Bundesstraße 5

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Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 5 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Waidhofener Straße.
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Bundesstraße 5 in Deutschland
Bundesstraße 5
Karte
Verlauf der B 5
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Ellhöft
(54° 54′ N, 8° 55′ O54.903858.910308)
Straßenende: Frankfurt/O.
(52° 21′ N, 14° 33′ O52.34787814.555164)
Gesamtlänge: 555 km

Bundesland:

Bundesstraße 5 in Berlin (Teilabschnitt Alt-Friedrichsfelde)
Bundesstraße 5 in Berlin (Teilabschnitt Alt-Friedrichsfelde)

Die Bundesstraße 5 (Abkürzung: B 5) durchquert Deutschland von der dänischen bis zur polnischen Grenze.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 5 beginnt in Nordfriesland am Grenzübergang Böglum/Sæd, wo sie an die dänische Primærrute 11 aus Tønder (dt.: Tondern) anschließt. Sie verläuft zunächst durch Schleswig-Holstein und ist im Hamburger Umland durch die Bundesautobahn 23 ersetzt. In Hamburg führt sie zunächst gemeinsam mit der Bundesstraße 4 auf der Kieler Straße durch den Bezirk Eimsbüttel, um dann – getrennt von der B4 – über die Fruchtallee auf den Ring 2, einen der drei Straßenhalbringe auf Hamburger Stadtgebiet, einzuschwenken, auf dem sie bis Eppendorf führt. Anschließend verläuft sie durch die dicht besiedelten Stadtteile Winterhude, Barmbek-Süd, Uhlenhorst, Eilbek und Hamm nach Osten. Ab Höhe der Güterumgehungsbahn ist sie für ca. fünf Kilometer als Kraftfahrstraße autobahnähnlich ausgebaut, bevor sie nach weiterem Verlauf Bergedorf und abermals durch Schleswig-Holstein hinter Lauenburg Mecklenburg-Vorpommern erreicht.

Der weitere Verlauf dieser Bundesstraße führt durch Brandenburg und Berlin. Auf dem Abschnitt von der Wilhelmstraße im Berliner Bezirk Spandau bis zum Alexanderplatz im Bezirk Mitte benutzen die Bundesstraßen 2 und 5 dieselbe Strecke über Heerstraße, Kaiserdamm, Bismarckstraße und Straße des 17. Juni. Ursprünglich durchquerte die B 5 das Brandenburger Tor. Nach der Umgestaltung des Pariser Platzes wird die Trasse nunmehr südlich über Ebertstraße, Behrenstraße und Glinkastraße um den Platz herumgeführt und verläuft dann weiter Unter den Linden zum Alexanderplatz.

Ab hier, am Anfang der Karl-Marx-Allee vereinigt sie sich mit der Bundesstraße 1. Als gemeinsame Streckenführung führt sie über den Strausberger Platz, Frankfurter Allee, Alt-Friedrichsfelde auf gerader Linie stadtauswärts nach Osten bis Müncheberg. Dort zweigt die Bundesstraße 5 ab und endet am Grenzübergang Frankfurt (Oder)/Stadtbrücke.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ehemalige Reichsstraße 5 (R 5) führte von Frankfurt (Oder) aus weiter über Crossen, Grünberg und Lüben bis nach Breslau und von dort aus über Ohlau, Brieg und Oppeln bis nach Beuthen (Oberschlesien).

Die Strecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) wurde 1803 fertiggestellt, die weitere Strecke zwischen Frankfurt (Oder) und Breslau wurde zwischen 1817 und 1819 erbaut. Im Jahr 1824 war der Straßenbau zwischen Breslau und Gleiwitz vollendet. Der Abschnitt zwischen Berlin und Hamburg wurde zwischen 1827 und 1830 gebaut und war die erste Kunststraße im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Die Teilstrecken nordwestlich von Hamburg wurden erst in den 1850er Jahren erbaut. Im Jahre 1858 war der Straßenbau von Itzehoe bis Bredstedt fertiggestellt, diese Straßen dienten jedoch in erster Linie als Zubringer zu den Eisenbahn-Stationen Husum, Itzehoe und Tönning.

