Krones AG

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Krones AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006335003
Gründung 1951
Sitz Neutraubling, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 12.285 (2013)[1]
Umsatz 2,82 Mrd. Euro (2013)[1]
Branche Maschinenbau
Website www.krones.com
Firmengelände der Krones AG in Neutraubling

Die Krones AG ist ein börsennotierter Hersteller von Anlagen für die Abfüllung und Verpackung von Getränken und flüssigen Nahrungsmitteln in PET- und Glasflaschen sowie Getränkedosen[2] mit Sitz in Neutraubling.

Das Unternehmen deckt mit seinen Anlagen und Maschinen den Produktions-, Abfüll- und Verpackungsprozess sowie den Materialfluss im Herstellungsbetrieb ab und integriert entsprechende IT-Systeme. Weiterhin werden Fabrikplanungsprojekte für die Getränkeindustrie durchgeführt. Krones verfügt über ein Verfahren für das Bottle-to-Bottle-Recycling von PET-Flaschen, so dass diese als recycliertes PET im Lebensmittelbereich verwendet werden können.

Unternehmensdaten[Bearbeiten]

Hauptsitz des Konzerns mit weltweit 12.285 Mitarbeitern ist Neutraubling bei Regensburg. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen insgesamt 9.098 Mitarbeiter. Neumaschinen und -anlagen werden an den deutschen Produktionsstandorten (Neutraubling, Nittenau, Flensburg, Freising und Rosenheim) hergestellt. Das international ausgerichtete Unternehmen erwirtschaftet über 80 % des Umsatzes im Ausland und ist weltweit mit 40 Tochterunternehmen vertreten. Das Unternehmen verfügt über 3.150 eingetragene Patente und Gebrauchsmuster.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Hermann Kronseder, der Vater des heutigen Vorstandsvorsitzenden, begann 1951 halbautomatische Etikettiermaschinen nach eigener Konstruktion in Neutraubling herzustellen. Ab den 1960er Jahren wurde das Maschinenprogramm um Packmaschinen und Füllsysteme erweitert. Im Jahr 1980 wurde das Unternehmen in die Krones Aktiengesellschaft umgewandelt und 1984 fand die Börseneinführung statt. 1983 wurde die Anton Steinecker Maschinenfabrik (Sudhausbau) erworben, 1988 die Zierk Maschinenbau GmbH (Flaschenreinigungsmaschinen) in Flensburg, 1998 die Max Kettner GmbH (Verpackungsmaschinen) in Rosenheim. 2000 erfolgte die Übernahme der Sander Hansen A/S (Pasteurisierungssysteme), Bröndby, Dänemark. 2003 wurde die italienische Kosme S.R.L, Roverbella (Italien) erworben, um das Produktportfolio mit Maschinen für den kleinen Leistungsbereich abzurunden.

Wichtige Entwicklungen seit 1997[Bearbeiten]

  • 1997 Beginn der Streckblasmaschinenproduktion zur Herstellung von PET-Flaschen
  • 2000 Auslieferung der ersten Anlage zur aseptischen Abfüllung von empfindlichen Erfrischungsgetränken[4]
  • 2002 Realisierung der ersten PET-Recycling-Anlage zur Aufbereitung von PET-Flaschen
  • 2005 Erweiterung der aseptischen Abfülltechnologie durch das Trockensterilisierungsverfahren mit Wasserstoffperoxidgas; Krones hatte bis dahin die Nasssterilisierung mit Peressigsäure im Programm und bietet hiermit beide Techniken an.
  • 2010 Markteinführung des neuen Erhitzungssystems FlexWave für Preforms auf der Basis von Mikrowellentechnik zur Energie einsparenden Herstellung von PET-Flaschen; Entwicklung von ProShape, einem Verfahren zur Herstellung von asymmetrischen und ovalen Kunststoff-Behältern, das im Jahr 2011 mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet wurde.[5]
  • 2011 Einführung von LitePac, einer neuen Verpackungsvariante für Getränke: PET-Flaschen-Formationen werden nur mit einem Umreifungsband und einem Tragegriff versehen, so dass der Verpackungsabfall um 75 % gegenüber der bisherigen Folienverpackung reduziert werden kann.[6]

Geschäftsbereiche[Bearbeiten]

Abfüllanlage für PET-Flaschen
Streckblasmaschine (rechts) und Füllmaschine (links) in geblockter Anordnung ohne zwischengeschaltete Transportbänder
Sudhausanlage

Kunststofftechnik[Bearbeiten]

Hauptprodukt dieses Bereichs sind Streckblasmaschinen mit einer Leistung von 12.800 bis 80.000 Flaschen/Stunde zur Herstellung von PET-Flaschen bis 3 Liter Volumen. Das PET-Recycling-System basiert auf einem Waschverfahren von PET-Flakes mit stufenweiser Temperierung und Dekontamination.

