Dermbach
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Wartburgkreis | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Dermbach | |
| Höhe: | 370 m ü. NN | |
| Fläche: | 23,43 km² | |
| Einwohner: | 3162 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 135 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 36463–36466 | |
| Vorwahl: | 036964 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WAK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 63 015 | |
| Gemeindegliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Hinter dem Schloss 1 36466 Dermbach |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Gerhard Ruppert (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Dermbach im Wartburgkreis | ||
![]() |
||
Dermbach ist eine Gemeinde in der thüringischen Rhön und Verwaltungssitz der Verwaltungsgemeinschaft Dermbach. Dermbach liegt zentral in der kuppenreichen Vorderrhön im landschaftlich reizvollen mittleren Feldatal, direkt an der B 285. Die 3200 Einwohner zählende Gemeinde wurde 1186 erstmals urkundlich erwähnt. Dermbach ist ein guter Ausgangspunkt für lohnende Rhönwanderungen auf ausgeschilderten Wanderwegen (ca. 65 km). Sehenswert im Ort sind ein Barockensemble bestehend aus evangelischer Kirche (1714), katholischer Kirche (1732/36) und Schloss (1707). Weitere Sehenswürdigkeiten sind der historische Marktplatz, schöne Fachwerkhäuser, Dorfbrunnen, Backhaus, „Sächsischer Hof“ (1623) und das Heimatmuseum. Eine weitere Besonderheit ist das Naturschutzgebiet „Ibengarten“ mit dem ältesten Eibenbestand Deutschlands (600-800 Jahre).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Zur Gemeinde Dermbach gehören folgende Ortsteile:
[Bearbeiten] Geschichte
Der Ort wurde 1186 erstmals erwähnt. Der Gerichtssitz am Ort kam 1317 von den Herren von Frankenstein an das Kloster Fulda, das 1326 den gesamten Ort mit allem Zugehör erwarb. Die Fuldaer Bischöfe nahmen zeitweilig ihren Sitz im von ihnen 1706 erbauten Dermbacher Schloss. Nach verschiedenen Besitzstreitigkeiten kam Dermbach 1815 an das Großherzogtum Sachsen-Weimar und wurde 1850 zum Sitz der Bezirksdirektion für die Amtsbezirke Dermbach, Geisa, Kaltennordheim, Lengsfeld, Ostheim v.d.R. und Vacha. 1922 kam Dermbach mit den meisten dieser Bezirke zum Landkreis Eisenach, 1950/52 zum Kreis Bad Salzungen und 1994 zum Wartburgkreis.
Der Ort war seit dem 16. Jahrhundert traditionell vom Textilgewerbe geprägt, das insbesondere nach der Erlangung des Marktrechts 1716 erblühte. Im 19. Jahrhundert begann man mit der Korkschneiderei, die zu DDR-Zeiten alleinig in Dermbach betrieben wurde. Außer Land- und Forstwirtschaft waren traditionell auch Betriebe der Glas- und Holzverarbeitung in Dermbach vertreten.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Musical Rhönpaulus
Das Musical Rhönpaulus wird in Regie des Kunst- und Kulturvereins Dermbacher Schloss e.V. am 31. Juli 2009 uraufgeführt. Das Stück behandelt das abenteuerliche Leben des Rhön-Paulus - eines legendären Freigeistes und Räubers aus der Rhön im 18. Jahrhundert.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Das Dermbacher Schloss entstand 1707 als Sitz der Amtsverwaltung durch den Fuldaer Fürstabt Adalbert von Schleifras. Das Schloss besteht aus drei Gebäuden im Barockstil, die einen weiten rechteckigen Hof umschließen. Das Innere des Hauptgebäudes, indem sich bis 1736 die Kapelle des gegenüberliegenden Franziskanerklosters und die katholische Schule befanden, enthält einen großzügigen Treppenaufgang und Decken mit Schmuckornamenten. Das Schloss wurde bis 1918 als Verwaltungsgebäude genutzt. Danach wurden die Gebäude durch das Forstamt, die Polizei, ein Museum, eine Jugendherberge oder als Amtstube genutzt. Im Jahr 1952 zog die Grenzpolizei und später das Grenzregiment „Florian Geyer“ der Nationalen Volksarmee der DDR ein. Gegenwärtig wird das Schloss als Bürgermeisteramt, Bibliothek und für Jugend- und Kulturräume genutzt.
- Die evangelische Kirche ist ein barocker Bau von 1707, in den Teile eines Vorgängerbauwerks eingeflossen sind. Zu den Kunstschätzen der Kirche zählt ein spätgotisches Abendmahlrelief von 1475.
- Die katholische Kirche St. Peter und Paul[2] ist eine barocke, einschiffige Kirche von 1731/36, die an ihrer Ostfassade reichen Bauschmuck und ein wappengeschmücktes Portal hat.
