Krisiun

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Krisiun
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Sänger Alex Camargo 2009.
Sänger Alex Camargo 2009.
Allgemeine Informationen
Herkunft Ijuí, Brasilien
Genre(s) Death Metal
Gründung 1990
Aktuelle Besetzung
Alex Camargo
Moyses Kolesne
Max Kolesne
Ehemalige Mitglieder
E-Gitarre
Altemir Souza (bis 1995, †2002)
E-Gitarre
Maurício Nogueira

Krisiun ist eine brasilianische Death-Metal-Band aus Ijuí, die im Jahr 1990 gegründet wurde. Der Bandname geht auf den Mondkrater Mare Crisium zurück, die Bezeichnung stammt aus dem Alt-Latein und bedeutet „Meer der Scheußlichkeiten“.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Band wurde im Jahr 1990[2] von den drei Brüdern Moyses Kolesne (E-Gitarre), Max Kolesne (Schlagzeug) unde dem Bassisten und Sänger Alex Camargo, welcher den Mädchennamen der Mutter als Nachnamen gewählt hatte, gegründet. Nachdem die Gruppe zwei Demos, Evil Age (1991) und The Plague (1992), veröffentlicht hatte,[3] entschied sie sich dazu, nach São Paulo zu ziehen. Während dieser Zeit war zudem Altemir Souza noch als zweiter Gitarrist vertreten, er sollte die Band später jedoch verlassen, um Torture Squad beizutreten. Daraufhin erreichte die Gruppe einen Vertrag bei Dynamo Records, worüber im März 1993 die EP Unmerciful Order, die ursprünglich selbst finanziert und in Eigenregie aufgenommen worden war. Auf dem Tonträger erhielten alle drei Mitglieder den Nachnamen Kolesne. Im Januar desselben Jahres erschien zudem die Split-Veröffentlichung Curse of the Evil One zusammen mit Violent Hate, die von Tchelo Martins produziert wurde. Eine weitere Split-Veröffentlichung mit Harmony Dies erschien außerdem im Oktober über Rotthenness Records, wobei die Aufnahmen hierzu in den Anonimato Record Studios in São Paulo unter der Leitung von Sergio Sakamoto stattfanden.[4] Bei demselben Label erschien im Jahr 1995 auch das Debütalbum Black Force Domain, das in den Army Studios[4] in São Paulo aufgenommen worden war, ehe Gun Records auf die Band aufmerksam wurde und diese unter Vertrag nahm. Daraufhin folgten bis 1998 Tourneen durch Europa, sowie Auftritte zusammen mit Napalm Death, Cradle of Filth, Borknagar,[5] Kreator, Dimmu Borgir, Richthofen[6] und Morbid Angel. Zudem erschien im August 1998 das Album Apocalyptic Revelation bei Gun Records. Der Tonträger vurde von Simon Fuhrmann in den deutschen Music Lab Studios aufgenommen.[4] Danach folgte eine Tour zusammen mit Soilwork. Im Jahr 1999 schlossen sich Auftritte in Nordamerika zusammen mit Incantation und Angelcorpse an, wobei sie unter anderem auch auf dem Milwaukee Festival spielten. Danach unterschrieb die Gruppe einen Vertrag bei Century Media, woraufhin sich die Band ins Stage One Studio begab, wo Krisiun unter der Leitung von Erik Rutan und Andy Classen sein nächstes Album aufnahm. Zudem wurde bei dem Label Black Force Domain wiederveröffentlicht, worauf als Bonus Coverversionen von Sodoms Nuclear Winter und Kreators Total Death enthalten waren.[4] Ende 1999 spielte die Band zusammen mit Morbid Angel, ehe im Folgejahr[7] das Album Conquerors of Armageddon erschien. Danach ging die Band auf eine Tour, die 120 Auftritte umfasste und auf mehreren Kontinenten abgehalten wurde. Dabei spielte die Band unter anderem zusammen mit Old Man’s Child, Gorgoroth, Soulreaper, Satyricon, Immortal und Angelcorpse. Während er Auftritte zusammen mit Angelcorpse verließ deren Sänger Pete Helmkamp die Band, woraufhin Alex Carmago für ihn einsprang.[4] Zudem nahm die Gruppe unter der Leitung des Produzenten Tchelo Martins im Creative Sound Studio in São Paulo das nächste Album Ageless Venomous auf. Das Cover des Album wurde, wie bereits beim Vorgänger, von Joe Petagno, der auch schon für Motörhead Albencover gestaltet hatte, angefertigt.

