Felix Sturm

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Felix Sturm Boxer
Felix Sturm
Daten
Geburtsname Adnan Ćatić
Gewichtsklasse Mittelgewicht
Nationalität DeutschlandDeutschland Deutsch
Geburtstag 31. Januar 1979
Geburtsort Leverkusen
Stil Linksauslage
Größe 1,81 m[1]
Kampfstatistik
Kämpfe 46
Siege 39
K.-o.-Siege 18
Niederlagen 4
Unentschieden 2
Keine Wertung 1
Profil in der BoxRec-Datenbank
Interview mit Felix Sturm (im Hintergrund ist Michael Buffer zu erkennen)

Felix Sturm (* 31. Januar 1979 in Leverkusen als Adnan Ćatić) ist ein deutscher[2] Profiboxer bosnischer Abstammung, der als erster deutscher Profiboxer, viermal Boxweltmeister im Mittelgewicht (72,574 kg) wurde.[3]

Amateurkarriere[Bearbeiten]

Sturms Amateurbilanz beträgt 134 Siege bei 9 Niederlagen. Er wurde auf nationaler Ebene 1995 und 1996 Deutscher Juniorenmeister, sowie 1998 und 1999 Deutscher Meister im Halbmittelgewicht. 1997 unterlag er im Finale Jürgen Brähmer und wurde Deutscher Vizemeister.

Im September 1996 gewann er im Halbmittelgewicht u. a. mit Siegen gegen Piotr Wilczewski und Christian D’Alessandro, den 1. Brandenburg Cup in Frankfurt (Oder). Im Juni 1997 startete er bei den 15. Junioren-Europameisterschaften in Birmingham und gewann die Goldmedaille im Halbmittelgewicht. Er hatte dabei den Briten Andrew Larkins (14:1), den Rumänen Stefan Bálint (13:1), den Weißrussen Andrei Miruk (3:1) und im Finale den Russen Ewgeni Kasantsew (3:1) besiegt. Im Juni 1998 gewann er zudem das Multi Nations Tournament von Liverpool.

Im August 1999 nahm er an den 10. Weltmeisterschaften in Houston teil und gewann seinen ersten Kampf gegen den Ukrainer Andrei Tsurkan nach Punkten. Doch bereits in seinem zweiten Kampf traf er auf den späteren Olympiasieger von 2000, den Kasachen Jermachan Ibraimow und verlor nach Punkten. Beim 21. Tammer Turnier im Oktober 1999 in Tampere, unterlag er im Halbfinale dem Rumänen Marian Simion. Im November desselben Jahres gewann er jedoch das 14. Ahmet Comert Tournament in Istanbul.

Im Jahr 2000 nahm er an den 33. Europameisterschaften im finnischen Tampere teil, wo er die Goldmedaille im Halbmittelgewicht gewann. Er schlug in der Vorrunde den späteren Profi-Weltmeister Károly Balzsay, im Viertelfinale den Polen Mirosław Nowosada, im Halbfinale den Bulgaren Dmitri Usagin und im Finale schließlich den Russen Andrei Mischin.

Wenige Monate vor seinem Wechsel ins Profilager trat er noch bei den 27. Olympischen Spielen in Sydney an. Dort besiegte er den Bronzemedaillengewinner der Weltmeisterschaften 1995, den Usbeken Dilschod Jarbekow, sowie den Australier Richard Rowles, Bronzemedaillengewinner der Commonwealth-Games 1996. In seinem dritten Kampf verlor er jedoch nach Punkten gegen den National Golden Gloves Champion und späteren Profi-Weltmeister Jermain Taylor aus den USA.

Profikarriere[Bearbeiten]

Anfänge und WBO-Weltmeister[Bearbeiten]

Sturm gab am 27. Januar 2001 in München sein Profidebüt gegen den Portugiesen António Ribeiro und gewann nach Punkten. Auch die folgenden 14 Kämpfe konnte er gewinnen, darunter gegen den späteren Benelux-Meister Bendele Ilunga und den ehemaligen Interkontinentalen Meister der WBO, Lóránt Szabó. Am 8. März 2003 gewann er den vakanten Junioren-Weltmeistertitel der IBF durch einstimmigen Punktesieg gegen den späteren Südamerika-Meister Javier Mamaní und verteidigte ihn durch einstimmigen Punktesieg gegen den Südafrikanischen Meister Tshepo Mashego.

In seinem nächsten Kampf am 12. Juli 2003, gewann Sturm in Leverkusen den Interkontinentalen Meistertitel der WBO durch technischen K.o. in Runde 5 gegen den Uruguayer Roberto Vechio, der nach 14 Profikämpfen erstmals außerhalb seines Heimatlandes boxte. Am 13. September 2003 durfte er in seinem erst 19. Kampf um den Weltmeistertitel der WBO gegen den Argentinier Héctor Velazco boxen. Eigentlich hätte Bert Schenk um den Titel boxen sollen, jedoch musste dieser verletzungsbedingt absagen, wodurch Sturm als der Weltranglisten-Vierte als Ersatzgegner verpflichtet wurde. Velazco boxte erstmals in seiner Karriere außerhalb Argentiniens und verlor gegen Sturm in Berlin geteilt nach Punkten.

In seiner ersten Titelverteidigung besiegte Sturm den schlagstarken Spanier Rubén Varón einstimmig und klar nach Punkten und bereitete sich nun auf die zweite Titelverteidigung gegen den achtfachen Weltmeister aus niedrigeren Gewichtsklassen, den US-Superstar Óscar de la Hoya vor.

Sturm vs. de la Hoya[4][5][Bearbeiten]

Am 5. Juni 2004 fand das Duell der beiden im MGM Grand Hotel von Las Vegas statt. Óscar de la Hoya strebte einen finanziell äußerst lukrativen Titelvereinigungskampf gegen den in drei Verbänden (IBF, WBA, WBC) amtierenden Weltmeister und gleichfalls bekannten Superstar Bernard Hopkins an, wofür er jedoch einen Sieg über den 1:12 Außenseiter Sturm benötigte. Sturm verblüffte die Boxwelt jedoch bereits in den ersten Runden, als er den Amerikaner mit mehreren Wirkungstreffern eindecken konnte. Wenn de la Hoya mit schnellen Schlagserien versuchte, im Infight zu punkten, konterte Sturm mit linken und rechten Haken. Als Sturm ab 11. Runde von der Normal-, in die Rechtsauslage wechselte, verblüffte er den Amerikaner zusätzlich. Mehrmals hob Sturm triumphal seine Faust in die Luft um sich vom Publikum anfeuern zu lassen.

Trotz dieses überlegen geführten Kampfes verlor Sturm seinen WBO-Titel äußerst umstritten nach Punkten an Óscar de la Hoya, der somit zum Kampf gegen Hopkins um alle vier anerkannten WM-Titel einer Gewichtsklasse antreten konnte. Der US-Sender und Mitveranstalter HBO hatte zunächst Sturm als Sieger gesehen, Box-Analyst Harold Lederman (aufgenommen in die World Boxing Hall of Fame) etwa, wertete den Kampf 115:113 für Sturm. Sturms Promoter Klaus-Peter Kohl legte Protest bei der Nevada State Athletic Commission ein, die jedoch nach einer nochmaligen Überprüfung die Gültigkeit des Sieges von Óscar de la Hoya bestätigte. Dennoch stieg der Bekanntheitsgrad Sturms mit diesem Kampf sprunghaft an.

WBA-Weltmeister[Bearbeiten]

Sturm schlug bereits drei Monate später den WM-Herausforderer Robert Frazier und gewann so erneut den Interkontinentalen Meistertitel der WBO, am 4. Dezember 2004 gelang ihm zudem ein K.o.-Sieg in Runde 3 gegen Ex-WBC-Weltmeister Hacine Cherifi, wodurch er sich an den Spitzen der Ranglisten hielt. Am 5. März 2005 schlug er Bert Schenk in der zweiten Runde K.o. und gewann den Titeleleminierungskampf des WBA-Verbandes gegen den Spanischen Meister Jorge Sendra.

Sturm erhielt nun am 11. März 2006 einen Titelkampf um den WBA-Weltmeistergürtel gegen den in Neuseeland lebenden samoanischen Titelträger Maselino Masoe. Das Duell gegen den schlagstarken, 39-jährigen Masoe gestaltete sich zunächst ausgeglichen. Sturm erarbeitete sich in der Folgezeit Vorteile und sorgte damit für einen Punktevorsprung, den er jedoch zum Ende des Kampfes nur noch verteidigte und sich zunehmend dem Kampf entzog, um der Gefahr eines Lucky Punches vorzubeugen. Für dieses taktische Defensivverhalten wurde Sturm, obwohl er den Titel gewonnen hatte, vom Publikum kritisiert und mit Pfiffen bedacht.

