Evonik Industries

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Evonik Industries AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000EVNK013
Gründung 14. September 2006
(Umbenennung am 12. September 2007)
Sitz Essen, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter ca. 33.000 (2012)
Umsatz 13,6 Mrd. Euro (2012)
Gewinn 1,2 Mrd. Euro (2012)Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Branche Chemie
Website www.evonik.de
Firmensitz in Essen
"Stürzende" Architektur des Evonik Hochhauses

Die Evonik Industries AG [eˈvɔnɪk] mit Sitz in Essen ist ein börsennotiertes Unternehmen der Spezialchemie. Das Unternehmen erwirtschaftet mehr als 80 Prozent des Chemieumsatzes aus führenden Marktpositionen.[1] Evonik beschäftigte Ende 2012 rund 33.000 Mitarbeiter und wies bei einem Gesamterlös von 13,6 Mrd. Euro einen Jahresüberschuss von 1,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,0 Mrd. Euro) aus.[2] Hauptaktionär ist noch die RAG-Stiftung.

Hintergrund[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Im September 2007 entstand mit der Evonik Industries ein neuer Industriekonzern mit den Geschäftsfeldern Chemie, Energie und Immobilien. Das Unternehmen ging aus dem so genannten „weißen Bereich“ der RAG Aktiengesellschaft hervor, die 1969 als Ruhrkohle AG gegründet worden war. Um auf internationalen Märkten agieren zu können, stimmte der Aufsichtsrat der RAG AG am 11. Oktober 2006 einem Formwechsel der RAG Beteiligungs-GmbH in die RAG Beteiligungs-AG zu, die den entsprechenden Bereich der RAG Aktiengesellschaft umfasste. Im Juni 2007 wurde die RAG Stiftung gegründet. Am 30. November 2007 übertrugen die Altaktionäre E.ON, RWE, ThyssenKrupp und ArcelorMittal ihre Anteile direkt oder indirekt für jeweils einen Euro auf die neugegründete RAG-Stiftung. Im September 2007 wurde das Unternehmen im Rahmen einer großen Werbekampagne in Evonik Industries AG umbenannt. Der Name Evonik wurde von Manfred Gotta kreiert. Mit dem aus dem Lateinischen abgeleiteten Präfix „Evo“ verbinde man die Assoziation „Stamm“ oder „Keim“, das Verb „evolvere“ bedeutete „sich entwickeln“.[3] Die neue Unternehmensfarbe „Deep Purple“, ein dunkler Lilaton, soll für die Kreativität des neuen Konzerns stehen und sich von den sonst vorherrschenden Blau- und Rottönen der Firmen im DAX absetzen.[4]

Aktionärsstruktur[Bearbeiten]

Im Juni 2008 erwarb der britische Finanzinvestor CVC Capital Partners für 2,4 Milliarden Euro einen Anteil von 25,01 Prozent an Evonik.

Die Aktionärsstruktur der Evonik Industries AG setzt sich seit dem 15. September 2008 wie folgt zusammen[5]:

Im Auftrag der RAG-Stiftung sollte Evonik 2012 an die Börse gehen, aufgrund der schlechten Marktlage wurde der Börsengang jedoch verschoben.[6]

Seit dem 25. April 2013 werden die Evonikaktien an der Frankfurter Börse gehandelt.[7] Vorab hatte das Unternehmen institutionellen Anlegern die Möglichkeit gegeben, rund 14% der Aktien für 2 Milliarden Euro zu erwerben. Insgesamt wird es 466 Millionen Aktien zu einem (rechnerischen) Kurs von 30 Euro je Aktie geben, wobei es aber kein offizielles Angebot zur Zeichnung(shöhe) gibt.[8][9][10]

Spezialchemie[Bearbeiten]

Das Spezialchemieunternehmen Evonik Industries AG mit Sitz in Essen ist mit einem Umsatz von 13,3 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2010 und 34.407 Mitarbeitern das fünftgrößte deutsche Chemieunternehmen und gehört damit zu den weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie. Der Konzern umfasst sechs Geschäftsbereiche[11]:

  • Advanced Intermediates
  • Inorganic Materials
  • Consumer Specialities
  • Health & Nutrition
  • Coatings & Additives
  • Performance Polymers

Geschäftstätigkeit[Bearbeiten]

Evonik erzielte 2010 Umsatzsteigerungen im gesamten Geschäftsfeld Chemie, der sich auf die verschiedenen Geschäftsbereiche wie folgt verteilt [12]:

Der Umsatz des Bereiches Industrial Chemicals stieg im Jahr 2010 um 22 Prozent auf 2.460 Millionen €. Dieser Geschäftsbereich umfasst Produkte zur Weiterverarbeitung in Endanwendungen aus der Kunststoff-, Chemie-, Agro- und Papierindustrie.

Im Bereich Inorganic Materials (Produktion von Spezialchemikalien) kletterte der Umsatz in 2010 um 33 Prozent auf 2.400 Millionen €. Im Bereich Consumer Specialties, der die Konsumgüterindustrie mit Rohstoffen, Additiven und Wirkstoffen beliefert, wuchs um 25 Prozent auf 1.803 Millionen €.

Weitere 1.967 Millionen € Umsatzes erwirtschaftete der Geschäftsbereich Health & Nutrition. Damit stieg der Umsatz des Geschäftsbereiches um 23 Prozent. Abnehmer sind unter anderem die Futtermittel- und Pharmaindustrie.

Der Umsatz im Bereich Coatings & Additives wuchs 2010 um 28 % und beläuft sich auf 1.701 Millionen €. Dieser Geschäftsbereich bietet eine breite Produktpalette für die Lack-, Farb- und Beschichtungs- sowie die Klebstoff- und Dichtungsindustrie.

Der Geschäftsbereich Performance Polymers ist für die Herstellung von Hochleistungsmaterialien zuständig und erzielte 1.657 Millionen € Umsatz. So stieg der Umsatz um 28 % im Vergleich zum Vorjahr.

Beteiligungen[Bearbeiten]

Evonik hat Beteiligungen in den Bereichen Energie und Immobilien. Im Rahmen der Fokussierung auf das Kerngeschäft Spezialchemie plant das Unternehmen, die Beteiligungen mittelfristig abzugeben.[13]

Energie[Bearbeiten]

Die STEAG GmbH (früher: Evonik Steag GmbH) erzeugt in Nordrhein-Westfalen und im Saarland in acht Steinkohlekraftwerken mit etwa 8.000 Megawatt Leistung acht Prozent des deutschen Stroms, sie ist damit der fünftgrößte deutsche Stromerzeuger. Ende 2010 wurde ein Anteil von 51 % für 649 Mio. € an ein Stadtwerke-Konsortium aus dem Ruhrgebiet verkauft.[14] Die verbliebenen 49 % sollen in den nächsten fünf Jahren folgen.

Immobilien[Bearbeiten]

Die Immobilientochter Evonik Immobilien GmbH wurde durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 25. November 2011 in Vivawest GmbH umfirmiert. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgt am 14. Dezember 2011.[15]

Corporate Responsibility[Bearbeiten]

2008 entwickelte Evonik Industries seine Corporate Responsibility (CR) Strategie als festen Bestandteil der Unternehmensstrategie und Unternehmenskultur.[16] Dabei sind drei Regelwerke die Grundbausteine der CR des Konzerns:

  • Der konzernweit verbindliche Verhaltenskodex fasst die wichtigsten unternehmenspolitischen Grundsätze und Normen zusammen.
  • Die Global Social Policy verpflichtet die Mitarbeiter zur Einhaltung von Grundwerten auf der Basis internationaler Grundsätze und Standards.
  • Das USGQ-Regelwerk formuliert das Selbstverständnis des Konzerns zu den Unternehmenswerten Umwelt, Sicherheit, Gesundheit und Qualität.

Evonik Industries ist Mitglied des Global Compact der Vereinten Nationen und ist darüber hinaus der weltweiten Initiative Responsible Care zur kontinuierlichen Verbesserungen des Konzerns bei Gesundheit, Sicherheit, Umwelt und Produktverantwortung verpflichtet. Außerdem ist das Unternehmen Unterzeichner des Leitbilds für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft. Der jährliche CR-Bericht von Evonik orientiert sich an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI).

Sponsoring[Bearbeiten]

Seit der Saison 2006/2007 ist Evonik (zunächst RAG Aktiengesellschaft) Hauptsponsor des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund (BVB). Dieser Vertrag wurde im Februar 2012 verlängert. Das Sponsoring sollte nunmehr bis zum 30. Juni 2016 andauern; der bisherige Vertrag hatte eine Laufzeit bis Mitte 2013.[17] Am 27. Juni 2014 gaben der BVB und Evonik bekannt den Sponsorenvertrag bis zum 30. Juni 2025 zu verlängern. Darüber hinaus wird Evonik Anteilseigner von 9,06% des Grundkapitals der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA.[18]

Auf der Brust der BVB-Spieler war bis zur Bekanntgabe des neuen Namens Evonik im September 2007 übergangsweise nur ein Ausrufezeichen des Künstlers Otmar Alt zu sehen. Aufgrund der Umbenennung der abgekoppelten Sparte der RAG Aktiengesellschaft in Evonik wurden für die über 50.000 Dauerkarteninhaber der Saison 2007/2008 kostenlos Trikots (Heimtrikot) mit dem neuen Evonik-Logo verteilt.

Evonik unterstützt die Arbeit der Bischöflichen Aktion Adveniat für eine Verbesserung der Lebensumstände in Lateinamerika.[19]

Am 17. Mai 2011 spendete Evonik im Zuge eines Benefizspiels zwischen Borussia Dortmund und einer japanischen Auswahlmannschaft eine Million Euro zugunsten eines während des Tōhoku-Erdbeben 2011 zerstörten Kinderheimes im Erdbebengebiet in Tohoku/Ichinosekishi.[20]

Parteispenden[Bearbeiten]

Im September 2014 spendete Evonik Industries insgesamt 160.000 Euro an Parteispenden, davon 90.000 Euro für die SPD und 70.000 Euro für die CDU.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Evonik.de – Unternehmensdarstellung
  2. Evonik will Ende April an die Börse Handelsblatt vom 12. März 2013, abgerufen am 12. März 2013.
  3. Artikel in der Tageszeitung „Die Welt“ zur Herkunft des Namens, abgerufen am 28. März 2012.
  4. Evonik Magazine 3|2007, Seite 53 und 54 (PDF; 7,7 MB)
  5. Evonik.de – Aktionärsstruktur
  6. Reuters: RAG-Stiftung begräbt Traum von Evonik-Börsengang, 18. Juni 2012
  7. n-tv.de:"Börsengang", abgerufen am 27. April 2013
  8. WiWo: Heimlich an die Börse, 24. April 2013
  9. n-tv Telebörse: Endlich an der Börse! Evonik betritt seitlich das Parkett, 24. April 2013
  10. Handelsblatt: Keine öffentliche Emission - Evonik startet Börsengang durch die Hintertür, 24. April 2013
  11. Evonik.de – Operative Bereiche
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEvonik Industries AG: Geschäftsbericht 2010. Abgerufen am 9. April 2012 (PDF; 5,3 MB).
  13. Pressemitteilung der Evonik Industries vom 14. März 2012. Abgerufen am 20. März 2012.
  14. Pressemitteilung der Evonik Industries vom 18. Dezember 2010. Abgerufen am 19. Dezember 2010.
  15. Handelsregisterveröffentlichung Amtsgericht Essen
  16. CR bei Evonik
  17. Hinweis in Echt-Das Stadionmagazin, Ausgabe 11. Februar 2012, S.6
  18. BVB und Evonik gehen international in die Offensive, 27. Juni 2014
  19. Mit ADVENIAT aus der Abseitsfalle - MSV Duisburg und Evonik unterstützen „Aktion ADVENIAT 2007“, Pressemitteilung vom 3. Dezember 2007
  20. kicker online: Dortmund und Team Japan erspielen 1,2 Millionen Euro