Fear Factory

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Fear Factory
Fearfactory-logo.svg
Fear Factory live 2005
Fear Factory live 2005
Allgemeine Informationen
Genre(s) Death Metal,
Industrial Metal,
Neo-Thrash/Groove Metal,
Nu Metal
Gründung 1989 (als Ulceration),
1990 (Umbenennung in Fear Factory)
Auflösung 2002
Neugründung 2003
Website fearfactory.com fearfactorymusic.com
Gründungsmitglieder
Burton C. Bell (bis 2002, seit 2003, außerdem Studio-Keyboard: 1995)
Gitarre, Studio-Bass, Schlagzeug-Programmierung
Dino Cazares (Gitarre: bis 2002, seit 2009, Studio-Bass: 1992, 1995, 2010, 2012, Studio-Schlagzeug-Programmierung: 2012)
Raymond Herrera (bis 2002, 2003-2009)
Aktuelle Besetzung
Gutturaler Gesang, Gesang, Studio-Keyboard
Burton C. Bell (bis 2002, seit 2003, außerdem Studio-Keyboard: 1995)
Gitarre, Studio-Bass, Schlagzeug-Programmierung
Dino Cazares (Gitarre: bis 2002, seit 2009, Studio-Bass: 1992, 1995, 2010, 2012, Studio-Schlagzeug-Programmierung: 2012)
Bass
Matt DeVries (seit 2012)
Schlagzeug
Mike Heller (seit 2012)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre, Bass
Christian Olde Wolbers (Bass: 1993-2003, Studio-Bass: 2004 & 2005, Gitarre: 2003-2009)
Bass
Dave Gibney (Bass: 1990-1991, Studio-Speech: 2002)
Bass
Byron Stroud (ohne Studioproduktionen: 2003-2012)
Schlagzeug
Gene Hoglan (2009-2012)
Live-Unterstützung und Session-Musiker
Gesang
Gary Numan (Studio-Gesang/-Speech: 1998)
Gitarre
Logan Mader (Studio-Gitarre: 2012)
Bass
Andy Romero (Studio-Bass: 1991 auf einer Demo, veröffentlicht als Concrete-Demo-Album 2002)
Bass
Andrew Shives (Live-Bass: 1991-1993)
Bass
Billy Gould (Studio-Bass: 2005)
Keyboard
Rhys Fulber (Studio-Keyboard: 1995, 1998, 2004, 2010, 2012, Tournee-Keyboard: 1995)
Keyboard
Reynor Diego (Studio-Keyboard: 1992, 1995, Tournee-Keyboard: 1992, 1995)
Keybord
Steve Tushar (Live-Keyboard: 1996-1997-, 2004-2005, Studio-Programming: 2004 & 2005)
Keybord
DJ Zodiac (Studio-Scratching: 1998)
Keyboard
John Bechtel <small(Studio-Keyboard: 2004)
Schlagzeug-Programmierung
John Sankey (Studio-Schlagzeug-Programmierung: 2012)

Fear Factory (engl. für „Angstfabrik“) ist eine US-amerikanische Metal-Band aus Los Angeles. Stilistisch bewegten sich Fear Factory mit den Jahren irgendwo zwischen Death Metal, Industrial Metal, Neo-Thrash/Groove Metal, Nu Metal und Alternative-Metal mit Electro- und Noise-Anleihen, wobei der Deathmetal-Anteil mit der Zeit verkleinert wurde.[1][2][3]

Geschichte[Bearbeiten]

Fear Factory wurde 1989 in Los Angeles unter dem Namen Ulceration durch Gitarrist Dino Cazares und Schlagzeuger Raymond Herrera gegründet und kurz darauf durch Sänger Burton C. Bell (Ex-Hate Face) ergänzt. 1990 benannte man sich in Fear Factory um.

1992 erschien das offizielle Debüt-Album Soul of a New Machine mit dem damaligen Bassisten Andrew Shives. Das Album enthält harten Metal mit Death-Metal-Einflüssen. Im folgenden Jahr wurden einige ihrer Stücke für die EP Fear Is the Mindkiller von Rhys Fulber und Bill Leeb (Front Line Assembly) remixt. Auf Tour wurde die Band von Reynor Diego und Rhys Fulber am Keyboard begleitet.

Im Jahr 1994 entließen Fear Factory ihren Bassisten Andrew Shives wegen diverser Meinungsverschiedenheiten und engagierten den Belgier (niederländischer Abstammung) Christian Olde Wolbers. Im Jahr darauf gelang mit der Veröffentlichung des Albums Demanufacture der große Durchbruch innerhalb der Metal-Szene. Fear Factory kollaborierten mit Rhys Fulber, der die Musik mit Samples anreicherte und in Richtung Industrial Metal lenkte. Die erfolgreiche Single und Video-Auskopplung Replica avancierte zum Clubhit und wurde unter anderem von den Lesern des deutschen Metal Hammers zum besten Song des Jahres gewählt.

