Alitalia

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Alitalia
Logo der Alitalia
Airbus A320-200 der Alitalia
IATA-Code: AZ
ICAO-Code: AZA
Rufzeichen: ALITALIA
Gründung: 1946
Sitz: Fiumicino, ItalienItalien Italien
Drehkreuz:

Rom-Fiumicino

Heimatflughafen: Rom-Fiumicino
Unternehmensform: S.p.A.
ISIN: IT0003918577
IATA-Prefixcode: 055
Leitung: Gabriele del Torchio (CEO)
Mitarbeiterzahl: 14'236 [1]
Umsatz: 3,1 Milliarden[1] (2012)
Fluggastaufkommen: 25 Millionen[1] (2012)
Allianz: SkyTeam
Vielfliegerprogramm: MilleMiglia
Flottenstärke: 102 (+ 2 Bestellungen)
Ziele: national und international
Webseite: alitalia.de

Alitalia ist die größte italienische Fluggesellschaft mit Sitz in Fiumicino;[2] ihr Drehkreuz befindet sich auf dem dortigen Flughafen Rom-Fiumicino. Alitalia ist ein Tochterunternehmen der Compagnia Aerea Italiana und Mitglied der Luftfahrtallianz SkyTeam.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Jahre[Bearbeiten]

Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Ala Littoria Italiens nationale Fluggesellschaft. Nach Aufhebung des durch die Alliierten verhängten Flugverbots wurde Alitalia am 16. September 1946 von der italienischen Regierung und der BEA unter dem Namen Aerolinee Italiane Internazionali gegründet. BEA und das italienische Regierungsinstitut für den industriellen Wiederaufbau (IRI) brachten den größten Teil des Kapitals auf. Nur 12 % entfielen auf Privatpersonen. Etwa zur gleichen Zeit kam es in Zusammenarbeit mit der Trans World Airlines (TWA) zur Gründung der Linee Aeree Italiane SpA (LAI). Der LAI wurden die Inlandsdienste übertragen. Aerolinee Italiane Internazionali bekam den Auftrag, ein internationales Flugnetz aufzubauen.

Am 5. Mai 1947 begann der Flugbetrieb mit einer Fiat G.12 auf der Linie Turin-Rom-Catania. Daneben setzte sich die Flotte aus Savoia Marchetti SM.95 und Avro Lancastrian zusammen. Bis Jahresende führte die Gesellschaft auf ihren sieben Linien 821 Flüge durch und erreichte 1.985 Flugstunden. Das Streckennetz hatte eine Länge von 9.185 km. Die Belegschaft bestand aus acht Direktoren, 55 Besatzungsmitgliedern, 94 Angestellten und 136 Arbeitern. Bei der Gründung standen der Gesellschaft nur einige hundert Millionen Lire zur Verfügung. Kapitalaufstockungen ermöglichten den Ausbau des Streckennetzes, der Flotte und der Organisation.

Alitalia – Linee Aeree Italiane[Bearbeiten]

ehemalige Boeing 747-200 der Alitalia in Rio de Janeiro

1948 nahm man den internationalen Verkehr mit der Verbindung Rom-Oslo auf. Am 1. September 1957 fusionierte die Fluglinie mit der Linee Aeree Italiane SpA und firmierte danach offiziell als Alitalia – Linee Aeree Italiane oder nur Alitalia. Im April 1961 verzichtete BEA auf ihren 40-prozentigen Aktienanteil, der daraufhin dem italienischen Staat zufiel. Alitalia nahm den Service mit Düsenflugzeugen am 28. April 1960 mittels einer Douglas DC-8 auf; tags darauf wurde die erste Caravelle in Dienst gestellt.

Am 14. März 1969 gründeten Alitalia, Air France, Lufthansa und Sabena das ATLAS-Konsortium, um die Schulungs-, Betriebs- und Wartungskosten bei der Einführung der bestellten Boeing 747 und McDonnell Douglas DC-10 so gering wie möglich zu halten. Die Unternehmen teilten hierzu die Wartungsarbeiten sowie die Ersatzteilbeschaffung untereinander auf und legten einheitliche Standards bei den verwendeten Komponenten fest.

