Kenneth White

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Kenneth White (* 1936 in Glasgow) ist ein schottischer Schriftsteller und sogenannter intellektueller Nomade sowie Begründer der Geopoetik.

Er studierte Fremdsprachen, Literatur und Philosophie in Glasgow, München und Paris und hatte lange Zeit einen Lehrstuhl für Dichtung des zwanzigsten Jahrhunderts an der Sorbonne inne. Er unternahm viele Reisen weltweit. 1989 gründete Kenneth White das Institut „international de géopoétique“. Er lebt in der Bretagne. Seine Lyrik, Reiseberichte („Wegbücher“) und Essays sind in viele Sprachen übersetzt.

Der intellektuelle Nomade[Bearbeiten]

In seinem Buch Streifzüge des Geistes, Nomadenwege zur Geopoetik - L´Esprit nomade (Waldgut Verlag, Frauenfeld 2007) unternimmt Kenneth White die geistigen Reisen eines intellektuellen Nomaden und gibt uns dabei eine Ahnung von dem Wesen eines solchen „intellektuellen Nomaden“: Er ist frei von kulturellen und wissenschaftlichen Beschränkungen und Konventionen, sein Geist durchstreift alle Gebiete der Erde, ohne festgelegtes Ziel, doch immer auf der Suche nach Erweiterung der eigenen Erkenntnis und Erkenntnisfähigkeit.

Die Figur des intellektuellen Nomaden kam bereits im 19. Jahrhundert auf – man denke an Arthur Rimbaud –, und Kenneth White reist mit ihr vom Keltentum zu fernöstlichen Philosophien, von der deutschen Romantik zum russischen Nihilismus, von Thoreau in den Wäldern Amerikas zu Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger im Engadin und Schwarzwald.

«Beim intellektuellen Nomaden mischen sich Gelehrsamkeit und Umherirren», schreibt Kenneth White – doch dieses Umherirren ist befruchtend und belebend für den zivilisationsmüden Intellekt. «Versuchen wir, im Denken fortzufahren – und dabei nicht zu vergessen, dass das äußerste, tief reichendste Denken sich vielleicht nicht im philosophischen Diskurs realisieren wird, sondern in der exakten oder extravaganten Sprache eines Gedichtes –, versuchen wir, dem Geist die Möglichkeit zu bewahren, die Erde auf eine freisinnigere Art zu bewohnen.»

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Das weisse Land. Essays (Dianus-Trikont-Buchverlag, München 1984)
  • Der blaue Weg. Eine Reise (Arche, Zürich 1984)
  • Briefe aus Gourgounel, aus dem Englischen von Brigitte Nutz und Andrea Spingler (Waldgut Verlag, Frauenfeld 1987)
  • Die Reise des Schamanen, aus dem Französischen von Beat Brechbühl (Waldgut Verlag, Frauenfeld 1995, 1999)
  • Unterwegs an der Küste - Walking the coast (Waldgut Verlag, Frauenfeld 2007)
  • Im Außerhalb - La figure du dehors (Waldgut Verlag, Frauenfeld 2007)
  • Streifzüge des Geistes, Nomadenwege zur Geopoetik - L´Esprit nomade (Waldgut Verlag, Frauenfeld 2007)

Weblinks[Bearbeiten]