1996 wurde Reynor Diego von Steve Tushar als Tour-Keyboarder ersetzt. Darüber hinaus erschienen die Lieder Demanufacture, Zero Signal und Body Hammer als Instrumental-Versionen auf dem Soundtrack zum Computerspiel Carmageddon. Zwei Jahre nach Demanufacture veröffentlichten Fear Factory ein weiteres Remix-Album: Remanufacture. Diesmal wurden die bestehenden Stücke von verschiedenen Interpreten, darunter auch Techno-orientierte Künstler, neu abgemischt, außerdem remixten Fear Factory einzelne eigene Stücke.

1998 erschien das Drittwerk Obsolete. Das Album stieg in die Album-Top100 ein und erreichte in den USA Gold-Status. Es folgten diverse Beiträge zu Film-Soundtracks und ein Auftritt beim Ozzfest 1999. Ein Cover von Gary Numans Cars wurde zum ersten Radiohit Fear Factorys. Nach einer längeren Pause erschien 2001 Digimortal. Das Album stieg zwar bis in die Top20 der Album-Charts, wurde aber von Musikkritikern immer wieder als Anbiederung an den Nu Metal kritisiert, auf musikalischer Ebene sei kaum Neues zu vernehmen, die Kollaboration mit dem Rapper B-Real traf kaum auf positives Echo.[4]

Anfang 2002, kurz nach Erscheinen ihrer ersten DVD Digital Connectivity, verließ Burton C. Bell überraschend die Band aufgrund persönlicher Differenzen. Nachdem sich im Zuge dessen weitere Mitglieder von der Band lossagten, lösten sich Fear Factory offiziell auf. Im Sommer 2002 erschien nachträglich Fear Factorys bis dahin unveröffentlichtes 1991er-Demo Concrete in remasterter Form und aufgrund der ungebrochenen Nachfrage veröffentlichte Roadrunner Records direkt danach mit Hatefiles ein weiteres Album, welches alle bis dato unveröffentlichten Songs, B-Seiten und Remixe der Band enthielt.

Weil die Band aber vertraglich für ein weiteres Album an ihre Plattenfirma gebunden war und darum neue musikalische Projekte der Bandmitglieder nicht problemlos gewesen wären, fand sich die Band schon Ende des Jahres 2002 wieder zusammen – bis auf den Gitarristen Dino Cazares, um den sich die vorigen Streitereien hauptsächlich gedreht hatten, wie sich in Interviews herausstellte. Man nahm vier kurze Demosongs auf, die den Ansprüchen des Labels aber nicht genügten. Der Plattenvertrag wurde daraufhin aufgelöst.

Die drei verbliebenen Bandmitglieder entschieden daraufhin, die Arbeit bei einer neuen Plattenfirma gemeinsam fortzusetzen. Bassist Christian Olde Wolbers übernahm in der neuen Formation die Gitarre und Byron Stroud (Strapping Young Lad), der zunächst nur für Liveauftritte angeheuert worden war, wurde fester Bassist der Gruppe. Das erste Album in neuer Besetzung trug den Namen Archetype und erschien am 19. April 2004. Musikkritiker bescheinigten der Band eine musikalische Rückkehr zu ihren erfolgreichsten Tagen, bemängelten aber auch erneut die musikalische Stagnation an. Ein Jahr später sprach selbst Burton C. Bell von einem reinen „Sicherheits-Album“.

Am 22. August 2005 brachten Fear Factory ihr sechstes volles Studioalbum mit dem Titel Transgression auf den Markt. Einerseits fanden sich hier Songs, die den typisch heftigen Stil weiterverfolgten, andererseits war das Album gespickt mit Anleihen aus Rock und Alternative und der Schreigesang wurde in seiner Häufigkeit zurückgefahren, um melodiösen Strukturen mehr Raum zu geben. Mit verantwortlich für diese Kursänderung war Produzent Toby Wright (u.a. Soulfly, Korn, Alice in Chains), da Fear Factory erstmals Anregungen von außen annahmen und umsetzten. Die Band gab unumwunden zu, mit einzelnen Songs auf mögliche Radioeinsätze abgezielt zu haben und nahm auf Wunsch der Plattenfirma mit I Will Follow und Millennium zwei Coverversionen (von U2 bzw. Killing Joke) mit auf das Album. Wie schon beim Vorgänger Archetype spielte Christian Olde Wolbers sowohl sämtliche Gitarren als auch den Bass ein, da Byron Stroud während der Aufnahmen mit seiner anderen Band Strapping Young Lad auf Tour war. Billy Gould (u. a. Faith No More), ein alter Freund der Band, war auf Echo of My Scream und Supernova zu hören.