In den 1970er Jahren erreichte das Streckennetz der Alitalia alle bewohnten Kontinente.

1994 gliederte sich Alitalia ihre Tochtergesellschaften, die Inlandsfluggesellschaft ATI und die Chartergesellschaft Aermediterranea ganz ein. Die Tätigkeit der früheren Regionalfluggesellschaft Avianova führt heute Alitalia Express fort. Im Chartergeschäft kooperierte Alitalia einige Zeit mit Eurofly, später mit Volare und Air Europe. Ab 1998 verlagerte Alitalia den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit wegen des höheren Aufkommens an Business-Class-Passagieren vom traditionellen Drehkreuz in Rom-Fiumicino schrittweise auf den Flughafen Mailand-Malpensa. Der gewünschte Erfolg blieb aus, weil der stadtnahe alte Flughafen Mailand-Linate nicht geschlossen wurde und weil potenzielle Kunden aus anderen norditalienischen Städten wegen zahlreicher Direktverbindungen zu anderen europäischen Hubs auf lange Anfahrtswege nach Malpensa verzichteten. Da auch Rom-Fiumicino als Drehkreuz beibehalten wurde, verzettelte sich Alitalia zwischen zwei Hubs. Verspätungen und wilde Streiks waren an der Tagesordnung. In diesem Zusammenhang spielte auch die Einflussnahme politischer Kreise auf das damalige Staatsunternehmen und der ineffiziente und aufgeblähte Verwaltungsapparat eine sehr nachteilige Rolle.[3]

Privatisierung[Bearbeiten]

Airbus A300 der Alitalia 1985 in Paris
ein Hangar der Alitalia auf dem Flughafen Rom-Fiumicino
ehemalige McDonnell Douglas MD-11 der Alitalia

Alitalia erwirtschaftete ab den 1990er Jahren enorme Verluste, 2006 wies die Unternehmensgruppe einen Verlust in Höhe von 625 Millionen Euro aus.[4]

Im Januar 2007 leitete die italienische Regierung den Verkauf von mindestens 30,1 Prozent des von ihr über das Wirtschafts- und Finanzministerium noch gehaltenen Aktienpaketes (49,9 %) ein mit dem mittelfristigen Ziel, die Gesellschaft vollständig zu privatisieren. Der SkyTeam-Partner Air France-KLM beteiligte sich nicht am Bieterverfahren.[5]

Im April 2007 wurde berichtet, dass Alitalia komplett übernommen werden sollte. Als interessierte Unternehmen wurden die russische Fluggesellschaft Aeroflot zusammen mit der Bank Unicredit, die italienische Investmentbank Mediobanca mit dem US-Beteiligungsunternehmen Texas Pacific Group (TPC), der US-Vermögensverwalter Matlin Patterson sowie die Ap Holding von Carlo Toto, dem Eigentümer des Lufthansa-Partners Air One genannt. Der Kaufpreis wurde auf 3 Milliarden Euro geschätzt. Bis Juli 2007 hatten jedoch alle Interessenten ihre Offerten zurückgezogen.

