Fear Factory

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Fear Factory
Fear Factory live 2005
Fear Factory live 2005
Gründung 1990
Auflösung 2002
Wiedervereinigung 2004
Genre Metal
Website http://www.fearfactory.com
Gründungsmitglieder
Gesang Burton C. Bell
Gitarre, Bass Dino Cazares
Schlagzeug Raymond Herrera
Aktuelle Besetzung
Gesang Burton C. Bell
Gitarre Dino Cazares (1990-2002, seit 2009)
Bass Byron Stroud (seit 2004)
Schlagzeug Gene Hoglan
Ehemalige Mitglieder
Gitarre, Bass Christian Olde Wolbers (1994-2009)
Bass Andrew Shives (1991-1994)
Schlagzeug Raymond Herrera (bis 2009)

Fear Factory ist eine US-amerikanische Metal-Band aus Los Angeles. Stilistisch bewegten sich Fear Factory mit ihren Frühwerken „Concrete“ und „Soul of a New Machine“ zunächst im Death-Metal-Umfeld und ließen mit dem Album „Demanufacture“ (1995) kurzzeitig Industrial-Metal-Elemente in die Musik einfließen. Im Folgenden entfernte sich die Band stufenweise von ihren Death-Metal-Wurzeln.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Werdegang

Fear Factory wird 1990 in Los Angeles durch Burton C. Bell (Ex-Band Hate Face), Raymond Herrera und Dino Cazares gegründet.

1992 erscheint das offizielle Debüt-Album "Soul of a New Machine" mit dem damaligen Bassisten Andrew Shives. Die Industrial-Anleihen sind auf diesem Album noch nicht sehr ausgeprägt, der Stil geht eher in Richtung harten Metal mit Death-Metal-Einflüssen.

1993 werden einige ihrer Stücke für die EP "Fear Is the Mindkiller" von Rhys Fulber und Bill Leeb (Front Line Assembly) geremixt. Auf Tour wird die Band von Reynor Diego und Rhys Fulber am Keyboard begleitet.

Im Jahr 1994 entlassen Fear Factory ihren Bassisten Andrew Shives wegen diverser Meinungsverschiedenheiten und man engagiert den Belgier (niederländischer Abstammung) Christian Olde Wolbers.

1995 gelingt mit der Veröffentlichung des Albums "Demanufacture" der große Durchbruch innerhalb der Metal-Szene. Die Band verfolgt mit dem Album weiter ihren eingeschlagenen musikalischen Weg und hat mit der Video-Auskopplung "Replica" großen Erfolg. Der Clubhit wird unter anderem von den Lesern des deutschen Metal Hammers zum besten Song des Jahres gewählt.

1996 wird Reynor Diego von Steve Tushar als Tour-Keyboarder ersetzt. Darüber hinaus erscheinen die Lieder "Demanufacture", "Zero Signal" und "Body Hammer" als Instrumental-Versionen auf dem Soundtrack zum Computerspiel Carmageddon.

Zwei Jahre nach "Demanufacture" veröffentlichen Fear Factory ein weiteres Remix-Album: "Remanufacture". Diesmal werden die bestehenden Stücke von verschiedenen Interpreten, darunter auch Techno-orientierte Künstler, neu abgemischt, außerdem remixen Fear Factory einzelne eigene Stücke.

1998 erscheint das Drittwerk "Obsolete". Das Album steigt in die Album-Top100 ein und erreicht in den USA Gold-Status. Es folgen diverse Beiträge zu Film-Soundtracks und ein Auftritt beim Ozzfest 1999. Ein Cover von Gary Numans Cars wird zum ersten Radiohit Fear Factorys.

Nach einer längeren Pause erscheint 2001 "Digimortal". Das Album steigt zwar bis in die Top20 der Album-Charts, wird aber von Musikkritikern immer wieder als Anbiederung an den Nu Metal kritisiert, auf musikalischer Ebene sei kaum Neues zu vernehmen, die Kollaboration mit dem Rapper B-Real trifft kaum auf positives Echo.[1]

Anfang 2002, kurz nach Erscheinen ihrer ersten DVD "Digital Connectivity", verlässt Burton C. Bell überraschend die Band aufgrund persönlicher Differenzen. Nachdem sich im Zuge dessen weitere Mitglieder von der Band lossagen, lösen sich Fear Factory offiziell auf.