Es folgten 150 Auftritten, unter anderem zusammen mit Vader, Decapitated, Prejudice,[8] Behemoth, Lux Occulta, Kreator,[4] Marduk, Nile, Cannibal Corpse und Dark Funeral spielte dabei in Europa, in Nord- und Südamerika, Russland und Japan.[4] 2001 spielte die Band dabei zudem auf dem Wacken Open Air.[9] Im Jahr 2002 verstarb der ehemalige Gitarrist Altemir Souza bei einem Motorradunfall.[4] Nach den Auftritten begab sich die Band mit Pierre Rémillard in die Bebop Studios, um das nächste Album aufzunehmen. Das daraus entstande Material wurde in Rémillards eigenen Studio in Kanada abgemischt. Das Album wurde im September 2003 unter dem Namen Works of Carnage veröffentlicht. Auf dem Album war unter anderem eine Coverversion des Venom-Liedes In League with Satan zu hören.[10] Vorher hatte die Band eine Tour durch Südamerika abgehalten, ehe es auf Tour durch die USA zusammen mit Cattle Decapitation,[4] Deicide und Hate Eternal ging. Anfang 2004 nahm die Band zudem die DVD Live Armageddon auf. 2004 spielte die Band zudem zusammen mit Norbid Angel in den Niederlanden und im November in Europa zusammen mit Behemoth, Ragnarok und Incantation.[4] Danach begab sich die Band erneut ins Studio, um neue Lieder aufzunehmen, die zusammen mit den ersten vier Liedern der EP Unmerciful Order als Album unter dem Namen Bloodshed veröffentlicht wurden. Im Sommer 2005 folgten Auftritte zusammen mit Hate Eternal, Incantation, Into Eternity und All Shall Perish in den USA. Danach begab sich die Band nach Deutschland, um auf dem Summer Breeze zu spielen. Im August spielte die Band auf dem Brutal Assault, dem Party.San und dem schweizerischen Mountains of Death.[4] Im Sommer arbeitete die Gruppe an ihrem nächsten Album, das erneut von Andy Classen produziert wurde. Der Tonträger erschien Ende Februar 2006 unter dem Namen AssassiNation ein. Im selben Jahr erschien zudem Live Armageddon. Die Band ist hier auf bei ihren Auftritten auf dem Metalmania 2005 und dem Wacken Open Air 2001 zu sehen.[11] Im April 2006 ging die Band auf Tour durch die USA zusammen mit Morbid Angel, Despised Icon und Behemoth, ehe im September und Oktober weitere Konzerte zusammen mit Six Feet Under, Decapitated und Abysmal Dawn folgten.[4] Geplante Auftritte auf den X-Mas-Festivals in Europa wurden hingegen abgesagt.

Ihre nächsten Europakonzerte folgten im Frühjahr des Folgejahres, zusammen mit Immolation und Grave. Bei einem Konzert in Rosenheim wurden die drei Bands zudem noch von Dawn of Azazel unterstützt.[12] Zudem folgten weitere Touren durch die USA und Europa, ehe im November die Arbeiten zum nächsten Album folgten. Die Aufnahmen hierfür erfolgten erneut mit Andy Classen im Stage One Studio im April 2008 in Deutschland. Der Tonträger erschien Mitte Juli unter dem Namen Southern Storm, worauf unter anderem auch eine Coverversion von Sepulturas Refuse/Resist enthalten war.[13] Dieses Lied war als Dank an Andreas Kisser gedacht, der mehrmals zusammen als Gastmusiker mit Krisiun aufgetreten war und mit diesen sowohl Krisiun- als auch Sepultura-Stücke gespielt hatte.[14] Außerdem wurde ein Musikvideo für das Lied Combustion Inferno erstellt. Der Veröffentlichung folgten Auftritte zusammen mit Ravencult und Rotting Christ.[4] Außerdem ging die Band auf Tour durch Brasilien und Chile, ehe es im November zusammen mit Unleashed und One Man Army and the Undead Quartet auf Europatournee ging.[1] Dabei spielte die Band auch untere anderem in Essen zusammen mit Unleashed, One Man Army and the Undead Quartet, Mourning Caress und Commander.[15] Im Jahr 2008 spielte Krisiun eine Coverversion von Demolition Hammers Human Dissection für den Century-Media-Sampler Covering 20 Years of Extremes ein. Im März und April 2009, ehe sich im September US-Auftritte mit Obituary, Goatwhore, The Berzerker und Warbringer anschlossen.[4] Im Jahr 2011 folgte das nächste Album The Great Execution,[16] worauf João Gordo, Sänger von Ratos de Porão, und der Akustikgitarristen Marcello Caminha als Gastmusiker zu hören waren.[17] Im Jahr 2012 spielte die Band unter anderem in München, zusammen mit Malevolent Creation, Vital Remains, Karnak und Pestifer.[18]