- Das Gasthaus Sächsischer Hof wurde als repräsentativer zweigeschossiger Fachwerkbau 1623 erbaut. Das Obergeschoss mit dem Fachwerk stammt aus dem Jahr 1901. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs, insbesondere in den 1920er und 30er Jahren, trafen sich hier Fischer aus ganz Europa und Übersee, um in der Felda Forellen zu angeln. Prominente Gäste des Gasthauses sollen der Schriftsteller Ernest Hemingway und der schottische Whisky-Hersteller Johnny Walker gewesen sein. Zu DDR-Zeiten war der Sächsische Hof ein beliebter Ort für Treffen zwischen den Menschen aus der Region und ihren Verwandten und Bekannten aus Westdeutschland. Momentan steht das traditionsreiche Gebäude leer.
- Der von Steinplatten umgrenzte Dorfanger mit Linde und einem Gerichtstisch befindet sich unterhalb der Evangelischen Kirche am Schlossberg.
[Bearbeiten] Museum
In Dermbach, am Schloßberg, befindet sich das 1932 gegründete Heimatmuseum für das Eisenacher Oberland, seit 1959 in ein Museum zur Kunst- und Sozialgeschichte der Thüringischen Rhön umgewidmet. Das Museum informiert über die Entwicklung der heimischen Handwerks- und Industriezweige - insbesondere das Schnitzerhandwerk. Das Museum beherbergt zudem zwei Galerien.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
[Bearbeiten] Taubenmarkt
Seit Dermbach 1716 das Marktrecht erhalten hatte, wurden vierteljährlich Viehmärkte abgehalten, die bereits damals Jahrmarktcharakter besaßen und so eine große Anziehungskraft auf die Bewohner der Nachbarorte ausübten. Im Zweiten Weltkrieg fast zum Erliegen gekommen, wurde diese Markttradition 1945 von dem Dermbacher Bürger Friedrich Denner (genannt "Chinafritz") als Taubenmarkt wieder neu belebt. Seine größte Leidenschaft waren Tauben, und er ging selbst bei größtem Schneegestöber zu Fuß bis nach Geisa zum Markt.
[Bearbeiten] Ausflugsziele
[Bearbeiten] Wandern / Walking
- ca. 4 km entfernt steht auf dem 670 m hohen Gläserberg die Dermbacher Hütte. Von dort bietet sich trotz der geringen Höhe eine grandiose Aussicht.
- der Eibengarten im Ortsteil Glattbach von Dermbach am Fuße des Neuberges
- der Baier, 714 m hoher erloschener Vulkan an der Grenze zwischen Kuppenrhön und Vorderer Rhön
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Freizeit- und Sportanlagen
- Schwimmbad
- Fitness-Studio "FitnessClub Dermbach"
- Tennisplatz Unteralba
- Sportplatz Unteralba
- Turnhalle
[Bearbeiten] Verkehrsanbindung
Dermbach liegt an der Bundesstraße 285, welche von Bad Salzungen nach Mellrichstadt führt. Außerdem führt durch Dermbach die Landesstraße 1026 (Geisa–Schmalkalden–Gotha).
Im Jahr 2008 werden die Anlagen der Feldabahn (Dorndorf–Kaltennordheim) demontiert. Der aktuelle „Regionale Raumordnungsplan Südwestthüringen“ spricht sich jedoch für eine Trassensicherung aus.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Ronny Ackermann aus Unteralba, 4-facher Weltmeister und Weltcupsieger in der Nordischen Kombination
[Bearbeiten] Literatur
- Adalbert Schröter: Land an der Straße. Die Geschichte der katholischen Pfarreien in der thüringischen Rhön. St.Benno Verlag, Leipzig 1989, ISBN 3-7462-0430-5, S. 77-80.
- Bruno Kühn: Die Geschichte des Amtsbezirks Dermbach. In: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Alterthumskunde. Band 1, Friedrich Frommann Verlag, Jena 1854, S. 249-296.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
- ↑ Katholische Kirche St. Peter und Paul Dermbach
[Bearbeiten] Weblinks
Andenhausen | Bad Liebenstein | Bad Salzungen | Barchfeld | Berka/Werra | Berka v. d. Hainich | Bischofroda | Brunnhartshausen | Buttlar | Creuzburg | Dankmarshausen | Dermbach | Diedorf | Dippach | Dorndorf | Ebenshausen | Empfertshausen | Ettenhausen a.d. Suhl | Fischbach/Rhön | Frankenroda | Frauensee | Geisa | Gerstengrund | Gerstungen | Großensee | Hallungen | Hörselberg-Hainich | Ifta | Immelborn | Kaltenlengsfeld | Kaltennordheim | Klings | Krauthausen | Lauterbach | Leimbach | Marksuhl | Martinroda | Merkers-Kieselbach | Mihla | Moorgrund | Nazza | Neidhartshausen | Oechsen | Ruhla | Schleid | Schweina | Seebach | Stadtlengsfeld | Steinbach | Tiefenort | Treffurt | Unterbreizbach | Urnshausen | Vacha | Völkershausen | Weilar | Wiesenthal | Wölferbütt | Wolfsburg-Unkeroda | Wutha-Farnroda | Zella/Rhön