Im Sommer 2002 erscheint posthum Fear Factorys bis dahin unveröffentlichtes 1991er-Demo "Concrete" in remasterter Form und aufgrund der ungebrochenen Nachfrage veröffentlicht Roadrunner Records direkt danach mit "Hatefiles" ein weiteres Album, welches alle bis dato unveröffentlichten Songs, B-Seiten und Remixe der Band enthält.

Nachdem die Band vertraglich für ein weiteres Album an ihre Plattenfirma gebunden ist und so neue musikalische Projekte nicht problemlos gewesen wären, findet sich die Musikgruppe schon Ende des Jahres 2002 wieder zusammen – bis auf den Gitarristen Dino Cazares, um den sich die vorigen Streitereien hauptsächlich drehten, wie sich in Interviews herausstellt. Man nimmt vier kurze Demosongs auf, die den Ansprüchen des alten Labels nicht genügen, das daraufhin den Vertrag auflöst. In der Zwischenzeit entdecken die drei verbliebenen Mitglieder neue Freude an der gemeinsamen Musik und finden eine neue Plattenfirma. Bassist Christian Olde Wolbers übernimmt in der neuen Formation die Gitarre und Byron Stroud (Strapping Young Lad), zunächst für Liveauftritte als Bassist angeheuert, wird kurz darauf festes Mitglied der Gruppe.

Das erste Album in neuer Besetzung trägt den Namen "Archetype" und erscheint am 19. April 2004. Musikkritiker bescheinigen der Band eine musikalische Rückkehr zu ihren erfolgreichsten Tagen, prangern aber auch erneut die musikalische Stagnation an. Ein Jahr später spricht selbst Burton C. Bell von einem reinen "Sicherheits-Album".

Am 22. August 2005 bringen Fear Factory ihr sechstes volles Studioalbum mit dem Titel "Transgression" auf den Markt. Einerseits finden sich hier Songs, die den typisch heftigen Stil weiterverfolgen, andererseits ist das Album gespickt mit Anleihen aus Rock und Alternative und der Schreigesang wurde in seiner Häufigkeit zurückgefahren, um melodiösen Strukturen mehr Raum zu geben. Mit verantwortlich für diese Kursänderung ist Produzent Toby Wright (u.a. Soulfly, Korn, Alice in Chains), da Fear Factory erstmals Anregungen von außen annehmen und umsetzen. Die Band gibt unumwunden zu, mit einzelnen Songs auf mögliche Radioeinsätze abzuzielen und nimmt auf Wunsch der Plattenfirma mit I Will Follow und Millennium zwei Coverversionen (von U2 bzw. Killing Joke) mit auf das Album. Wie schon beim Vorgänger "Archetype" spielt Christian Olde Wolbers sowohl sämtliche Gitarren als auch den Bass ein, da Byron Stroud während der Aufnahmen mit seiner anderen Band Strapping Young Lad auf Tour ist. Billy Gould (u. a. Faith No More), ein alter Freund der Band, ist auf "Echo of My Scream" und "Supernova" zu hören.

Zusammen mit John Bechdel, einem Freund der Band und Gitarristen von Prong, hat Burton C. Bell noch eine andere Band namens Ascension of the Watchers ins Leben gerufen, die sich allerdings sehr von dem Musikstil Fear Factorys unterscheidet.

Nach einer längeren Pause verlautbart Roadrunner Records Ende April 2009, dass sich die Gründungsmitglieder Bell und Cazares zu „einer neuen Form“ von Fear Factory zusammengetan haben, am Schlagzeug unterstützt durch Gene Hoglan (Strapping Young Lad, Death, Testament). Olde Wolbers und Herrera, die verbleibenden Personen aus der Stammbesetzung, sind unterdessen in Arkaea, einer Band mit Mitgliedern von Threat Signal, aktiv. Grundlage ihrer Musik sind ursprünglich von Olde Wolbers und Herrera für Fear Factory geschriebene Stücke, die Bell jedoch nicht akzeptierte.[2][3] Olde Wolbers und Herrera geben an, nicht gefragt worden zu sein, ob sie weiter zu Fear Factory gehören möchten und auch Bell und Cazares kein Einverständnis gegeben zu haben, dass diese unter dem alten Bandnamen aktiv werden dürfen. Die Streitfrage um den Inhaber der Namensrechte an Fear Factory wird nach Klage von Olde Wolbers und Herrera nun von einem US-Gericht geklärt werden müssen.[4]

[Bearbeiten] Stil

Sänger Burton C. Bell 2008

Charakteristisch für den Stil der Band sind die mehrfach gedoppelten, harten Gitarren-Riffs, abwechselnd brüllender und melodischer Gesang, der häufig (allerdings beabsichtigt) emotionslos und steril ausfällt, außergewöhnlich schnelles, präzises Double Bass Drumming und die oftmals maschinell kalt anmutende Atmosphäre der Alben.

