Geschichte Amsterdams

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Die Geschichte der Stadt Amsterdam reicht bis in die Römerzeit zurück. Während dieser Zeit entwickelte sich Amsterdam von einer auf Pfählen gebauten Siedlung zu der über 800.000 Einwohner zählenden Hauptstadt der Niederlande. [1]

Anfänge und Mittelalter[Bearbeiten]

Siehe auch: Regent von Amsterdam

Ouder-Amstel flag.png
Coat of arms of Amstelveen.svg
Wapen Amsterdam.svg
Faksimile der Ersterwähnung von Amstelledamme (1275)
Wesentlichen Phasen der Stadtentwicklung bis 1875

Archäologische Funde (Münzen, Steingut) aus der Römerzeit deuten darauf hin, dass bereits damals Menschen im heutigen Stadtgebiet lebten, jedoch konnten bisher keine Siedlungen nachgewiesen werden.

Um das Jahr 1250 entstanden die ersten von Bauern und Fischern bewohnten Siedlungen bei Amsterdam. Zu dieser Zeit waren die Niederlande sehr schlecht bebaubar, weil der Boden sehr feucht war. Fast die ganze Provinz Holland war von Sumpfland oder Moor bedeckt. Daneben wurde die Gegend von vielen Flüssen durchschnitten, darunter die Amstel, der die Stadt ihren Namen verdankt. Er leitet sich von einem Damm an der Amstel, die auch durch Amsterdam fließt, ab. Dieser Damm existiert praktisch noch, nur wurde er zu einem Platz (mit gleichem Namen Dam) umfunktioniert. Die Siedlung wuchs, wurde zu einem kleinen Hafen und am 27. Oktober 1275 wurde Amsterdam vom Grafen Florens V. von Holland (ndl.: Floris V) erstmals urkundlich erwähnt, noch als „Amstelledamme“[2]. Hintergrund war die Verleihung eines Zollprivilegs[3]. Die treibende Kraft in der Wirtschaft waren damals Bier und Fischfang.

Das Mirakel von Amsterdam, 1518
Amsterdam im Jahre 1544

Um 1300 bekam die Stadt, die auch schon eine Festung errichtet hatte, von dem damaligen Landesherrn das Stadtrecht verliehen und der Handel blühte auf. Wesentlich trug hierzu das im Jahr 1323 verliehene Zollrecht für Hamburger Bier bei[3]. Daneben wurde Amsterdam am 12. März 1345 zu einer wichtigen Pilgerstadt, weil der Legende nach an diesem Tag das „Mirakel von Amsterdam“, das sogenannte Hostienwunder stattfand. Dank der Pilger wuchs die Bevölkerung der Stadt beträchtlich. Amsterdam entwickelte sich zu einer bedeutenden Handelsstadt in Europa. Der Fischfang wurde durch die Wirtschaft verdrängt und es wurde mit Waren wie Salz, Wein und Gewürzen gehandelt. Im Jahr 1369 trat Amsterdam der Hanse bei und fungierte als Handelsniederlassung der Hanse. Doch während der Reichtum der Stadt kontinuierlich wuchs, wurde Amsterdam von Klassenkämpfen heimgesucht. Die in die Stadt kommenden Kaufleute lehnten sich gegen die vom Adel unterstützten Katholiken auf. Die Pest erreichte die Niederlande 1351. Außerdem zerstörten zahlreiche Brände große Teile der Stadt, weil die Holzhäuser mit Strohdächern leicht in Brand gesteckt werden konnten. Deshalb wurde eine Bauordnung erlassen, die nur Steinhäuser erlaubte. 1421 fand ein großer Stadtbrand statt, 1481 wurde eine Stadtmauer errichtet, die Erdwälle und Palisadenzaun ersetzte.

Amsterdam im Konflikt mit Spanien[Bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert umfassten die Niederlande ungefähr die heutigen Benelux-Staaten und wurden von Spanien regiert. Religiöse, politische und wirtschaftliche Ursachen führten ab 1566 zu einer Serie von Aufständen gegen den Landesherrn, den spanischen König Philipp II. Zum einen pochte der katholische König auf eine unerbittliche Verfolgung von Ketzern, zum anderen strebte er eine Ausweitung seiner Machtbefugnisse auf Kosten des städtischen Bürgertums an. 1572 schlugen sich fast alle holländischen Städte auf die Seite der Aufständischen unter Führung von Wilhelm I. - nur Amsterdam hielt dem König noch die Treue. Dies hatte katastrophale Folgen: Die niederländischen Rebellen blockierten nun den Amsterdamer Hafen, so dass die Stadt schnell verarmte. Nach sechs Jahren wechselte Amsterdam 1578 schließlich auch auf die Seite der Aufständischen. Diese unblutige Revolution ging als Alteratie in die Geschichte ein.[4] Amsterdam war danach eine protestantische Stadt. Die Katholiken hatten zwar keine Verfolgung zu befürchten, durften aber nicht mehr öffentlich die Messe feiern.

Das „Goldene Zeitalter“[Bearbeiten]

Gebiete, die im 17. Jahrhundert von Amsterdam angesegelt wurden
Der Damplatz im späten 17. Jahrhundert (Gemäldegalerie Dresden)
Broschüre von der Tulpenmanie in den Niederlanden

Als „Goldenes Zeitalter“ bezeichnet man in der Geschichte der Niederlande eine rund einhundert Jahre andauernde wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit, die grob mit dem 17. Jahrhundert zusammenfällt (von etwa 1581 bis 1672). Am Anfang des 17. Jahrhunderts, im Jahre 1602, wurde in Amsterdam die Verenigde Oost-Indische Compagnie (VOC) gegründet. Von nun an segelten die Niederländer von Amsterdam aus nach Nordamerika, Brasilien, Indonesien und Afrika und schufen so die Basis für das Welthandelsnetzwerk. Die langen Reisen wurden von wohlhabenden Kaufleuten finanziert, die auch die Gebiete erwarben, die später zu den niederländischen Kolonien wurden. 1611 wurde die Waren- und Effektenbank[3] gegründet. Ab 1613 wurde Amsterdam um die Grachten herum ausgebaut und der dortige Hafen avancierte zum größten Hafen der Welt.[5] Die Stadt hatte Handelsbeziehungen mit 625 ausländischen Häfen. Amsterdam war zu diesem Zeitpunkt drittgrößte Stadt Europas und das finanzielle Zentrum der Welt; später wurde dieser Status von London übernommen.

Politisch wurde die eigentlich souveräne Stadt von einer Handvoll allmächtiger Regenten geführt, welche miteinander eng verwandt waren, und die Stadtregierung in einem oligarchischen System beherrschten. Bedeutende Amsterdamer Regentendynastien des Goldenen Jahrhunderts waren unter anderem die Geschlechter De Graeff, Bicker und Hooft.

Während des 17. und 18. Jahrhunderts war Amsterdam eine Stadt, in der viele Immigranten lebten. Die meisten Zuwanderer waren Deutsche. Nach Berechnungen von Erika Kuijpers machten sie in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts fast ein Drittel der Bevölkerung aus.[6] Die Integration der Einwanderer verlief relativ reibungslos – sogar im Stadtrat saßen Ratsmitglieder aus verschiedenen Nationen wie Flandern, Deutschland, Frankreich und Schottland. Durch die Immigration veränderte sich das soziale Gefüge Amsterdams vollständig: Aus einer Stadt von Handwerkern und kleinen Kaufleuten, ohne allzu krasse Unterschiede zwischen Arm und Reich, wurde eine Metropole mit international orientierten Handelsfürsten und einem großen Proletariat.[7]

Da in den Niederlanden Glaubensfreiheit herrschte, wurde Amsterdam zum Zufluchtsort für Verfolgte. So öffnete dort 1675 die Portugiesische Synagoge, die damals größte der Welt. Das Jiddische, die Sprache der osteuropäischen Juden, hat den Amsterdamer Dialekt des Niederländischen stark beeinflusst.[8]

Im 17. Jahrhundert kam es auch zum Höhepunkt der Großen Tulpenmanie. In den 1630er Jahren wurde ein Haus in Amsterdam für nur drei Tulpenzwiebeln verkauft. Während dieser Zeit kosteten 120 Tulpenzwiebeln 90.000 Gulden.[9]

1787 wurde Amsterdam von Preußen eingenommen, die mit dem damaligen Statthalter Wilhelm V. von Oranien sympathisierten.

Niedergang und Modernisierung von Amsterdam[Bearbeiten]

Das Wappen von Amsterdam. Die drei Kreuze deuten auf die drei Plagen, von denen die Stadt heimgesucht wurde hin: Fluten, Feuer und die Pest.

Im 18. Jahrhundert begann langsam der Verfall der Stadt. Hauptgrund dafür war die verstärkte Konkurrenz durch England, Frankreich, Preußen und Russland. Verheerend wirkte sich der Vierte Englisch-Niederländische Seekrieg von 1780 bis 1784 aus. [10] 1795 wurden die Niederlande von Frankreich erobert. Zwar wurde die Stadt von Louis Bonaparte am 23. Juni 1806 zur Hauptstadt der Niederlande erklärt, die Kontinentalsperre führte jedoch zu ihrer völligen Verarmung. Als die Franzosen im Jahr 1814 die Stadt verließen, war Amsterdam nur noch eine lokale Marktstadt, und die Meere wurden von den Briten beherrscht. Im neugegründeten Königreich der Niederlande blieb Amsterdam zwar Hauptstadt, die Regierung war jedoch weiterhin in Den Haag angesiedelt[3]. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelte sich Amsterdam allmählich zur Industriestadt. Wichtige neue Wirtschaftszweige waren die Diamantenindustrie, der Schiffsbau, Kleidungs- und Motorenfabriken und später Auto- und Flugzeugproduktion.[11] In den 1880er Jahren wuchs die Stadt schließlich über das schon im 17. Jahrhundert bebaute Gebiet hinaus.

Ein historischer Stadtplan von Amsterdam aus dem Jahr 1888

Neue Gebäude wie die Centraal Station und das Concertgebouw (dt.: Konzertgebäude) entstanden. Auch die Stellung von Amsterdam wurde gebaut, ein Ring von 42 Forts, der Amsterdam bei Kriegen verteidigen sollte. In dieser Zeit wuchs auch die Bevölkerung der Stadt beträchtlich.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Concertgebouw Amsterdam
Concertgebouw Amsterdam im Jahr 1902
Die „Stellung von Amsterdam“

Im Ersten Weltkrieg blieben die Niederlande neutral, aber Amsterdam musste die Auswirkungen des Krieges ertragen, als die Nahrung knapp wurde. Als Frauen aus dem Arbeiterstand ein Schiff im Hafen von Amsterdam, das mit Armeezulieferung beladen war, plünderten, griff das Militär ein. Einige Arbeiter stießen zu ihren Frauen und halfen ihnen, das Schiff zu plündern, aber das Militär eröffnete das Feuer. Sechs Personen starben, fast 100 wurden verwundet. Mit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts 1919 färbte sich Amsterdam rot: Die Sozialdemokraten waren seitdem immer die stärkste Fraktion.

In den 1920er Jahren boomte die Wirtschaft in Amsterdam, 1928 fanden sogar die Olympischen Sommerspiele in Amsterdam statt. Die Weltwirtschaftskrise ließ aber auch Amsterdam nicht kalt: Zu dieser Zeit waren etwa 25 % der Bevölkerung arbeitslos.

1932 wurde der Abschlussdeich, ein Deich, der die vormalige Meeresbucht Zuiderzee von der Nordsee trennt, fertiggestellt. Das Binnengewässer, das nun hinter dem Deich entstanden war, ist das IJsselmeer. Zum ersten Mal in seiner Geschichte hatte Amsterdam nun keinen Zugang mehr zum offenen Meer.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Durchfahrt deutscher Truppen durch Amsterdam, Mai 1940
Statue von Anne Frank in Amsterdam

Wie auch im Ersten Weltkrieg blieben die Niederlande im Zweiten Weltkrieg anfangs neutral. Am 10. Mai 1940 wurden die Niederlande jedoch von Nazi-Deutschland überfallen, vier Tage später folgte die Kapitulation. Am 15. Mai marschierten Soldaten der Wehrmacht in Amsterdam ein. Von 1940 bis 1942 war der Lübecker Polizeisenator Hans Böhmcker nebenher auch Beauftragter des Deutschen Reiches für die Stadt Amsterdam. Er war dem Reichskommissar für die besetzten Niederlande, Arthur Seyß-Inquart unterstellt. In dieser Eigenschaft oblag ihm die Umsetzung der „Judenfrage“ in den Niederlanden. Der Großteil der niederländischen Juden wohnte in Amsterdam.

Im Februar 1941 kam es in Amsterdam zu einem einzigartigen Massenprotest gegen die Judenverfolgung, dem Februarstreik, der im besetzten Europa beispiellos war.[12] Auslöser war eine brutale Razzia in der Jodenbuurt, dem traditionellen Judenviertel in der Innenstadt. Kommunisten organisierten daraufhin am 25. Februar 1941 einen allgemeinen Streik in Amsterdam. Züge und Straßenbahnen standen still, Werft- und Fabrikarbeiter legten die Arbeit nieder. Demonstranten zogen durch die Straßen und riefen: "Weg mit den Judenpogromen!"[13] Am nächsten Tag wurde der Streik brutal unterdrückt. Danach blieb der Widerstand in Amsterdam lange Zeit schwach. Erst als sich 1943 die deutsche Niederlage abzeichnete, entwickelte sich eine breitere Bewegung.

Viele Amsterdamer versteckten Juden und retteten ihnen damit das Leben. Andere kollaborierten mit den deutschen Besatzern. Besondere Schuld hat die örtliche Polizei auf sich geladen.[14] Zu einer Schlüsselfigur bei der Judenvernichtung wurde der Amsterdamer Polizeipräsident Sybren Tulp (1891-1942), der die Deportationen in enger Abstimmung mit dem nationalen Polizeichef Hanns Albin Rauter organisierte. Ein wichtiges Hilfsmittel dabei war der Judenrat, der den Juden das Gefühl autonomer Selbstverwaltung vermitteln sollte. Immer wieder beschwor der Rat die jüdische Bevölkerung, den Anweisungen der Deutschen Folge zu leisten, was erhebliche Wirkung zeigte.[15] Von 1941 bis 1943 wurden nahezu alle 100 000 Juden in Amsterdam deportiert und ermordet, darunter auch Anne Frank, die sich mit ihrer Familie in einem Hinterhaus an der Prinsengracht versteckt hatte. Seit Ende 1943 wurde Amsterdam von den Nazis als "judenrein" bezeichnet.

Als die Alliierten im Sommer 1944 in die südlichen Niederlande vorstießen, erwarteten die Amsterdamer eine schnelle Befreiung. Doch im September 1944 wurden die Alliierten in der Schlacht von Arnheim zurückgeschlagen. Die Festung Holland blieb bis Kriegsende in deutscher Hand. Da die niederländischen Eisenbahner auf Anweisung der niederländischen Exil-Regierung in London in einen Streik getreten war, wurden in Amsterdam schnell die Lebensmittel knapp. Der Hungerwinter begann. Schätzungen zufolge starben in Amsterdam und in den übrigen noch nicht befreiten Städten im Westen der Niederlande 20 000 Menschen an den Folgen der Auszehrung.[16] Erst am 5. Mai 1945 kapitulierten die Deutschen. Amsterdam wurde damit später befreit als Frankfurt, Köln, Hamburg und München.

Nachkriegszeit und Gegenwart[Bearbeiten]

Die kulturelle Revolution in den 1960er Jahren, gekennzeichnet unter anderem durch die Provo-Bewegung, und in den 1970er Jahren machte Amsterdam zum sogenannten „Magischen Zentrum“ von Europa. Die Legalisierung der Einnahme von „weichen Drogen“ lockte viele Hippies in die Stadt. Viele von ihnen lebten in leer stehenden Häusern (siehe auch: Hausbesetzung), eine Art zu wohnen, die sich in Amsterdam schnell verbreitete. Noch heute sind Haschisch und Marihuana in den Coffeeshops, die es in Amsterdam gibt, auf legalem Wege zu erwerben und zu konsumieren.

Rockit Amsterdam, ein Coffeeshop

Auseinandersetzungen zwischen Hausbesetzern und der Polizei waren zu dieser Zeit keine Seltenheit. Daneben zogen auch anarchistische Hausbesetzer (englisch: Squatter) durch die Hauptstadt und forderten die Bevölkerung auf, mehr leerstehende Gebäude zu besetzen und Häuser auch zu anderen Zwecken als Wohnen zu benutzen. Dies hatte eine Konfrontation mit mehreren Baugesellschaften zur Folge. Während Königin Beatrix in der Nieuwe Kerk (Neue Kirche) am Dam gekrönt wurde, versuchten Demonstranten, die wegen der Entscheidungen der Regierung auf die Straße gegangen waren, gegen die Polizei vorzugehen. Ihr Slogan lautete: “Geen woning, geen kroning!” (deutsch: „Keine Wohnung, keine Krönung!“) Um die Auseinandersetzungen unter Kontrolle zu bekommen, musste der damalige Oberbürgermeister der Stadt das Militär zum Dam schicken.

Haus im Stadtteil De Pijp

Im Verlauf der 80er Jahre nahm die Anzahl der aus Ländern wie Surinam, Türkei und Marokko kommenden Einwanderer stark zu. Noch heute kommen viele der Einwohner Amsterdams aus diesen Ländern. Das führte dazu, dass viele Leute in Städte wie Purmerend und Almere zogen. Stadtteile wie zum Beispiel Jordaan und De Pijp, wo zuvor der Arbeiterstand lebte, wurden nun von „Yuppies“ und Studenten bewohnt.

Im Jahr 1992 kam es zu einem Absturz einer Frachtmaschine der israelischen El-Al (El-Al-Flug 1862) nahe Amsterdam. Das Flugzeug stürzte in einen Wohnblock und 43 Menschen starben.[17]

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts entstanden Probleme wie Sicherheitsprobleme, Ausgrenzung von Leuten aufgrund ihrer Herkunft und Probleme zwischen religiösen und sozialen Gruppen in Amsterdam. Amsterdam ist durch seine (anerkannte) soziale Toleranz und Vielfalt gekennzeichnet. Die Toleranz wurde am 2. November 2004 gefährdet, als der Regisseur Theo van Gogh ermordet wurde. Der damalige Oberbürgermeister Job Cohen und sein früherer Beigeordneter für Integration, Ahmed Aboutaleb, formulierten daraufhin einen Grundsatz, der Toleranz gegenüber anderen einschließt und auch harte Maßnahmen gegen diejenigen fordert, die diese Regeln missachten.

Neuer Stadtteil[Bearbeiten]

Luftfoto von IJburg, November 2004

Im Osten der Stadt entsteht derzeit der neue Stadtteil IJburg, der auf sieben aufgespülten Sandinseln entstehen soll. Im Jahr 2012 sollen in IJburg 48.000 Menschen wohnen.

Kulturelles Leben[Bearbeiten]

Das Rijksmuseum

Im 15. und 16. Jahrhundert war das kulturelle Leben in Amsterdam von Festen und Festivals geprägt. Im späteren 16. Jahrhundert organisierte die Rederijkerskamer (dt.: Redekammer) Wettbewerbe im Lesen von Gedichten und Dramen. 1638 wurde das erste Theater in Amsterdam gebaut. Seit 1642 wurden Ballette dort aufgeführt. Im 18. Jahrhundert wurde das französische Theater populär. Die ersten Opern, anfangs nur italienische und französische Opern, wurden ab 1677 aufgeführt, im 18. Jahrhundert auch deutsche Opern. Im 19. Jahrhundert stand vor allem Vaudeville im Mittelpunkt der Kultur von Amsterdam. Das erste Metronom wurde 1812 von Dietrich Nikolaus Winkel in der Stadt erfunden nachdem Johann Nepomuk Mälzel bei Dietrich Nikolaus Winkel Rat suchte, Mälzel kam mit der Idee und erweiterte das Metronom durch einen Skala. Ende dieses Jahrhunderts wurden das Rijksmuseum und das Gemeentelijk Museum erbaut, 1888 wurde das Concertgebouw fertiggestellt. Mit dem 20. Jahrhundert kamen auch das Kino, Radio und Fernsehen. Da es in den Nachbarorten Studios gab, war der Einfluss des Radios sehr groß.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph Driessen: Kleine Geschichte Amsterdams. Pustet, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7917-2272-6.
  • Ingo Schiweck: PastFinder Amsterdam. Vom Goldenen Zeitalter bis Anne Frank. PastFinder Verlag, Düsseldorf 2010, ISBN 978-988-99787-8-5. (Mit zahlreichen historischen Fotos)
  • Barbara Beuys: „Leben mit dem Feind“. Amsterdam unter deutscher Besatzung 1940-1945. Hanser, München 2012

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Centraal Bureau voor de Statistiek. Abgerufen am 23. Juli 2014
  2. Geschichte Amsterdams – Ein kurzer Abriss
  3. a b c d Merian: Amsterdam, Hoffmann & Campe Verlag, ISBN 3-455-27807-8
  4. Christoph Driessen: Kleine Geschichte Amsterdams, Regensburg 2010, S. 29.
  5. Zeitleiste zur Geschichte Amsterdams
  6. Erika Kuijpers: Migrantenstad. Immigratie en sociale verhoudingen in 17de-eeuws Amsterdam. Hilversum 2005
  7. Christoph Driessen: Kleine Geschichte Amsterdams. Regensburg 2010, S. 66-67
  8. Christoph Driessen: Kleine Geschichte Amsterdams. Regensburg 2010. S. 70
  9. Kurzer Bericht über große Tulpenmanie
  10. Christoph Driessen: Kleine Geschichte Amsterdams. Regensburg 2011. S. 79.
  11. Christoph Driessen: Kleine Geschichte Amsterdams.Regensburg 2010, S. 90
  12. Christoph Driessen: Kleine Geschichte Amsterdams'. Regensburg 2010, S. 103-105.
  13. Christoph Driessen: Geschichte der Niederlande, Von der Seemacht zum Trendland. Regensburg 2009, S. 202-204.
  14. Guus Meershoek: Dienaren van het gezag.De Amsterdamse politie tijdens de bezetting. Amsterdam 1999
  15. Christoph Driessen: Kleine Geschichte Amsterdams. Regensburg 2011, S. 106
  16. Christoph Driessen: Kleine Geschichte Amsterdams. Regensburg 2010, S. 111.
  17. Kurzer Bericht über das Flugzeugunglück von Joe Vialls