Im Oktober 2007 begann die Käufersuche erneut. Dabei galten Air France-KLM und Air One als mögliche Käufer. Am 21. Dezember 2007 sprach sich der Vorstand von Alitalia einstimmig für das Übernahmeangebot von Air France-KLM aus. Das letzte Wort hatte allerdings die italienische Regierung als Mehrheitsaktionär. Diese gab am 28. Dezember 2007 bekannt, dass sie sich ebenfalls zugunsten von Air France-KLM für die anstehenden exklusiven Verkaufsverhandlungen entschieden habe. Das Angebot von Air France-KLM sah vor, Alitalia über einen Aktientausch zu 100 Prozent zu übernehmen. Als Sofortmaßnahme zur Stabilisierung der prekären Finanzlage von Alitalia wollte Air France-KLM 100 Prozent der ausstehenden Wandelanleihen kaufen und eine für alle damaligen Aktionäre offene Kapitalerhöhung von 750 Millionen Euro durchführen. Der langfristige Businessplan sah zudem Investitionen von 6,5 Milliarden Euro vor. Dabei sollte die Mittel- und Langstreckenflug-Flotte wesentlich erneuert werden. Die auf den Kurz- und Mittelstreckenflügen verkehrende MD-82-Flotte und die für Langstrecken eingesetzten Boeing 767 sollten durch modernere Flugzeuge ersetzt werden. Der Rettungsplan sah auch einen Abbau von bis zu 1.700 Arbeitsplätzen vor und die Konzentration auf Rom als internationales Luftfahrt-Drehkreuz. Die Übernahme von Alitalia durch Air France-KLM stieß in politischen Kreisen jedoch auf teils heftigen Widerstand. Insbesondere in Norditalien stieß die Degradierung des Flughafens Mailand-Malpensa auf heftige Kritik. Die Übernahme durch einen ausländischen Konkurrenten wurde zudem als Ausverkauf der eigenen Heimat kritisiert. Der Verkauf beziehungsweise die Rettung von Alitalia wurde damit zu einem heiß umkämpften Wahlkampfthema bei den vorgezogenen Parlamentswahlen vom 13. und 14. April 2008.[6]

Als größte Hürde für die Übernahme durch Air France-KLM galt allerdings der Widerstand der einflussreichen italienischen Gewerkschaften, die einen Abbau von Arbeitsplätzen in jeglicher Form ablehnten. Diese unterstrichen ihre Haltung auch bei den Verhandlungen am 18. März 2008 mit Air France-KLM. Air France-KLM machte ihr Übernahmeangebot von einer Einigung mit den Gewerkschaften abhängig. Laut Medienberichten äußerte sich Air-France-Präsident Jean-Cyril Spinetta zu den Widerständen der Gewerkschaften mit den Worten „Wir sind interessiert, aber nicht zu einer Übernahme verpflichtet“. Infolge der damit wieder verstärkt aufkommenden Zweifel an einer tatsächlich stattfindenden Übernahme brachen die Aktien von Alitalia um über 31 Prozent ein und erreichten einen historischen Tiefststand, nachdem sie bereits am Vortag um 26 Prozent eingebrochen waren.[7]

Am 2. April 2008 gab Air France-KLM in einer Medienmitteilung das endgültige Scheitern der Übernahmeverhandlungen bekannt. Laut Air France-KLM waren die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Verhandlungen mit den Gewerkschaften aufgrund deren veränderten Forderungen nicht mehr gegeben.[8] In einer am selben Tag veröffentlichten Medienmitteilung bestätigte Alitalia den Abbruch der Verhandlungen. Sie erklärte die Übernahme für gescheitert und gab zudem den sofortigen Rücktritt ihres Vorstandsvorsitzenden Maurizio Prato bekannt.[9]

Alitalia - Compagnia Aerea Italiana[Bearbeiten]

ehemalige Boeing 767-300ER der Alitalia in SkyTeam-Sonderlackierung
Check-in-Schalter der Alitalia in Florenz

Am 26. August 2008 wurde bekannt, dass zur Sanierung der Alitalia die neue Betreibergesellschaft Compagnia Aerea Italiana (CAI) gegründet wird. Die aus 16 Investoren bestehende Gruppe unter der Regie der italienischen Bankengruppe IntesaSanpaolo sollte mit einer Investition von einer Milliarde Euro die operativen Aktivitäten von Alitalia retten und die rentablen Bereiche der Airline übernehmen. Des Weiteren sollten die defizitären Bereiche ausgelagert sowie etwa 5.000 der 20.000 Angestellten entlassen und mehrere Dutzend Flugzeuge ausgemustert werden. Geführt wird CAI von dem Unternehmer Roberto Colaninno.[10]

