Landkreis Greiz
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Verwaltungssitz: | Greiz |
| Fläche: | 834,52 km² |
| Einwohner: |
106.002 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 127 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | GRZ, ZR |
| Kreisschlüssel: | 16 0 76 |
| NUTS: | DEG0L |
| Kreisgliederung: | 53 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Dr.-Rathenau-Platz 11 07973 Greiz |
| Webpräsenz: | |
| Landrätin: | Martina Schweinsburg (CDU) |
| Lage des Landkreises Greiz in Thüringen | |
Der Landkreis Greiz ist ein Landkreis im Osten des Freistaats Thüringen mit der Kreisstadt Greiz. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Ostthüringen und ist Mitglied der Planungsgemeinschaft Ostthüringen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Nachbarkreise sind im Norden der zu Sachsen-Anhalt gehörende Burgenlandkreis und die kreisfreie Stadt Gera, im Nordosten der Landkreis Altenburger Land, im Osten der sächsische Landkreis Zwickau, im Süden der ebenfalls sächsische Vogtlandkreis und im Westen der Saale-Orla-Kreis und der Saale-Holzland-Kreis. Der Süden des Landkreises gehört zum Thüringer Schiefergebirge, während der Norden zur Leipziger Tieflandsbucht (Saale-Elster-Sandsteinplatte) hin abfällt. Die bedeutendsten Flüsse sind die im Osten des Kreises fließende Weiße Elster und ihr linker Nebenfluss Weida, die mehrfach zu Trinkwassertalsperren angestaut ist. 213 km² des Landkreises sind mit Wald bedeckt, 13,3 km² sind Wasserflächen.
Geschichte [Bearbeiten]
Historisch ist der Landkreis Teil des Vogtlandes und besteht aus vier verschiedenen ehemaligen Fürstentümern.[2] Einen Landkreis Greiz gab es durchgehend seit der Gründung des Landes Thüringen im Jahr 1920 (siehe auch Landkreis Greiz (1922–1952)). In seiner heutigen Form entstand der Landkreis 1994 durch Zusammenlegung der Landkreise Gera, Zeulenroda und Greiz. Zum Altkreis Greiz gehörten bis zum 31. März 1992 die Stadt Elsterberg und die Gemeinde Görschnitz und bis zum 31. Juli 1994 die Gemeinde Cunsdorf. Sie fielen durch Bürgerentscheid an Sachsen, zu dem sie auch bis 1952 gehört hatten.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl :
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- Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember
Politik [Bearbeiten]
Landrat [Bearbeiten]
Landrätin des Kreises ist seit dessen Bildung im Jahr 1994 Martina Schweinsburg (CDU). Zuvor war sie Landrätin des Kreises Zeulenroda.
Bei den Wahlen am 22. April 2012 wurde Schweinsburg für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt, nachdem sie bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen konnte. Bei einer Wahlbeteiligung von 49,9 % erhielt sie 60,4 % der abgegebenen, gültigen Stimmen.[3]
Kreistag [Bearbeiten]
Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
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Partei
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Sitze
|
Prozent
|
Stimmengewinn 2009/2004
|
| CDU |
17
|
37,2
|
−6,9
|
| Die Linke |
8
|
17,6
|
−3,4
|
| SPD |
8
|
17,3
|
+1,2
|
| FDP |
4
|
7,9
|
+7,9
|
| Pro Kommune – FWG |
3
|
6,1
|
−4,1
|
| IWA |
2
|
4,8
|
+4,8
|
| NPD |
2
|
3,8
|
+3,8
|
| Grüne |
1
|
2,9
|
+0,3
|
| BIZ |
1
|
2,6
|
+2,6
|
Daraus ergeben sich folgende Fraktionen:
|
Fraktion
|
Sitze
|
| CDU/Pro Kommune – FWG |
20
|
| Die Linke |
8
|
| SPD |
8
|
| IWA/BIZ/Grüne |
6
|
| FDP (fraktionslos) |
2
|
| NPD (fraktionslos) |
2
|
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Über einem schwarz-gold geteilten und mit einem gebogenen, schrägrechten grünen Rautenkranz belegten Schildfuß von Schwarz und Silber geteilt zeigt es vorn einen aufrechten goldenen, rotbekrönten und -bewehrten Löwen und hinten einen goldenen Kranich.“
Der goldene Löwe und der Kranich wurden von den Wappen der Fürsten zu Reuß abgeleitet, die den größten Teil dieser Gegend für viele Jahrhunderte in ihrem Besitz hatten. Ein kleiner Teil des Landkreises gehörte zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Folglich ist in der Unterseite des Wappens die vereinfachte Form des sächsischen Wappens zu sehen.
Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Greiz.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Rund 8000 Firmen – vor allem im klein- und mittelständischen Bereich – sind im Landkreis Greiz ansässig. Wichtige Zweige im verarbeitenden Gewerbe sind die chemische Industrie, speziell die Gummi- und Kunststoffwarenherstellung, die Textilindustrie, die Lebens- und Genussmittelindustrie, die Holzverarbeitung sowie die Metall verarbeitende Industrie. Die Köstritzer Schwarzbierbrauerei und das Chemiewerk Bad Köstritz, die Bauerfeind-Gruppe (Zeulenroda-Triebes), die Breckle Matratzenwerk Weida GmbH (Weida) und die Wismut GmbH gehören zu den großen Arbeitgebern des Landkreises. Eine Fläche von etwa 520 km² wird landwirtschaftlich genutzt. Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahre 2007 1.864 Millionen Euro. Gemeinsam mit der Stadt Gera ist der Landkreis Greiz Träger der Sparkasse Gera-Greiz.