Am 15. Juli 2006 verlor Sturm den Titel bereits in seiner ersten freiwilligen Titelverteidigung an den 38-jährigen Spanier Javier Castillejo durch technischen K.o. in der zehnten Runde. Aufgrund der Kritik an seinem extremen Defensivstil zum Ende des Kampfes gegen Masoe hatte sich Sturm in diesem Kampf auf einen offenen Schlagabtausch mit dem schlagstarken (60 Siege, davon 41 durch K.o.) ehemaligen Europa- und WBC-Weltmeister eingelassen. Bereits in der zweiten Runde musste er erstmals in seiner Profikarriere zu Boden. Wenige Sekunden vor Ende der 10. Runde, war Sturm in schneller Reihenfolge von einem linken Haken, drei Kinnhaken und einem Leberhaken getroffen worden, worauf der Ringrichter den Kampf abbrach und den verteidigungsunfähigen und benommenen Sturm in seine Ecke begleitete, wo seine rechte Gesichtshälfte stark anschwoll.

Rund sieben Monate später besiegte Sturm im Dezember des gleichen Jahres den Australier Gavin Topp durch technischen K.o. in der 6. Runde.

Erneut WBA-Weltmeister[Bearbeiten]

Am 28. April 2007 stand Sturm vor 5.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena Oberhausen erneut Castillejo im Rahmen eines Rückkampfs gegenüber. Castillejo hatte zwar zuvor gegen den Argentinier Mariano Natalio Carrera seinen Weltmeistertitel verloren, bekam ihn aber wieder zurück, nachdem Carrera des Dopings überführt worden war. Sturm gewann den Kampf nach einstimmiger Punktwertung und wurde damit zum dritten Mal Weltmeister im Mittelgewicht.

Am 30. Juni 2007 verteidigte er in Stuttgart freiwillig seinen Titel gegen den ungeschlagenen Noe Alcoba aus Uruguay. Er siegte einstimmig nach Punkten. Bei einer Pflichtverteidigung gegen den Amerikaner Randy Griffin konnte Felix Sturm am 20. Oktober 2007 in Halle seinen Titel zwar verteidigen, erzielte aber nur ein Unentschieden. Nach einem harten Kampf wertete ein Punktrichter den Kampf als unentschieden und jeweils einer als Sieg für Griffin und Sturm.

Am 5. April 2008 stieg Sturm zu einer freiwilligen Titelverteidigung gegen den australischen Mittelgewichtler Jamie Pittman in den Ring, Sturm konnte diesen Kampf überzeugend und vorzeitig in Runde 7 zu seinen Gunsten entscheiden. Drei Monate später gewann Sturm den von beiden Kämpfern gewünschten Rückkampf gegen Randy Griffin nach Punkten. Die Punktrichter bewerteten die Leistungen der Kämpfer einstimmig zugunsten von Sturm. Der Kampf fand im Gerry-Weber-Stadion in Halle statt. Am 1. November 2008 verteidigte Sturm seinen Weltmeistertitel in der König-Pilsener-ARENA in Oberhausen gegen Sebastian Sylvester einstimmig nach Punkten.

Am 25. April 2009 boxte Sturm in Krefeld gegen den ungeschlagenen Japaner Koji Sato. Der deutlich überlegene Sturm besiegte den Asiaten in Runde 7 nach 2:46 Minuten durch technischen K.o. nach Abbruch des Kampfes durch den Ringrichter, noch bevor der Trainer Satos das Handtuch werfen konnte. Am 11. Juli 2009 verteidigte Sturm seinen Weltmeistertitel gegen Khoren Gevor in der Arena am Nürburgring durch Punktsieg. Die Punktrichter werteten die Runden mit 115:113, 115:113 und 117:111 einstimmig zugunsten von Sturm.

WBA-Superchampion[Bearbeiten]

Anschließend wurde Sturm im März 2010 zum „Superweltmeister“ der WBA ernannt, womit er nicht mehr gegen Pflichtherausforderer Gennadi Golowkin boxen musste. Die WBA begründete ihre Entscheidung mit einem andauernden Rechtsstreit, der zwischen den beiden Boxern und ihrem ehemaligen Arbeitgeber Universum lief. Sturm hatte ausgesagt, lieber den Titel niederlegen zu wollen, als noch einmal für Universum zu boxen. Doch als Superchampion gerät Sturm nicht mehr in Gefahr, den Titel aberkannt zu bekommen.[6]

Golovkin sicherte sich stattdessen den zuvor von Sturm gehaltenen „regulären“ Weltmeistertitel der WBA. Die Aufwertung zum Superchampion sorgte vielerorts für Verwirrung in der Boxwelt, da es nun neben einem Interimweltmeister und einem regulären Weltmeister, noch einen zusätzlichen Weltmeister gibt, der über dem regulären und Interimweltmeister steht. Da Jermain Taylor 2005 noch die Weltmeistertitel aller vier Weltverbände (WBA, WBO, IBF, WBC) erkämpfen musste, um den Sonderstatus des WBA-Superchampions zu erlangen, sorgte es für Unmut, dass Sturm ohne jeden weiteren Titel diese Ehre zuteilwurde.[7]

Seinen WBA-Superweltmeistertitel verteidigte er erstmals am 4. September 2010 gegen Giovanni Lorenzo deutlich nach Punkten. Der Kampf in der Kölner Lanxess Arena war der erste Kampf für Felix Sturm nach der Trennung von seinem früheren Promoter Universum Box Promotion und der erste Kampf nach einer Pause von 14 Monaten. Ein weiteres Mal konnte Sturm seinen Titel am 19. Februar 2011 durch technischen Knockout in der 7. Runde gegen den Sohn von Boxlegende Thomas Hearns, den US-Amerikaner Ronald Hearns verteidigen.

Sturm vs. Macklin und Murray[8][9][Bearbeiten]

Am 25. Juni 2011 stieg Felix Sturm zu seiner dritten Titelverteidigung seines WBA-Superweltmeistergürtels gegen den Briten Matthew Macklin in den Ring, der bis zum Vorbereitungstraining den Titel des Europameisters der EBU trug. Der Kampf wurde vor etwa 18.000 Zuschauern in der Lanxess-Arena in Köln ausgetragen und von etwa 4,5 Millionen weiteren Zusehern live am TV-Gerät verfolgt.

Matthew Macklin startete den Kampf mit hohem Tempo und dominierte weite Strecken des Kampfes mit seinen Infights, die Sturm daran hinderten, seine sonst überlegene Führhand einzusetzen. Sturm musste durch die vielen Schlagkombinationen mehrmals Wirkungstreffer hinnehmen und startete viel zu selten Gegenangriffe. Sturms Trainer Fritz Sdunek zog nach den ersten Runden sogar eine Niederlage seines Schützlings in Erwägung. Zwar wurde Sturm in den späteren Runden aktiver und schlagstärker, jedoch gelang es ihm in keinem Moment, Macklin in Bedrängnis zu bringen.

Nach den vollen 12 Runden, in denen beiden Boxern kein Niederschlag gelungen war, kam es zum Punkteurteil; Zwei der drei Punktrichter werteten den Kampf 116:112 für Sturm, während Levi Martínez das Duell mit 115:113 für Macklin wertete. Nach dem Kampf wurde vom übertragenden Fernsehsender Sat.1 eine Internet-Umfrage gestartet, in der 72 % der Stimmen Matthew Macklin als Sieger ansahen. Axel Schulz, der als Experte für Sat.1 das Geschehen am Ring verfolgte, hatte den Briten sogar 117:111 vorne gesehen. Selbst WBC-Manager Lou DiBellas kritisierte die Entscheidung für Sturm und nannte dies einen Grund, warum Sergio Martínez (Weltranglisten-Erster im Mittelgewicht) nie in Deutschland boxen wird. Ex-Weltmeister im Schwergewicht Lennox Lewis bezeichnete die beiden Punkterichter die für Sturm gewertet hatten, als „Straßenräuber“.

Macklin nannte sich beim anschließenden Interview in gebrochenem Deutsch den eigentlichen Sieger des Duells und forderte Sturm noch im Ring zu einem Rückkampf, den dieser zusagte. Der Rückkampf war für den 25. November in Deutschland vereinbart, wurde jedoch von Macklin abgesagt. Dieser plant stattdessen die Fortführung seiner Karriere in den USA und kämpfte im März gegen Sergio Martínez. Felix Sturm stellte sich im Gegenzug am 2. Dezember in Mannheim, dem ungeschlagenen Commonwealth-Meister Martin Murray (23-0). Der temporeiche Kampf endete mit einem Unentschieden, wodurch Sturm zwar Superchampion blieb, jedoch erneut gegen einen Mittelklasse-Gegner nicht überzeugen konnte. Mit seiner Führhand traf Sturm zwar klarer als Murray, dieser wies allerdings die höhere Schlagfrequenz auf.[10]

Sturm vs. Zbik[11][12][Bearbeiten]

Am 13. April 2012 kämpfte Sturm in Köln vor rund 13.000 Zuschauern gegen den früheren WBC-Weltmeister Sebastian Zbik (30-1). Dem Duell waren gegenseitige Verbalattacken beider Sportler vorausgegangen und der Kampf dementsprechend zu einem „Hassduell“ hochstilisiert worden. Den Kampf selbst beherrschte Sturm und gewann durch Aufgabe von Zbiks Ringecke in der Pause zwischen 9. und 10. Runde. Zbik war nach dem Kampf deutlich im Gesicht gezeichnet und sagte im anschließenden Interview, das er ab der dritten Runde keine Chance mehr gehabt hätte und den Sieg von Sturm neidlos anerkenne.

Sturm kündigte an, das Titelchaos der WBA beenden und als Nächstes gegen den regulären Weltmeister Gennadi Golowkin antreten zu wollen. Am 31. Mai 2012 wurde aber bekannt, dass Sturm stattdessen eine Titelvereinigung gegen den IBF-Weltmeister Daniel Geale anstrebt, während Golowkin ankündigte, seinerseite eine Titelvereinigung gegen den WBO-Weltmeister Dimitry Pirog auszutragen.

Titelverlust an Daniel Geale[13][14][15][16][Bearbeiten]

Am 1. September 2012 trafen Felix Sturm und Daniel Geale (27-1) in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen aufeinander. Der Kampf ging über die vollen zwölf Runden, wobei der Australier mit seiner Beweglichkeit und seinen Reflexen punktete. Felix Sturm traf zwar härter und klarer, konnte der Variabilität von Geale aber wenig entgegensetzen. Am Ende des Kampfes wurde der Australier zum Punktsieger erklärt (zweimal 116:112 für Geale, einmal 116:112 für Sturm), womit Geale zum bereits zweiten Mal in Deutschland einen amtierenden Weltmeister schlug. Felix Sturm stand zu seiner Niederlage und gratulierte seinem Kontrahenten noch im Ring.

Ein eventueller Rückkampf müsste von Geales Management genehmigt und ausverhandelt werden, da Sturm keine Rückkampfklausel unterzeichnet hatte. Jedoch meldete sich Golowkins Manager Tom Löffler und bot Sturm einen Titelkampf gegen seinen Schützling egal an welchem Ort, zu welcher Zeit und auf welchem Sender auch immer.

Niederlage gegen Soliman[17][18][19][Bearbeiten]

Um eine erneute Titelchance gegen Daniel Geale zu erhalten, boxte Sturm am 1. Februar 2013 in Düsseldorf gegen den Australier Sam Soliman (43-11), Weltranglisten-Erster der IBF im Mittelgewicht. Soliman hatte zwar bereits elf Niederlagen angesammelt, diese jedoch alle im Supermittelgewicht erlitten und seit seinem Wechsel ins Mittelgewicht im Jahr 2009, jeden seiner acht Kämpfe gewonnen.

