Kangaroo-Route

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Airbus A380 der Fluglinie Qantas mit dem charakteristischen Känguru-Logo auf dem Leitwerk.

Die Kangaroo-Route ist eine ursprünglich von der Fluglinie Qantas verwendete,[1] heute allgemeine Bezeichnung für Flugrouten von Europa nach Australasien.

Allgemeines[Bearbeiten]

Der Name „Kangaroo-Route“ kommt dadurch zustande, dass bis heute mindestens ein Zwischenstopp für diese Strecke notwendig ist (ähnlich dem Hüpfer eines Kängurus) und Kängurus nur in Australasien in der freien Natur vorkommen. An ihre Herkunft und die historische Bedeutung dieser Route für die Fluggesellschaft Qantas erinnert auch heute noch ein Känguru in ihrem Logo.

Theoretisch könnten die Flüge auf dieser Route mit Ultralangstreckenflugzeugen wie dem Airbus A380, Airbus A340, der Boeing 777 oder der Boeing 747 auch ohne Zwischenstopp durchgeführt werden, was Qantas mit einer speziell präparierten Boeing 747-400 am 16./17. August 1989 auch einmalig durchführte.[2] Allerdings wäre der Linienbetrieb zu unwirtschaftlich und die entstehende Zeitersparnis von 1 bis 2 Stunden kein großer Unterschied gegenüber heute üblichen 22 Stunden.

Die Zwischenstopps finden meistens in Asien statt, etwa in Singapur, Hongkong, Bangkok, Taipei, Shanghai oder Peking. Inzwischen bedienen aber auch die Fluglinien Etihad, Emirates und Qatar Airways diese Strecke, mit Zwischenstopp in ihren Drehkreuzen Abu Dhabi, Dubai bzw. Doha.

Da insbesondere in Australien und Neuseeland große Teile der Bevölkerung europäischer Abstammung sind, ist die Bedienung der Kangaroo-Route bei dort ansässigen Fluglinien für einen großen Teil des Gewinns verantwortlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1935 begann Qantas, Flüge von Australien nach Singapur anzubieten. Von Singapur aus gab es wiederum Anschlussflüge von Imperial Airways nach London. Erstmals ohne Wechsel des Flugzeugs bedient wurde die Kangaroo-Route jedoch erst am 1. Dezember 1947 von Qantas auf der Strecke von Sydney nach London, damals mit Zwischenstopps in Darwin, Singapur, Kalkutta, Karachi, Kairo und Tripolis und zwei Übernachtungen. Der Preis für Hin- und Rückflug betrug 585 Pfund, was dem damaligen Durchschnittslohn von 130 Arbeitswochen entsprach.[3]

Von Januar 1958 an bot Qantas als Alternative zur Kangaroo-Route auch die „Southern Cross Route“ an, die von Australien über den Pazifik und Nordamerika nach Europa führte. Ab 1964 wurde eine weitere Alternative, die „Fiesta Route“ angeboten, die über Tahiti, Mexiko und die Karibik nach Europa führte. In den 1970er Jahren jedoch wurde die „Fiesta Route“ und die Transatlantik-Flüge von Qantas wieder eingestellt, wobei die „Southern Cross Route“ noch heute, etwa von Air New Zealand, angeboten wird.

Mit Beginn des Jet-Zeitalters verwendete Qantas 1959 erstmals die Boeing 707 auf der Strecke, 1971 auch die Boeing 747. Durch den Einsatz dieser Flugzeuge verringerte sich die benötigte Reisezeit, die Anzahl der Zwischenstopps und damit auch die Kosten. Da die Flugtickets so billiger wurden, war der Flugverkehr auf dieser Strecke nun auch für mehr Passagiere zugänglich und Qantas bekam auf der Kangaroo-Route erstmals ernstzunehmende Konkurrenz durch andere Fluglinien.

Seit dem 19. Januar 2009 wird auf dieser Route auch der Airbus A380 eingesetzt, unter anderem von Qantas.[4]

Heute wird die Kangaroo-Route von über 25 Fluglinien angeboten, darunter Qantas, Air New Zealand, British Airways, Cathay Pacific, China Eastern, Korean Air, Qatar Airways, Singapore Airlines und Thai Airways.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte der Fluglinie Qantas (englisch)
  2. Non-Stop-Flug von London nach Sydney 1989 (englisch)
  3. Artikel "60 Jahre Kangaroo-Route" (englisch)
  4. Einsatz des Airbus A380 auf der Kangaroo-Route (englisch)
  5. Pressemittelung über Kangaroo-Route von Qantas (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]