Verkehr [Bearbeiten]
Straßenverkehr [Bearbeiten]
Der Landkreis Greiz wird von den Bundesautobahnen 4 (Dreieck Kirchheim/A 7 – Eisenach – Gera – Dresden – Görlitz – Grenzübergang PL) und 9 (Berlin – Leipzig – Nürnberg – München) durchzogen. Außerdem verläuft unweit die Autobahn 72 (Hof – Chemnitz).
Weitere wichtige Straßen stellen die in Nord-Süd-Richtung weitgehend zur A 9 parallel verlaufenden Bundesstraßen 2 (Berlin – Leipzig – Gera – Schleiz – Nürnberg – München) sowie 92 (Gera – Greiz – Plauen – Grenzübergang CZ) dar.
In ost-westliche Richtung verlaufen die Bundesstraßen
- 7 (Grenzübergang NL – Düsseldorf – Kassel – Eisenach – Erfurt – Jena – Gera – Altenburg – Rochlitz),
- 175 (Harth-Pöllnitz – Weida – Zwickau – Nossen) und
- 94 (Schleiz – Zeulenroda – Greiz – Reichenbach – Rodewisch).
Öffentlicher Verkehr [Bearbeiten]
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird im nördlichen Teil des Landkreises hauptsächlich von der RVG Regionalverkehr Gera/Land GmbH erbracht. Im südlichen Teil übernimmt die Personen- und Reiseverkehrsgesellschaft Greiz mbH (PRG) die ÖPNV-Bedienung. Beide Unternehmen sind unter dem Dach der Service- und Verwaltungsgesellschaft Greiz (SVG GRZ) zusammengeschlossen. Neben diesen beiden öffentlichen Verkehrsunternehmen bieten zwei private Unternehmen ÖPNV an: Omnibusbetrieb Dipl.-Ing. (FH) Günter Herzum und Omnibusbetrieb Hartmut Piehler. Das Verkehrsunternehmen Ostthüringer Reisebüro und Busbetrieb Heyne wurde im Juni 2009 von der PRG Greiz übernommen.
Schienenverkehr [Bearbeiten]
Mehrere Bahnlinien, darunter die Mitte-Deutschland-Verbindung, ergänzen die Infrastruktur des Kreises. Während die Bahnstrecke Werdau–Weida–Mehltheuer noch teilweise befahren wird, sind die Strecken Neumark–Greiz und Zeulenroda unt Bf–Zeulenroda ob Bf komplett stillgelegt.
Luftverkehr [Bearbeiten]
Im Nachbarlandkreis Altenburger Land befindet sich der Leipzig-Altenburg Airport. In der Stadt Gera befindet sich der Flugplatz Gera-Leumnitz.
Wasserstraßen [Bearbeiten]
Für den Gütertransport nutzbare Flüsse gibt es nicht.
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011[4])
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Einheitsgemeinden
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Beauftragende Gemeinden
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Verwaltungsgemeinschaften
*Sitz der Verwaltungsgemeinschaft
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Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ beziehungsweise „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaft in Thüringen.
Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Greiz
Gebietsveränderungen [Bearbeiten]
Gemeinden [Bearbeiten]
- Auflösung der Einheitsgemeinde Vogtländisches Oberland – Eingliederung der Ortsteile Cossengrün, Hohndorf, Schönbach und des Gebiets Eubenberg (Ortsteil Arnsgrün) in die Stadt Greiz sowie der Ortsteile Arnsgrün (ohne Eubenberg), Bernsgrün und Pöllwitz in die Stadt Zeulenroda-Triebes (31. Dezember 2012)
- Auflösung der Gemeinden Mohlsdorf und Teichwolframsdorf – Zusammenschluss zur neuen Gemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf (1. Januar 2012)
- Auflösung der Stadt Auma und der Gemeinden Braunsdorf, Göhren-Döhlen, Staitz und Wiebelsdorf – Zusammenschluss zur neuen Stadt Auma-Weidatal (1. Dezember 2011)
- Auflösung der Gemeinden Merkendorf, Silberfeld und Zadelsdorf – Eingliederung in die Stadt Zeulenroda-Triebes (1. Dezember 2011)
- Auflösung der Stadt Triebes – Eingliederung in die Stadt Zeulenroda, welche in Zeulenroda-Triebes umbenannt wird (1. Februar 2006)
- Auflösung der Gemeinden Arnsgrün, Bernsgrün, Cossengrün, Hohndorf, Pöllwitz und Schönbach – Zusammenschluss zur neuen Gemeinde Vogtländisches Oberland (1. Juli 1999)
Verwaltungsgemeinschaften [Bearbeiten]
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Auma-Weidatal – Aufteilung auf die Städte Auma-Weidatal und Zeulenroda-Triebes (1. Dezember 2011)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Vogtländisches Oberland – Bildung einer neuen Gemeinde Vogtländisches Oberland (1. Juli 1999)
Sonstiges [Bearbeiten]
Der Landkreis Greiz richtete mit den Städten Ronneburg und Gera und dem Zentralverband Gartenbau die Bundesgartenschau 2007 aus. Besonders das Ausstellungsgelände im Landkreis Greiz war lange vom Uranbergbau (SDAG Wismut) geprägt. Die Rekultivierung stand im Mittelpunkt der Arbeiten am Buga-Gelände.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
- ↑ Elmar Otto: Gebietsreform: "Wenn zwei Arme heiraten, werden sie nicht reicher". In: Ostthüringer Zeitung. 15. März 2013, abgerufen am 15. März 2013.
- ↑ Seite des Thüringer Landeswahlleiters zu den Landratswahlen 2012
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften
Weblinks [Bearbeiten]
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