Greiz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Greiz
Greiz
Deutschlandkarte, Position der Stadt Greiz hervorgehoben
50.65472222222212.199722222222265Koordinaten: 50° 39′ N, 12° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Greiz
Erfüllende Gemeinde: für Neumühle/Elster
Höhe: 265 m ü. NHN
Fläche: 76,3 km²
Einwohner: 21.284 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 279 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07973
Vorwahl: 03661
Kfz-Kennzeichen: GRZ, ZR
Gemeindeschlüssel: 16 0 76 022
Stadtgliederung: Kernstadt; 20 Stadtteile; 8 Siedlungen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 12
07973 Greiz
Webpräsenz: www.greiz.de
Bürgermeister: Gerd Grüner (SPD)
Lage der Kreisstadt Greiz
im gleichnamigen Landkreis
Auma-Weidatal Bad Köstritz Berga/Elster Bethenhausen Bocka Brahmenau Braunichswalde Caaschwitz Crimla Endschütz Gauern Greiz Großenstein Langenwetzendorf Harth-Pöllnitz Hartmannsdorf Hilbersdorf Hirschfeld Hohenleuben Weida Hundhaupten Kauern Korbußen Kraftsdorf Kühdorf Langenwetzendorf Langenwolschendorf Lederhose Linda Lindenkreuz Langenwetzendorf Mohlsdorf-Teichwolframsdorf Münchenbernsdorf Langenwetzendorf Neumühle Paitzdorf Pölzig Reichstädt Ronneburg Rückersdorf Saara Weida Schwaara Schwarzbach Seelingstädt Weida Teichwitz Weida Weißendorf Langenwetzendorf Wünschendorf Zedlitz Zeulenroda-Triebes ThüringenKarte
Über dieses Bild
Gliederung der Stadt Greiz
Fußgängerzone
Greiz vom Schlossplatz an der Elster aus (1838)
Blick über Teile der Stadt
Sommerpalais im Greizer Park

Greiz ist eine Stadt im Südosten Thüringens, unmittelbar an der Landesgrenze zu Sachsen gelegen. Sie ist die Kreisstadt des Landkreises Greiz und Mittelzentrum für den südlichen Teil des Landkreises. Die Stadt liegt im Tal der Weißen Elster im thüringischen Vogtland. Wegen ihrer reizvollen Lage in einem Talkessel und ihrer zahlreichen historischen Bauten trägt sie den Beinamen „Perle des Vogtlandes“. Greiz war die Residenzstadt des Fürstentums Reuß älterer Linie, das bis 1918 als selbstständiger Bundesstaat im Deutschen Kaiserreich bestand und vom Haus Reuß regiert wurde.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Zentrum von Greiz liegt im engen Tal der Weißen Elster, unterhalb der Mündung der Göltzsch. Die wichtigsten größeren Städte in der Nähe von Greiz sind Gera, Zwickau und Plauen. Weitere nahe Städte sind Berga/Elster und Zeulenroda-Triebes sowie in Sachsen die Städte Reichenbach im Vogtland, Mylau, Netzschkau, Elsterberg und Werdau.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadtteile von Greiz sind Aubachtal, Caselwitz, Cossengrün, Dölau, Eubenberg, Gommla mit Pommeranz, Hohndorf mit Gablau, Leiningen, Pansdorf und Tremnitz, Irchwitz mit St. Adelheid, Kurtschau, Moschwitz mit ehemaligem Weiler Bucka, Obergrochlitz, Pohlitz mit Herrenreuth, Raasdorf, Reinsdorf mit Waltersdorf, Rothenthal, Sachswitz, Schönbach, Schönfeld, Thalbach und Untergrochlitz.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an Greiz:

Langenwetzendorf Neumühle/Elster Mohlsdorf-Teichwolframsdorf
Zeulenroda-Triebes Nachbargemeinden Reichenbach im Vogtland
Elsterberg, Pöhl, Plauen, Rosenbach/Vogtl. Netzschkau Mylau

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits seit der jüngeren Steinzeit war der Talkessel der Weißen Elster bewohnt. Das heutige Greiz, ehemals Grewcz, ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs (slawisch: gradec, ‚befestigter Ort‘) und wurde 1209 erstmals urkundlich erwähnt. Bei den Überlegungen zum Ursprung des Namens wird von der früheren Schreibweise Grouts ausgegangen. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die Namensbezeichnung.

