Lackenbach
| Lackenbach | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Burgenland | |
| Politischer Bezirk: | Oberpullendorf | |
| Kfz-Kennzeichen: | OP | |
| Fläche: | 18,08 km² | |
| Koordinaten: | 47° 35′ N, 16° 28′ O47.58944444444416.462777777778313Koordinaten: 47° 35′ 22″ N, 16° 27′ 46″ O | |
| Höhe: | 313 m ü. A. | |
| Einwohner: | 1.084 (1. Jän. 2011) | |
| Bevölkerungsdichte: | 59,96 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 7322 | |
| Vorwahl: | 02619 | |
| Gemeindekennziffer: | 1 08 08 | |
| NUTS-Region | AT111 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Postgasse 6 7322 Lackenbach |
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| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Christian Weninger (SPÖ) | |
| Gemeinderat: (2007) (19 Mitglieder) |
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| Lage der Gemeinde Lackenbach im Bezirk Oberpullendorf | ||
Gemeindeamt |
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| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Lackenbach (ungarisch: Lakompak, kroatisch: Lakimpuh) ist eine Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland.
[Bearbeiten] Geschichte
Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.
Später unter den Römern lag das heutige Lackenbach dann in der Provinz Pannonia.
Zwischen 1548 und 1552 entstand in Lackenbach ein Kastell. Nach 1670/71 siedelten sich aus Wien vertriebene Juden hier an.
Seit dem 18. Jahrhundert gehörte Lackenbach zu den Fürstlich Esterházy'schen Siebengemeinden mit weitgehend autonomer innerjüdischer Verwaltung. 1869 lebten hier 770 Juden – 62 % der Einwohner. Im 20. Jahrhundert nahm ihre Zahl ab; 1934 gab es noch 346 Juden in der Gemeinde.
Nach dem Anschluss 1938 wurden die Lackenbacher Juden in Lastwagen nach Wien gebracht, 1942 wurde die Synagoge gesprengt. Der jüdische Friedhof ist bis heute erhalten und zählt über 1700 Grabsteine. Hier befindet sich das Grab von Markus Mordechai Schey, dem Großvater mütterlicherseits von Arthur Schnitzler, sowie von Philip Baron Schey von Koromla (* 20. September 1798 in Güns; † 26. Juni 1881 in Baden bei Wien), der am 3. März 1859 als der erste ungarische Jude in den österreichischen Adelsstand erhoben worden war[1].
Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Lakompak verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).
Auf dem Gemeindegebiet entstand 1940 das „Zigeuner-Anhaltelager Lackenbach“ auf einem ehemaligen esterházyschen Gutshof. Die Lagerinsassen, überwiegend Burgenland-Roma, mussten hier Zwangsarbeit leisten und wurden ab 1943 teilweise in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. Ende März 1945 setzte sich die Lagerleitung beim Heranrücken der sowjetischen Armee ab, so dass es zu keinen opferreichen Todesmärschen kam.
[Bearbeiten] Bevölkerung
[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten] Politik
Bürgermeister ist Christian Weninger von der SPÖ, Vizebürgermeister Peter Krail von der ÖVP. Amtsleiter ist Oberamtmann Christian Janitsch.
Die Mandatsverteilung (19 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 12, ÖVP 7, FPÖ 0, Grüne 0 und andere Listen 0 Mandate.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Schloss Lackenbach: errichtet 1548-1552; ehemalige Wasserburg mit eindrucksvollen Arkaden im Innenhof
- Pfarrkirche: römisch-katholisch, 1962 erbaut
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
Söhne und Töchter
- Mida Huber (1880 auf Schloss Lackenbach-1974), österreichische Schriftstellerin, Lyrikerin und Mundartdichterin
- Julius Deutsch (1884 Lackenbach-1968), österreichischer Sozialdemokrat und General im Spanischen Bürgerkrieg
- Rudolf Sarközi (* 1944 im 'Zigeuner-Anhaltelager Lackenbach'), bekannter Roma-Vertreter
[Bearbeiten] Galerie
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Lackenbach (Mitte oben) um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
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Bahnhofsgebäude der Burgenlandbahn – der Bahnhof ist seit Auflassung des Personenverkehrs im Mai 2001 unbesetzt
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Bahnhof mit Gütermagazin in Blickrichtung Deutschkreutz – rechts die Labestation der „Draisinentour“
[Bearbeiten] Literatur
- Adonijahu Krauss: Lackenbach: eine kultur-historische Skizze einer jüdischen Gemeinde. Jerusalem 1950 [2]
- Josef Rittsteuer: Zur Kirchengeschichte von Lackenbach. In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 54/1992, Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv und Landesbibliothek, Eisenstadt 1992, S. 123–133 [3]
- Erika Thurner: Kurzgeschichte des nationalsozialistischen Zigeunerlagers in Lackenbach (1940 bis 1945). Rötzer-Druck, Eisenstadt 1984 [4]
- Uslu-Pauer Susanne: „Verdrängtes Unrecht“. Eine Auseinandersetzung mit den in Zusammenhang mit NS-Verbrechen an Roma und Sinti stehenden Volksgerichtsverfahren (1945 – 1955) unter besonderer Berücksichtigung des Lagers Lackenbach im Burgenland (Beschreibung – Analyse – Auswirkungen nach 1945). Wien, Univ., Dipl.-Arb., 2002 [5]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Local-Nachrichten. […] Baron Philipp Schey †. Badener Bezirks-Blatt, 2. Juli 1881, S. 5 Mitte
- ↑ Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund
- ↑ Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund
- ↑ Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund
- ↑ Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund
[Bearbeiten] Weblinks
- Gemeindedaten von Lackenbach. In: Statistik Austria.
- Gemeinde Lackenbach
- Esterházy Museum Lackenbach
- Luftaufnahmen von Lackenbach
- Bericht über das KZ Lackenbach während des Dritten Reiches
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