Langenwetzendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Langenwetzendorf
Langenwetzendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Langenwetzendorf hervorgehoben
50.67694444444412.098055555556338Koordinaten: 50° 41′ N, 12° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Greiz
Höhe: 338 m ü. NHN
Fläche: 55,99 km²
Einwohner: 4408 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07957
Vorwahl: 036625
Kfz-Kennzeichen: GRZ, ZR
Gemeindeschlüssel: 16 0 76 039
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Platz der Freiheit 4,
07957 Langenwetzendorf
Webpräsenz: www.langenwetzendorf.de
Bürgermeister: Kai Dittmann (CDU)
Lage der Gemeinde Langenwetzendorf im Landkreis Greiz
Auma-Weidatal Bad Köstritz Berga/Elster Bethenhausen Bocka Brahmenau Braunichswalde Caaschwitz Crimla Endschütz Gauern Greiz Großenstein Langenwetzendorf Harth-Pöllnitz Hartmannsdorf Hilbersdorf Hirschfeld Hohenleuben Weida Hundhaupten Kauern Korbußen Kraftsdorf Kühdorf Langenwetzendorf Langenwolschendorf Lederhose Linda Lindenkreuz Langenwetzendorf Mohlsdorf-Teichwolframsdorf Münchenbernsdorf Langenwetzendorf Neumühle Paitzdorf Pölzig Reichstädt Ronneburg Rückersdorf Saara Weida Schwaara Schwarzbach Seelingstädt Weida Teichwitz Weida Weißendorf Langenwetzendorf Wünschendorf Zedlitz Zeulenroda-Triebes ThüringenKarte
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Die Gemeinde Langenwetzendorf liegt im thüringischen Landkreis Greiz.

Geographie[Bearbeiten]

Langenwetzendorf liegt im Thüringer Schiefergebirge und erstreckt sich entlang der Leuba über eine Länge von ca. 4 km. Die nächsten größeren Orte sind die Kreisstadt Greiz und die Stadt Zeulenroda-Triebes.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gebietskörperschaften sind die ebenfalls zum Landkreis Greiz gehörenden Gemeinden Hohenleuben, Weida, Berga/Elster und Neumühle/Elster sowie die Städte Greiz und Zeulenroda-Triebes. Der Ort Kühdorf konnte sich nicht zum Beitritt entscheiden und bildet eine Enklave im Gemeindegebiet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gemeindegliederung

Zu Langenwetzendorf gehören seine zwischen 1992 und 2013 eingemeindeten Ortsteile Daßlitz, Erbengrün, Göttendorf, Hain, Hainsberg, Hirschbach, Langenwetzendorf, Lunzig mit ehemaligem Ortsteil Kauern, Naitschau, Neuärgerniß, Neugernsdorf, Nitschareuth, Wellsdorf, Wildetaube mit den ehemaligen Ortsteilen Altgernsdorf und Wittchendorf, und Zoghaus.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahr 1268 erstmals als Wiczendorf urkundlich erwähnt. Ursprünglich war er als sogenanntes Waldhufendorf mit der Leuba als Mittelachse gegründet worden.[2] Die Lage an der Leuba ist auch der Hauptgrund für den Bau der noch nachweisbaren Mühlen:

  • Die Dietzels- oder Geyersmühle ist wohl 1512 auf einer Steuerliste als Mühle (allleier) erwähnt worden. Zur Mahl- und Schneidemühle gehörten schon damals 50 Hektar Land, was zur weiteren wirtschaftlichen Festigung in dieser Zeit ausreichend bezeichnet werden kann. Jedoch unterlagen die etwas abseits liegenden Mühlen in kriegerischen Zeiten der Willkür. Die Besitzerfolge ab 1512 fand im Jahre 1900 ihr Ende, weil keines der fünf Kinder das Mühlenunternehmen wollte. Die 10. Generation verabschiedete sich. Schuld war die Industrialisierung des Umfeldes. 1903–1904 wurde die Mühle zwangsversteigert. Seit wenigen Jahren ist die Mühle unbewohnt. Trotzdem dürfte der Standort Investoren dienen.
  • In der Buschmühle ist der gewerbliche Schneidemühlenbetrieb längst erloschen. Die Mühle ist bewohnt und die Kreissäge kreischt noch. 1538 wurde die Mühle erstmals urkundlich erwähnt. Paul Beigang führte das Gewerbe als letzter Sägemüller bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Mühle ist noch bewohnt.
  • Die Mutzmühle, früher Kittenmühle genannt, liegt jetzt hinter einer modernen Kaufhalle rechtsseitig an der Greizer Straße versteckt hinter einem schwarz-weißen Fachwerkhaus. 1540 wollte der Eigentümer seine Mühle noch zu einer Schneidemühle erweitern, da gab es Streit mit den anderen Müllern. Die wasserrechtlichen Probleme häuften sich auch, als die Industrieanlagen hinzukamen. Ein Fabrikbesitzer kaufte 1888 den Mühlenbetrieb und bebaute später das Land. Das Mühlenhaus wurde Wohnhaus und ist heute ein Werbeträger.
  • Die Schneidemühle Arnold liegt im Wiesengrund am Leubabach und ist 1846 erbaut worden. 1993 erhielt die Wassermühle ein oberschlächtiges Wasserrad. Die Wasserzufuhr aus der Leuba war über einen 250 Meter langen Mühlgraben geregelt. Als 1884 die Mahlmühle abbrannte, wurde diese Grundstück verkauft. Es wurde ein Standort einer Textilweberei. Die alte Schneidemühle musste weichen. Vorher gab es hier drei Mühlen, sagt man.
  • Die Schmieds- oder Eiselsmühle brannte am 20. Juni 1926 ab. 1550 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Diese Mühle soll wohl schon um 1665 gebaut worden sein. Heute steht auf dem Gelände ein Wohnhaus mit anschließender Werkstatt.
  • Die Kuxmühle wurde 1597 erstmals urkundlich erwähnt. 1978 wurde sie unter dem Namen : VEB Vereinigte Mühlenwerke Wünschendorf, Produktionsbereich Langenwetzendorf geführt. Sie belieferte mit einer modernen Anlage eine Schweinemastanlage täglich mit über 60 Tonnen Mischfutter. Mit der politischen Wende kam auch das Ende der Kuxmühle.

