Holstein-Stadion

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Holstein-Stadion
Holstein-Stadion
Holstein-Stadion
Frühere Namen

Holstein-Platz (bis 1965)

Daten
Ort DeutschlandDeutschland Kiel, Deutschland
Koordinaten 54° 20′ 57″ N, 10° 7′ 25″ O54.34916666666710.123611111111Koordinaten: 54° 20′ 57″ N, 10° 7′ 25″ O
Eigentümer Stadt Kiel
Eröffnung 15. Oktober 1911
Erstes Spiel Holstein Kiel - Berliner FC Preussen 3:4
Renovierungen 1922, 1927, 1949, 1957, 1975, 2006, 2009, 2011, 2013
Oberfläche Naturrasen
Kosten 1911: 14.500 Goldmark
Kapazität 11.386 Plätze
erweiterbar auf 15.000 Plätze
Spielfläche 104 × 68 m
Verein(e)

Holstein Kiel

Veranstaltungen

Das Holstein-Stadion ist das größte Fußballstadion der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel und Heimat des Fußballvereins Holstein Kiel. Das Stadion befindet sich im Kieler Norden im Stadtteil Kiel-Wik, ca. 4 Kilometer vom Kieler Hauptbahnhof entfernt.

Seit 1911 trägt Holstein Kiel an diesem Ort seine Heimspiele aus. Es ist somit eine der traditionsreichsten und ältesten Spielstätten im deutschen Fußball. Die Spielstätte gehört zu den zwanzig ältesten in ganz Deutschland und ist die älteste in Schleswig-Holstein.[1] Zu dem Stadiongelände gehört neben einen Rehazentrum und Gastronomiebetrieb auch eine Turnhalle und ein Trainingsplatz hinter der Nord-Tribüne (Ernst Föge Platz[2])

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Tribüne im Holstein-Stadion von 1911
Grundsteinlegung 1950

Das Stadion wurde am 15. Oktober 1911 nach vier Monaten Bauzeit vom FV Holstein als Holstein-Platz eröffnet. Die Kosten beliefen sich damals auf 14.500 Goldmark, die der Platz (8.800 ) und die Holz-Tribüne (5.700 ℳ) gekostet haben. [3]

Der Holstein-Platz wurde 1922 nach einer verheerenden Windhose erweitert und vergrößert. Neben einer neuen Tribüne wurden zusätzlich Stehplatztraversen hinzugefügt, so dass das Stadion im Jahre 1923 ca. 8.000 Zuschauern Platz bot. 1927 fand ein Generalumbau zum Sportplatz statt (z.B. Errichtung einer Leichtathletikbahn) und in den 40er Jahren bot das Stadion 18.000 Zuschauern Platz. Durch Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion schwer zerstört und im Jahre 1949 begann man mit dem Wiederaufbau des Stadions. Am 28. Juni 1950 wurde die heutige Haupttribüne mit einer Begegnung gegen den FC Schalke 04 (2:2) feierlich eingeweiht. Nach der Erweiterung der Traversen auf der Gegengerade bot das Stadion nun 30.000 Zuschauern Platz. Nur vier Tage später wurde vor 22.000 Zuschauern das erste offizielle Endspiel um die Deutsche Feldhandballmeisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen dem THW Kiel und dem SV Polizei Hamburg ausgetragen, das die Gastgeber knapp mit 10:9 gewinnen konnten. 1957 wurde die Flutlichtanlage mit einer Begegnung gegen Fortuna Düsseldorf (0:0) eingeweiht und 1965 das Stadion offiziell von Holstein-Platz in Holstein-Stadion umbenannt. 1973 verkaufte der Verein aufgrund von Schulden (verursacht durch Schäden in Höhe von 40.000 DM durch eine Windhose 1971) und leeren Kassen das Areal an die Stadt Kiel.[4] 1975 Wurde das Stadion nach dem Verkauf an die Stadt generalüberholt. Mit Ausnahme des Jahres 1975, wurde bis zum Jahre 2006 am Stadion mehr geflickt als gebaut, wodurch auch die genehmigte Zuschauerkapazität im Laufe der Zeit auf 13.500 Plätze sank.

Das Stadion befand sich früher am Mühlenweg 297, nach dem Umbau der Straße im Jahre 1995[5] lautet die heutige Anschrift des Stadions Westring 501.

Stadionumbau[Bearbeiten]

Stadionumbau 2006[Bearbeiten]

Der DFB erklärte das alte Holstein-Stadion als nicht mehr drittligatauglich

Am Ende der Saison 2005/2006 erklärte die Deutsche Fußball Liga (DFL), dass das Stadion von den für die Lizenzierung zuständigen DFB-Kontrollgremien als nicht mehr drittligatauglich eingestuft worden war. Damit forderte die DFL umfangreiche Sanierungen, darunter eine Erhöhung der Gesamt- und Sitzplatzkapazität, eine fernsehtaugliche Flutlichtanlage, und gewisse Sicherheitsmaßnahmen. Bei Nichterfüllung der Auflagen drohte der DFB, Holstein Kiels Lizenz zu entziehen, was den Club davon abgehalten hätte, sich im Falle eines Aufstiegs für die 2. Bundesliga zu qualifizieren. Danach haben der Kieler Stadtrat und die Holstein Kiel Marketing GmbH einen Plan entworfen, rund 1,8 Millionen Euro zur Sanierung aufzubringen. [6] Die Stadt Kiel bezahlte 1.000.000 Euro, die ausschließlich verwendet wurden, um die Sicherheitsauflagen des DFB[7] und die der Versammlungsstättenverordnung von Schleswig-Holstein vom 5. Juli 2004[8] zu erfüllen und der Verein den Rest von 800.000 Euro.

Zu den deutlichsten Verbesserungen zählt die Entfernung der baufälligen Betonstufen, die früher das Spielfeld umringten. Statt die alten Stehtraversen mit Wellenbrechern und neuen Eingängen auszustatten, sind zwei neue überdachte Stahlrohr-Tribünen auf der alten Gegengerade und hinter dem Westtor entstanden.

Die Nordtribüne ist mit 954 Sitzplätzen ausgestattet, eingerahmt von zwei Stehplatzblöcken für je 1.200 Zuschauer. Die ehemalige Westkurve wurde durch die 81 Meter lange Westtribüne ersetzt und bietet 3.380 Stehplätze. Beide Tribünen sind beinahe zwölf Meter hoch und rücken jetzt bis auf nur sechs (Gegengerade) bzw. acht Meter an die Spielfläche heran. Die Stehplatzränge des Gästeblocks in der Ostkurve sind mit Wellenbrechern und rund 400 Meter neuem Zaun versehen. Durch eine Neugestaltung der Wege zum Stadion sind getrennte Zugänge für Spieler, Schiedsrichter und sonstige Offizielle ermöglicht. Zusätzlich wurden neue Kioske, WC-Anlagen, und ein aufgeständerter Polizeicontainer aufgestellt. Das Fassungsvermögen nach dem Umbau liegt bei 11.386 Plätzen und kann auf 15.000 erweitert werden, genug um die Bedingungen einer Zweitliga-Lizenz zu erfüllen. Als Fankurve hat sich Block I auf der Westtribüne etabliert. Durch den Umbau hat sich die Akustik merklich verbessert, so dass Fangesänge jetzt weit über die Blockgrenzen hinaus im ganzen Stadion gehört werden können.

Stadionumbau 2009[Bearbeiten]

Seit 2006 die neue Westtribüne/West-Kurve mit Block H und I. Rechts oben im Bild einer von den vier alten Flutlichtmasten.

Durch den Drittligaaufstieg 2009 wurde die Stadion-Thematik wieder aufgerollt, da das Holstein-Stadion erneut die stetig steigenden DFB Anforderungen für die 3.Liga und diesmal sogar die Anforderungen der Regionalliga (4. Liga) nicht erfüllte. Ein neuer Finanzierungsplan wurde erstellt, der insgesamt um die 4.050.000 Euro betrug. Der Betrag diente zur Erfüllung der Lizenzauflagen des Holstein-Stadions für die 3. Liga und 4.Liga, sowie größtenteils für die Erweiterung des Nachwuchsleistungszentrums Projensdorf. Der Verein Holstein Kiel zahlte um die 2.131.100 Euro, der Bund und das Land Schleswig-Holstein zusammen 1.058.900 Euro und die Stadt Kiel den Rest von rund 860.000 Euro.[9]

Die notwendigste Lizenzauflage war die Spielfeldbeleuchtung.[10] Während die alten Flutlichtmasten teilweise nur Werte unter 250 Lux erreichten und die vom DFB verlangte Mindestleistung von 400 Lux deutlich unterboten, leuchten die vier neuen 40,3 Meter hohen, fernsehtauglichen Flutlichtmasten mit 800 Lux und können sogar auf 1.200 Lux nachgerüstet werden.[11] Andere Baumaßnahmen die vom DFB verlangt und umgesetzt wurden waren Pufferzonen in den Zuschauerblöcken, neue Rettungs- und Fluchtwege, Sicherheitsbeleuchtung inklusive Ersatzstromversorgung, Befestigung der Parkflächen, eine Videoanlage, eine Sicherheitszentrale sowie medientechnische Anforderungen. Die Bauarbeiten am Stadion begannen am 22. Juni 2009 und schlossen Ende September 2009 ab. Eingeweiht wurden die neuen Flutlichtmasten am 2. Oktober 2009 in der Begegnung gegen die II Mannschaft vom VfB Stuttgart (2:0).

Seit Mitte August 2011 ziert das Holstein-Stadion eine 40 m² große LED-Wand, welche vor der Gästekurve und hinter dem Tor steht. Eingeweiht wurde die Videowand am 26. August in der Regionalligapartie gegen den SV Wilhelmshaven (4:2).[12] Die Kosten für die LED-Wand betrugen um die 200.000 EUR. [13]

Ab Ende Juli 2013 verfügt der Platz über eine neue Drainage und erstmals über eine Rasenheizung. Die Kosten der Umbaumaßnahme belaufen sich auf bis zu 700.000 Euro. [14] [15]

Panorama[Bearbeiten]

Panoramafoto, aufgenommen von der Westtribüne/West-Kurve. Im Hintergrund zwei der vier 40.3 Meter hohen neuen Flutlichtmasten
Panoramafoto, aufgenommen auf dem Stadionparkplatz

Kapazitäten[Bearbeiten]

Bereich Plätze
überdachte Sitzplätze 1.854 Plätze
nicht überdachte Sitzplätze 580 Plätze
überdachte Stehplätze 5.780 Plätze
nicht überdachte Stehplätze 3.172 Plätze
Summe/insgesamt 11.386 Plätze

Zuschauerrekorde[Bearbeiten]

  • 20. Oktober 1912: 2.345 Zuschauer, Freundschaftsspiel gegen Akademisk Boldklub København (Dänemark)
  • 23. März 1913: 4.050 Zuschauer, Freundschaftsspiel gegen Ilford (London) F.C. (England)
  • 1. März 1914: 6.200 Zuschauer, Norddeutsche Liga gegen Altona 93 (Rekord für Norddeutschland)
  • 1923: 8.000 Zuschauer, Freundschaftsspiel gegen die SpVgg Fürth
  • 2. Juni 1929: 12.000 Zuschauer, Norddeutsche Meisterschaft 1929/30 gegen den Hamburger SV
  • 30. Mai 1943: 18.000 Zuschauer, Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1942/43 gegen den FC Schalke 04
  • 2. Juli 1950: 30.000 Zuschauer, Endspiel der deutschen Feldhandball-Meisterschaft 1949/50 zwischen dem THW Kiel und der SV Polizei Hamburg
  • 23. März 1951: 30.000 Zuschauer, Oberliga Nord 1950/51 gegen den Hamburger SV

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Holstein-Stadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das große Buch der deutschen Fußballstadien ISBN 978-3-89533-668-3, Seite 368
  2. Holstein Kiel Präsident von 1921–30 und 1948–49 geb. 1891 † Oktober 1949
  3. 30 Jahre Holstein Kiel, Seite 61
  4. 100 Jahre Holstein Kiel, Seite 238
  5. Hans-G. Hilscher, Dietrich Bleihöfer: Kieler Straßenlexikon. 5. Auflage, Landeshauptstadt Kiel, Kiel 2012. (Online, PDF-Datei, 2,16 MB) Seite 202
  6. 2006 Das neue Holstein-Stadion
  7. Kieler Nachrichten vom 12. Juli 2006: Alles gut bedacht für die Stimmung
  8. Versammlungsstättenverordnung von Schleswig-Holstein vom 5. Juli (PDF; 554 kB)
  9. Einigung in der Stadionfrage
  10. Störche weiter ohne Flutlicht, stadionwelt.de
  11. Holstein-Stadion erstrahlt in neuem Licht
  12. LED-Wand feiert Premiere
  13. LED Wand
  14. Quelle: Nord Sport Juni 2013
  15. Neue Rasenheizung KN-Online