Sturm dominierte besonders die ersten beiden Runden, wobei ihm in der zweiten Runde auch ein Niederschlag gegen Soliman gelang. Der Australier erholte sich jedoch innerhalb der nächsten beiden Runden und konnte seine hohe Beweglichkeit und Schlagfrequenz, auch in den späteren Runden aufrechterhalten. Wie schon im Kampf gegen Murray und Geale, hatte Sturm zwar die klareren und härteren Treffer, sein Gegner jedoch die höhere Aktivität und die höhere Schlaganzahl. Nach der zehnten Runde teilte Fritz Sdunek seinem Schützling Felix Sturm mit, dass es nach Punkten beschissen aussehe und er diesen Kampf nur noch durch einen Knockout würde gewinnen können. Trotz einer anschließend gesteigerten Offensivtätigkeit konnte Sturm seinen Gegner nicht mehr entscheidend treffen und verlor den Kampf zunächst einstimmig nach Punkten (116:111 und zweimal 114:113). Bei der Öffnung der A-Probe wurde Soliman jedoch die Einnahme von Methylsynephrin nachgewiesen. Auf eine rechtskräftige Untersuchung der B-Probe verzichtete er.[20]

IBF-Weltmeister[Bearbeiten]

Sturm schlug am 7. Dezember 2013 den britischen IBF-Weltmeister Darren Barker durch technischen K.o. in der zweiten Runde und wurde damit neuer Mittelgewichts-Champion des Verbandes. Felix Sturm wurde damit als erster Deutscher zum vierten Mal Weltmeister. Nach einer deutlich gewonnenen ersten Runde gelangen Sturm bereits in der zweiten Runde zwei Niederschläge, bei denen Barker zudem eine Verletzung an der Hüfte davontrug. Von dieser Verletzung sichtlich beeinträchtigt und von Sturm mit Schlagserien unter Druck gesetzt, warf Barkers Ringecke das Handtuch.

Am 31. Mai 2014 verlor Sturm den Titel im Rückkampf einstimmig nach Punkten an Sam Soliman.

Sonstiges[Bearbeiten]

Sturms Eltern stammen ursprünglich aus Mostar, Bosnien-Herzegowina.[21] Er besuchte die Theodor-Wuppermann-Schule in Leverkusen und schloss diese mit einem Fachabitur in Betriebswirtschaft ab.[22] Er war für den Boxstall Universum Box-Promotion aktiv, sein Trainer in dieser Zeit war Michael Timm. Am 22. September 2009 gab Sturm die Trennung von Universum bekannt, im Dezember 2009 vermeldete er auf seiner offiziellen Homepage die Verpflichtung des US-Amerikaners Freddie Roach als neuen Trainer. Diese Zusammenarbeit kam allerdings nicht zustande. Stattdessen übernahm Fritz Sdunek das Boxtraining. Felix Sturm machte sich 2009 selbstständig und ist Inhaber des Boxstalls Sturm Box-Promotion in Köln. Als persönliches Vorbild nennt er Marvin Hagler.[23] Damit er auch von einem breiten deutschen Publikum als Deutscher wahrgenommen wird, nannte sich der gebürtige Adnan Ćatić ab 2000 Felix Sturm. Nach einer Schlägerei in einem Parkhaus im Jahr 2004 belegte ihn das Amtsgericht Leverkusen 2005 mit einer Geldbuße von 12.500 Euro, die einer gemeinnützigen Institution zukam; im Gegenzug gilt er weiterhin als nicht vorbestraft.[24] Im März 2007 war Sturm Trainer von Stefan Raab, der zum zweiten Mal einen Showkampf gegen Regina Halmich bestritt.[25] 2007 heiratete der Profiboxer seine langjährige Freundin Jasmin, am 26. Oktober 2009 kam ihr gemeinsamer Sohn Mahir zur Welt.[26] Am 19. November 2010 nahm Sturm an der Fernseh-Spielshow Schlag den Star teil. Hierbei musste er sich seinem Gegner Thomas punktlos geschlagen geben.[27]

Viermaliger Profiboxweltmeister im Mittelgewicht (72,574 kg)[Bearbeiten]

  • 13. September 2003 (WBO Weltmeisterschaft), Sieg durch Punkteteilung gegen Héctor Velazco.
  • 11. März 2006 (WBA Weltmeisterschaft), Sieg durch Einstimmige Entscheidung gegen Maselino Masoe.
  • 28. April 2007 (WBA Weltmeisterschaft), Sieg durch Einstimmige Entscheidung gegen Javier Castillejo.
  • 7. Dezember 2013 (IBF Weltmeisterschaft), Sieg durch TKO gegen Darren Barker.

