Landkreis Greiz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Greiz Deutschlandkarte, Position des Landkreises Greiz hervorgehoben50.7512.07Koordinaten: 50° 45′ N, 12° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Verwaltungssitz: Greiz
Fläche: 834,52 km²
Einwohner: 102.167 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: GRZ, ZR
Kreisschlüssel: 16 0 76
Kreisgliederung: 46 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Dr.-Rathenau-Platz 11
07973 Greiz
Webpräsenz: www.landkreis-greiz.de
Landrätin: Martina Schweinsburg (CDU)
Lage des Landkreises Greiz in Thüringen
Weimar Eisenach Suhl Gera Jena Landkreis Altenburger Land Landkreis Greiz Tschechien Saale-Holzland-Kreis Freistaat Sachsen Freistaat Bayern Saale-Orla-Kreis Landkreis Sonneberg Niedersachsen Hessen Sachsen-Anhalt Landkreis Eichsfeld Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Landkreis Hildburghausen Landkreis Schmalkalden-Meiningen Ilm-Kreis Landkreis Weimarer Land Erfurt Landkreis Gotha Wartburgkreis Landkreis Sömmerda Kyffhäuserkreis Unstrut-Hainich-Kreis Landkreis NordhausenKarte
Über dieses Bild
Staatenaufteilung des Landkreises vor 1913

Der Landkreis Greiz ist ein Landkreis im Osten des Freistaats Thüringen mit der Kreisstadt Greiz. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Ostthüringen und ist Mitglied der Planungsgemeinschaft Ostthüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbarkreise sind im Norden der zu Sachsen-Anhalt gehörende Burgenlandkreis und die kreisfreie Stadt Gera, im Nordosten der Landkreis Altenburger Land, im Osten der sächsische Landkreis Zwickau, im Süden der ebenfalls sächsische Vogtlandkreis und im Westen der Saale-Orla-Kreis und der Saale-Holzland-Kreis. Der Süden des Landkreises gehört zum Thüringer Schiefergebirge, während der Norden zur Leipziger Tieflandsbucht (Saale-Elster-Sandsteinplatte) hin abfällt. Die bedeutendsten Flüsse sind die im Osten des Kreises fließende Weiße Elster und ihr linker Nebenfluss Weida, die mehrfach zu Trinkwassertalsperren angestaut ist. 213 km² des Landkreises sind mit Wald bedeckt, 13,3 km² sind Wasserflächen. Höchste Erhebung ist mit 535,5 m ü. HNH der Allrichberg bei Bernsgrün.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Historisch ist der Landkreis Teil des Vogtlandes und besteht aus vier verschiedenen ehemaligen Fürstentümern.[3] Einen Landkreis Greiz gab es durchgehend seit der Gründung des Landes Thüringen im Jahr 1920 (siehe auch Landkreis Greiz (1922–1952)). In seiner heutigen Form entstand der Landkreis 1994 durch Zusammenlegung der Landkreise Gera, Zeulenroda und Greiz. Zum Altkreis Greiz gehörten bis zum 31. März 1992 die Stadt Elsterberg und die Gemeinde Görschnitz und bis zum 31. Juli 1994 die Gemeinde Cunsdorf. Sie fielen durch Bürgerentscheid an Sachsen, zu dem sie auch bis 1952 gehört hatten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1994: 127 861
  • 1995: 127 536
  • 1996: 127 186
  • 1997: 126 815
  • 1998: 126 137
  • 1999: 125 156
  • 2000: 123 869
  • 2001: 122 459
  • 2002: 121 129
  • 2003: 119 500
  • 2004: 118 053
  • 2005: 116 320
  • 2006: 114 384
  • 2007: 112 682
  • 2008: 110 747
  • 2009: 109 003
  • 2010: 107 555
  • 2011: 106 002
  • 2012: 103 297
  • 2013: 102 167
  • 2014:
  • 2015:
  • 2016:
  • 2017:
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Politik[Bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten]

Landrätin des Kreises ist seit dessen Bildung im Jahr 1994 Martina Schweinsburg (CDU). Zuvor war sie Landrätin des Kreises Zeulenroda.

