Landgericht Köln

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Land- und Amtsgericht
(Gebäude)
Land- und Amtsgericht
Liste der Hochhäuser in Köln
Basisdaten
Ort: Köln-Sülz
Luxemburger Straße 101
Eröffnung: 1981
Baustil: Moderne
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Bürogebäude
(Gerichtsäle, Büros)
Eigentümer: Land Nordrhein-Westfalen
Technische Daten
Höhe: 105,0[1] m
Rang (Höhe): 7. (Köln)
14. (Nordrhein-Westfalen)
61. (Deutschland)
Etagen: 25[2]
Baustoff: Beton, Glas, Stahl

Das Landgericht Köln ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Es ist das größte der drei Landgerichte im Bezirk des Oberlandesgerichts Köln und eines der größten Deutschlands. Derzeitiger Landgerichtspräsident ist Roland Ketterle

Gerichtssitz und -bezirk[Bearbeiten]

Das Landgericht (LG) hat seinen Sitz in Köln. Der Gerichtsbezirk erstreckt sich auf die Städte und Gemeinden:

Bergheim, Bedburg, Elsdorf, Pulheim, Bergisch Gladbach, Kürten, Odenthal, Overath, Rösrath, Brühl, Erftstadt, Hürth, Wesseling, Gummersbach, Bergneustadt, Engelskirchen, Marienheide, Wiehl, Kerpen, Frechen, Köln, Leverkusen, Burscheid, Leichlingen (Rheinland), Wermelskirchen, Wipperfürth, Hückeswagen, Lindlar und Radevormwald.

Gerichtsgebäude[Bearbeiten]

Das Landgericht ist seit 1981 im 105 m hohen, in Form eines Sternes angeordneten dreiflügeligen Gebäude untergebracht. Dort befindet sich auch das Amtsgericht Köln.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Landgericht Köln existiert unter diesem Namen seit 1820. In der damaligen preußischen Rheinprovinz galt die französische Gerichtsorganisation weiter. Der Appellationsgerichtshof Köln hatte dort die Funktion des Appellationsgerichtes. Die ihm untergeordneten Gerichte trugen nicht die Bezeichnung Kreisgericht sondern Landgericht. Dem Landgericht Köln waren folgende Friedensgerichte als Gerichte erster Instanz untergeordnet:[3]

Friedensgericht Sitz
Friedensgericht Bensberg Bensberg
Friedensgericht Bergheim Bergheim
Friedensgericht Köln I Köln
Friedensgericht Köln II Köln
Friedensgericht Köln III Köln
Friedensgericht Köln IV Köln
Friedensgericht Gummersbach Gummersbach
Friedensgericht Homburg zu Wiehl Wiehl
Friedensgericht Kerpen Kerpen
Friedensgericht Lindlar Lindlar
Friedensgericht Mülheim Mülheim
Friedensgericht Wipperfürth Wipperfürth

Hinzu kamen 1820 noch die folgenden Friedensgerichte, die aber 1850 dem dann neu gegründeten Landgericht Bonn zugeordnet wurde:

Friedensgericht Sitz
Friedensgericht Bonn I Bonn
Friedensgericht Bonn II Bonn
Friedensgericht Eckenhagen Eckenhagen
Friedensgericht Eitorf Eitorf
Friedensgericht Honnef Bad Honnef
Friedensgericht Königswinter Königswinter
Friedensgericht Lechenich Lechenich
Friedensgericht Rheinbach Rheinbach
Friedensgericht Siegburg Siegburg
Friedensgericht Waldbröl Waldbröl
Friedensgericht Zülpich Zülpich

Pressekammer[Bearbeiten]

Die Pressekammer des Landgerichtes in Köln ist bei Prominenten relativ beliebt, wenn sie sich auf die Verletzung von Persönlichkeitsrechten berufen. In derartigen Fällen gilt ein fliegender Gerichtsstand im Sinne des § 32 ZPO, das heißt der Kläger darf sich das örtlich zuständige Gericht aussuchen (auch Forum Shopping genannt). Es ist sogar möglich, dass ein Kläger nachdem er bei einem Landgericht mit einer einstweiligen Verfügung gescheitert ist, ein weiteres Landgericht konsultiert. Das Landgericht Köln neigt bei der Abwägung von Persönlichkeitsrecht und Pressefreiheit eher zum Schutz von Persönlichkeitsrechten als andere Landgerichte und ist eher als andere Gerichte bereit, über einstweilige Verfügungen, bei Eilbedürftigkeit auch ohne Anhörung der Presseseite, zu entscheiden. Es gilt unter Journalisten als das Schärfste im Land. So stieg die Verfahrenszahl aller deutschen Presseurteile von 8 auf 24 Prozent innerhalb von sechs Jahren (Basisjahr: 2006). Damit ist die Kammer mit 76 Prozent Pressefälle ausgelastet. Alle Presseverfahren werden von Richter Dirk Eßer bearbeitet.[4]

Über- und nachgeordnete Gerichte[Bearbeiten]

Dem Landgericht Köln übergeordnet ist das Oberlandesgericht Köln. Nachgeordnet sind die Amtsgerichte Bergheim, Bergisch Gladbach, Brühl, Gummersbach, Kerpen, Köln, Leverkusen, Wermelskirchen und Wipperfürth.

Bekannte Richter (Auswahl)[Bearbeiten]

Bekannte Verfahren und Urteile (Auswahl)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landgericht Köln bei CTBUH
  2. Landgericht Köln bei emporis.com
  3. H. A. Fecht: Die Gerichts-Verfassungen der deutschen Staaten, 1868, S. 176, online
  4. „Köln nimmt das alles“, Der Spiegel Heft 42/2014 vom 13. Oktober 2014.
  5. Konrad-Adenauer-Stiftung, abgerufen am 22. Februar 2010
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50.9227777777786.9361111111111Koordinaten: 50° 55′ 22″ N, 6° 56′ 10″ O