Im Jahr 1225 wird für Greiz erstmals eine Burganlage und ein Vorgängerbau der Stadtkirche St. Marien, erbaut durch die Weidaer Vögte, erwähnt.[2] Bei der Teilung des Vogtlandes 1237 erhielt der jüngste der drei Weidaer Vögte Heinrich V. (geb. um 1209) das Gebiet um Greiz-Werdau-Reichenbach. Er verlegte seinen Sitz auf die Greizer Burg und nannte sich Vogt von Greiz. Damit war Greiz erstmals Sitz einer Herrschaft. Bereits 1240 kinderlos verstorben, fiel sein Besitz an Heinrich I. von Plauen, den ältesten Sohn seines älteren Bruders, Heinrich IV. von Gera. 1269 wird Greiz erstmals urkundlich als Dorf erwähnt[3] und im Jahr 1302 zwei Bürger von Greiz. Nachdem Vogt Heinrich I. von Plauen, der seine drei Söhne überlebt, 1303 starb, teilten seine zwei lebenden Enkel, Heinrich (III.) von Seeberg, Sohn Heinrichs (II.) des Böhmen, und Heinrich II. (Reuß-Greiz), Sohn von Heinrich Ruthenus (des Ruszen oder Reußen) im Jahr 1306 das bisher gemeinsam verwaltete Gebiet auf. Heinrich Ruthenus wurde durch seinen Sohn Heinrich (II.) Reuß zum Gründer der jüngeren Linie, der Reußen von Plauen zu Greiz, der die Herrschaft Greiz mit Greiz als Residenz, Werdau, Reichenbach, Mylau, Ronneburg und Schmölln erhielt.[4]

Im Vogtländischen Krieg 1354/55 unter die Lehnshoheit der wettinischen Markgrafen zu Meißen geraten, schlichteten die Markgrafen zu Meißen im Juni 1359 einen Bruderzwist der Reußen in einem „Aussöhnungs- und Erbteilungsvertrag“, in dem Greiz erstmals urkundlich als Stadt erwähnt wird.[5] Am 23. Mai 1449 belehnte Kurfürst Friedrich II. der Sanftmütige von Sachsen die beiden reußischen Brüder Heinrich IX. und Heinrich X. mit der Herrschaft Greiz in den beiden Teilen Hinter- und Vorderschloß, benannt nach den beiden Hauptflügeln des Herrschaftssitzes auf dem Greizer Schlossberg. Diese Teilungsurkunde ist insofern wichtig, da alle dazugehörenden Dörfer aufgeführt werden und so für viele Dörfer eine urkundliche Ersterwähnung erfolgte.[6]

1474 wird erstmals ein Schulmeister und 1486 ein Greizer Gemeinderat erwähnt. Bürgermeister, Rat und Stadtsiegel sind nachweisbar.[7] 1494 wurden bei einem großen Stadtbrand 51 Häuser zerstört. Das älteste vorhandene Stadtprivileg, das auf den 15. März 1527 datiert, ist eine Erneuerung älterer, nicht mehr vorhandener Greizer Stadtprivilegien durch Heinrich XIII. Am 14. Oktober 1537 erfolgte eine Neubestätigung. Ab Herbst 1533 begann die vom sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen angeordnete Kirchenvisitation zur Einführung der Reformation, die spätestens im Frühjahr 1534 abgeschlossen wurde. Infolge eines Blitzschlags brannte das Obere Schloss am 3. Juni 1540 in größeren Teilen ab.[8]

Nach der Niederlage der Protestanten unter der Führung des Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen in der Schlacht bei Mühlberg/Elbe am 24. April 1547, an der Heinrich XIV., der Ältere Reuß teilnahm, verfielen die drei reußischen Brüder der Reichsacht und verloren ihren Greizer Besitz. Wohnsitz nahmen sie in Oberkranichfeld, welches sie behalten durften.[9] Gleichzeitig ging, entsprechend dem auf die reußischen Lande bezogenen Artikel des Prager Vertrages vom 14. Oktober 1546, die Lehnshoheit vom Kurfürstentum Sachsen an das Königreich Böhmen über. Mit dem feierlichen Lehnsbrief über die reußische und die gerischen Herrschaften wurde Heinrich IV. von Plauen aus der burggräflichen Linie der Plauener Vögte, am 21. Januar 1549 vom böhmischen König Ferdinand offiziell als Landesherr von Greiz eingesetzt.[10] Nach Heinrichs Tod am 19. Mai 1554 wurde sein Sohn Heinrich V. von Plauen Landesherr in Greiz. Nach langen Kampf hatten die Bemühungen der Reußen zur Rückgabe ihrer Gebiete Erfolg. Am 14. März 1562 erhielten die Brüder Reuß durch kaiserlichen Schiedsspruch das Greizer Gebiet als Neubelehnung zurück.[11]

Im Jahr 1564 kam es zu der folgenschweren Landesteilung der reußischen Gebiete in Untergreiz mit Heinrich XIV., dem Älteren, Obergreiz mit Heinrich XV., dem Mittleren und Gera mit Heinrich XVI., dem Jüngeren, die spätere jüngere Linie.[12] Noch im gleichen Jahr begann der Bau der Residenz Heinrich XIV. in der Stadt, des zweiten Schlosses in Greiz, dem späteren „Unteren Schloss“.

Wie alle Reußen teilten auch die älterer Linie, am 26. August 1673 in den erblichen Reichsgrafenstand unter Lehnshoheit zur böhmischen Krone erhoben, immer weiter und erst 1768 kam es zur Vereinigung der beiden verbliebenen Linien zur Grafschaft Reuß älterer Linie, die 1778 zum Fürstentum wurde.