In den frühen 1930er Jahren verlief die Fernverkehrs-, ab 1934 Reichsstraße 5 nördlich an Berlin vorbei, von Bückwitz über Eberswalde und Müncheberg (Mark) nach Frankfurt (Oder).[1][2] Den Anschluss von Berlin nordwestlich nach Bückwitz bildete die Reichsstraße 103. Mitte der 1930er Jahre wurde der Verlauf zwischen Eberswalde und Frankfurt (Oder) geändert und über Seelow und Lebus gelegt.[3] Der bei der R 5 entfallene Abschnitt zwischen Müncheberg und Frankfurt (Oder) wurde Teil einer neuen Reichsstraße 167. (Der aus dem Fernstraßennetz ausgeschiedene Abschnitt von Eberswalde bis Müncheberg wurde sechs Jahrzehnte später als Teil der Bundesstraße 168 wieder aufgestuft.) 1940/41 tauschte man bei einer erneuten, weitgehenden Änderung die Verläufe der R 5, R 103 und R 167, sodass die Reichsstraße 5 nun durch Berlin führte; dabei von Frankfurt (Oder) bis Müncheberg wieder auf dem ursprünglichen Weg, von Müncheberg bis Berlin-Mitte parallel mit der Reichsstraße 1 und von dort bis westlich von Berlin-Spandau parallel mit der Reichsstraße 2. Den östlichen und nördlichen Abschnitt um Berlin herum bezeichnete man nun als Reichsstraße 167.

Raststätte Quitzow (2011)

Besondere Bedeutung hatte die Bundesstraße 5 in der Zeit zwischen 1949 und dem 21. Dezember 1987, als sie die Funktion einer Transitstrecke durch die DDR zwischen West-Berlin und Westdeutschland übernahm. Während weiter südlich nur Autobahnen als Transitstrecken genutzt wurden, war die Bundesstraße 5, die auf dem Gebiet der DDR die Bezeichnung Fernverkehrsstraße 5 (kurz F 5) trug, die einzige Transit-Landstraße und konnte deshalb auch mit dem Fahrrad befahren werden. Grenzübergänge waren dabei die Heerstraße in Berlin-Staaken, am westlichen Ende Lauenburg/Horst. Die einzige Transit-Raststätte mit einer Intershop-Filiale auf dieser Strecke war in Quitzow. Da die Straße auch durch Städte und Gemeinden führte und somit aus Sicht der DDR stets die Gefahr der Kontaktaufnahme zwischen DDR-Bürgern und Transitreisenden bestand, war man Ende der 1970er Jahre bestrebt, den Verkehr über eine Autobahn zu leiten. Weil dies letztlich eine Verkürzung der Reisezeit bedeutete und daher auch ein Interesse aus Sicht der damaligen Bundesrepublik bestand, nahm man entsprechende Verhandlungen auf. Ab 1982 wurden dann einzelne Teilabschnitte der Autobahn Hamburg–Berlin in Betrieb genommen und der Transitverkehr verlagert.

Auch in Schleswig-Holstein hatte die Bundesstraße 5 eine Besonderheit: Bei Brunsbüttel quert die B 5 den Nord-Ostsee-Kanal. Bis zum Bau der Hochbrücke führte die B 5 durch den Stadtkern von Brunsbüttel, der Kanal wurde mittels der heute noch existierenden Fähren vor den Schleusen in Brunsbüttel passiert. Da diese oft überlastet waren, nutzten Ortskundige die kleinere Fähranlage in Ostermoor.

Seit den 1930er Jahren wurden vielerorts Umgehungsstraßen gebaut (z. B. die Ortsumgehung Elmshorn, die Störbrücke bei Itzehoe, die heutige Autobahn 23 zwischen den Anschlussstellen Hamburg-Stellingen und Pinneberg-Nord und die Ortsumgehung Husum Anfang der 1990er Jahre), um den Verkehr aus den Städten fernhalten zu können. In Schleswig-Holstein nahm die Verkehrsdichte zu, nachdem man die Bundesautobahn 23 zwischen Hamburg und Itzehoe, später Heide (Holstein) in Betrieb nahm. So wählen seitdem viele Verkehrsteilnehmer diese an der Westküste verlaufende Strecke statt der Bundesautobahn 7, um an die Westküste Schleswig-Holsteins oder Jütlands zu reisen. Die Bundesstraße 5, die ab Heide die Fortsetzung der Bundesautobahn 23 darstellt, soll daher – so die derzeitigen Planungen – in naher Zukunft weiter ausgebaut werden. Der höhenfreie Ausbau der bisherigen Gefahrenstelle „Büttel“ (Zusammenschluss der B 202 und B 5 bei Friedrichstadt) wurde 2013 abgeschlossen. Der Ersatzneubau der Störbrücke Itzehoe ist fertiggestellt, die alte Brücke wurde abgebrochen und die zweite Neubaubrücke soll 2014 fertiggestellt werden.

