Hasselfelde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.68972222222210.856111111111455Koordinaten: 51° 41′ 23″ N, 10° 51′ 22″ O

Hasselfelde
Wappen von Hasselfelde
Höhe: 455 m ü. NN
Fläche: 74,28 km²
Einwohner: 2904 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 38899
Vorwahl: 039459
Benneckenstein Elbingerode Elend Hasselfelde Königshütte Rübeland Sorge Stiege Tanne Trautenstein Landkreis HarzKarte
Über dieses Bild

Lage von Hasselfelde in Oberharz am Brocken

Hasselfelde ist ein Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken und ein staatlich anerkannter Luftkurort im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Blick auf Hasselfelde in Richtung Westen. Im Hintergrund der Brocken

Hasselfelde liegt auf dem Hochplateau im Unterharz, in einer kleinen, von der Hassel durchflossenen Senke. Die unmittelbare Umgebung des Orts ist nicht bewaldet und wird landwirtschaftlich genutzt.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Neben dem Ortskern gehört der Ortsteil Rotacker zu Hasselfelde.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals 1043 urkundlich erwähnt und erhielt 1222 das Stadtrecht. In ottonischer Zeit befand sich in Hasselfelde ein königlicher Jagdhof.

Von 1537 bis 1558 war Hasselfelde gemeinsam mit Stiege für 25.000 Gulden an die Grafen zu Stolberg verpfändet.

Die Stadt brannte in der Vergangenheit mehrmals vollständig ab, zuletzt 1893. Aus diesem Grund gibt es in Hasselfelde keine Gebäude, die vor dem letzten Brand gebaut wurden. Auch die St.-Antonius-Kirche wurde mehrere Male wieder aufgebaut; ihre Gemeinde gehört heute zur Propstei Bad Harzburg.

Trautenstein wurde am 1. Januar 2002 eingemeindet.[1]

Am 1. Januar 2010 schloss sich die Stadt Hasselfelde mit den Gemeinden Elend, Sorge, Stiege und Tanne sowie den Städten Elbingerode (Harz) und Benneckenstein (Harz) zur Stadt Oberharz am Brocken zusammen.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Hasselfelde

Blasonierung: „In Silber ein gestürztes grünes Haselblatt aus einem grünen Zweig wachsend.“

Hasselfelde besaß bis 2000 kein offiziell genehmigtes Wappen, führte jedoch in Gewohnheitsrecht nachweislich seit 1653 ein Wappen, das ein Blatt des Haselstrauches zeigte und somit als redendes Wappen anzusehen ist. Ob das Wappen schon früher offiziell genehmigt war, lässt sich nicht nachweisen. Mehrere Großbrände, die den Ort und dabei auch das Rathaus in Schutt und Asche legten, haben viele historische Unterlagen vernichtet, sodass ein Nachweis nicht geführt werden kann.

Das hier dargestellte Wappen ist gegenüber dem klassischen Vorbild nur gering geändert worden, um es der heraldischen Stilistik anzupassen. So wurden die Konturen in einheitlicher Strichstärke ausgeführt und Schraffuren im Blatt und im Zweig vernachlässigt. Das Redesign und Einbringung ins Genehmigungsverfahren realisierte der Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch.

Als Stadtfarben gelten Grün - Silber (Weiß).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Naturerlebnisdorf Blauvogel in Rotacker

Feriendorf Blauvogel[Bearbeiten]

Wegen seiner zentralen Lage mitten im Harz ist der Ort bei Touristen beliebt. Im Ortsteil Rotacker entstand nach der Wende das Naturerlebnisdorf Blauvogel mit einer Vielzahl von Ferienhäusern.

Westernstadt Pullman City

Westernstadt[Bearbeiten]

Pullman City am späten Abend

Am Ostrand der Stadt entstand im Jahr 2000 als Touristenattraktion der Nachbau einer Westernstadt, Pullman City Harz, deren Geschäftsführer damals gleichzeitig der Bürgermeister von Hasselfelde war. Am 8. April 2006 ist der Park in einen neuen Besitz übergegangen.

Harzköhlerei[Bearbeiten]

Schauköhlerei

An der Straße nach Blankenburg befindet sich die Harzköhlerei Stemberghaus. Dort wird in einem Freilichtmuseum noch immer traditionell Kohle hergestellt. Zum Gelände gehören auch das erst 2012 neu erbaute Restaurant Köhlerhütte und ein Souvenirladen.[3]

Wandern[Bearbeiten]

Von Hasselfelde aus sind seit der Öffnung der innerdeutschen Grenze Ausflüge in alle Richtungen und naturbelassene Landschaften möglich. Durch die Stadt führt die Südroute des Harzer Hexenstiegs vorbei an der Hasselvorsperre in Richtung Köhlerei Stemberghaus.

Harzer Schmalspurbahn[Bearbeiten]

In Hasselfelde gibt es einen Bahnhof der Harzer Schmalspurbahn. Hier endet eine Zweigstrecke der Selketalbahn aus Richtung Stiege.

Ausflugsziele[Bearbeiten]

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Umgebung sind der Brocken, die Rübeländer Tropfsteinhöhlen, mehrere Schaubergwerke aus der alten Bergbautradition des Harzes, die Fachwerkstädte Wernigerode, Quedlinburg und Stolberg, Rosstrappe und Hexentanzplatz im Bodetal, die Kaiserstadt Goslar, das Josephskreuz auf dem Großen Auerberg, die Rappbode-Talsperre mit der Hasselvorsperre und der Carlshausturm auf der 626 m hohen Carlshaushöhe.

Denkmale[Bearbeiten]

  • Denkmal für Hermann Blumenau am Bahnhof.
  • Gedenkstein von 1993 auf dem Marktplatz für die Opfer von Krieg und Gewalt
  • Gedenkstein von 1967 auf dem Friedhof für zehn unbekannte KZ-Häftlinge, die im April 1945 bei einem Todesmarsch aus dem KZ Dora-Mittelbau von SS-Männern ermordet und dort begraben wurden
  • Gedenkstein auf dem Friedhof: "Zum Gedenken an 30 deutsche und 60 amerikanische Soldaten. April 1945"

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In Hasselfelde finden jedes Jahr drei große Feste statt. Ostersonnabend wird das durch den ortsansässigen Osterfeuerverein organisierte Osterfeuer angezündet. Der Höhepunkt des Jahres in Hasselfelde ist das Schützenfest, das zu Pfingsten stattfindet und somit wie auch das Köhlerfest am ersten Wochenende im August einen festen Termin hat.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Hasselfelde

Hasselfelde liegt an den Bundesstraßen 242 und 81, die wichtige West-Ost bzw. Nord-Süd-Strecken durch den Harz darstellen. Der Ortsteil ist per Bahn über das Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen sowohl von Nordhausen als auch von Gernrode und Quedlinburg über die Selketalbahn zu erreichen. Im Ortszentrum befindet sich der Busbahnhof, an dem Linien der Harzer Verkehrsbetriebe, Q-Bus Nahverkehrsgesellschaft und Verkehrsgesellschaft Südharz halten; dadurch hat man in alle Himmelsrichtungen eine Busverbindung.

Zur Entwicklung des Postwesens in Hasselfelde siehe:

Bildung[Bearbeiten]

In Hasselfelde befindet sich neben einem Kindergarten auch die Dr. Hermann Blumenau Grundschule. Die gleichnamige Sekundarschule wurde im Jahr 2006 geschlossen.

Religionen[Bearbeiten]

St.-Antonius-Kirche

Evangelisch-lutherische Kirche[Bearbeiten]

In Hasselfelde befindet sich die evangelische St.-Antonius-Kirche, zur Propstei Bad Harzburg gehörend.[4] Das nach Plänen des braunschweigischen Baumeisters Carl Theodor Ottmer (Schinkelschüler) erbaute Gotteshaus wurde 1851 eingeweiht. Altar und Kanzel im neugotischen Stil schuf Bildhauer Wilhelm Sagebiel aus Braunschweig. Eine kunsthistorische Besonderheit der Kirche ist das 1902 von Hofmaler Adolf Quensen, Braunschweig, geschaffene Wandbild an der Altarwand, das 2002 freigelegt und restauriert worden ist.

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten]

Die katholische Kapelle Maria vom hl. Rosenkranz wurde 2006 aufgegeben. Da sich in Folge des Zweiten Weltkriegs auch im seit der Reformation evangelisch geprägten Hasselfelde katholische Heimatvertriebene niedergelassen hatten, wurde 1951 die Kuratie Hasselfelde errichtet. Da Hasselfelde damals zum Bistum Hildesheim gehörte, wurde von dort mit Wilhelm Lehnert (1915–2010) ein Kuratus nach Hasselfelde versetzt. 1957 wurde durch Umbau eines Schafstalls die Kapelle errichtet. Im Jahre 2002 trat Pfarrer Lehnert 87-jährig in den Ruhestand und zog in ein Altenpflegeheim in Nordhausen.[5] Am 29. Januar 2006 fand in der Kapelle der letzte Gottesdienst statt. Heute finden katholische Gottesdienste seitens der Pfarrei St. Josef (Blankenburg) in der evangelischen St.-Antonius-Kirche von Hasselfelde statt.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Blumenau-Denkmal

Söhne und Töchter des Ortsteils[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit Hasselfelde in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hasselfelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  3. Website der Schauköhlerei Stemberg, abgerufen am 8. Mai 2014.
  4. Website des Ev.-luth. Pfarrverbandes Hasselfelde mit Stiege und Allrode, abgerufen am 8. Mai 2014.
  5. Geschichte der katholischen Kapelle Hasselfeldes auf Website des Bistums Magdeburg, abgerufen am 29. Oktober 2014.
  6. Website der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef Blankenburg, abgerufen am 8. Mai 2014.