FK Sarajevo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
SD FK Sarajevo
Abzeichen de FK Sarajevo
Voller Name Sportsko društvo Fudbalski klub Sarajevo
Gegründet 24. Oktober 1946.
Vereinsfarben bordeauxrot-weiß
Stadion Stadion Asim Ferhatović Hase
Plätze 37.500
Präsident Edis Kusturica
Trainer Dženan Uščuplić
Liga Premijer Liga
2013/14 3. Platz
Heim
Auswärts

FK Sarajevo steht für Fudbalski klub Sarajevo (Fußballverein Sarajevo). Der Klub aus Sarajevo-Centar, Kanton Sarajevo ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten aus Sozialistische Republik Bosnien und Herzegowina und amtierender Pokalsieger im Bosnisch-herzegowinischen Fußballpokal. Während der jugoslawischen Zeit war der FK Sarajevo ein regelmäßiger Teilnehmer der ersten jugoslawischen Fußballliga. Heute spielt der Verein aus Sarajevo in der Premijer Liga. Stadtrivale ist Bosniens Rekordmeister FK Željezničar Sarajevo sowie FK Olimpik Sarajevo.

Geschichte[Bearbeiten]

Der FK Sarajevo wurde am 24. Oktober 1946 gegründet. Eine Fusion zwischen dem FK Udarnik und SDM Sarajevo brachte den Verein hervor. Seit dem Jahr 1950. war der FK Sarajevo ein regelmäßiger Teilnehmer der ersten jugoslawischen Fußballliga. In der Saison 1964/1965 wurde der FK Sarajevo Vizemeister Jugoslawiens. In der Saison 1966/1967 errang der FK Sarajevo erstmals die jugoslawische Fußballmeisterschaft und unterbrach somit die langjährige Überlegenheit der Fußballvereine aus Serbien und Kroatien.

Schnell wurde der Verein überregional bekannt, da er viele internationale Begegnungen hatte und in den wichtigsten Wettbewerben Europas mitspielte. Die Jahre 1957–1967 gehören zu den erfolgreichsten des Vereins. Zu dieser Zeit spielten beim FK Sarajevo bekannte Spieler, wie Mirsad Fazlagić, Vahidin Musemić und Asim Ferhatović.

In der Saison 1967/1968 spielte FK Sarajevo im Europapokal der Landesmeister. In der ersten Runde spielte die Mannschaft gegen Olympiakos Nikosia in Nikosia 2:2 und gewannen zuhause im Stadion Koševo mit 3:1 und erreichten somit die zweite Runde. In der zweiten Runde mussten sie gegen Manchester United aus England spielen. Zu Hause spielten sie 0:0 und im Old Trafford verlor FK Sarajevo 2:1.

Asim Ferhatovićs Rücktritt im Jahre 1968 erschütterte die Sportfreunde Sarajevos. In Erinnerung an den Fußballer schrieb in den 1980er Jahren die Sarajevoer Rockband Zabranjeno Pušenje das Lied Dan kada je otišo Hase (Der Tag als Hase ging). Die bekannteste Zeitung aus Sarajevo, Oslobodenje schrieb damals Jedan je Hase (Es gibt nur einen Hase). Auch nach dem Rücktritt von Asim Ferhatović spielte der FK Sarajevo weiterhin sehr erfolgreich. Vom Jahre 1948 bis 1982 spielte der FK Sarajevo insgesamt 226 internationale Fußballspiele auf vier Kontinenten. Davon gewann er 107, spielte 58-mal unentschieden und verlor 61-mal mit der Tordifferenz 570:383.

Die frühen 1980er Jahre war die zweite „goldene Ära“ des Vereins. Im Jahre 1980 wurde er zunächst jugoslawischer Vizemeister. 1982 erreichten er die 3. Runde des UEFA-Pokals, wo er gegen den späteren Gewinner RSC Anderlecht verlor. 1985 spielten die Mannschaft als jugoslawischer Landesmeister wiederum im Europapokal der Landesmeister, angeführt vom legendären bosnischen Spieler Safet Sušić.

Die 1990er waren die schwersten Zeiten für den FK Sarajevo. Infolge des Bosnienkriegs kam das gesamte kulturelle und sportliche Leben in der Hauptstadt Sarajevo praktisch zum Erliegen. 1994 spielte der FK Sarajevo ein Freundschaftsspiel gegen eine UNPROFOR-Auswahl, das er mit 4:1 gewann.

Seit dem Ende des Krieges in Bosnien spielt FK Sarajevo in der bosnischen Premijer Liga. Er ist einer der erfolgreichsten Vereine aus der jungen Geschichte der Premijer Liga. Zum 25. Jubiläum der erstmaligen Teilnahme am Europapokal der Landesmeister wurde 2001 Safet Sušić zum besten Spieler Bosnien und Herzegowinas gewählt. Asim Ferhatović landete auf Platz 3.

Europäischer Wettbewerb[Bearbeiten]

2007/08

Als bosnischer Meister qualifizierte sich FK Sarajevo für die Qualifikation für die UEFA Champions League. In der 1. Qualifikationsrunde musste man gegen den Vertreter von Malta, den FC Marsaxlokk antreten. Sarajevo siegte in Malta mit 6:0 und stellte somit den höchsten Sieg in der Vereinsgeschichte im Europapokal auf. Im Rückspiel in Sarajevo wurde Marsaxlokk mit 3:1 bezwungen. In der 2. Runde der Qualifikation für die Champions League war der belgische Vertreter KRC Genk der Gegner von Sarajevo. Im Hinspiel in Belgien wurde Genk mit 2:1 bezwungen. Die Torschützen waren Admir Raščić und Veldin Muharemović für Sarajevo und Hans Cornelis für den KRC Genk. Sarajevo verlor zwar das Rückspiel mit 1:0, konnte aber wegen der Auswärtstorregel die 3. Qualifikationsrunde erreichen. Dort traf man auf den ukrainischen Meister Dynamo Kiew. Kiew siegte in beiden Spielen, mit 3:0 und 1:0. In der 1. Runde des UEFA-Pokals verlor Sarajevo schließlich gegen den FC Basel aus der Schweiz. Basel siegte in Sarajevo mit 2:1 und in Basel mit 2:0.