Die aktuellen Planungen (Stand: September 2010) sehen eine „1 + 2-Verkehrsführung“ für den Abschnitt zwischen Husum und Tönning und zwischen Itzehoe und Wilster sowie die Verlegung zwischen Hattstedt und Bredstedt auf eine neue Trasse vor.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Straße verläuft in Schleswig-Holstein fast parallel zur Nordseeküste und trägt die Bezeichnung Grüne Küstenstraße. Die Städte Husum, Tönning, Friedrichstadt, Heide und Brunsbüttel zählen dabei zu den sehenswerten Orten, durch die die Bundesstraße 5 führt, beziehungsweise bis zur Neutrassierung (Friedrichstadt) führte. Die Kanalhochbrücke Brunsbüttel im Zuge der B 5 ermöglicht einen Ausblick auf die Mündung des Nord-Ostsee-Kanals in die Elbe mit den dort befindlichen Schleusen sowie über weite Teile von Dithmarschen, Brunsbüttel und des Nord-Ostsee-Kanals. Direkt neben der Straße zwischen Geesthacht und dem Ortsteil Krümmel befindet sich das Pumpspeicherkraftwerk Geesthacht.

In Lauenburg quert die Straße nicht nur den Elbe-Lübeck-Kanal sondern auch dessen Vorgänger, den Stecknitzkanal. Unmittelbar hinter der Kanalbrücke befindet sich wenige Meter südlich der Straße dessen historische Palmschleuse.

Blick von der B 5 auf das Ludwigsluster Schloss und die KZ-Gedenkstätte

In Mecklenburg-Vorpommern, wo die B 5 über weite Teile der Strecke von der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein bis Ludwigslust eine Allee ist, befindet sich unweit der Straße das Landgestüt Redefin, eine 1812 erbaute Anlage im Stil des Klassizismus, auf der alljährlich Hengstparaden und Hallenturniere abgehalten werden. In Ludwigslust durchschneidet die auf diesen Metern gepflasterte Straße die Achse zwischen dem Barockschloss, das von 1763 bis 1837 Residenz mecklenburgischer Herzöge war, und der ehemaligen Hof- und heutigen Stadtkirche. In der Schneise in Richtung Schloss ist eine Gedenkstätte für die Opfer des KZ Wöbbelin zu sehen, 200 der zuvor in Massengräbern verscharrten Umgekommenen wurden hier nach Kriegsende beigesetzt.

Aus der Zeit des Chausseebaus sind in Mecklenburg-Vorpommern Meilen- und Halbmeilensteine erhalten geblieben. Auf den Ganzmeilensteinen befinden sich gusseiserne Tafeln mit Entfernungsangaben nach Berlin, Hamburg und Ludwigslust. Der Hauptmeilenstein in Ludwigslust ist der höchste und älteste Meilenstein Mecklenburg-Vorpommerns.[5]

Im Bundesland Brandenburg verläuft die B 5 durch die Stadt Wusterhausen/Dosse, in der 2011 das Wegemuseum eröffnet wurde, das sich mit der Geschichte der Fernstraße befasst, sowie durch das Dorf Ribbeck (bekannt durch das Gedicht von Theodor Fontane). Das Anwesen der Ribbecks ist heute noch erhalten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 5 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  SHELL Straßenkarte Nr. 8 - Brandenburg - Mecklenburg. SHELL Reisedienst, Braunschweig 1934 (Straßenkarte, Online auf landkartenarchiv.de, abgerufen am 9. Dezember 2011).
  2.  SHELL Straßenkarte Nr. 9 - Grenzmark - Pommern. SHELL Reisedienst, Braunschweig 1934 (Straßenkarte, Online auf landkartenarchiv.de, abgerufen am 9. Dezember 2011).
  3.  Der Deutsche Automobilclub e.V. (Hrsg.): DDAC Strassenzustandskarte von Deutschland. 1938 (Straßenkarte, Online auf landkartenarchiv.de, abgerufen am 9. Dezember 2011).
  4. A 23 - Ausbau der B 5. Ministerium für Wissenschafft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein, abgerufen am 9. Dezember 2011 (Projektseite).
  5. Der Ludwigsluster Hauptmeilenstein - ein beachtenswertes Denkmal, grabow-erinnerungen.de
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