Habsburg AG

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AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Habsburg zu vermeiden.
Habsburg
Wappen von Habsburg
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4099i1f3f4
Postleitzahl: 5245
Koordinaten: 656359 / 25728047.4638828.186115470Koordinaten: 47° 27′ 50″ N, 8° 11′ 10″ O; CH1903: 656359 / 257280
Höhe: 470 m ü. M.
Fläche: 2.23 km²
Einwohner: 412 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 185 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 6,8 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.habsburg.ch
Die Gemeinde Habsburg mit der gleichnamigen Burg

Die Gemeinde Habsburg mit der gleichnamigen Burg

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Über dieses Bild
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Ansicht der Habsburg und Umgebung in der Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae von Matthäus Merian, 1642

Habsburg (schweizerdeutsch: ˈhɑpsbrg)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Brugg im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt etwa drei Kilometer südwestlich des Bezirkshauptorts. Auf dem Gemeindegebiet von Habsburg liegt die Habsburg, der Stammsitz der Habsburger.

Geographie[Bearbeiten]

Das Haufendorf Habsburg liegt unmittelbar östlich des Wülpelsbergs, auf dem sich die Burg befindet. Der Wülpelsberg fällt im Norden und Westen steil ins Aaretal ab. Die Ost- und die Südseite hingegen bilden den Rand einer leicht geneigten Hochebene, die übergangslos ins Birrfeld übergeht. Habsburg ist eine typische Rodungssiedlung und ist im Westen, Norden und Osten von Wald umgeben.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 223 Hektaren, davon sind 134 Hektaren bewaldet und 18 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist der 505 Meter hohe Wülpelsberg, der tiefste liegt auf 370 Metern am Fusse des Wülpelsberg.

Nachbargemeinden sind Brugg im Norden, Hausen im Osten, Scherz im Süden und Schinznach-Bad im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet war sowohl in der Bronzezeit als auch in der Römerzeit besiedelt. Verschiedene Funde, darunter Ziegelstempel der Legio XXI Rapax und eine Bronzemünze des Kaisers Probus lassen darauf schliessen, dass sich hier, in der Nähe des Legionslagers Vindonissa, ein Wachtturm befand.[5] Um das Jahr 1020 liess Radbot auf dem Wülpelsberg die «Habichtsburg» errichten. Im Jahr 1027 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als Habesbur oder Habesburch.[3] Die Burg ersetzte das Kastell im benachbarten Altenburg bei Brugg als Stammsitz. Otto II. war um 1100 der Erste, der sich «Graf von Habsburg» nannte. Die Burg bildete den Mittelpunkt des damaligen habsburgischen Besitzes, des Eigenamts.

Nach dem Aufstieg zur bedeutenden Herrscherfamilie war die bescheidene Burg ab etwa 1220 nicht mehr als Stammsitz geeignet und wurde an Dienstleute verliehen. Sie wechselte in der Folge mehrmals den Besitzer, bis schliesslich ab 1528 der Berner Landvogt in Königsfelden die Verwaltung übernahm. Die Stadt Bern hatte die Habsburger 1415 aus der Region vertrieben. Das Dorf Habsburg entstand wahrscheinlich erst im frühen 15. Jahrhundert, als der Wald südlich und östlich der Burg gerodet wurde. Die Burg gab dem Dorf den Namen. Die kleine Siedlung wuchs nur langsam und zählte 1529 lediglich vier Häuser. Ein Jahr zuvor war die Reformation eingeführt worden.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Habsburg gehört seither zum Kanton Aargau. Die Burg gelangte 1804 in den Besitz des Kantons. 1833 wohnten vier Einsassenfamilien (Werder, Erismann, Riniker, Senn) mit 177 Personen im Dorf. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung fast ausschliesslich von der Landwirtschaft. Zwischen 1930 und 1960 nahm die Einwohnerzahl um über einen Viertel ab. Nach 1971, als ein grosses Grundstück parzelliert und zur Erschliessung freigegeben wurde, setzte eine rege Bautätigkeit ein. Seither stieg die Einwohnerzahl um mehr als 150 Prozent.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Dorf wird überragt von der Habsburg auf dem Wülpelsberg. Erhalten geblieben ist jedoch nur der westliche Teil. Der als Befestigung gedachte östliche Teil der Burg ist weitgehend verfallen, nur noch dicke Mauern, die wenige Meter aus der Erde ragen, zeigen den ursprünglichen Grundriss auf. Im Palas der Burg befinden sich ein kleines Museum und ein Restaurant.[6]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Blau auf grünem Hügel die Habsburg, weiss mit rotem Dach.» Das im Jahr 1821 angefertigte Siegel mit dem Wappen soll von einem Graveur aus Burg entworfen worden sein. Das Wappen stellt in ziemlich realistischer Weise die Habsburg dar, wie sie sich heute präsentiert.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[8]

Jahr 1768 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 98 176 144 170 133 126 150 243 322 368 421

Am 31. Dezember 2013 lebten 412 Menschen in Habsburg, der Ausländeranteil betrug 6,8 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 59,8 % reformiert und 23,1 % römisch-katholisch; 1,9 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[9] 96,7 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,4 % Italienisch, 1,1 % Französisch.[10]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Gemeindehaus von Habsburg

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Habsburg gehört zum Friedensrichterkreis Windisch.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Dorf gibt es gemäss der Betriebszählung 2008 etwa 70 Arbeitsplätze, davon 22 % in der Landwirtschaft, 14 % in der Industrie und 64 % im Dienstleistungssektor.[11] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in der Region Brugg.

Verkehr[Bearbeiten]

Habsburg ist über eine Ortsverbindungsstrasse von Brugg und Scherz aus erreichbar. Die Autobahn A3 unterquert das Gemeindegebiet im 1,2 Kilometer langen Habsburgtunnel. Der nächstgelegene Autobahnanschluss liegt in rund vier Kilometern Entfernung. Die Gemeinde wird durch die Postautolinie vom Bahnhof Brugg nach Scherz an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine Primarschule. Sämtliche oberen Stufen der obligatorischen Volksschule (Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule) können in Windisch besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden. Der Kindergarten besuchen die Kinder von Habsburg in der Nachbargemeinde Scherz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 182–184.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1070, Swisstopo
  5.  Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag Sauerländer, Aarau 1985, ISBN 3-7941-2539-8, S. 172.
  6.  Michael Stettler, Emil Maurer, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Die Kunstdenkmaeler des Kantons Aargau. Band II: Die Bezirke Lenzburg und Brugg, Birkhäuser Verlag, Basel 1953.
  7.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 168.
  8. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  10. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  11. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.

Weblinks[Bearbeiten]