Bei den Wahlen am 22. April 2012 wurde Schweinsburg für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt, nachdem sie bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen konnte. Bei einer Wahlbeteiligung von 49,9 % erhielt sie 60,4 % der abgegebenen, gültigen Stimmen.[4]

Kreistag[Bearbeiten]

Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien[5]:

Partei
Sitze
Prozent
Stimmengewinn 2014/2009
CDU
20
42,4
+5,2
Die Linke
9
18,8
+1,2
SPD
6
12,8
-4,5
FDP
1
2,9
-5,0
Grüne
1
3,0
+0,1
Pro Kommune – FWG
2
5,3
-0,8
IWA
3
6,8
+2,0
NPD
2
4,4
+0,6
BIZ
3
3,5
+0,9

Die Wahlbeteiligung lag bei 55,2 % (+0,6 %p). Die Abkürzung IWA steht für Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit e. V., BIZ steht für Bürgerinitiative für sozialverträgliche Abgaben und Leistungsgerechtigkeit in Zeulenroda und Umgebung.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Über einem schwarz-gold geteilten und mit einem gebogenen, schrägrechten grünen Rautenkranz belegten Schildfuß von Schwarz und Silber geteilt zeigt es vorn einen aufrechten goldenen, rotbekrönten und -bewehrten Löwen und hinten einen goldenen Kranich.“

Der goldene Löwe und der Kranich wurden von den Wappen der Fürsten zu Reuß abgeleitet, die den größten Teil dieser Gegend für viele Jahrhunderte in ihrem Besitz hatten. Ein kleiner Teil des Landkreises gehörte zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Folglich ist in der Unterseite des Wappens die vereinfachte Form des sächsischen Wappens zu sehen.

Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Greiz.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bauerfeind AG in Zeulenroda-Triebes

Rund 8000 Firmen – vor allem im klein- und mittelständischen Bereich – sind im Landkreis Greiz ansässig. Wichtige Zweige im verarbeitenden Gewerbe sind die chemische Industrie, speziell die Gummi- und Kunststoffwarenherstellung, die Textilindustrie, die Lebens- und Genussmittelindustrie, die Holzverarbeitung sowie die Metall verarbeitende Industrie. Die Köstritzer Schwarzbierbrauerei und das Chemiewerk Bad Köstritz, die Bauerfeind-Gruppe (Zeulenroda-Triebes), die Breckle Matratzenwerk Weida GmbH (Weida) und die Wismut GmbH gehören zu den großen Arbeitgebern des Landkreises. Eine Fläche von etwa 520 km² wird landwirtschaftlich genutzt. Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahre 2007 1.864 Millionen Euro. Gemeinsam mit der Stadt Gera ist der Landkreis Greiz Träger der Sparkasse Gera-Greiz.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Der Landkreis Greiz wird von den Bundesautobahnen 4 (Dreieck Kirchheim/A 7 – Eisenach – Gera – Dresden – Görlitz – Grenzübergang PL) und 9 (Berlin – Leipzig – Nürnberg – München) durchzogen. Außerdem verläuft unweit die Autobahn 72 (Hof – Chemnitz).

Weitere wichtige Straßen stellen die in Nord-Süd-Richtung weitgehend zur A 9 parallel verlaufenden Bundesstraßen 2 (Berlin – Leipzig – Gera – Schleiz – Nürnberg – München) sowie 92 (Gera – Greiz – Plauen – Grenzübergang CZ) dar.

In ost-westliche Richtung verlaufen die Bundesstraßen

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird im nördlichen Teil des Landkreises hauptsächlich von der RVG Regionalverkehr Gera/Land GmbH erbracht. Im südlichen Teil übernimmt die Personen- und Reiseverkehrsgesellschaft Greiz mbH (PRG) die ÖPNV-Bedienung. Beide Unternehmen sind unter dem Dach der Service- und Verwaltungsgesellschaft Greiz (SVG GRZ) zusammengeschlossen. Neben diesen beiden öffentlichen Verkehrsunternehmen bieten zwei private Unternehmen ÖPNV an: Omnibusbetrieb Dipl.-Ing. (FH) Günter Herzum und Omnibusbetrieb Hartmut Piehler. Das Verkehrsunternehmen Ostthüringer Reisebüro und Busbetrieb Heyne wurde im Juni 2009 von der PRG Greiz übernommen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Mehrere Bahnlinien, darunter die Mitte-Deutschland-Verbindung, ergänzen die Infrastruktur des Kreises. Während die Bahnstrecke Werdau–Weida–Mehltheuer noch teilweise befahren wird, sind die Strecken Neumark–Greiz und Zeulenroda unt Bf–Zeulenroda ob Bf komplett stillgelegt.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Im Nachbarlandkreis Altenburger Land befindet sich der Leipzig-Altenburg Airport. In der Stadt Gera befindet sich der Flugplatz Gera-Leumnitz.

