Erick van Egeraat

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Erick van Egeraat (* 27. April 1956 in Amsterdam) ist ein niederländischer Architekt, der in Deutschland vor allem durch sein Projekt des experimentellen Wohnens auf der Internationalen Gartenbauausstellung 1993 (IGA 1993) in Stuttgart und die von ihm geplante Bebauung des innerstädtischen Campus der Leipziger Universität (Fertigstellung 2012) bekannt wurde.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Von Egeraat wuchs in Groningen auf, wo er den mittleren Schulabschluss auf dem Sint Maartens College in Haren (Groningen) erwarb. Danach verzog er nach Delft, wo er Architektur an der dortigen Technischen Universität studierte.

Im Jahre 1983 richtete er u.a. mit Francine Houben das Architektenbüro mecanoo architecten b.v. ein, das er 1995 verließ, um nunmehr in seinem eigenen Büro Erick van Egeraat associated architects (EEA), mit Niederlassungen in Rotterdam, Budapest, London, Moskau und Prag, zu arbeiten.

"Tropenpunt" an der Mauritskade in Amsterdam (2002)
Neues Augusteum, Universität Leipzig, Teil des innerstädtischen Campus (2012)

EEA wirkt u. a. mit an der Planung der Insel Federazija (russisch Остров Федерация), einer künstlichen Insel vor der Küste des russischen Teils des Schwarzen Meeres bei Sotschi, die für die Olympischen Winterspiele 2014 gebaut wird.

Das Projekt des von Egeraat geplanten Leipziger Universitätscampus umfasst auch eine gestalterische Reminiszenz an die aus dem 13. Jahrhundert stammende und 1968 gesprengte Paulinerkirche. In ihren nachempfundenen äußeren Formen findet die neue Aula der Universität ihr Domizil.

Projekte[Bearbeiten]

  • Metzo College in Doetinchem
  • "Tropenpunt" an der Mauritskade in Amsterdam
  • Niederländische Botschaft in Warschau
  • ING-Bürogebäude in Budapest (1992-97)
  • Gebäude der Hochschulvereinigung InHolland in Rotterdam
  • Gemeindehaus Alphen aan den Rijn
  • Innerstädtischer Campus der Leipziger Universität
  • Sumatrakontor an der Überseeallee, Hamburg[1]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Von Egeraat erhielt 1994 den Hugo-Häring-Preis für experimentelles Wohnen auf der IGA Stuttgart 1993 (mit Mecanoo), und er ist seit 1996 Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA) sowie des Royal Institute of British Architects (RIBA).

Insolvenz[Bearbeiten]

Im Januar 2009 wurde bekannt, dass das Büro von Erick van Egeraat insolvent ist. Das Büro hatte seinen Tätigkeitsschwerpunkt nach Osteuropa verlagert und ist im Rahmen der globalen Finanzkrise in wirtschaftliche Probleme geraten. Nach der Insolvenz seines Büros arbeitet Erick van Egeraat unter seiner neuen Firma „(designed by) Erick van Egeraat“ weiter.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erick van Egeraat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sumatrakontor.de/kontor/