Ingrid Daubechies

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ingrid Daubechies (Dezember 2005)

Ingrid Daubechies (* 17. August 1954 in Houthalen, Belgien) ist Professorin und Direktorin des Fachbereichs Mathematik der Princeton University, USA. Mit den von ihr eingeführten und untersuchten Wavelets (siehe Daubechies-Wavelets) hat sie die Grundlage für die praktische Anwendung der Wavelet-Transformation gelegt.

Leben[Bearbeiten]

Aufgewachsen ist Ingrid Daubechies in Belgien als Tochter eines Bergbau-Ingenieurs und einer Kriminologin. Nach Beendigung ihrer Schulausbildung studierte sie Physik an der Vrije Universiteit Brussel und erhielt 1975 den Bachelor in Physik. 1980 promovierte Daubechies in Physik und arbeitete nach der Promotion noch bis 1987, erst als Forschungsassistentin, später als Forschungsdozentin in der Abteilung für Theoretische Physik an der Freien Universität Brüssel. 1987 zog Ingrid Daubechies in die USA, um als technische Mitarbeiterin im mathematischen Forschungszentrum der AT&T Bell Laboratorien die Wavelet-Theorie weiter auszubauen. Zeitgleich zu ihrer Arbeit in den Bell Laboratorien lehrte sie 1990 als Professorin an der University of Michigan und von 1991 bis 1994 an der Rutgers University im US-Bundesstaat New Jersey. Seit 1993 ist Ingrid Daubechies Professorin im Fachbereich Mathematik an der Princeton University und seit 1997 dessen Direktorin. Ihr Forschungsschwerpunkt sind die mathematischen Aspekte der Zeit-Frequenz-Analyse, dort vor allem Wavelets und deren Anwendungen.

Sie ist mit dem Mathematiker und Informatiker Robert Calderbank verheiratet und hat zwei Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1992 war Ingrid Daubechies MacArthur Fellow. Die American Mathematical Society, deren Fellow sie ist, verlieh ihr 1994 den Leroy P. Steele Prize für schriftliche Darstellung für ihr Buch Ten Lectures on Wavelets. 2006 hielt sie die Noether Lecture. Ebenfalls 1994 hielt sie einen Plenarvortrag auf dem ICM in Zürich (Wavelets and other phase localization methods). 1998 wurde sie zum Mitglied der National Academy of Sciences und des Institute of Electrical and Electronics Engineers gewählt. Im Jahr 2000 erhielt Daubechies den NAS Award in Mathematics. 2007 wurde sie im Rahmen des ICIAM-Kongresses in Zürich der Pionier-Preis verliehen. Sie erhielt ihn gemeinsam mit Heinz Engl von der Johannes Kepler Universität Linz. 2011 erhielt sie erneut den Leroy P. Steele Prize für herausragende Forschungsleistungen und insbesondere ihre Arbeit Orthonormal bases of compactly supported wavelets (Communications on Pure and Applied Mathematics, Band 41, 1988, S. 909-996). Ebenfalls 2011 wurde sie mit der Benjamin Franklin Medal ausgezeichnet und der IEEE Jack S. Kilby Signal Processing Medal. 2012 erhielt sie den Nemmers-Preis für Mathematik.

Publikationen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]