Abfüll- und Verpackungstechnik[Bearbeiten]

Schwerpunkt des Unternehmensbereichs sind Rins-, Füll- und Verschließmaschinen im Rundlaufkonzept. Im Gegensatz zu Linearanlagen sind Rundlaufmaschinen für Hochleistungsaufgaben von bis zu 72.000 Flaschen/Stunde oder rund 120.000 Dosen/Stunde geeignet. Dazu kommen aseptische Füllsysteme für Getränke mit hohem pH-Wert >4,5 mit PES- oder H2O2-Desinfektion der Behälter und Verschlüsse. Zur Reinigung der eigenen Bearbeitungs- und Abfüllanlagen bietet Krones entsprechende Cleaning in Place-Anlagen an. Mit Flaschenreinigungsmaschinen, Inspektions- und Kontrollsystemen für Flaschen und Gebinde sowie Etikettiermaschinen für Kaltleim, Heißleim, Selbstklebeetikettierung sind weitere Arbeitsschritte im Getränkebetrieb abgedeckt. Verpackungsmaschinen für Gebinde in Einweg- oder Mehrwegkonzeption, Sortier- und Gruppiermaschinen sowie Palettiersysteme ergänzen das Portfolio.

Prozesstechnik[Bearbeiten]

Dieser Geschäftsbereich plant und baut komplette Anlagen zur Getränkeherstellung. Ein Schwerpunkt ist hier der Bau von Brauereien, den dazugehörigen Sudhausanlagen, Filtrations- und Hefeanlagen sowie die Gär- und Lagerkellerausrüstung mit den entsprechenden Tankanlagen. Auch Anlagen zum Ausmischen und Karbonisieren von Getränken werden hergestellt. Neben diesen Produkten werden Komplettanlagen zur Herstellung von Sirup für Produzenten von Erfrischungsgetränken gebaut. Zur Haltbarmachung von Getränken kommen Kurzzeit- und Ultrahocherhitzungssysteme oder Pasteuranlagen zum Einsatz. Für beide Branchen wird Ventiltechnik aus eigener Herstellung integriert.

IT-Lösungen und Materialflusstechnik[Bearbeiten]

Die Steuerung der Fertigungsprozesse und die Einbindung der Produktionsdaten in übergreifende gegebenenfalls beim Kunden vorhandene ERP-Systeme (Enterprise-Resource-Planning)sowie weitere IT-Produkte ergänzen das Produktprogramm. Für die Materialversorgung während Produktion und Auslieferung liefert das Unternehmen Logistiksysteme für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Fertigprodukte. Dabei kommen entweder Blocklager- oder Hochregallager-Systeme zum Einsatz sowie Kommissionieranlagen und Staplerleit- und Hofmanagement-Systeme. Die dazugehörenden IT-Systeme werden ebenfalls entwickelt und verknüpft.

Im Januar 2013 gab das Unternehmen bekannt[7], seine eigenen Aktivitäten in der Materialflusstechnik einzustellen. Neue Projekte wurden im Konzern zukünftig nur noch durch die Klug GmbH in Teunz abgewickelt, an der sich Krones in einem ersten Schritt mit 26 % beteiligte. Nach dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Firma Klug GmbH am 24. April 2014 wurde der Betrieb der Firma Klug am 1. Juli 2014 im Rahmen eines Asset Deals zu 100 % von der österreichischen TGW Logistics Group übernommen.[8] Im Rahmen des Bietverfahrens zur Übernahme des insolventen Unternehmens legte Krones ebenfalls ein entsprechendes Konzept und Angebot vor, den Zuschlag erhielt jedoch TGW. Krones selbst muss die im Januar 2013 getätigte Beteiligung in Höhe von 5 Millionen Euro abschreiben.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2013 (PDF; 8,43 MB)
  2. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Köln 2010,
  3. http://www.krones.com/de/unternehmen.php
  4. vgl. Brauwelt 46/47 (2000), S. 2052
  5. Deutscher Verpackungspreis; abgerufen am 22. Februar 2013
  6. vgl. Huber, Wolfgang, Gebindekonzept mit Zukunft, in: PackReport 06/2011, S. 18-19, Frankfurt/Main ISSN 0342-3743
  7. http://www.krones.com/de/presse/presseinformationen_26907.php
  8. http://www.logistik-heute.de/Logistik-News-Logistik-Nachrichten/Markt-News/11763/Klug-wird-zur-TGW-Software-Services-GmbH-umfirmiert-Logistik-IT-TGW-uebernim
  9. http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/klug-gmbh-findet-neuen-investor/1087000/klug-gmbh-findet-neuen-investor.html