Zur Umsetzung der geplanten Sanierung stellte der Verwaltungsrat von Alitalia am 29. August 2008 Antrag auf Insolvenz.[11] Als Sonderkommissar wurde Augusto Fantozzi eingesetzt. Die Details und die Umsetzung des Sanierungsplans waren danach Gegenstand von Verhandlungen. An diesen nahmen Sonderkommissar Fantozzi, Vertreter der neu gegründeten CAI Compagnia Aerea Italiana, Regierungsvertreter, die vier großen nationalen Gewerkschaften CGIL, CISL, UIL und Unione Generale del Lavoro teil sowie fünf äußerst einflussreiche autonome Gewerkschaften der Piloten, des Kabinenpersonals und des Bodenpersonals, die jedoch inzwischen von den Verhandlungen ausgeschlossen wurden. Als auch nach fast drei Wochen keine Einigung erzielt werden konnte und eine von Roberto Colaninno gestellte Frist für die Vertragsunterzeichnung erfolglos verstrichen war, zog das Investorenkonsortium CAI am 18. September 2008 seine Offerte zurück. Wegen der Drohung der italienischen Flugaufsicht ENAC, die Fluglizenz zu entziehen, wurden die Verhandlung jedoch wenige Tage später wieder aufgenommen. Nachdem die italienische Regierung den Gewerkschaften eine Abfindung von vier Milliarden Euro bereitgestellt hatte,[12] unterschrieben sämtliche neun Gewerkschaften schließlich am 29. September 2008 den Sanierungsplan.[13]

Die so genannte „bad company“ flog noch bis 12. Januar 2009. Dann wurden die im Sanierungsplan definierten Unternehmensteile und auch die zweitgrößte italienische Fluggesellschaft Air One von der Compagnia Aerea Italiana übernommen.[14] Die neue Fluggesellschaft firmiert nun unter dem Namen Alitalia - Compagnia Aerea Italiana S.p.A..[2] Air France-KLM hält an dem neuen Unternehmen 25 Prozent und ist damit größter Einzelaktionär. Die restlichen Aktien hält die italienische Investorengruppe um Roberto Colaninno.

Die neue Alitalia hat über ein Viertel der internationalen Flüge gestrichen; die Anzahl der Flugzeuge wurde auf 148 (statt 173 der alten Alitalia und 55 der AirOne), die Belegschaft auf 12.500 Angestellte reduziert. Im ersten Jahr wurde ein Verlust von 326 Mio. Euro eingefahren, der Umsatz 2009 betrug 2,9 Mrd. Euro. Es wurden 21,8 Mio. Passagiere befördert, was einer Auslastung von 65 Prozent entspricht.[15]

Gegenwart[Bearbeiten]

Alitalia beförderte 2010 insgesamt 23,4 Millionen Passagiere, 1,6 Millionen mehr als im Vorjahr.[16] Die Auslastung betrug 70,5 %, ein Plus von 5 %. Im ersten Quartal erhöhte sich die Pünktlichkeit um 8 % auf 83,9 %, womit Alitalia zu den pünktlichsten Fluggesellschaften Europas zählt.[17] Im dritten Quartal 2010 erreichte sie einen EBIT von +56 Millionen Euro, in den ersten neun Monaten lag er damit bei insgesamt -73 Millionen Euro.[18]

Im Juli 2010 trat Alitalia dem Transatlantik-Bündnis von Air France-KLM und Delta Air Lines bei, womit bei Transatlantikflügen enger zusammengearbeitet werden kann.[19]

Am 21. September 2011 erhielt Alitalia die erste von insgesamt 20 neuen Embraer 175 und 190 zur Modernisierung und Erweiterung der Regionalflotte.[20][21] Diese werden durch Alitalia CityLiner (der ehemaligen Air One CityLiner) betrieben.[22]

Im Januar 2012 gab Alitalia bekannt, sich mit den beiden kleineren italienischen Gesellschaften Wind Jet und Blue Panorama zusammenzuschließen und diese integrieren zu wollen.[23] Im Juli 2012 erhielt sie die Erlaubnis, Wind Jet zu integrieren (die Übernahme von Blue Panorama war abgesagt worden).[24] Am 1. August 2012 ließ Alitalia jedoch verlauten, die weit vorangeschrittenen Übernahmeverhandlungen würden abgebrochen. Wind Jet, das die laufenden Rechnungen ohne einen neuen Geldgeber nicht begleichen konnte, musste am 11. August den Betrieb einstellen.[25]

Im Oktober 2012 gab Alitalia im Rahmen einer Werbeaktion auf ihrer japanischen Facebookseite einen Gutscheincode über 25.000 Yen (zu dem Zeitpunkt umgerechnet ca. 240 Euro) Rabatt heraus. Der Gutschein unterlag (bis auf einen begrenzten Reisezeitraum) zunächst keinen Beschränkungen; dadurch wurden Buchungen für stark reduzierte, ja sogar kostenlose Flüge möglich. Ein Softwarefehler erlaubte Buchungen über die japanische Alitalia-Website auch für Flüge mit anderen Startflughäfen. Eigentlich sollten nur Flüge von japanischen Flughäfen aus möglich sein. Nach einem extremen Ansteigen von Buchungen aus den unterschiedlichsten Regionen fror das Sicherheitssystem der Website alle Buchungen automatisch ein.[26] Als Alitalia den Fehler dann bemerkt hatte, erklärte man einen Großteil der Buchungen zunächst für ungültig; anschließend wurde die Aktion rückwirkend auf Flüge von und nach Japan beschränkt. Die Maßnahme löste ein breites Medienecho und einen Shitstorm auf Facebook aus.[27] Später reduzierte Alitalia die Stornierung auf Flüge, die durch den Gutschein kostenlos wurden. Alle anderen (nach Abzug des Rabattes weiterhin kostenpflichtigen) Buchungen sollten somit wieder gültig sein.[28]

Im Herbst 2012 musterte Alitalia ihre nach mehreren Jahrzehnten Betriebszeit letzten Boeing 767 und McDonnell Douglas MD-80 aus.[29] Im März 2013 stornierte sie einen Leasingvertrag über 17 Airbus A320-200 aus wirtschaftlichen Gründen.[30]

Im September 2013 wurde ein zusätzlicher Kapitalbedarf von etwa 400 Millionen Euro gemeldet. Bereits im Juni waren Gehaltskürzungen für Belegschaft und Vorstand beschlossen worden.[31] Im Oktober spitzte sich die Lage zu; die Gesellschaft, so hieß es, soll seit 2009 über eine Milliarde Euro neue Schulden angesammelt haben und daher dringend eine Finanzspritze benötigen.[32] Ende 2013 kündigte Poste Italiane eine Beteiligung an Alitalia an; im Rahmen einer Kapitalerhöhung übernahm das Postunternehmen rund 20 Prozent der Anteile.[33] Anfang 2014 hielten die Großbanken Intesa Sanpaolo und Unicredit 20,6 und 13,0 Prozent der Anteile, die Beteiligung von Air France sank von 25 auf 7,1 Prozent.[34] Im Februar 2014 hieß es, Alitalia wolle jede siebte Stelle streichen und Etihad Airways erwäge, 40 bis 49 Prozent der Anteile zu kaufen.[35]

Im Dezember 2013 erhielt Alitalia zum vierten Mal in Folge die internationale Auszeichnung Best Airline Cuisine sowie die Auszeichnung Best In-Flight Wine Program.[36] Die Fluggesellschaft verzeichnete im März 2014 einen Sitzladefaktor von 75,6 Prozent; die Pünktlichkeit lag bei 92,3 Prozent, die Regularitätskennzahl erreichte mit 99,9 Prozent einen Spitzenwert im internationalen Vergleich.[37]

Im August 2014 wurde bekannt, dass Alitalia die Flüge der Air One im Herbst 2014 übernehmen wird. Zum 30. September schließen die Basen der Air One in Catania, Palermo und Venedig, während die verbleibenden Stationen in Mailand, Verona und Pisa zum 30. Oktober den Betrieb einstellen werden.

Flugziele[Bearbeiten]

von Alitalia im Jahr 2011 angeflogene Länder

Alitalia bedient Ziele in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und Asien. Flüge nach Australien werden schon seit einigen Jahren nur noch im Codesharing angeboten. Ende Januar 2008 entschied sich die Gesellschaft dafür, Mailand-Malpensa als internationalen Hub zugunsten von Rom-Fiumicino endgültig aufzugeben. Sie strich mit dem Sommerflugplan 2008 über 150 der zuvor rund 360 Flüge pro Tag ab Malpensa. Als Langstreckenziele werden von Mailand aus nur noch die Destinationen New York, Miami und Tokio angeflogen,[38] in Deutschland nur noch die Flughäfen in Frankfurt und München.

Codesharing[Bearbeiten]

Alitalia arbeitet darüber hinaus mit folgenden Airlines im Codeshare zusammen (Destinationen in Klammern): Air China (China), Bulgaria Air (Bulgarien), China Airlines (Taiwan, Thailand), Cyprus Airways (Zypern), Etihad (Abu Dhabi, Asien, Afrika), Japan Airlines (Japan), Air Serbia (Serbien), Kuwait Airways (Kuwait), Luxair (Luxemburg), Malaysia Airlines (Malaysia, Australien), TAROM (Rumänien) und Ukraine International Airlines (Ukraine).

Flotte[Bearbeiten]

Airbus A330-200 der Alitalia
Boeing 777-200ER der Alitalia

Die Flotte der Alitalia besteht mit Stand Februar 2014 aus 102 Flugzeugen[29] mit einem Durchschnittsalter von 8,9 Jahren:[39]

Flugzeugtyp aktiv bestellt[29][40] Anmerkungen Sitzplätze[41]
(Business/Premium-Eco/Eco)
Airbus A319-100 022 eine inaktiv 122 (32/-/90)
Airbus A320-200 048 eine inaktiv; je 1 betrieben durch Alitalia Express und Volare Airlines; 148 (34/-/114)
Airbus A321-100 010 186 (28/-/158)
Airbus A330-200 012 2 + 8 Optionen[40] 230 (28/21/181)
283 (20/-/263)
Boeing 777-200ER 010 293 (30/24/239)
Gesamt 102 2

Weitere Flugzeuge werden von der Regionalfluggesellschaft Alitalia CityLiner (die frühere Air One Cityliner) sowie dem Tochterunternehmen Air One betrieben.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Alitalia verzeichnete seit der Gründung 1946 insgesamt 28 Zwischenfälle; darunter waren neun mit Todesopfern,[42] die hier dargestellt sind:

  • Am 27. Januar 1951 verunglückte eine Savoia-Marchetti SM.95 auf dem Weg von Paris nach Rom. Die Maschine fing im Flug - vermutlich ausgelöst durch Blitzschlag - Feuer und stürzte ab. Von 17 Menschen an Bord überlebten drei.[43]
  • Am 21. Dezember 1959 verunglückte eine Vickers Viscount beim Landeanflug auf den Flughafen Rom-Ciampino. Die Maschine, an der zu Testzwecken zwei der vier Antriebe abgeschaltet waren, wurde während des Landemanövers unterhalb der Mindestgeschwindigkeit unbeherrschbar und stürzte ab. Beide Personen an Bord (die Piloten) kamen ums Leben.[44]
  • Am 26. Februar 1960 stürzte eine Douglas DC-7 auf dem Weg von Rom über Shannon nach New York kurz nach dem Start in Shannon aus unbekannten Gründen ab. Von den 52 Menschen an Bord starben 34.[45]
  • Am 7. Juli 1962 kollidierte eine Douglas DC-8 auf dem Weg von Sydney über Bangkok und Teheran nach Rom beim Landeanflug auf Bombay mit einem Berg. Bei dem durch einen Navigationsfehler ausgelösten Unglück starben alle 94 Menschen an Bord.[46].
  • Am 28. März 1964 verunglückte erneut eine Vickers Viscount, alle 45 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die Maschine kollidierte auf dem Weg von Rom nach Neapel während heftiger Regenfälle und schwerer Windböen mit einem Berg.[47]
  • Am 2. August 1968 stürzte erneut eine Douglas DC-8 ab. Sie war auf dem Weg von Rom über Mailand nach Montreal und schlug etwa 11 km vor der Landebahn in Mailand auf, wobei 13 der 95 Personen an Bord ihr Leben verloren.[48]
  • Am 5. Mai 1972 kollidierte eine weitere Douglas DC-8 während ihres nächtlichen Landeanflugs auf Palermo, als die Piloten die üblichen Anflugprozeduren nicht ausgeführt hatten. Alle 115 Menschen an Bord starben.[49]
  • Am 23. Dezember 1978 verunglückte eine Douglas DC-9 mit der Kennung I-DIKQ und dem Taufnamen Isola di Stromboli aus Rom kommend ebenfalls während des Landeanflugs auf Palermo. Die Maschine stürzte kurz vor der Landebahn ins Meer, nachdem die Piloten anscheinend die Orientierung verloren und diese zu tief anflogen hatten. Von den 129 Menschen an Bord konnten 21 von zu Hilfe eilenden Fischerbooten gerettet werden.[50]
  • Am 14. November 1990 ereignete sich das bisher letzte tödliche Unglück in der Geschichte der Alitalia beim Alitalia-Flug 404. Eine Douglas DC-9 mit der Kennung I-ATJA unterschritt aus Mailand kommend beim Landeanflug auf Zürich die Mindestflughöhe und schlug vor der Landebahn auf. Alle 46 Menschen an Bord kamen ums Leben. Als Ursache gilt eine technische Fehlfunktion, so dass die Werte für den Anflug - von Crew und Fluglotsen unbemerkt - falsch angegeben wurden.[51]
  • Am Abend des 2. Februar 2013 kam eine durch die rumänische Carpatair betriebene ATR 72-500[52] aus bisher ungeklärten Gründen im Landeanflug auf den Flughafen Rom-Fiumicino von der Piste ab und abseits der Landebahn zum Stillstand. Die zuvor wegen Sicherheitsmängel in Kritik geratene Carpatair bediente für Alitalia die Inlandsroute Pisa — Rom. Unfallursache war Medienberichten zufolge starker Wind[53] bzw. Seitenwind aus 250° mit 28 bis 41 Knoten,[54] die Maschine war auf trockener Bahn bis zu einer Geschwindigkeit von 35 Knoten getestet worden.[54] Von den 50 Passagieren und vier rumänischen Besatzungsmitgliedern wurden 16 Personen verletzt, zwei davon schwer.[54] Der Alitalia-Schriftzug sowie deren Logo wurden am Unfallort noch in der Nacht mit weißer Farbe übermalt. Laut Medienberichten sollte die Fluggesellschaft so vor möglichen Imageschäden bewahrt werden.[55] Die Maschine war etwa 6 Wochen vor dem Unfall am 21. Dezember 2012 von der zur AMR Corporation gehörenden Executive Airlines übernommen worden, nachdem sie fast 11 Monate in Frankreich eingelagert gewesen war. Am 21. November 2011 war sie 14 Jahre im Einsatz gewesen.[54] Laut Medienberichten sei die Gewerkschaft Uil Trasporti über die häufigen Probleme und die Zahl der Schäden erstaunt gewesen und habe die Luftfahrtbehörde alarmiert. Der Unfall vom 2. Februar 2013 war der letzte in einer Reihe von Vorfällen seit Beginn der von Alitalia und Carpatair eingegangenen Partnerschaft[56] Nach diesem Zwischenfall beendete Alitalia die Zusammenarbeit.[57]

Trivia[Bearbeiten]

eine Boeing 777-200ER der Alitalia im Einsatz als Shepherd One, hier bei einem Treffen mit George W. Bush in den USA
  • Der Name Alitalia leitet sich von le ali – die Flügel und Italia – Italien ab.
  • Die Auslandsflüge des Papstes werden seit über 40 Jahren hauptsächlich von Alitalia durchgeführt. Die Maschinen werden hierfür meist als Charter eingesetzt und tragen dann das Rufzeichen Shepherd One, was „Hirte Eins“ bedeutet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alitalia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Factsheet Alitalia (Sky Team) 2012 (PDF; 1,0 MB; englisch), 21. April 2013
  2. FlugRevue Juni 2011, S.20-24, Alitalia auf Sanierungskurs - Alle Wege führen nach Fiumicino
  3. Alitalia: Jahresbericht 2006 (PDF)
  4. fdt.net, „Rothschild bereitet Alitalia-Kauf vor“, 10. Januar 2007Vorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  5. Corriere della Sera, 21. März 2008
  6. Repubblica, 18. März 2008
  7. Medienmitteilung Air France-KLM, 2. April 2008
  8. Medienmitteilung Alitalia, 2. April 2008 (PDF)
  9. aero.de Gesellschaft zur Rettung von Alitalia gegründet
  10. Spiegel Online, 29. August 2008 Alitalia meldet Insolvenz an
  11. Handelsblatt: „Italiens gebrochene Flügel“, Autor: Jens Koenen, Ausgabe Nr. 219 vom 11./12. November 2011, S.69
  12. Repubblica, 29. September 2008
  13. Repubblica, 30. September 2008
  14. derstandard.at
  15. alitalia.com: Alitalia Press Release, 28. Januar 2011 28. Januar 2011 (englisch)
  16. newnotizie.it: Primo bimestre 2010, Alitalia è la più puntuale in Europa, 21. April 2010 (italienisch)
  17. alitalia.com: Alitalia Press Release, 28. Oktober 2010 28. Oktober 2010 (englisch)
  18. corporate.alitalia.com: Alitalia Joins Air France-KLM Group, Delta Air Lines in Industry’s Leading Trans-Atlantic Joint Venture (.pdf; englisch) abgerufen am 21. Juli 2010
  19. airliners.de - Alitalia erneuert Regionalflotte, 21. März 2011
  20. airliners.de - Erste Embraer 190 für Alitalia 23. September 2011
  21. ch-aviation.ch – Flotte der Alitalia CityLiner (englisch), abgerufen am 5. November 2011
  22. flightglobal.com - Alitalia plans merger with Blue Panorama and Wind Jet (englisch) 25. Januar 2012
  23. www.airliners.de
  24. www.aero.de
  25. www.mydealz.de
  26. www.faz.net
  27. www.facebook.com
  28. a b c ch-aviation.ch – Alitalia (englisch), abgerufen am 7. Februar 2014
  29. ch-aviation.ch - Alitalia cancels A320 order following losses (englisch) 9. März 2013
  30. news.airwise.com - Alitalia Hires Bankers To Tackle Cash Crisis (englisch), 3. September 2013
  31. orf.at - Alitalia kämpft erneut gegen Pleite, 8. Oktober 2013
  32. La Repubblica, 19. Dezember 2013
  33. Il Sole 24 Ore, 20. Februar 2014
  34. Kahlschlag bei Alitalia. tagesanzeiger.ch, 14. Februar 2014, abgerufen am 14. Februar 2014
  35. Pressemitteilung auf alitalia.com Alitalia Wins Best Airline Cuisine
  36. Alitalia, le statistiche di marzo. dedalonews.it, 18. April 2014
  37. Corriere della Sera, 12. Februar 2010 - Malpensa, Alitalia sceglie il low cost Nuovi tagli alle rotte internazionali
  38. airfleets.net – Fleet age Alitalia (englisch), abgerufen am 7. Februar 2014
  39. a b airbus.com – Air One orders A350s and A330s (englisch), abgerufen am 14. März 2010
  40. corporate.alitalia.com - The Fleet (englisch), abgerufen am 23. Oktober 2011
  41. aviation-safety.net - ASN Aviation Safety Database (englisch), abgerufen am 24. Mai 2012
  42. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  43. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  44. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  45. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  46. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  47. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  48. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  49. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  50. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  51. Flottenliste der Carpatair bei ch-aviation.ch, abgerufen am 4. Februar 2013
  52. NZZ-Bericht zum Unglück
  53. a b c d Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  54. www.derwesten.de
  55. NZZ-Bericht zum Unglück vom 2. Februar 2013
  56. ch-aviation.ch - Alitalia suspends Carpatair agreement following accident (englisch), 3. Februar 2013