Fritz Schwegler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fritz Schwegler, Kunstläuferin, Bietigheim-Bissingen

Fritz Schwegler (* 7. Mai 1935 in Breech bei Göppingen; † 3. Juni 2014 ebenda) war ein bildender Künstler, Maler, Zeichner, Bildhauer, Schriftsteller und Musiker.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Nach einer Ausbildung zum Schreiner bereiste er von 1954 bis 1958 als Wandergeselle Europa, Kleinasien und Afrika. Er machte eine Ausbildung zum Meister, danach begann er ein Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und in London. Seit 1962 war er freischaffender Bildhauer. Studien- und Arbeitsaufenthalte führten ihn nach Paris, Rom, Kairo, New York und Tokio. Seit den 1970er Jahren fixierte er seine Einfälle auf Plänen, den sogenannten Effeschiaden, einer comicartigen Bilderfolge mit Texten, die von Flötenspiel, Schweglerpfeife und Glocke, und seit 1973 von Filmen und Fotoserien, begleitet wurden.[1]

Ab 1973 war er Lehrbeauftragter und anschließend bis 2001 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er mit Joseph Beuys in engem Kontakt stand.[2] Schüler dieser Zeit waren u. a. Alice Creischer, Thomas Demand, Stefan Demary, Katharina Fritsch, Jean-François Guiton, Martin Honert, Thomas Huber, Jan Schüler, Judith Samen und Nele Waldert.

Fritz Schweglers ausgewähltes Grab am Blauen See bei Kassel

Er schuf erst Bildcollagen und Wort-Performances, danach ein außergewöhnliches und umfangreiches Werk von Kleinskulpturen. Er stellte in seinen Arbeiten die Begrifflichkeit der Dinge in Frage, seine einfachen Bildgegenstände weichen in der Art sukzessive vom Realen ab, dass man diese noch als Möglichkeit oder Ergänzung zu bereits Gewusstem verstehen kann. Die Einzelheiten seiner Arbeiten sind Ergebnis genauester Beobachtung und Untersuchung des Alltäglichen. Die Verbindung unterschiedlicher Medien – Sprache, Musik, Bild – fordert den Betrachter zum ständigen Nachdenken heraus.

Schwegler war Autor vieler Bücher, die er mit eigenwilligen Wortprägungen und Bildern ausstattete. Der Leser erlebt ein Janusspiel von Froh- und Tief-, Un- und Scharfsinn, schreibt der Schriftsteller und Publizist Georg Jappe.[3][4]

Fritz Schwegler lebte und arbeitete sowohl in Breech bei Göppingen als auch in Düsseldorf. Er verstarb Anfang Juni 2014 im Alter von 79 Jahren.[5]

Testamentarisch hat Fritz Schwegler seine Bereitschaft erklärt, sich in der Kasseler Künstler-Nekropole bestatten zu lassen.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten]

Werke im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Abulvenz Aushang Bild 14, Stuttgart-Vaihingen
  • 1965: Wächter, Bietigheim-Bissingen
  • 1985: Abulvenz Aushang, 40-teiliger Bilderzyklus, Stuttgart-Vaihingen, Campus der Universität
  • 1990: Einige späte Bilder blieben in der Luft hängen und wurden nachgebaut (EN 6114), Im Tal (Skulpturenpark)[7]
  • 1999: Kunstläuferin (2-teilig), Bietigheim-Bissingen
  • 2004: Das rote Fräulein Sankt Bernadette von Altamira, Aluminium, lackiert, Außenfassade der Stadthalle Göppingen, Göppingen
  • 2011: Werkzyklus „Unbewegliches Theater“ (3-teilig), Eislingen/Fils

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fritz Schwegler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Ruhrberg (Hrsg.): Zeitzeichen. Stationen Bildender Kunst in Nordrhein-Westfalen. DuMont, Köln 1989, S. 591
  2. Ehemaliger Kunstakademie-Professor Schwegler gestorben. Artikel vom 6. Juni 2014 im Portal ksta.de, abgerufen am 6. Juni 2014
  3. Artikel in: Zeit-Online, 9. März 1984
  4. Galerie Dany Keller: Kurze Beschreibung zu Fritz Schwegler, mit Abbildungen zu Buchseiten
  5. Walter Grasskamp, König im Bilderreich. Zum Tod des Künstlers Fritz Schwegler. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 129, Donnerstag, 5. Juni 2014, S. 14.
  6. Staatliche Kunsthalle Baden-Baden (Hrsg.): Fritz Schwegler, Abulvenz-Aushang: A ist leicht und erhebt keine Ansprüche, Hatje Cantz Verlag, anlässlich der Verleihung des Hans-Thoma-Preises, 1999 – Dankrede von Fritz Schwegler und Abbildung des Werkzyklus
  7. Fotos und Werkbeschreibung