Celtic Glasgow

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Celtic ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Celtic (Begriffsklärung) aufgeführt.
Celtic Glasgow
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Voller Name The Celtic Football Club
Ort Glasgow
Gegründet 1887
Vereinsfarben grün-weiß
Stadion Celtic Park
Plätze 60.355
Präsident SchottlandSchottland John Reid
Trainer NorwegenNorwegen Ronny Deila
Homepage www.celticfc.net
Liga Scottish Premiership
2013/14 Meister
Heim
Auswärts

The Celtic Football Club [sɛltɪk], kurz: Celtic FC, im deutschen Sprachraum vor allem als Celtic Glasgow bezeichnet, ist ein schottischer Fußballverein. Der Club hat den offiziellen Spitznamen „The Bhoys“, seine Mannschaft trägt ihre Heimspiele in grün-weiß quergestreiften Trikots (emerald green & white hoops) im seit einigen Jahren 60.355 Plätze umfassenden Celtic Park (Übername: Paradise) im Stadtteil Bridgeton/Parkhead aus. Der Verein dominiert – bis 2012 zusammen mit dem Lokalrivalen Glasgow Rangers – seit mittlerweile mehr als einem Jahrhundert den schottischen Fußball.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein wurde am 6. November 1887 in der St. Mary's Hall an der East Rose Street von Mönch Bruder Walfrid als Celtic Football and Athletic Club gegründet. Bruder Walfrids Beweggrund war, die Armut im vorwiegend von irischen Einwanderern bewohnten Glasgower East End zu bekämpfen. Kurz darauf wurde eine Wiese an der Dalmarnock Street gemietet, auf der am 13. November das erste Spiel in einer Celtic Park genannten Spielstätte ausgetragen wurde. Hibernian und Cowlairs trennten sich 0:0. Am 28. Mai 1888 wurde das erste eigene Spiel ausgetragen: In einem „Freundschaftsspiel“ wurden die Glasgow Rangers 5:2 geschlagen. Erster Torschütze war Neil McCallum. Am 21. August 1888 trat der Verein der Glasgow and Scottish Football Association bei. 1892 gewann das Team den ersten Schottischen Cup und trug seither seine Heimspiele im Glasgower Viertel Parkhead aus. Im Folgejahr wurde Celtic erstmals Meister, 1902 gelang der Sieg im British League Cup mit einem 3:2 nach Verlängerung im Finale gegen die Glasgow Rangers.

Zwischen 1905 und 1910 wurde die Meisterschaft sechs Mal in Folge gewonnen. 1907 und 1908 gewann Celtic das Double – eine Errungenschaft, die keiner Mannschaft zuvor in Schottland gelungen war. Eine weitere Siegesserie wurde zwischen 1914 und 1917 mit vier Meistertiteln in Folge aufgestellt. 1937 gewann Celtic den Schottischen Cup vor der Rekordkulisse von 146.433 Zuschauern im Hampden Park. Dies ist immer noch europäischer Club-Rekord. 1939 schlug Celtic in der Empire Exhibition Trophy überraschend den haushohen Favoriten aus England, den FC Everton.

1953 gewann Celtic den Coronation Cup zu Ehren der Krönung von Königin Elisabeth II. und setzte sich gegen die Vertreter aus dem gesamten Königreich durch. Im Jahre 1957 verteidigte Celtic den Schottischen Ligapokal erfolgreich, indem sie den Erzrivalen Glasgow Rangers im Finale mit 7:1 schlugen. 1964 erreichte Celtic das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger. 1966 gelangten sie erneut ins Halbfinale, scheiterten aber am FC Liverpool.

1967 war Celtic das erste britische und nicht-südeuropäische Team, das mit einem Sieg über Inter Mailand den Europapokal der Landesmeister gewann. In diesem Jahr gewann der Club jede Trophäe, die es zu gewinnen gab: Europapokal der Landesmeister, nationale Meisterschaft, nationaler Pokal, Ligapokal und Glasgow Cup. 1970 konnte Celtic wieder ins Finale vordringen, verlor aber gegen Feyenoord Rotterdam, nachdem es im Halbfinale den Favoriten Leeds United besiegt hatte. Das Rückspiel im Hampden Park wurde von 133.961 Zuschauern verfolgt – bis heute die höchste Zuschauerzahl in einem europäischen Pokalspiel.

1972 erreichte Celtic zum dritten Mal das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister, verlor aber knapp im Elfmeterschießen gegen Inter Mailand. 1974 gewann Celtic die Schottische Meisterschaft zum neunten Mal in Serie, was damals einen neuen Weltrekord darstellte. Wiederum erreichte Celtic das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister, scheiterte aber gegen Atlético Madrid. 1988 beging der Club sein 100-jähriges Bestehen mit dem Gewinn des Doubles.

1994 übernahm der Kanadier Fergus McCann die Mehrheit des Clubs und schaffte innerhalb von fünf Jahren den finanziellen Turnaround. Er ließ das veraltete Vereinsstadion zum größten Clubstadion Großbritanniens umbauen. McCann verließ den Verein – wie bereits bei seiner Machtübernahme angekündigt – nach fünf Jahren und übergab das Zepter an Allan MacDonald.