Stil[Bearbeiten]

Laut laut.de wurde die Band anfangs stark durch Gruppen wie Black Sabbath und Dio beeinflusst, wechselte jedoch, nachdem die Musiker mit Slayers Show No Mercy und Morbid Angel in Kontakt gekommen waren, zum extremen Metal.[1] Laut Martin Popoff und David Perri in ihrem Buch The Collector’s Guide of Heavy Metal Volume 4: The '00s zählt Krisiun mit Conquerors of Armageddon zu den besten Death-Metal-Bands, die Brasilien zu bieten habe. Die Musik erinnere oft an den Stil des Florida Death Metal, wobei die Lieder oft exotische oder „doomige“ Melodien hätten. Zudem sei auch der Einsatz von Blastbeats charakteristisch. Als Vergleichsbands nannten sie Deicide und Morbid Angel. Ageless Venomous biete wie gewohnt technisch anspruchsvollen Death Metal, mit aggressivem, gutturalem Gesang, wobei jedoch die schlechte Aufnahmequalität der Bassdrum das Album unhörbar mache. Auch auf Works of Carnage sei klassischer, technisch anspruchsvoller und schnell gespielter Death Metal zu hören. Auf Bloodshed hingegen gebe sich die Band reifer und bewege sich von schnelleren Liedern weg und fixiere sich mehr auf den Groove. AssassiNation biete ebenfalls klassischen Death Metal mit einprägsamen Riffs. Auf Southern Storm seien vor allem die aggressive und schnelle Bassdrum besonders markant.[10]

Im Metal-Hammer-Interview mit Björn Thorsten Jaschinski gab Alex Camargo an, textlich vor allem durch David Vincent beeinflusst worden zu sein, und äußerte sich zu den Texten auf AssassiNation folgendermaßen: „Gerade sexuelle Tabubrüche der eigenen Lehren sind in der Kirchengeschichte nichts Neues. Aber selten wurde die Institution zur Verantwortung gezogen, Politik und Religion scheinen immun. Wir begehren dagegen auf. […] Es geht nicht um schwarze Magie oder Jungfrauenopfer. Die Menschheit vernichtet sich selber, der Gedanke an Erlösung in einem späteren Leben kann uns nicht mehr hinhalten“.[19] Im Metal-Hammer-Interview mit Martin Wickler gab Moyses Kolsne an, dass anfangs Bands wie AC/DC und Black Sabbath und später Slayer und Metallica Krisiun beeinflusst hätten.[20] Martin Wickler vom Metal Hammer empfand die Musik auf Conquerors of Armageddon als „heftig“ und „hektisch“, wobei die Riffs knackig seien.[21] Laut Stefan Müller vom Metal Hammer spielte die Band auch auf Ageless Venomous schnell gespielten Death Metal, mit tiefem, gutturalem Gesang.[22] Laut Wickler spielte Krisiun auch auf Works of Carnage technisch versierten Death Metal mit schnellem Doublebass, wobei die Spielgeschwindigkeit der Lieder fast immer hoch sei.[23] Laut Anzo Sadoni vom Metal Hammer nahm die Geschwindigkeit der Lieder auf AssassiNation ab, sei aber oftmals noch immer sehr hoch. Es sei das bis zu jenem Zeitpunkt abwechslungsreichste Album der Bandgeschichte.[24] Thomas Strater vom Metal Hammer stellte fest, dass die Band den auf AssassiNation eingeschlagenen Weg auf Southern Storm weitergehe und nun verstärkt auf Mid-Tempo-Stücke und Groove setze.[25] Im Metal Hammer gab Moyses Kolesne an, dass die Band auf Southern Storm verstärkt versucht habe, ihre Thrash-Metal-Wurzeln hervorzubringen und nennt als Einfluss das Slayer-Lied Angel of Death.[14] Laut Robert Müller vom Metal Hammer waren auf The Great Execution die größte Neuerung die verwendeten Akustikgitarren. Krisiun verstehe es hier wie auch beim Vorgänger, wie Nile, klassische Death-Metal-Elemente, mit nicht-metallischen Elementen zu kombinieren.[26]

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

  • 1995: Black Force Domain (Dynamo Records)
  • 1998: Apocalyptic Revelation (Gun Records)
  • 2000: Conquerors of Armageddon (Century Media)
  • 2001: Ageless Venomous (Century Media)
  • 2003: Works of Carnage (Century Media)
  • 2004: Bloodshed (Century Media)
  • 2006: AssassiNation (Century Media)
  • 2008: Southern Storm (Century Media)
  • 2011: The Great Execution (Century Media)

Demos[Bearbeiten]

  • 1992: The Plague (Eigenveröffentlichung)

EPs[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

  • 1998: Advanced Tape 98 (Eigenveröffentlichung)

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 2012: Arise from Blackness (Century Media)

DVDs[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Krisiun. laut.de, abgerufen am 11. Mai 2014.
  2.  Joel McIver: Extreme Metal II. Omnibus Press, 2005, ISBN 1-84449-097-1, S. 103.
  3. Steve Huey: Krisiun. Allmusic, abgerufen am 11. Mai 2014.
  4. a b c d e f g h i j k l m n Biography. rockdetector.com, abgerufen am 11. Mai 2014.
  5.  Martin Wickler: Cradle Of Filth+Napalm Death+Borknagar+Krisiun. Nürnberg: Hirsch. In: Metal Hammer. Februar 1999, S. 118 f.
  6.  Robert Müller: Kreator+Dimmu Borgir+Richthofen+Krisiun. Bochum: Zeche. In: Metal Hammer. Februar 1998, S. 124 f.
  7.  Garry Sharpe-Young: A-Z of Death Metal. Cherry Red Books, London 2001, ISBN 1-901447-35-9, S. 233 f.
  8.  Anzo Sadoni: Vader+Krisiun+Decapitated+Prejudice. Hamburg: MarX. In: Metal Hammer. Dezember 2002, S. 95.
  9. Bands. BILLING 2001. wacken.com, abgerufen am 11. Mai 2014.
  10. a b  Martin Popoff, David Perri: The Collector’s Guide of Heavy Metal Volume 4: The ’00s. Collectors Guide Ltd, Burlington, Ontario, Kanada 2011, ISBN 9781-926592-20-6, S. 207.
  11.  Gunnar Sauermann: Krisiun. Live Armageddon. In: Metal Hammer. April 2006, S. 124.
  12.  Florian Krapp: Immolation+Krisiun+Grave+Dawn Of Azazel. Rosenheim: Upstairs. In: Metal Hammer. Juli 2007, S. 140.
  13. Biography. krisiun.com.br, abgerufen am 11. Mai 2014.
  14. a b  Thomas Strater: Krisiun. Höllensturm. In: Metal Hammer. August 2008, S. 97.
  15.  Thomas Strater: Unleashed+Krisiun+One Man Army And The Undead Quartet+Mourning Caress+Commander. Essen: Turock. In: Metal Hammer. Januar 2009, S. 114 f.
  16. Krisiun ‎– The Great Execution. Discogs, abgerufen am 11. Mai 2014.
  17. Biography. centurymedia.com, abgerufen am 11. Mai 2014.
  18.  Robert Müller: Krisiun+Malevolent Creation+Vital Remains+Karnak+Truth Corroded+Pestifer. München: Backstage. In: Metal Hammer. April 2012, S. 139.
  19.  Björn Thorsten Jaschinski: Krisiun. Mehr als Krach. In: Metal Hammer. März 2006, S. 87.
  20.  Martin Wickler: Krisiun. Ehrgeiz zahlt sich aus. In: Metal Hammer. November 2003, S. 95.
  21.  Martin Wickler: Krisiun. Conquerors of Armageddon. In: Metal Hammer. April 2000, S. 98.
  22.  Stefan Müller: Krisiun. Ageless Venomous. In: Metal Hammer. August 2001, S. 87.
  23.  Martin Wickler: Krisiun. Works of Carnage. In: Metal Hammer. Oktober 2003, S. 108.
  24.  Anzo Sadoni: Krisiun. AssassiNation. In: Metal Hammer. März 2006, S. 96.
  25.  Thomas Strater: Krisiun. Höllensturm. In: Metal Hammer. August 2008, S. 112.
  26.  Robert Müller: Krisiun. The Great Execution. In: Metal Hammer. Dezember 2011.