirche zerfiel nach der Reformation und wurde schliesslich abgetragen. Dennoch blieb Elfingen bis 1824 Amtssitz des Pfarrers, obwohl dieser in Bözen wirkte. Von der einstigen Bedeutung des Dinghofes zeugt das Pfarrhaus, das 1624 neu erbaut wurde und an erhöhter Lage über dem Dorf steht.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Rot auf grünem Dreiberg getatztes weisses Doppelkreuz.» Das Doppelkreuz besitzt grosse Ähnlichkeit mit dem ungarischen Wappen und weist auf die Tatsache hin, dass Königin Agnes von Ungarn den Dinghof Elfingen dem Kloster Königsfelden geschenkt hatte.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[7]

Jahr 1764 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 144 265 217 203 199 194 171 165 217 240 259

Am 31. Dezember 2013 lebten 270 Menschen in Elfingen, der Ausländeranteil betrug 13,7 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 58,3 % reformiert und 21,3 % römisch-katholisch. 1,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 94,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.[9]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Elfingen gehört zum Friedensrichterkreis Bözen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Elfingen gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 80 Arbeitsplätze, davon 49 % in der Landwirtschaft und 51 % im Dienstleistungssektor.[10] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Brugg oder in den grösseren Gemeinden des Fricktals.

Verkehr[Bearbeiten]

In Bözen zweigt eine schmale Nebenstrasse ab, die über Elfingen und einen namenlosen Pass östlich des Marchwalds nach Sulz im Rheintal führt. Elfingen ist durch eine kurze Postauto-Zweiglinie nach Bözen an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Ausserhalb der Hauptverkehrszeiten machen die Kurse auf der Linie FrickBrugg einen Abstecher über Elfingen. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse an der A3 liegen bei Frick und Zeihen, beide rund fünf Kilometer entfernt.

Bildung[Bearbeiten]

Elfingen besitzt eine Primarschule, der Kindergarten wird in Effingen geführt. Die Realschule und die Sekundarschule können in Zeihen (1./2. Klasse) und Bözen (3./4. Klasse) besucht werden, die Bezirksschule in Frick. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 141–142.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo
  5.  Michael Stettler, Emil Maurer, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmaeler des Kantons Aargau. Band II: Die Bezirke Lenzburg und Brugg, Birkhäuser Verlag, Basel 1953.
  6.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 149.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  10. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.