Liste der Profiboxkämpfe[Bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten]

  • Amateurbilanz: 134 Siege – 9 Niederlagen
  • Profibilanz: 39 Siege – 3 Niederlagen – 2 Unentschieden

Amateur[Bearbeiten]

  • 1995: Deutscher Juniorenmeister im Halbmittelgewicht
  • 1996: Deutscher Juniorenmeister im Halbmittelgewicht
  • 1997: Deutscher Vizemeister im Halbmittelgewicht
  • 1997: Junioren-Europameister im Halbmittelgewicht
  • 1998: Deutscher Meister im Halbmittelgewicht
  • 1999: Deutscher Meister im Halbmittelgewicht
  • 2000: Europameister im Halbmittelgewicht

Profi[Bearbeiten]

  • 8. März 2003: IBF-Juniorenweltmeister im Mittelgewicht (1 Titelverteidigung)
  • 13. September 2003: WBO-Weltmeister im Mittelgewicht (1 Titelverteidigung)
  • 11. März 2006: WBA-Weltmeister im Mittelgewicht
  • 28. April 2007: WBA-Weltmeister im Mittelgewicht (7 Titelverteidigungen)
  • März 2010: Ernennung zum WBA-Superweltmeister (5 Titelverteidigungen)
  • 7. Dezember 2013: IBF-Weltmeister im Mittelgewicht

Ranglisten[Bearbeiten]

(Stand: Dezember 2013)

EuropaEuropa Europa: 1 (BoxRec)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. «ran Boxen»: Sat.1 nimmt Felix Sturm unter Vertrag. Abgerufen am 29. Mai 2013.
  2. Felix Sturm in der BoxRec-Datenbank
  3. Darren Barker loses IBF middleweight title to Germany's Felix Sturm
  4. Felix Sturm vs. Oscar De La Hoya, BoxRec.com
  5. De la Hoya entthront Mittelgewichtler Sturm
  6. Felix Sturm zum “Super Champion” ernannt, boxen.de
  7. WBA schockt mit "Super-Champion" Felix Sturm, figosport.net
  8. Geschenkter Titel für Felix Sturm, faz.net
  9. Felix Sturm vs. Matthew Macklin, BoxRec.com
  10. Unentschieden – Felix Sturm bleibt Weltmeister, abendblatt.de
  11. Technischer K.o. Sturm siegt im Hass-Duell, Bild.de
  12. Felix Sturm vs. Sebastian Zbik, BoxRec.com
  13. Felix Sturm vs. Daniel Geale, fightnews.com
  14. Golovkin vs. Pirog, fightnews.com
  15. Sturm verliert Vereinigungskampf gegen Geale, ran.de
  16. Sturm: Golowkin bietet WM-Kampf an, Bild.de
  17. Was soll ich sagen? Ich bin kein Punktrichter!, Süddeutsche.de
  18. Sturms Box-Niederlage gegen Soliman: "Für Felix ein Schock", Spiegel.de
  19. Felix Sturm vs. Sam Soliman, BoxRec.com
  20. Kampf annulliert – Soliman neun Monate gesperrt. Abgerufen am 29. Mai 2013.
  21. Felix Sturm in der Glitzer-Welt, derwesten.de
  22. Who is Who Leverkusen, lev-online.info
  23. Glücksbrief von seinem Idol Hagler, express.de
  24. Sturm muß zahlen, abendblatt.de
  25. Stefan Raab trainiert mit Felix Sturm, inside-digital.de
  26. Ein Sohn für den Boxweltmeister, gala.de
  27. Felix Sturm entpuppt sich bei Raab als Nullnummer, welt.de
Vorgänger Amt Nachfolger
Héctor Velazco Boxweltmeister im Mittelgewicht (WBO)
13. September 2003–5. Juni 2004
Óscar de la Hoya
Vorgänger Amt Nachfolger
Maselino Masoe Boxweltmeister im Mittelgewicht (WBA)
11. März 2006–15. Juli 2006
Javier Castillejo
Vorgänger Amt Nachfolger
Javier Castillejo Boxweltmeister im Mittelgewicht (WBA)
28. April 2007–4. September 2010
Gennadi Golowkin
Vorgänger Amt Nachfolger
Jermain Taylor Box-Superweltmeister im Mittelgewicht (WBA)
4. September 2010–1. September 2012
Daniel Geale
Vorgänger Amt Nachfolger
Darren Barker Boxweltmeister im Mittelgewicht (IBF)
7. Dezember 2013 – 31. Mai 2014
Sam Soliman