Effingen

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Effingen
Wappen von Effingen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4096i1f3f4
Postleitzahl: 5078
Koordinaten: 650155 / 26031347.4916628.104178432Koordinaten: 47° 29′ 30″ N, 8° 6′ 15″ O; CH1903: 650155 / 260313
Höhe: 432 m ü. M.
Fläche: 6.85 km²
Einwohner: 587 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 86 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 9,9 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.effingen.ch
Effingen

Effingen

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Effingen (schweizerdeutsch: ˈɛfigə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt rund sieben Kilometer westlich des Bezirkshauptorts im oberen Fricktal und ist nicht mit der Nachbargemeinde Elfingen zu verwechseln.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt an der Westflanke des Bözbergs und ist auf drei Seiten von den sanft ansteigenden Hügeln des Tafeljuras umgeben. Dazu zählen der Rugen im Nordwesten (550 m ü. M.), die Sennhütten im Norden (634 m ü. M.), die Stelli im Osten (589 m ü. M.) sowie der Barnig und der Widräck im Südosten (beide 575 m ü. M.). Ein kurzes Seitental führt in Richtung Nordosten; in diesem liegt der Weiler Chästel (520 m ü. M.), mehr als zwei Kilometer vom Dorfzentrum entfernt. Dazwischen liegt auf einem sonnigen Südhang ein Rebberg.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 685 Hektaren, davon sind 323 Hektaren mit Wald bedeckt und 58 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf dem Gipfel der Sennhütten auf 634 Metern, der tiefste auf 424 Metern an der westlichen Gemeindegrenze.

Nachbargemeinden sind Mönthal im Norden, Bözberg im Südosten, Zeihen im Süden, Bözen im Westen sowie Elfingen im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Zeit der Römer führte die wichtige Strasse von Vindonissa nach Augusta Raurica über den Bözberg (von Tacitus in seinen Historien als Mons Vocetius bezeichnet) und durch das heutige Gemeindegebiet. Reste dieser Strasse sind heute noch erkennbar.[5] In einem Dokument aus dem Jahr 1284 wird das Dorf als Efingen erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Efingun und bedeutet «bei den Leuten des Efo».[3] Im Mittelalter war Effingen Teil des Dinghofes Elfingen, das dem Kloster Murbach im Elsass gehörte. Der Dinghof verfügte über umfassende Rechte in der näheren Umgebung und wurde 1291 an die Habsburger verkauft. Königin Agnes von Ungarn schenkte 1322 den Besitz dem Kloster Königsfelden in Windisch.

Haus im Dorfzentrum

1460 eroberte Bern die Herrschaft Schenkenberg, zu der auch Effingen gehörte. Damit sicherten sich die Berner den wichtigen Passübergang über den Bözberg an der Grenze zu Vorderösterreich. Effingen lag nun im Gerichtsbezirk Bözen des Amts Schenkenberg und war somit ein Teil des Berner Aargaus. 1514 übernahm die Berner den vollständigen Besitz über den einstigen Dinghof, 1528 führten sie die Reformation ein. Bis ins 19. Jahrhundert herrschte Landwirtschaft mit Weinbau vor. Zusätzlichen Verdienst brachten die Verarbeitung von Baumwolle in Handarbeit und Vorspanndienste auf der 1779 neu gebauten Bözberg-Passstrasse.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Effingen gehört seither zum Kanton Aargau. Am 2. August 1875 erfolgte mit der an diesem Tag eröffneten Bözbergstrecke der Anschluss ans Eisenbahnnetz, der Bahnhof lag allerdings rund zwei Kilometer vom Dorfzentrum entfernt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl um fast einen Viertel ab und stagnierte bis etwa 1980. Dann setzte jedoch eine rege Bautätigkeit ein, die sich mit der Eröffnung der Bözbergautobahn im Jahr 1996 noch verstärkte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Am westlichen Dorfrand befindet sich das ehemalige Herzog-Gut, Stammsitz der bedeutenden Familie Herzog. Die Häusergruppe entstand Ende des 18. Jahrhunderts im ländlich-klassizistischen Stil. 1867 wurde hier ein Kinderheim eingerichtet, die «Meyersche Rettungsanstalt». Die Institution wandelte sich mit der Zeit zum Schulheim Effingen, in dem normal begabte, verhaltensauffällige Knaben unterrichtet werden.[6]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Geteilt von Rot mit weissem Flügel und von Weiss mit fünfstrahligem rotem Stern über grünem Dreiberg.» Das Wappen ist seit 1811 in nahezu unveränderter Form in Gebrauch. Der Adlerflügel weist auf die frühere Zugehörigkeit zum bernischen Amt Schenkenberg hin, während die Bedeutung von Stern und Dreiberg nicht bekannt ist.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[8]

Jahr 1764 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 265 504 431 441 395 442 432 403 560 632 596

Am 31. Dezember 2013 lebten 587 Menschen in Effingen, der Ausländeranteil betrug 9,9 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 55,9 % reformiert, 26,9 % römisch-katholisch und 2,4 % muslimisch; 1,4 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[9] 93,0 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,4 % Albanisch, je 0,9 % Englisch und Serbokroatisch.[10]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Effingen gehört zum Friedensrichterkreis Bözen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Effingen gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 170 Arbeitsplätze, davon 30 % in der Landwirtschaft, 13 % in der Industrie und 57 % im Dienstleistungssektor.[11] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Brugg oder in den grösseren Gemeinden des Fricktals. Seit 1973 wird wieder Weinbau betrieben, nachdem dieser in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weitgehend verschwunden war.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Effingen

Effingen liegt an der Hauptstrasse 3 (BaselZürich) über den Bözbergpass. Südwestlich des Dorfes führt die Autobahn A3 vorbei, das Westportal des Bözbergtunnels liegt auf Effinger Gemeindegebiet. Effingen besitzt einen Autobahnanschluss, der allerdings nur aus bzw. in Richtung Zürich befahren werden kann. Der nächste Vollanschluss befindet sich bei Frick. Zwischen dem Bahnhof Frick und dem Bahnhof Brugg verkehrt eine Postautolinie. Der rund zwei Kilometer südlich des Dorfes gelegene Bahnhof Effingen an der Bözbergstrecke ist seit 1993 geschlossen.

Bildung[Bearbeiten]

Effingen besitzt einen Kindergarten und ein Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule können in Zeihen (1./2. Klasse) und Bözen (3./4. Klasse) besucht werden, die Bezirksschule in Frick. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 136–137.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo
  5.  Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag Sauerländer, Aarau 1985, ISBN 3-7941-2539-8, S. 167.
  6.  Michael Stettler, Emil Maurer, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmaeler des Kantons Aargau. Band II: Die Bezirke Lenzburg und Brugg, Birkhäuser Verlag, Basel 1953.
  7.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 145.
  8. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  10. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  11. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.