Nach einer längeren Pause verlautbarte Roadrunner Records Ende April 2009, dass sich die Gründungsmitglieder Bell und Cazares zu „einer neuen Form“ von Fear Factory zusammengetan hätten. Am Schlagzeug unterstützt durch Gene Hoglan (Strapping Young Lad, Death, Testament). [5][6] Olde Wolbers und Herrera gaben an, nicht gefragt worden zu sein, ob sie weiter zu Fear Factory gehören möchten und auch Bell und Cazares kein Einverständnis gegeben zu haben, dass diese wieder unter dem alten Bandnamen aktiv werden dürfen. Die Streitfrage um den Inhaber der Namensrechte an Fear Factory wird nach Klage von Olde Wolbers und Herrera von einem US-Gericht geklärt werden müssen.[7]

Trotz des offenen Rechtsstreits um den Bandnahmen hatte Burton C. Bell in einem Telefon-Interview der Webseite elsercho.com im Oktober 2009 bestätigt, dass er zusammen mit Gitarrist Dino Cazares und Bassist Byron Stroud an einem neuen Fear-Factory-Album namens Mechanize arbeite. Das Album erschien dann auch im Februar 2010 unter dem Label von Candlelight Records und AFM Records. Laut Bell bewegt sich der Klang des Albums musiktechnisch zwischen den Alben Soul of a New Machine und Demanufacture.

Im Februar 2012 gab die Band bekannt, dass mit Matt DeVries (Ex- Six-Feet-Under) ein neuer Bassist zur Band hinzustößt um Byron Stroud, der zu 3 Inches of Blood gewechselt war, zu ersetzen.[8] Im April 2012 konnte Malignancy-Schlagzeuger Mike Heller für die Band gewonnen werden.[9]

Anfang Juni 2012 erschien das neunte Studioalbum The Industrialist, auf dem das Schlagzeug nicht eingespielt, sondern von Dino Cazares und John Sankey programmiert wurde.

Stil[Bearbeiten]

Sänger Burton C. Bell 2008

Charakteristisch für den Stil der Band sind die mehrfach gedoppelten, harten Gitarren-Riffs, abwechselnd gutturaler und melodischer Gesang, der häufig (allerdings beabsichtigt) emotionslos und steril ausfällt, außergewöhnlich schnelles, präzises Double Bass Drumming und die oftmals maschinell kalt anmutende Atmosphäre der Alben.

Während die ersten Werke der Band eindeutig dem Death Metal/Grindcore zuzuordnen waren, wurde der Sound von Fear Factory spätestens ab dem Album Demanufacture vermehrt durch elektronische Elemente angereichert, wofür Produzent Rhys Fulber (Front Line Assembly) verantwortlich zeichnete.

Als Vertreter der Konzeptalbum-Idee verfolgen Fear Factory in ihren Werken generell das Thema Mensch gegen Maschine. Burton C. Bell erklärte zum 1998er-Album Obsolete (dt.: veraltet, ungebräuchlich):

„Das Konzept dieses Albums ist, dass der Mensch überflüssig ist. Die Idee ist immer noch Mensch gegen Maschine - Mensch gegen die Maschine des Systems - Mensch gegen die Maschine der Regierung. Demanufacture hat eine Geschichte erzählt, Remanufacture hat ein weiteres Kapitel dieser Geschichte erzählt, und Obsolete ist ein weiterer Teil des Fear Factory-Konzepts. Wir sind an einem Punkt in der Geschichte, an dem der Mensch überflüssig ist. Der Mensch hat diese Maschinen erschaffen, um sich das Leben zu vereinfachen, aber auf lange Sicht machen sie ihn überflüssig. Die Maschinen, die der Mensch erschaffen hat, zerstören ihn nun. Die Menschheit ist nicht mehr der wichtigste Erdenbewohner.“

Burton C. Bell

Diskografie[Bearbeiten]

Diese Auflistung enthält nur die Studioalben. Für eine ausführliche Diskografie, siehe Fear Factory/Diskografie.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fear Factory auf Metal Con (HTML, deutsch)
  2. Allmusic (HTML, englisch)
  3. www.allmusic.com: Rezension Soul of a New Machine von Jason Birchmeier
  4. Chronicles of Chaos: Review zu „Digimortal“, August 2001
  5. Blabbermouth: Fear Factory reforms with Dino Cazarez, Burton C. Bell, Gene Hoglan, 28. April 2009
  6. Metal Hammer UK: „Fear Factory Interview, Part 2“, 27. April 2008
  7. laut.de: „Fear Factory: Namens-Streit vor Gericht“, 17. Juni 2009
  8. Matt DeVries has joined Fear Factory on bass. DeVries has previously played with Chimaira and Six Feet Under. He replaces Bryon Stroud, who recently left to join 3 Inches of Blood. The band's new album will be released in the early summer.
  9. Mike Heller has joined Fear Factory on drums, Heller has previously played with Malignancy and System Divide.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fear Factory – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien