Bundesstraße 5
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Die Bundesstraße 5 (Abkürzung: B 5) durchquert Deutschland von der dänischen bis zur polnischen Grenze.
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[Bearbeiten] Streckenverlauf
Die Bundesstraße 5 beginnt in Nordfriesland am Grenzübergang Böglum/Sæd, wo sie an die dänische Fernverkehrsstraße 11 aus Tønder anschließt. Sie verläuft durch Schleswig-Holstein, Hamburg und abermals durch Schleswig-Holstein, bevor sie bei Lauenburg die ehemalige innerdeutsche Grenze erreicht. Der weitere Verlauf dieser Bundesstraße führt durch die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Auf dem Abschnitt vom Berliner Bezirk Spandau bis zum Alexanderplatz. Im Bezirk Mitte benutzen die Bundesstraßen 2 und 5 dieselbe Strecke über Heerstaße, Kaiserdamm, Bismarckstraße und Straße des 17. Juni. Ursprünglich durchquerte die B 5 das Brandenburger Tor. Nach der Umgestaltung des Pariser Platzes zu einer Fußgängerzone wird die Trasse nunmehr südlich über Ebertstraße, Behrenstraße und Glinkastraße um den Platz herumgeführt und verläuft dann weiter Unter den Linden zum Alexanderplatz. Von hier aus ist dann die Streckenführung bis Müncheberg identisch mit der Bundesstraße 1. Dort zweigt die Bundesstraße 5 ab und endet am Grenzübergang Frankfurt (Oder)/Stadtbrücke.
[Bearbeiten] Geschichte
Die ehemalige Reichsstraße 5 führte von Frankfurt (Oder) aus weiter über Crossen, Grünberg und Lüben bis nach Breslau und von dort aus über Ohlau, Brieg und Oppeln bis nach Beuthen (Oberschlesien).
Die Strecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) wurde bereits 1803 fertiggestellt, die weitere Strecke zwischen Frankfurt (Oder) und Breslau wurde zwischen 1817 und 1819 erbaut. Im Jahre 1824 war der Straßenbau zwischen Breslau und Gleiwitz vollendet. Der Abschnitt zwischen Berlin und Hamburg wurde zwischen 1827 und 1830 gebaut und war die erste Kunststraße im damaligen Großherzogtum Mecklenburg. Die Teilstrecken nordwestlich von Hamburg wurden erst in den 1850er-Jahren erbaut. Im Jahre 1858 war der Straßenbau von Itzehoe bis Bredstedt fertiggestellt, diese Straßen dienten jedoch in erster Linie als Zubringer zu den Eisenbahn-Stationen Husum, Itzehoe und Tönning.
In den frühen 1930er-Jahren verlief die Reichsstraße 5 nördlich an Berlin vorbei; den Anschluss von Berlin nach Nordwesten bildete die Reichsstraße 103, von Müncheberg (Mark) nach Frankfurt (Oder) die Reichsstraße 167. Ende der 1930er-Jahre tauschte man die Verläufe, sodass die Reichsstraße 5 nun durch Berlin führte; dabei von Müncheberg (Mark) bis Berlin parallel mit der Reichsstraße 1 und von Berlin bis westlich von Spandau mit der Reichsstraße 2. Den östlichen und nördlichen Abschnitt um Berlin herum bezeichnete man nun als Bundesstraße 167.
Besondere Bedeutung hatte die Bundesstraße 5 in der Zeit zwischen 1949 und dem 21. Dezember 1987, als sie die Funktion einer Transitstrecke übernahm und somit eine Verbindung zwischen West-Berlin und Westdeutschland durch die DDR darstellte. Während üblicherweise Autobahnen als Transitstrecken genutzt wurden, war die Bundesstraße 5, die auf DDR-Gebiet die Bezeichnung Fernverkehrsstraße 5 (kurz F 5) trug, die einzige Transit-Landstraße und konnte somit auch mit dem Fahrrad befahren werden. Grenzübergänge waren dabei die Heerstraße in Berlin-Staaken, in Schleswig-Holstein Lauenburg/Horst. Alleinige Transit-Raststätte mit einer Intershop-Filiale war Quitzow. Da die Straße auch durch Städte und Gemeinden führte und somit aus Sicht der DDR stets die Gefahr zur Kontaktaufnahme zwischen DDR-Bürgern und Transitreisenden bestand, war man Ende der 1970er-Jahre bestrebt, den Verkehr über eine Autobahn zu leiten. Weil dies letztlich eine Verkürzung der Reisezeit bedeutete und daher auch ein Interesse aus Sicht der Bundesrepublik bestand, nahm man entsprechende Verhandlungen auf. Ab 1982 wurden dann einzelne Teilabschnitte der heutigen A 24 in Betrieb genommen, der Verkehr der Transitstrecke Berlin–Hamburg erfolgte somit nicht mehr vollständig über die Bundesstraße 5.
Auch in Schleswig-Holstein hatte die Bundesstraße 5 eine Besonderheit: Bei Brunsbüttel überquert die B 5 den Nord-Ostsee-Kanal. Bis zum Bau der heutigen Hochbrücke führte die B 5 durch den Stadtkern von Brunsbüttel. Die Überquerung des Kanals erfolgte durch die heute noch existenten Fähren vor den Schleusen in Brunsbüttel. Da diese oft überlastet waren, nutzten Ortskundige die ebenfalls noch existente kleinere Fähranlage in Ostermoor.
[Bearbeiten] Aktuelle Entwicklung
Seit den 1970er-Jahren zeichnete sich eine verstärkte Änderung der Routenführung der Bundesstraße 5 ab. Vielerorts wurden Umgehungsstraßen gebaut, um den Verkehr aus den Städten, durch die die Bundesstraße 5 bislang führte, fernhalten zu können. In Schleswig-Holstein nahm die Verkehrsdichte zu, nachdem man die Bundesautobahn 23 zwischen Hamburg und Heide (Holstein) in Betrieb nahm. So wählen seit dem viele Verkehrsteilnehmer inzwischen diese an der Westküste verlaufende Strecke statt der Bundesautobahn 7, um in den Norden Deutschlands zu reisen. Die Bundesstraße 5, die den weiteren Verlauf der Bundesautobahn 23 darstellt, soll daher – so die derzeitigen Planungen – in naher Zukunft weiter ausgebaut werden. Die aktuellen Planungen (Stand: April 2008) sehen eine „1 + 2-Verkehrsführung“ für den Abschnitt zwischen Husum und Tönning (auf mittelfristige Sicht, Baubeginn 2011), den kreuzungsfreien Ausbau der bisherigen Gefahrenstellen „Büttel“ (Zusammenschluss der B 202 und B 5 bei Friedrichstadt) und die Verlegung zwischen Hattstedt und Bredstedt (das Planfeststellungsverfahren soll 2008 beginnen) vor. [1]
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Vor allem der Streckenabschnitt in Schleswig-Holstein wird oft als reizvoll bezeichnet. Die Straße verläuft hier fast parallel zur Nordseeküste und trägt zudem die Bezeichnung Grüne Küstenstraße. Die Städte Husum, Tönning, Friedrichstadt, Heide (Holstein) und Brunsbüttel zählen dabei zu den sehenswerten Orten, durch die die Bundesstraße 5 führt. Die Kanalhochbrücke Brunsbüttel im Zuge der B 5 ermöglicht einen Ausblick auf die Mündung des Nord-Ostsee-Kanals in die Elbe mit den dort befindlichen Schleusen sowie über weite Teile von Dithmarschen, Brunsbüttel und des Nord-Ostsee-Kanals. Direkt neben der Straße zwischen Geesthacht und dem Ortsteil Geesthacht-Krümmel befindet sich das Pumpspeicherwerk Geesthacht.
In Lauenburg/Elbe quert die Straße nicht nur den Elbe-Lübeck-Kanal sondern auch dessen Vorgänger, den Stecknitz-Kanal. Unmittelbar hinter der Kanalbrücke befindet sich wenige Meter südlich der Straße dessen historische Palmschleuse.
In Mecklenburg-Vorpommern, wo die B 5 über weite Teile der Strecke von der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein bis Ludwigslust eine Allee ist, befindet sich unweit der Straße das Landgestüt Redefin, eine 1812 erbaute Anlage im Stil des Klassizismus, auf der alljährlich Hengstparaden und Hallenturniere abgehalten werden. In Ludwigslust durchschneidet die auf diesen Metern gepflasterte Straße die Achse zwischen dem Barockschloss, das von 1763 bis 1837 Residenz mecklenburgischer Herzöge war, und der ehemaligen Hof- und heutigen Stadtkirche. In der Schneise in Richtung Schloss ist eine Gedenkstätte für die Opfer des KZ Wöbbelin zu sehen, 200 der zuvor in Massengräbern verscharrten Umgekommenen wurden hier nach Kriegsende beigesetzt.
Im Bundesland Brandenburg verläuft die B 5 durch das Dorf Ribbeck (bekannt durch das Gedicht von Theodor Fontane), das Anwesen der Herren von Ribbeck ist noch erhalten.