Während die ersten Werke der Band eindeutig dem Death Metal/Grindcore zuzuordnen waren, wurde der Sound von Fear Factory spätestens ab dem Album "Demanufacture" vermehrt durch elektronische Elemente angereichert, wofür sich Produzent Rhys Fulber (Front Line Assembly) verantwortlich zeichnete.

Als Vertreter der Konzeptalbum-Idee verfolgen Fear Factory in ihren Werken generell das Thema Mensch gegen Maschine. Burton C. Bell erklärte zum 1998er-Album Obsolete (dt. für veraltet, ungebräuchlich):

„Das Konzept dieses Albums ist, dass der Mensch überflüssig ist. Die Idee ist immer noch Mensch gegen Maschine - Mensch gegen die Maschine des Systems - Mensch gegen die Maschine der Regierung. Demanufacture hat eine Geschichte erzählt, Remanufacture hat ein weiteres Kapitel dieser Geschichte erzählt, und Obsolete ist ein weiterer Teil des Fear Factory-Konzepts. Wir sind an einem Punkt in der Geschichte, an dem der Mensch überflüssig ist. Der Mensch hat diese Maschinen erschaffen, um sich das Leben zu vereinfachen, aber auf lange Sicht machen sie ihn überflüssig. Die Maschinen, die der Mensch erschaffen hat, zerstören ihn nun. Die Menschheit ist nicht mehr der wichtigste Erdenbewohner.“

Burton C. Bell

[Bearbeiten] Diskografie

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[Bearbeiten] Studioalben

Jahr Titel Anmerkung
1992 Soul of a New Machine
1995 Demanufacture
1998 Obsolete
2001 Digimortal
2002 Concrete Unveröffentlichtes Album von 1991
2004 Archetype
2005 Transgression

[Bearbeiten] Remixalben, Kompilationen & Livealben

Jahr Titel Anmerkung
1993 Fear Is the Mindkiller Remixe von Front Line Assembly
1997 Remanufacture (Cloning Technology) Remix des Demanufacture-Albums von verschiedenen Interpreten
2003 Hatefiles Kompilation mit Remixen und unveröffentlichten Tracks
2006 The Best of Fear Factory Best-Of-Album

[Bearbeiten] Singles & EPs

Jahr Titel Album Anmerkung
1995 Replica Demanufacture
1995 Dog Day Sunrise Demanufacture
1997 Burn Remanufacture (Cloning Technology)
1997 Remanufacture Remanufacture (Cloning Technology)
1997 The Gabber Mixes EP
1998 Revolution EP
1998 Resurrection Obsolete
1998 Shock Obsolete Promo
1999 Cars Obsolete
2001 Invisible Wounds (Dark Bodies) Digimortal Promo
2001 Linchpin - Special Australian Tour 2001 Digimortal EP
2002 Linchpin Digimortal
2004 Cyberwaste Archetype
2004 Archetype Archetype
2004 Bite the Hand That Bleeds Archetype
2005 Supernova Transgression

[Bearbeiten] DVDs

  • 2002: Digital Connectivity (DVD)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Chronicles of Chaos: Review zu „Digimortal“, August 2001
  2. Blabbermouth: Fear Factory reforms with Dino Cazarez, Burton C. Bell, Gene Hoglan, 28. April 2009
  3. Metal Hammer UK: „Fear Factory Interview, Part 2“, 27. April 2008
  4. laut.de: „Fear Factory: Namens-Streit vor Gericht“, 17. Juni 2009
  5. a b c d e f g chartstats.com: Fear Factory in den Charts des Vereinigten Königreiches, zugegriffen am 3.3.2009
  6. a b c d e f g musicline.de: Fear Factory in den deutschen Charts, zugegriffen am 3.3.2009
  7. a b c d e f billboard.com: Fear Factory in den Charts der Vereinigten Staaten, zugegriffen am 3.3.2009
  8. a b c d e austriancharts.at: Fear Factory in den österreichischen Charts, zugegriffen am 3.3.2009
  9. a b hitparade.ch: Fear Factory in der Schweizer Hitparade, zugegriffen am 3.3.2009

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Fear Factory – Bilder, Videos und Audiodateien
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