Saharon Shelah

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Saharon Shelah (hebräisch ‏שהרן שלח‎; * 3. Juli 1945 in Jerusalem) ist ein israelischer Mathematiker. Er ist Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem sowie an der Rutgers University in New Jersey, USA. Shelah arbeitet auf dem Gebiet der mathematischen Logik, insbesondere in Modelltheorie und Mengenlehre.

Shelah in seinem Büro an der Rutgers-Universität, 2005

Er ist der Sohn des israelischen Dichters und politischen Aktivisten Yonatan Ratosh. Er studierte 1962 bis 1964 in Tel Aviv und 1965 bis 1967 an der Hebräischen Universität in Jerusalem, an der er 1969 bei Michael O. Rabin promovierte. Er lehrte danach and er Hebräischen Universität, an der er 1974 Professor wurde.

Shelah hat über 900 mathematische Arbeiten publiziert, etwa 500 davon mit insgesamt 200 Koautoren (Stand: 2009).

1977 erhielt er den ersten Erdős-Preis, 1998 den Israel-Preis, 2000 den Bolyai-Preis und 2001 den Wolf-Preis für Mathematik. 1983 erhielt er den Karp-Preis. 1986 hielt er einen Plenarvortrag auf dem Internationalen Mathematikerkongress (ICM) in Berkeley (Taxonomy of Universal and other Classes) und 1974 war Invited Speaker auf dem ICM in Vancouver (Why there are many nonisomorphic models of unsuperstable theories). Für 2013 wurde ihm der Leroy P. Steele Prize zugesprochen für sein Buch Classification theory and the number of nonisomorphic models.

In der Laudatio für den Wolf-Preis[1] wurde seine international führende Rolle in den Grundlagen der Mathematik und in der mathematischen Logik hervorgehoben und die Begründung neuer Theorien in der Mengenlehre, wie „proper forcing“. Seine pcf-Theorie („Theorie möglicher Kofinalitäten“) stellt eine bemerkenswerte Verfeinerung des Kardinalitätsbegriffs dar, die den Beweis einer ganzen Reihe neuer Resultate in einem Gebiet ermöglicht hat, das bis dahin von Unabhängigkeitsresultaten dominiert war. In der Modelltheorie verfolgte er ein einflussreiches Programm der „Stabilitätstheorie“, das die Klassifizierung von Modellen einer Theorie zum Ziel hat. Die Stabilitätstheorie geht auf Arbeiten von Michael Morley (1965) und Shelah (1969) zurück.[2] Seine Untersuchungen haben auch außerhalb der eigentlichen Grundlagenforschung der Mathematik viele Anwendungen gefunden (z. B. Kombinatorik, Banachräume, Maßtheorie, Gruppentheorie, Topologie).

Mit Matthew Foreman und Menachem Magidor führte er 1988 Martin´s Maximum ein, ein starkes Forcing-Axiom, dass Martins Axiom verallgemeinert.[3]

2012 hielt er einen Plenarvortrag auf dem Europäischen Mathematikerkongress (ECM) in Krakau (Classifying classes of structures in model theory).

Schriften[Bearbeiten]

  • Proper forcing, Springer 1982
  • Proper and improper forcing, 2. Auflage, Springer 1988
  • Around classification theory of models, Springer 1986
  • Classification theory and the number of nonisomorphic models, Studies in Logic and the Foundations of Mathematics, 1978, 2. Auflage 1990, Elsevier
  • Cardinal Arithmetic, Oxford University Press 1994

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saharon Shelah – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Laudatio auf den Wolf Preis 2001
  2. Shelah Stable theories, Israel J. Math., Band 7, 1969, S. 187–202
  3. Foreman, Magidor, Shelah Martin's maximum, saturated ideals, and nonregular ultrafilters. I., Annals of Mathematics, Band 127, 1988, S. 1–47