Gerresheimer

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Gerresheimer AG
Logo der Gerresheimer AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0LD6E6
Gründung 1864
Sitz Düsseldorf, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 11.000 (November 2013)
Umsatz 1.219 Mio.
Branche Pharma
Website gerresheimer.de

Die Gerresheimer AG (vormals Gerresheimer Glas AG) mit Sitz in Düsseldorf ist ein börsennotierter Hersteller von Primärverpackungen aus Spezialglas und Kunststoffen, der sich in diesem Bereich als Marktführer betrachtet.[1]

Das Unternehmen ist weltweit an über 40 Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien vertreten.

Unternehmen[Bearbeiten]

Gerresheimer fertigt Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff für Pharma- und Healthcare-Unternehmen. Dazu gehören Arzneimittelfläschchen, Medikamenten-Verabreichungs-Systeme, Spritzensysteme, Insulin-Stifte und Inhalatoren. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete 2013 an über 40 Standorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien einen Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro und beschäftigte über 11.000 Mitarbeiter.

Zielgruppe von Gerresheimer ist die Pharma- und Healthcare-Industrie, die es als Komplettanbieter mit Primärverpackungsmitteln aus Glas und Kunststoff sowie mit Produkten zur Verabreichung von Medikamenten beliefert. Außerdem stellt Gerresheimer Kosmetikverpackungen sowie Glasbehälter für Spezialsegmente der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie her.

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2013 (1. Dezember 2012 bis 30. November 2013) um 5,8 Prozent auf EUR 1.265,9 Mio. Euro. Das Wachstum wurde insbesondere im Kunststoffsegment erwirtschaftet.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemaliges Stammwerk Gerresheimer Glashütte 2008
Hauptartikel: Gerresheimer Glashütte

Die Gerresheimer Glas AG wurde 1864 von Ferdinand Heye, Sohn des Kaufmanns Caspar Hermann Heye (1792–1864), gegründet. Er führte das Unternehmen in Eigenverantwortung bis 1888. In diesem Jahr erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Der Unternehmensname wurde von „Ferd. Heye, Glas-Fabrik, Gerresheim bei Düsseldorf“ in „Actien Gesellschaft der Gerresheimer Glashüttenwerke, vorm. Ferd. Heye, Gerresheim bei Düsseldorf“ umbenannt.

Als Heye 1889 starb, trat sein Sohn Hermann im Alter von 23 Jahren in den Vorstand des Unternehmens ein und übernahm 1891 die Geschäftsleitung. 1907 gründete Hermann Heye den „Europäischen Verband der Flaschenfabriken GmbH“. Dieser kaufte die Patentrechte an der Owens-Maschine, der ersten vollautomatischen Flaschenblasmaschine, für Europa auf. Sie kam ab 1908 in Gerresheim zum Einsatz. Hermann leitete das Unternehmen bis zu seinem Tod 1941. Von da an übernahm sein Schwiegersohn Niels von Bülow die Geschäftsleitung des Glashüttenwerkes, da er nun das älteste Mitglied des Vorstandes war.

1959 übernahm die US-amerikanische Owens-Illinois mit Sitz in Toledo (Ohio) 50,1 % der Aktien und 1971 die qualifizierte Mehrheit an der Gerresheimer Glas AG. Ein Jahr später, 1972, wurde die Firma umbenannt in „Gerresheimer Glas AG.“ Ab November 1985 wurde die Gerresheimer Glas AG wieder ein konzernfreies Unternehmen; neuer Mehrheitseigner wurde die Westdeutsche Landesbank (WestLB), die der Owens Illinois rund 58 % an der Gerresheimer Glas AG abkaufte. Ab 1990 erwarb dann die VIAG eine Mehrheit am Kapital der WestLB. Im April 2000 verkaufte die VIAG im Zuge ihrer Fusion mit VEBA zur Gründung von E.ON ihre Mehrheitsbeteiligung an der Gerresheimer Glas AG an ein von dem Private-Equity-Investor Investcorp geführtes Konsortium. Diese nahm die Gerresheimer Glas schließlich 2003 von der Börse und verkaufte ihre Beteiligung Ende 2004 an die US-Investorengruppe Blackstone.

Im Juni 2007 erfolgte die (Wieder)einführung an die Börse unter dem gekürzten Namen „Gerresheimer AG“. Seit Dezember 2008 ist das Unternehmen im MDAX vertreten.[3]

Sitz des Unternehmens ist unverändert Düsseldorf.

2007 erwarb das Unternehmen die Wilden-Gruppe[4], die heute unter dem Namen Gerresheimer Regensburg GmbH und als Medical Plastic Systems zum Geschäftsbereich Plastic & Devices gehört. 2011 erwarb Gerresheimer in Brasilien das Unternehmen Tampas Herméticas Védat, welche heute den Namen Gerresheimer Plásticos São Paulo Ltda.[5] trägt. Im April 2012 übernimmt Gerresheimer das indische Unternehmen Neutral Glass & Allied Industries Pvt. Ltd.[6] mehrheitlich und im Dezember folgt Triveni Polymers Ltd. Pvt., einem Hersteller von Kunststoffverpackungen für den regulierten indischen Markt.[6] Mit fünf Werken in Südamerika, sechs in China, zwei Werken in Indien sowie einer Repräsentanz in Moskau ist Gerresheimer nun in den schnell wachsenden Schwellenländern vertreten.

Seit 2010 ist Uwe Röhrhoff Vorstandsvorsitzender der Gerresheimer AG[7][8], Aufsichtsratsvorsitzender ist Gerhard Schulze.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  2. Gerresheimer: Margenzuwachs im Kunststoffsegment auf kunststoffweb.de
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGerresheimer AG: Gerresheimer steigt in den MDAX auf. 4. Dezember 2008, abgerufen am 10. April 2010.
  4. Gerresheimer kauft Wilden Gruppe auf neue-verpackung.de
  5. Gerresheimer acquires Brazilian pharmaceutical plastic packaging company Védat auf gerresheimer.com
  6. a b Gerresheimer erwirbt den indischen Hersteller von pharmazeutischen Kunststoffverpackungen Triveni auf gerresheimer.com
  7. „Uwe Röhrhoff“. Bloomberg L.P.. Abgerufen am 28. März 2012.
  8. Gerresheimer: Uwe Röhrhoff ist neuer Vorstandsvorsitzender. New Media Publisher GmbH. 23. Juni 2010. Abgerufen am 28. März 2012.
  9. Aufsichtsrat auf gerresheimer.com