Jungheinrich

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Jungheinrich Aktiengesellschaft
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006219934
Gründung 1953
Sitz Hamburg, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 11.840 (Dezember 2013)[1]
Umsatz 2,290 Mrd. (2013)[1]
Branche Intralogistik, Maschinenbau
Website www.jungheinrich.de
ETV214

Die Jungheinrich Aktiengesellschaft mit Sitz in Hamburg ist ein börsennotiertes Unternehmen in der Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik. In diesen Segmenten rangiert das Unternehmen weltweit auf Platz drei, in Europa auf dem zweiten Platz.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Friedrich Jungheinrich gründet am 7. August 1953 die H. Jungheinrich & Co. Maschinenfabrik in Hamburg. Die erste Filiale im Ausland öffnet 1956 in Österreich. 1958 öffnet die Unternehmenszentrale mit Werk in Hamburg-Wandsbek.

Ein Gelände im heutigen Norderstedt wird 1966 erworben und die Produktion von Hamburg schrittweise bis 1984 dorthin verlagert. Der Unternehmensgründer Friedrich Jungheinrich stirbt am 28. Januar 1968. 1974 startet das Miet- und Gebrauchtgerätegeschäft mit eigener Organisation. 1989 entsteht der Neubau des Werks Lüneburg. Die ersten osteuropäischen Filialen werden 1991 in Tschechien und Ungarn gegründet.

1994 erwirbt Jungheinrich die Steinbock und Boss Group. Die Produktionsstätten in Frankreich, Großbritannien und Spanien werden geschlossen und die Produktion nach Deutschland verlagert. 2002 wurden die Konzernmarken MIC, Steinbock und Boss aufgegeben und seitdem Geräte nur noch unter dem Markennamen Jungheinrich verkauft.

2004 wird die Dr. Friedrich Jungheinrich-Stiftung gegründet. Seit 2004 werden die Jungheinrich-Handgabelhubwagen von dem chinesischen Joint-Venture-Partner Ningbo Ruyi Zhejiang aus China bezogen. Das Unternehmen präsentiert 2005 den weltweit ersten Gabelstapler mit Drehkabine.[3]

Im Jahr 2006 eröffnete ein Montagewerk im chinesischen Qingpu bei Shanghai. Hier werden elektrobetriebene Deichselhubwagen montiert. Die gefertigten Niederhub- und Hochhubwagen dienen der Versorgung des Jungheinrich-Vertriebs in China und des asiatischen Marktes. Ebenfalls 2006 nahm das Gebrauchtgeräte-Zentrum Dresden zur Wiederaufbereitung von Gebrauchtgeräten den Betrieb auf.

Seit 2007 baut Jungheinrich seine Ersatzteilversorgung auch nach Osteuropa aus. Hierfür wurde in Bratislava in der Slowakei ein Logistikzentrum mit über 450 Palettenplätzen und einer Lagerfläche von 1.500 m² gebaut.[4]

Im Jahr 2009 nimmt Jungheinrich in seinem neuen Werk in Landsberg in Sachsen-Anhalt die Produktion von Elektro-Niederhubwagen auf.[5]. 2011 erfolgt der Spatenstich für ein neues Werk der Jungheinrich Lift Truck Manufacturing Co., Ltd. in Qingpu (District Shanghai) sowie die Grundsteinlegung für ein neues Ersatzteilzentrum in Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein.[6] Per Ende Dezember 2012 erwirtschaftete das Unternehmen mit 11.261 Mitarbeitern eine Umsatzerlöse in Höhe von 2,116 Milliarden Euro. [1]

Börsennotierung[Bearbeiten]

Im Jahr 1990 verschmelzen die inländischen Gesellschaften, anschließend firmieren sie in eine Aktiengesellschaft, die mit Vorzugsaktien an die Börse geht und am 30. August 1990 zum ersten Mal notiert wird. Die Stammaktien und somit die unternehmerische Kontrolle liegt weiterhin bei den Familien der beiden Töchter des Unternehmensgründers. Die Jungheinrich-Aktie ist Bestandteil des SDAX.

Produkte und Dienstleistungen[Bearbeiten]

Das Produktprogramm besteht aus Gabelstaplern, Regalsystemen und Dienstleistungen rund um die Lagerlogistik. Die Dienstleistungen umfassen: Vermietung und Absatzfinanzierung der Produkte, Wartung und Reparatur von Geräten, Aufarbeitung und Verkauf von Gebrauchtgeräten.

Der Name Ameise ist ein eingetragenes Warenzeichen der Firma Jungheinrich Profishop und wird häufig als Synonym für Hand- oder Elektro-Hubwagen benutzt.

Weiterhin umfasst das Portfolio intralogistische Gesamtlösungen, unabhängig vom Automationsgrad, von der Analyse, über Planung, Projektierung und Realisierung bis zum After-Sales-Service. Die Jungheinrich AG bietet hierfür u.a. ihr Warehousemanagementsystem (WMS) sowie Datenfunkdienstleistungen und Datenfunkequipment an. Auch automatische Hochregallager (HRL) und automatische KleinteileLager (AKL) sowie kombinierte Systeme gehören zum Angebot.

Vermietung[Bearbeiten]

Die europäische Mietflotte umfasst rund 23.000 Flurförderzeuge mit 600 Fahrzeugvarianten mit Tragfähigkeitsklassen von 1 Tonne bis 42 Tonnen sowie Hubhöhen bis 14 Meter.

Versandhandel[Bearbeiten]

Mit dem Katalog "Jungheinrich-Profishop" bietet Jungheinrich Unternehmen ein Sortiment aus den Bereichen Stapeln und Heben, Transport, Lager, Betriebs- und Büroausstattung, Arbeitsschutz und Umwelt. Seit 2007 gibt es den "Profishop" auch in Österreich.

Standorte[Bearbeiten]

Jungheinrich ist weltweit in 31 konzerneigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften vertreten. Darüber hinaus ist Jungheinrich über Händler, insbesondere in den Überseemärkten, präsent. Der Konzern ist insgesamt in rund 100 Ländern aktiv, darunter gehört auch das Montagewerk in Qingpu in der Volksrepublik China und das Logistikzentrum für Osteuropa in Bratislava.

Deutschland

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jungheinrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Jungheinrich Aktiengesellschaft: Geschäftsbericht 2013. Abgerufen am 27. Juni 2014 (PDF).
  2. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  3. Drehkabinenstapler: Weltneuheit von Jungheinrich, Pressemitteilung vom 11. Oktober 2005
  4. Ersatzteil-Logistikcenter in Bratislava feierlich eröffnet, Pressemitteilung vom 23. November 2007
  5. http://www.jungheinrich.de/de/com/index-de/wir-ueber-uns/unternehmen/history-com-de.html
  6. http://www.jungheinrich.de/de/com/index-de/wir-ueber-uns/unternehmen/history-com-de.html