Georges Vanier

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George Philias Vanier
Vanier (in Uniform) mit Premierminister William Lyon Mackenzie King und weiteren Mitgliedern einer Delegation zur Planung der Kriegseinsätze im Zweiten Weltkrieg (Großbritannien, 1941)

Georges Philias Vanier PC DSO MC (* 23. April 1888 in Montréal, Québec; † 5. März 1967 in Ottawa, Ontario) war ein kanadischer Generalmajor, Diplomat sowie der erste französische Kanadier im Amt des Generalgouverneurs von Kanada.

Biografie[Bearbeiten]

Generalmajor und Diplomat[Bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch studierte er zunächst am Loyola College in Montréal und erwarb dort 1906 einen Bachelor of Arts (B.A.). Ein anschließendes postgraduales Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Montreal beendete er 1911 mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) und war anschließend als Rechtsanwalt tätig.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges trat er in die Royal Canadian Army ein und wurde 1915 zunächst zum Commander ernannt. Während dieser Zeit wurde er 1921 zum Aide-de-camp des neuen Generalgouverneurs Julian Byng, 1. Viscount Byng of Vimy ernannt. 1924 wurde er nach der Verleihung der Dienstgradbezeichnung Oberstleutnant zum Kommandeur des in der Zitadelle von Québec stationierten 22. Königlichen Regiments. Nach einer Tätigkeit als Mitglied der Delegation bei den Abrüstungsverhandlungen des Völkerbundes von 1928 bis 1930, wurde er Sekretär des kanadischen Hochkommissars im Vereinigten Königreich, Howard Ferguson, und bekleidete diese Funktion auch unter dessen Nachfolger Vincent Massey bis 1938.

Am 12. Dezember 1938 erfolgte seine Ernennung zum Gesandten in Frankreich und bekleidete dieses Amt bis zum 14. September 1940 und somit einige Monate nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht. Nach seiner Beförderung zum Generalmajor wurde er im November 1942 sowohl Repräsentant bei der Exilregierung Frankreichs sowie Gesandter bei den Exilregierungen in Belgien, Tschechoslowakei, Griechenland, Niederlande, Norwegen, Polen und Jugoslawien.

Nach der Abschaffung dieser Funktionen aufgrund der Befreiung der Staaten durch die Alliierten war er vom 22. November 1944 bis zum 31. Dezember 1953 Botschafter in Frankreich.

Im Anschluss schied er aus dem diplomatischen Dienst aus, kehrte nach Kanada zurück und war gleichzeitig Direktor der Banque de Montréal, der Credit Foncier Franco-Canadien und der Standard Life Assurance Company sowie des Kanadischen Rates für Künste.

Generalgouverneur Kanadas[Bearbeiten]

Am 1. August 1959 erfolgte seine Ernennung zum Generalgouverneur Kanadas durch Königin Elisabeth II.. Dieses Amt trat er als erster französischer Kanadier am 15. September 1959 als Nachfolger von Vincent Massey an und bekleidete es bis zu seinem Tode am 5. März 1967.

Als Generalgouverneur vertrat er nicht nur die britische Monarchin als Staatsoberhaupt, sondern war auch deren Vertreter als Oberbefehlshaber. Daneben war er zuständig für die Ernennung der Vizegouverneure in den Provinzen und Territorien Kanadas. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Ernennungen der Vizegouverneure von British Columbia George Pearkes 1960, Manitoba Errick Willis 1960, Saskatchewan Robert Hanbidge 1963, Manitoba Richard Spink Bowles 1965 sowie Alberta Grant MacEwan 1966.

Nach seinem Tode übernahm wegen der Überschreitung der Sechs-Wochen-Frist bis zum Amtsantritt des Nachfolgers Roland Michener der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofes Robert Taschereau das Amt des Generalgouverneurs kommissarisch.

Nach Vanier benannt sind unter anderem eine Straße in Montreal und die U-Bahn-Station Georges-Vanier.

Weblinks[Bearbeiten]