2009/10

FK Sarajevo qualifizierte sich als 3. für die zweite Qualifikationsrunde der Europa League, wo man auf den FC Spartak Trnava traf. Man besiegte das Team aus der Slowakei im Hinspiel zu Hause 1:0, und spielte eine Woche später in Trnava unentschieden (1:1), was für den Einzug in die die dritte Qualifikationsphase reichte.

Dort traf das Team auf den schwedischen Vize-Meister Helsingborgs IF. Im Hinspiel sicherte man sich durch eine engagierte Leistung eine gute 1:2-Niederlage. Im Rückspiel erreichte das Team vor rund 30.000 Zuschauern im fast ausverkauften Asim-Ferhatović-Hase-Stadion ein 2:1 und zog nach dem Elfmeterschießen in die die Playoffs der Europa League ein. Hier traf der FK Sarajevo auf den CFR Cluj. Das Hinspiel in Sarajevo endete 1:1. Nachdem die Mannschaft in Cluj mit 1:2 verloren hatte, glückte der Einzug in die Gruppenphase erneut nicht.

Spieler und Trainer[Bearbeiten]

Aktueller Kader 2014–15[Bearbeiten]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
1 Emir Plakalo Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
19 Dejan Bandović Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
3 Radoš Protić SerbienSerbien
4 Haris Muharemović Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
5 Mario Barić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
6 Adnan Kovačević Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
14 Ivan Tatomirović SerbienSerbien
15 Risto Mitrevski MazedonienMazedonien
16 Marko Mihojević Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
23 Džemal Berberović Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
29 Amer Dupovac Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
55 Ahmad Kallasi SyrienSyrien
77 Bojan Puzigaća Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
2 Miroljub Kostić SerbienSerbien
7 Miloš Stojčev SerbienSerbien
10 Faris Handžić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
13 Ognjen Todorović Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
17 Haris Duljević Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
18 Dario Purić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
20 Nemanja Anđušić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
21 Irfan Vušljanin SerbienSerbien
59 Gojko Cimirot Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
70 Germain Kouadio ElfenbeinküsteElfenbeinküste
88 Samir Radovac Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
9 Ševko Okić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
11 Krste Velkoski MazedonienMazedonien
22 Dejan Gavrić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
27 Almir Aganspahić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
99 Nemanja Bilbija Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina

Trainerstab[Bearbeiten]

Trainerstab
Dženan Uščuplić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Chef-Trainer
Almir Seferović Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Co-Trainer
Ibro Hodžić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Torwart-Trainer

Ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten]

  • Jugoslawische Meisterschaft
    • Meister (2): 1966–1967, 1984–1985
    • Vizemeister (2): 1964–1965, 1979–1980
  • Jugoslawischer Pokal
    • Finalist (2): 1966–1967, 1982–1983
  • Premijer Liga
    • Meister (2): 1998–1999, 2006–2007
    • Vizemeister (4): 1996–1997, 1997–1998, 2005–2006, 2010–2011, 2012–2013
  • Bosnisch-herzegowinischer Fußballpokal
    • Sieger (5): 1996–1997, 1997–1998, 2001–2002, 2004–2005, 2013–2014
    • Finalist (2): 1998–1999, 2000–2001
  • Super-Cup Republik Bosnien und Herzegowina
    • Sieger (1): 1996–1997
    • Finalist (2): 1997–1998, 1998–1999

Fans[Bearbeiten]

Die Ultras von FK Sarajevo werden Horde zla (dt. Horden des Übels) genannt, die schon oft mit gegnerischen Fans in Auseinandersetzungen verwickelt waren. So kam es am 4. Oktober 2009. vor dem Erstligaspiel zwischen NK Široki Brijeg, einem kroatisch dominierten Klub, und dem FK Sarajevo zu einer der schwersten Ausschreitungen in Bosnien und Herzegowina.[1] Nach Zusammenstößen der zwei rivalitisierenden Fangruppen und der Polizei in der Nähe von Mostar, wurde ein Anhänger des FK Sarajevo durch einen Schuss aus einer Feuerwaffe tödlich verwundet, sowie 18 Polizisten und 15 Anhänger verletzt, davon 6 schwer.[2] Bei dem Täter, der den Anhänger erschossen hatte, soll es sich um einen einstigen Angehörigen des ehemaligen Kroatischen Verteidigungsrates (Hrvatsko vijeće obrane, HVO) gehandelt haben.[3][4][5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Presse Sarajevo: Mutmaßlicher Fußball-Fan-Mörder geflohen - Hinzugefügt am 9. Mai 2013
  2. Die Presse Sarajevo: Mutmaßlicher Fußball-Fan-Mörder geflohen - Hinzugefügt am 9. Mai 2013
  3. Die Presse Sarajevo: Mutmaßlicher Fußball-Fan-Mörder geflohen - Hinzugefügt am 9. Mai 2013
  4. Transfermarkt.de Fan stribt nach Randale - Hinzugefügt am 9. Mai 2013
  5. Jutarnji list Istraga potvrdila: Navijač Sarajeva ubijen hicem iz pištolja - Hinzugefügt am 9. Mai 2013