Henry Petty-FitzMaurice, 5. Marquess of Lansdowne

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Henry Petty-FitzMaurice, 5. Marquess of Lansdowne

Henry Charles Keith Petty-FitzMaurice, 5. Marquess of Lansdowne, KG, GCSI, GCMG, GCIE, PC (* 14. Januar 1845; † 3. Juni 1927) war Generalgouverneur von Kanada, Vizekönig von Indien und britischer Außenminister.

Leben[Bearbeiten]

Petty-FitzMaurice stammte aus einer Familie, die mehrere Whig-Politiker hervorgebracht hatte, unter anderem den Premierminister William Petty, 2. Earl of Shelburne. Nachdem er das Eton College besucht und dann an der Universität Oxford studiert hatte, erbte er im Alter von 21 Jahren von seinem Vater dessen Adelstitel einschließlich des damit verbundenen Sitzes im House of Lords.

1868 nahm er erstmals einen Posten als Regierungsmitglied unter der liberalen Regierung unter William Ewart Gladstone an. Bis 1880 hatte er wechselnde Ämter auf mittlerer Regierungsebene inne. In diesem Jahr trat er aus Protest gegen Gladstones Irlandpolitik zurück.

1883 bis 1888 war er Generalgouverneur von Kanada. Er galt als fähiger Generalgouverneur, der einen Streit mit den Vereinigten Staaten von Amerika über Fischereirechte einer friedlichen Lösung zuführte. Petty-FitzMaurice reiste mit seiner Frau viel im Land, insbesondere in den noch unberührten Westen. In seine Amtszeit fielen die Nordwest-Rebellion und der anschließende Protest um deren Anführer Louis Riel. Anschließend wurde er bis 1893 Vizekönig von Indien.

Nachdem er nach England zurückgekehrt war, übernahm Petty-FitzMaurice, nunmehr als Tory, unter Salisbury das Amt des Kriegsministers. Am 12. November 1900 wechselte er an die Spitze des Außenministeriums. Durch die Verträge mit Japan 1902 (Anglo-Japanische Allianz) und mit Frankreich 1904 (Entente cordiale) beendete er die Isolation Großbritanniens. In seine Amtszeit fiel weiterhin der Doggerbank-Zwischenfall, der zu einer schweren Belastungsprobe für die britisch-russischen Beziehungen wurde. Am 4. Dezember 1905 schied Lansdowne aus seinem Amt aus. Sein Nachfolger wurde der Liberale Edward Grey.

Nach dem liberalen Wahlsieg 1906 wurde er konservativer Oppositionsführer im House of Lords. 1915 war er in der Kriegskoalition Minister ohne festen Aufgabenbereich. Nach Auseinandersetzungen mit David Lloyd George legte er dieses Amt im Dezember 1916 nieder. Noch einmal wurde er im November 1917 aktiv, als ein Brief von ihm im Daily Telegraph abgedruckt wurde, in dem er zu einem Verhandlungsfrieden mit Deutschland riet. Dieser Vorschlag traf zwar in der Bevölkerung auf breite Zustimmung, in der Regierung aber auf einhellige Ablehnung.[1]

Familie[Bearbeiten]

Petty-FitzMaurice heiratete 1869 Lady Maud Evelyn Hamilton, eine Tochter von James Hamilton, 1. Duke of Abercorn. Das Ehepaar hatte zwei Söhne und zwei Töchter. Der älteste Sohn folgte ihm im Titel nach, als Petty-FitzMaurice 1927 verstarb. Seine Frau überlebte ihn; sie starb 1932.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Henry Petty-FitzMaurice, 5th Marquess of Lansdowne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Literatur: Hans Fenske: Der Anfang vom Ende des alten Europa. Die alliierte Verweigerung von Friedensgesprächen 1914 - 1919, Olzog Verlag, München 2013, ISBN 978-3-7892-8348-2
Vorgänger Amt Nachfolger
Henry Petty-FitzMaurice Marquess of Lansdowne
1866–1927
Henry Petty-FitzMaurice
Emily Petty-Fitzmaurice Lord Nairne
1895–1927
Henry Petty-FitzMaurice