Wasserstraßen[Bearbeiten]

Für den Gütertransport nutzbare Flüsse gibt es nicht.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[6])

Einheitsgemeinden
*erfüllende Gemeinde für weitere Gemeinden

  1. Auma-Weidatal, Stadt, Landgemeinde (3718)
  2. Bad Köstritz, Stadt * (3633)
  3. Berga/Elster, Stadt (3493)
  4. Greiz, Stadt * (21.284)
  5. Harth-Pöllnitz (2964)
  6. Kraftsdorf (3904)
  7. Langenwetzendorf * (4408)
  8. Mohlsdorf-Teichwolframsdorf, Landgemeinde (5057)
  9. Ronneburg, Stadt (4929)
  10. Weida, Stadt * (8622)
  11. Zeulenroda-Triebes, Stadt * (17.098)

Beauftragende Gemeinden
(Städte und Gemeinden in Klammern sind erfüllende Gemeinden):

  1. Caaschwitz (Stadt Bad Köstritz) (622)
  2. Crimla (Stadt Weida) (260)
  3. Hartmannsdorf (Stadt Bad Köstritz) (352)
  4. Hohenleuben, Stadt (Gemeinde Langenwetzendorf) (1607)
  5. Kühdorf (Gemeinde Langenwetzendorf) (65)
  6. Langenwolschendorf (Stadt Zeulenroda-Triebes) (864)
  7. Neumühle/Elster (Stadt Greiz) (430)
  8. Weißendorf (Stadt Zeulenroda-Triebes) (314)
Auma-Weidatal Bad Köstritz Berga/Elster Bethenhausen Bocka Brahmenau Braunichswalde Caaschwitz Crimla Endschütz Gauern Greiz Großenstein Langenwetzendorf Harth-Pöllnitz Hartmannsdorf Hilbersdorf Hirschfeld Hohenleuben Weida Hundhaupten Kauern Korbußen Kraftsdorf Kühdorf Langenwetzendorf Langenwolschendorf Lederhose Linda Lindenkreuz Langenwetzendorf Mohlsdorf-Teichwolframsdorf Münchenbernsdorf Langenwetzendorf Neumühle Paitzdorf Pölzig Reichstädt Ronneburg Rückersdorf Saara Weida Schwaara Schwarzbach Seelingstädt Weida Teichwitz Weida Weißendorf Langenwetzendorf Wünschendorf Zedlitz Zeulenroda-Triebes ThüringenMunicipalities in GRZ.png
Über dieses Bild

Verwaltungsgemeinschaften
*Sitz der Verwaltungsgemeinschaft

  1. Bethenhausen (249)
  2. Brahmenau (966)
  3. Großenstein * (1283)
  4. Hirschfeld (114)
  5. Korbußen (459)
  6. Pölzig (1189)
  7. Reichstädt (361)
  8. Schwaara (145)
  1. Bocka (456)
  2. Hundhaupten (343)
  3. Lederhose (260)
  4. Lindenkreuz (482)
  5. Münchenbernsdorf, Stadt * (3006)
  6. Saara (610)
  7. Schwarzbach (223)
  8. Zedlitz (672)
  1. Braunichswalde (611)
  2. Endschütz (332)
  3. Gauern (118)
  4. Hilbersdorf (223)
  5. Kauern (410)
  6. Linda b. Weida (453)
  7. Paitzdorf (403)
  8. Rückersdorf (778)
  9. Seelingstädt (1392)
  10. Teichwitz (99)
  11. Wünschendorf/Elster * (2906)

Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ beziehungsweise „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaft und erfüllende Gemeinde (Thüringen).

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Gemeinden[Bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Namensänderungen[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen GRZ. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Vom 1. Juli 1994 bis zum 31. Januar 1995 wurde im Altkreis Zeulenroda das Kürzel ZR ausgeteilt. Seit dem 24. November 2012 ist es wieder erhältlich.

Bis etwa zum Jahr 2000 erhielten Fahrzeuge aus den Teilkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Teilkreis Greiz A bis Z 1 bis 999
AA bis ZZ 1 bis 99
Teilkreis Gera AA bis ZZ 100 bis 999

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Landkreis Greiz richtete mit den Städten Ronneburg und Gera und dem Zentralverband Gartenbau die Bundesgartenschau 2007 aus. Besonders das Ausstellungsgelände im Landkreis Greiz war lange vom Uranbergbau (SDAG Wismut) geprägt. Die Rekultivierung stand im Mittelpunkt der Arbeiten am Buga-Gelände.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Landkreis Greiz: Geographische Lage. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  3. Elmar Otto: Gebietsreform: "Wenn zwei Arme heiraten, werden sie nicht reicher". In: Ostthüringer Zeitung. 15. März 2013, abgerufen am 15. März 2013.
  4. Seite des Thüringer Landeswahlleiters zu den Landratswahlen 2012
  5. Kreistagswahl 2014 abgerufen am 4. August 2014
  6. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Greiz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien