Jean Leray

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Jean Leray in Oberwolfach, 1961

Jean Leray (* 7. November 1906 in Chantenay-sur-Loire (heute Teil von Nantes); † 10. November 1998 in La Baule-Escoublac, Département Loire-Atlantique) war ein französischer Mathematiker. Bekannt ist sein Name vor allem durch Ergebnisse in der Topologie und der Funktionalanalysis.

Leben[Bearbeiten]

Leray studierte ab 1926 an der ENS Paris, und wurde 1933 bei Henri Villat promoviert[1]. 1932 heiratete er Marguerite Trumier, mit der er drei Kinder hatte.

1934 publizierte Leray zusammen mit Juliusz Schauder eine Arbeit über Topologie und partielle Differentialgleichungen, in der sie den leray-schauderschen Abbildungsgrad definierten. Im selben Jahr veröffentlichte er Ergebnisse zur Existenz und Eindeutigkeit regulärer Lösungen der Navier-Stokes-Gleichungen, die bis heute wegweisend sind. Er zeigte die Existenz sogenannter schwacher Lösungen in zwei Dimensionen (der Fall dreier Dimensionen ist bis heute offen und eines der Millennium-Probleme). Leray wurde 1936 Professor in Nancy. In den Jahren 1940 bis 1945 war er Kriegsgefangener in Edelbach in Österreich, wo er an einer Schule für seine Mitgefangenen mitarbeitete und dabei sowohl die Ideen für Spektralsequenzen in der Topologie als auch für die Garbentheorie hatte. Der Satz von Leray zur Bestimmung von Garbenkohomologiegruppen ist mit seinem Namen verbunden. 1947-1978 war er Professor am Collège de France in Paris.

1979 wurde er mit dem Wolf-Preis ausgezeichnet. 1971 erhielt er den Feltrinelli-Preis und 1988 die Lomonossow-Goldmedaille. Er war Kommandeur der Ehrenlegion. 1967 wurde er Ehrendoktor der University of Chicago.

Im Jahr 1953 wurde Leray Mitglied der Académie des sciences, 1965 Mitglied der National Academy of Sciences und 1966 Mitglied der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften. Er war außerdem Fellow der Royal Society, Mitglied der königlich belgischen Akademie der Wissenschaften, der Accademia dei Lincei, der Mailänder, Turiner, Göttinger Akademie der Wissenschaften und der polnischen Akademie der Wissenschaften.

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gazette des Mathematiciens, Supplement zu Nr.84, 2000, S.1-88 (Leray gewidmet, Artikel von J.-M. Kantor, Yvonne Choquet-Bruhat, J. Y. Chemin, H. Miller, J. Serrin, R. Siegmund-Schultze, A. Yger, C. Houzel, Paul Malliavin)
  • Anna Maria Sigmund, Peter Michor, Karl Sigmund Leray in Edelbach, Mathematical Intelligencer, 2005, Nr.2
  • Armand Borel, Gennadi Henkin, Peter Lax Jean Leray (1906-1998), Notices American Mathematical Society, Band 47, Nr.3, 2000, S. 350-356, Online

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mathematics Genealogy Project