Die Stilllegung erfolgte 1991. Der letzte Arbeiter wurde am 30. September 1992 entlassen.[3]

Langenwetzendorf
Kuxmühle

Im Juli 2006 scheiterte eine angestrebte Fusion mit der Gemeinde Vogtländisches Oberland daran, dass zwischen den Gemeinderäten keine Einigung auf einen gemeinsamen Gemeindenamen erzielt werden konnte.

Zum 31. Dezember 2012 wurde die Gemeinde Vogtländisches Oberland aufgelöst. Es existierten dabei zwei Varianten: In der Variante „Bürgerwille“ erhält die Gemeinde Langenwetzendorf die Ortsteile Hohndorf und Schönbach. Die Landesregierung bevorzugte hingegen die Variante „alte Kreisgrenzen“, bei der die Gemeinde auf die Städte Greiz und Zeulenroda-Triebes aufgeteilt wird.[4] Die letztgenannte Variante wurde schließlich umgesetzt.

Zum 31. Dezember 2013 wurden die Gemeinden Hain, Lunzig, Neugernsdorf und Wildetaube aus der aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Leubatal eingemeindet. Gleichzeitig wurde Langenwetzendorf erfüllende Gemeinde für Hohenleuben und Kühdorf.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 3245
  • 1995: 3299
  • 1996: 3993
  • 1997: 4003
  • 1998: 3986
  • 1999: 3991
  • 2000: 3987
  • 2001: 3928
  • 2002: 3904
  • 2003: 3839
  • 2004: 3794
  • 2005: 3738
  • 2006: 3691
  • 2007: 3654
  • 2008: 3584
  • 2009: 3559
  • 2010: 3519
  • 2011: 3425
  • 2012: 3371
  • 2013: 4408
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Einmal im Jahr findet das Parkfest statt. Es handelt sich dabei um ein Volksfest mit über 50-jähriger Tradition, das von den Vereinen der Gemeinde mitgestaltet wird. Als fester Termin hat sich das zweite Wochenende im Juli etabliert. Zum Abschluss des Parkfestes gibt es seit ein paar Jahren ein Höhenfeuerwerk vor der Kulisse des Parkteiches.

Eine weitere Tradition, die im Ort gepflegt wird, ist das Aufstellen eines Osterbrunnens. Dieser hat seinen festen Platz während der Osterzeit ebenfalls im Parkgelände. Er kann über vierzehn Tage besichtigt werden (eine Woche vor Gründonnerstag bis eine Woche nach Ostermontag).

In den Sommermonaten steht ein idyllisches Freibad mit einer Wasserrutsche und einer 50-Meter-Bahn zur Verfügung.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaft des Ortes wird von Betrieben der Landwirtschaft, Handwerk sowie Dienstleistungs- und einigen Industriebetrieben (zum Beispiel Fenster- und Türenherstellung) geprägt. Im Ortsteil Daßlitz befindet sich das Gewerbegebiet Daßlitzer Kreuz, direkt an der Bundesstraße B 92.

Verkehr[Bearbeiten]

Langenwetzendorf liegt an der Bundesstraße 92 (Gera-Greiz-Schönberg) sowie an der B 94 (Schleiz-Greiz-Rodewisch).

Bildung[Bearbeiten]

Langenwetzendorf besitzt eine eigene Regelschule mit durchschnittlich etwas über 200 Schülern, sie ist zentral im Ort gelegen und befindet sich in nähe der Kirche und des Gemeindeamtes Langenwetzendorf sowie des Kindergartens. Die Schule besteht aus zwei Gebäuden, wobei das ältere Schulgebäude aus dem späten 19. Jahrhundert stammt. Erbaut wurde die Schule von Ernst Arnold. 1985 wurde die Schule in Form eines Plattenbaues erweitert. Zu DDR-Zeiten hieß die Schule Juri-Gagarin-Oberschule, seit der Wende hieß sie Regelschule Langenwetzendorf. Seit dem Schuljahr 2007/2008 trägt sie den Namen Bio-Landschule Staatliche Regelschule Langenwetzendorf.

Im Ortsteil Naitschau befindet sich die Grundschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Langenwetzendorf (Ostthüringen/Vogtland): Lage, Geschichte ...
  3. Günter Steiniger: Mühlen an der Auma, der Triebes, der Leuba und im Güldetal Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2011, ISBN 978-3-86777-296-9, S.162–170, 168–170, 171–175, 175–177, 177–179 und 179–185
  4. Thüringer Gesetz zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2012, Vorlage der Landesregierung
  5. Bestätigung vom Landtag

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Langenwetzendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien