Gabor Steingart

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Gabor Steingart (* 14. Juni 1962 in Berlin) ist ein deutscher Journalist und Autor. Von 2001 bis Ende Juni 2007 leitete er das Hauptstadtbüro des Nachrichtenmagazins Der Spiegel in Berlin, anschließend war er für das Spiegel-Büro in Washington tätig. Von April 2010 bis Dezember 2012 war Steingart Chefredakteur des Handelsblatts. Im Oktober 2012 wurde er in die vierköpfige Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt berufen. Diesen Posten trat er zum 1. Januar 2013 an. Sein Nachfolger als Chefredakteur des Handelsblatts ist Hans-Jürgen Jakobs.[1]

Leben[Bearbeiten]

Steingart wuchs in der osthessischen Bergbaugemeinde Neuhof (bei Fulda) als Sohn des ungarischen Chemikers und K+S-Fabrikleiters Imre Steingart auf. Als Schüler veröffentlichte Steingart 1984 sein erstes Buch in einem links-alternativen Regionalverlag (Widerspruch unerwünscht. Beobachtungen aus 111 Jahren Fuldaer Zeitung).[2] Diesem Frühwerk folgten weitere erfolgreiche Veröffentlichungen (siehe Literaturliste) Nach dem Abitur an der reformpädagogischen Hermann-Lietz-Schule Bieberstein in der Rhön studierte er Politikwissenschaft sowie Volkswirtschaft (im Nebenfach) und Germanistik an der Universität Marburg und der Freien Universität Berlin. Auf lokaler Ebene war Steingart für die Grünen als Finanzpolitiker tätig, er saß in der Marburger Stadtverordnetenversammlung. Anschließend absolvierte er die Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. 1989 wurde er als Reporter für die konzerneigene Wirtschaftswoche eingestellt. Seit 1990 arbeitete er in Leipzig, Bonn und Berlin als Redakteur für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. 1995 wurde Steingart vom neuen Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust zum Ressortleiter Wirtschaft in Hamburg befördert. Im Jahr 2001 übernahm er die Leitung des Spiegel-Hauptstadtbüros in Berlin.

Ab dem 1. Juli 2007 arbeitete Steingart als Autor im Spiegel-Büro in Washington und löste dort 2009 den bisherigen US-Korrespondenten Georg Mascolo ab.

Steingart ist Gast in zahlreichen Fernsehsendungen wie dem ARD-Presseclub, Sabine Christiansen, Maybrit Illner[3] u.v.a. mehr.

Steingart wurde als möglicher Nachfolger von Stefan Aust als Spiegel-Chefredakteur gehandelt.[4] 2007 erhielt Steingart den Helmut-Schmidt-Journalistenpreis der Direktbank ING-DiBa für die Titelstory Weltkrieg um Wohlstand[5] im Spiegel Nr. 37 (2006) als ein „herausragendes Beispiel für kritischen Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus“.

Von April 2010 bis Dezember 2012 war Steingart Chefredakteur der Wirtschaftszeitung Handelsblatt. Im Oktober 2012 wurde er in die Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt berufen. Diesen Posten trat er offiziell zum 1. Januar 2013 an. Darüber hinaus ist Steingart auch als Buchautor tätig.

Steingart ist bekennender Nichtwähler.[6]

Werke[Bearbeiten]

  • Steingart, Gabor: Widerspruch unerwünscht. Beobachtungen aus 111 Jahren Fuldaer Zeitung, Petersberg, Zeitdruck-Verlag Möller 1984, 173 S., Ill.
  • Steingart, Gabor: Das Konzept der „wissenschaftlich-technischen Revolution“ und die Problematik individuellen Leistungsverhaltens in der DDR-Wirtschaft, Berlin, Freie Universität Berlin, Diplomarbeit, 1987
  • Gabor Steingart. Deutschland - Der Abstieg eines Superstars, München, Piper 2004, 279 S., Ill., ISBN 3-492-04615-0
  • Steingart, Gabor: Die stumme Prinzessin. Ein Leben in Deutschland, München, Piper 2005, ISBN 3-492-24481-5
  • Steingart, Gabor: Weltkrieg um Wohlstand. Wie Macht und Reichtum neu verteilt werden, München, Piper 2006, ISBN 3-492-04761-0
  • Steingart, Gabor: "The War for Wealth - The True Story of Globalization, or Why the Flat World is Broken", McGraw Hill, 2008, ISBN 978-0-07-154596-9
  • Steingart, Gabor: "Die Machtfrage. Ansichten eines Nichtwählers", München, Piper 2009, ISBN 978-3-492-05151-4
  • Steingart, Gabor: "Das Ende der Normalität: Nachruf auf unser Leben, wie es bisher war", München, Piper 2011, ISBN 978-3-492-05459-1
  • Steingart, Gabor: "Unser Wohlstand und seine Feinde", Hamburg, Knaus 2013, 272 S., ISBN 978-3-8135-0518-4

Weblinks[Bearbeiten]

Beiträge über Steingart

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Handelsblatt: Handelsblatt-Chefredakteur Steingart wird Geschäftsführer In: Handelsblatt online, abgerufen am 29. November
  2. Leute, rhoen-vogelsberg.de
  3. „Arbeitsplätze auf der Flucht“, ZDF, Berlin Mitte, 15. April 2004
  4. Peter Heinlein: „Streit um die Spiegel-Mitarbeiter KG“, Hamburger Abendblatt vom 20. Dezember 2006
  5. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,436345,00.html Weltkrieg um Wohlstand In: Spiegel Nr. 37 (2006)
  6. http://www.gaborsteingart.com/interviews/der-nichtwaehler-ist-kein-radikaler-waehler/