Das Jahr 2001 war eines der erfolgreichsten überhaupt in der Clubgeschichte: Unterstützt von 53 Toren Henrik Larssons wurde das Schottische Triple gewonnen. 2003 erreichte Celtic das Finale des UEFA-Pokals, verlor aber gegen den FC Porto. Rund 100.000 Fans reisten nach Sevilla, um ihre Mannschaft zu unterstützen, obwohl nur ein Bruchteil davon Tickets für das Spiel hatte. Für ihr friedvolles Auftreten wurden die Fans von der UEFA mit dem Fairness-Preis ausgezeichnet.

Beim 9:0-Erfolg in der Saison 2010/11 am 6. November 2010 gegen den FC Aberdeen gelang Celtic der höchste Sieg seit Bestehen der Scottish Premier League.[1] Gary Hooper und Anthony Stokes waren mit je drei Treffern die besten Schützen ihres Teams. Im gesamten Spielverlauf erzielte das Team von Trainer Neil Lennon drei Elfmetertore.[2]

Besonderheit[Bearbeiten]

Mit dem Konkurrenten Glasgow Rangers verbindet Celtic eine der erbittertsten Rivalitäten des Fußballs überhaupt. Celtic und die Rangers stehen für jeweils verschiedene Konfessionen, verschiedene nationale Identitätsgefühle und für verschiedene soziale Klassen. Im Gegensatz zu den protestantischen Rangers, die bis 1989 prinzipiell nur protestantische Fußballer beschäftigten, waren bei Celtic seit Beginn alle Spieler – unabhängig ihrer Herkunft, kulturellen Identität oder Religion – willkommen. Ein weiterer Grund dieser Rivalität liegt in dem Zugehörigkeitsgefühl der Rangers zur britischen Krone, was den irisch orientierten Celts ein Dorn im Auge ist. Die Vereinsfarben Grün-Weiß sind auf die Landesflagge von Irland zurückzuführen; auf dem Dach über dem Spielfeld ist das schottische Andreaskreuz (the Saltire) wie auch die grün-weiß-orange irische Flagge gehisst, keineswegs aber der britische „Union Jack“.

Der britisch geprägten Oberschicht stehen die irisch-katholischen Bewohner einiger der ärmsten Stadtviertel Westeuropas gegenüber. Das Lokalderby – The Old Firm – ist ein symbolischer Religions-, National- und Klassenkampf.

Die Anhängerschaft ist weltweit durch ihre zahlreiche und lautstarke, aber äußerst friedvolle Unterstützung bei Heim- aber auch besonders bei Auswärtsspielen bekannt. 2003 erhielten die Fans dafür den FIFA Fairplay-Preis. In der Regel werden während der ganzen Spieldauer Lieder mit voller Inbrunst intoniert. Die bekanntesten sind You’ll Never Walk Alone und Fields of Athenry. Ebenfalls sehr beliebt sind Hail, Hail, the Celts are here, Over and over – we will follow you, Just can't get enough von Depeche Mode und die Ode an Willie Maley. Zudem bestehen Fanfreundschaften mit dem FC St. Pauli, Borussia Dortmund und dem FC Villarreal.

Die Fans von Borussia Dortmund bekennen sich bei Europapokalbegegnungen mit den Rangers öffentlich zu ihrer Fanfreundschaft mit Celtic, z. B. durch das Schwenken irischer Fahnen.

Mit 57.900 Zuschauern weist Celtic den dritthöchsten Zuschauerschnitt aller britischen Vereine auf. Im Jahresdurchschnitt 2011 hatten nur Arsenal London und Manchester United einen höheren Besuch zu verzeichnen. Im gesamteuropäischen Vergleich liegt Celtic diesbezüglich an zwölfter Stelle.[3]

Aktueller Kader Saison 2014/15[Bearbeiten]

Stand: 2. September 2014[4]

Nummer Spieler Nationalität Im Verein seit Letzter Verein
Torhüter
24 Łukasz Załuska PolePole 2009 Dundee United
26 Craig Gordon SchotteSchotte 2014 AFC Sunderland
38 Leonardo Fasan ItalienerItaliener
Abwehr
2 Adam Matthews WaliserWaliser 2011 Cardiff City
3 Emilio Izaguirre HonduranerHonduraner 2010 CD Motagua
4 Efe Ambrose NigerianerNigerianer 2012 MS Aschdod
5 Virgil van Dijk NiederländerNiederländer 2013 FC Groningen
21 Charlie Mulgrew SchotteSchotte 2009 FC Aberdeen
22 Jason Denayer BelgierBelgier 2014 Manchester City
23 Mikael Lustig SchwedeSchwede 2012 Rosenborg Trondheim
34 Eoghan O’Connell IreIre 2013 Avondale United
35 Stuart Findlay SchotteSchotte eigene Jugend
41 Darnell Fisher EngländerEngländer 2011 FC Farnborough
44 Marcus Fraser SchotteSchotte 2005 eigene Jugend
45 Lewis Toshney SchotteSchotte 2008 eigene Jugend
59 Calum Waters SchotteSchotte eigene Jugend
Mittelfeld
6 Nir Biton IsraeliIsraeli 2013 MS Aschdod
8 Scott Brown SchotteSchotte 2007 Hibernian Edinburgh
11 Derk Boerrigter NiederländerNiederländer 2013 Ajax Amsterdam
15 Kris Commons SchotteSchotte 2011 Derby County
16 Jo Inge Berget NorwegerNorweger 2014 Cardiff City
18 Tom Rogić AustralierAustralier 2013 Central Coast Mariners
25 Stefan Johansen NorwegerNorweger 2014 Strømsgodset IF
27 Aleksandar Tonew BulgareBulgare 2014 Aston Villa
31 John Herron SchotteSchotte 2005 eigene Jugend
32 Wakaso Mubarak GhanaeGhanae 2014 Rubin Kasan
33 Biram Kayal IsraeliIsraeli 2010 Maccabi Haifa
42 Callum McGregor SchotteSchotte eigene Jugend
49 James Forrest SchotteSchotte 2009 eigene Jugend
50 Paul George IreIre 2008 eigene Jugend
53 Liam Henderson SchotteSchotte 2008 Heart of Midlothian
56 Filip Twardzik TschecheTscheche 2009 Hertha BSC
Angriff
10 Anthony Stokes IreIre 2010 Hibernian Edinburgh
28 Leigh Griffiths SchotteSchotte 2014 Wolverhampton Wanderers
32 Tony Watt SchotteSchotte 2011 Airdrie United
37 Bahrudin Atajić BosnierBosnier 2010 Malmö FF
TBA Stefan Šćepović SerbeSerbe 2014 Sporting Gijón

Top 10 nach Einsätzen und Toren[Bearbeiten]

Quelle: Club Records - The Celtic Wiki

(Stand: 25. Dezember 2011; berücksichtigt sind alle Pflichtspiele)

Einsätze
1 SchottlandSchottland Billy McNeill 1957–1975 790
2 SchottlandSchottland Paul McStay 1981–1997 678
3 SchottlandSchottland Roy Aitken 1976–1990 669
4 SchottlandSchottland Danny McGrain 1970–1987 657
5 IrlandIrland Pat Bonner 1979–1997 642
6 SchottlandSchottland Bobby Lennox 1961–1978
1979–1980
587
7 SchottlandSchottland Bobby Evans 1944–1960 535
8 SchottlandSchottland Jimmy McMenemy 1902–1920 515
SchottlandSchottland Jimmy Johnstone 1962–1975 515
10 SchottlandSchottland Tommy Burns 1975–1989 436
* = noch für Celtic Glasgow aktiv
Tore
1 SchottlandSchottland Jimmy McGrory 1922–1937 550
2 SchottlandSchottland Bobby Lennox 1961–1978
1979–1980
273
3 SchwedenSchweden Henrik Larsson 1997–2004 242
4 SchottlandSchottland Stevie Chalmers 1958–1971 231
5 SchottlandSchottland Jimmy Quinn 1900–1917 217
6 IrlandIrland Patsy Gallacher 1911–1926 192
7 SchottlandSchottland John Hughes 1960–1971 189
8 SchottlandSchottland Sandy McMahon 1891–1903 171
9 SchottlandSchottland Jimmy McMenemy 1902–1920 168
10 SchottlandSchottland Kenny Dalglish 1969–1977 167
* = noch für Celtic Glasgow aktiv

Trainer[Bearbeiten]

Jock Stein war auch Spieler bei Celtic, vor allem aber ging er als Trainer in die Annalen des Vereins ein. Unter seiner Ägide gewann Celtic sowohl neun Meistertitel in Folge (1966–1974) als auch den Europapokal (1967). Bemerkenswert war, dass sämtliche Celtic-Spieler des gewonnenen Cupfinales 1967 aus einem Radius von 40 Kilometern um Glasgow herum stammten. Jock Stein ist noch heute der erfolgreichste Celtic-Trainer aller Zeiten. Bemerkenswert ist außerdem die Tatsache, dass er trotz seiner protestantischen Konfession beim katholisch geprägten Verein höchste Anerkennung genießt.

Erfolge[Bearbeiten]

Trophäen im Stadion Celtic Park

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Celtic F.C. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Celtic Glasgow nach Kantersieg auf Wolke Neun vom 7. November 2010 auf sueddeutsche.de
  2. Spielbericht: FC Celtic – FC Aberdeen 9:0 (4:0) auf weltfussball.de
  3. http://www.spox.com/de/sport/diashows/1107/Fussball/international/europas-zuschauertabelle/stadien-in-europas-topligen-meiste-zuschauer-fans-fc-barcelona-camp-nou-borussia-dortmund-signal-iduna-park-manchester-united-old-trafford,seite=20.html
  4. Team celticfc.net