Die Stadt war 1647 von Hexenverfolgung betroffen. Barbara Kühnel geriet in einen Hexenprozess und wurde mit zwei Jahren Landesverweis bestraft.[13] Ein großer Brand zerstörte Greiz am 6. April 1802 fast gänzlich. Insgesamt brannten etwa 430 Gebäude nieder, darunter 237 Bürgerhäuser, der Rest Nebengebäude und Scheunen. Viele weitere Gebäude hat man während des Brandes abgerissen, um das rasch anwachsende Feuer aufzuhalten.[14] 1902 kam es erneut zu einem Brand, der einige innerstädtische Quartiere um die Thomasstraße vernichtete. Beim Wiederaufbau errichtete man hier repräsentative Jugendstilbauten, die ein geschlossenes Ensemble bilden. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt auch zu einem bedeutenden Industriestandort, 1865 wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Vor allem durch die Errichtung zahlreicher größerer Woll-Webereien wuchs die Industrie ständig. Dadurch bedingt verlagerte eines der führenden sächsischen Textil-Veredlungsunternehmen, die Reichenbacher Firma Georg Schleber, 1871 mit Errichtung eines bedeutenden Zweigwerks ihren Standortschwerpunkt nach Greiz. Seit 1920 gehört die Stadt zum Freistaat Thüringen und ist Kreisstadt des Landkreises Greiz.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden auch in Greiz die Gegner der Nationalsozialisten verfolgt. Zwischen 1934 und 1943 wurden im Landeskrankenhaus Wichmannstraße 809 Personen zwangssterilisiert. Das Städtische Altersheim und das Kreispflegeheim gaben 122 Kranke zur „Euthanasie“ frei. Während des Zweiten Weltkrieges mussten hunderte Kriegsgefangene sowie Männer und Frauen aus von Deutschland besetzten Ländern im Sorgwald bei Thalbach und in anderen Wirtschaftsunternehmen Zwangsarbeit leisten. Mindestens 102 von ihnen kamen dabei um. An sie wird auf der Gedenkanlage des Alten Friedhofs erinnert. An den Wehrmachtsoffizier Kurt von Westernhagen, der im April 1945 auf die Sprengung der Brücken und damit auf die Verteidigung der Stadt verzichtete, erinnert der nach ihm benannte Platz, auf dem er von der Gestapo erschossen wurde.[15]

Greiz war von Mai 1944 bis April 1945 mehrmals Ziel US-amerikanischer Luftangriffe. 25 Todesopfer und erhebliche Wohnhausschäden waren zu beklagen.[16] Ende 1945 und Anfang 1946 wurden in Greiz vom sowjetischen Sicherheitsdienst NKWD 15 Jugendliche (15 bis 19 Jahre alt) verhaftet. Sie wurden beschuldigt, dem „Werwolf“ angehört zu haben. Im März 1946 verurteilte ein sowjetisches Militärtribunal 11 von ihnen zum Tode, die vier jüngsten wurden zu 15 bis 20 Jahren Lagerhaft begnadigt. Die restlichen vier Jugendlichen wurden zu 10 Jahren Haft verurteilt. Die Todesurteile vollstreckte der NKWD im Metschwald bei Triebes, wo auch insgeheim die Leichen verscharrt wurden. 1994 erfolgte die Rehabilitierung durch die russische Justiz, 1997 die feierliche Aufstellung eines Gedenksteins am Tatort.[17]

Während der DDR-Zeit war Greiz nach Auflösung des Landes Thüringen die Kreisstadt des Kreises Greiz im Bezirk Gera. Greiz gilt als die „Hauptstadt des Thüringer Vogtlandes“, zu dem neben ihr unter anderem auch noch die Städte Weida, Zeulenroda-Triebes und Schleiz gehören. Aufgrund der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1209 erlebte Greiz 2009 ein Festjahr zu seiner 800-Jahr-Feier. Zeitgleich besaß Greiz seit 650 Jahren Stadtrechte. Vom 19. bis 21. Juni 2009 fand unter dem Motto Greiz hat Reiz der 12. Thüringentag statt, der 210.000 Besucher anlockte.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Entwicklung des Stadtgebietes
1. Mai 1920: Gründung des Landes Thüringen
1. April 1921: Eingemeindung von Irchwitz und Pohlitz
1. Januar 1922: Zusammenschluss von Caselwitz und Obergrochlitz zu Caselwitz-Grochlitz
1. April 1922: Eingemeindung von Rothenthal und Sachswitz nach Dölau
1. Oktober 1922: Eingemeindung von Altgommla, Caselwitz-Grochlitz, Dölau, Kurtschau, Moschwitz, Neugommla, Raasdorf, Schönfeld und Untergrochlitz sowie des Waldbezirks Heinrichsgrün
1. April 1928: Gebietstausch zwischen Sachsen und Thüringen
1. Juli 1950: Eingemeindung von Gablau nach Leiningen, Schönbach nach Cossengrün, Waltersdorf nach Reinsdorf
1. Januar 1956: Ausgemeindung von Schönbach aus Cossengrün, Wechsel des Göltzschhammers von Kleingera nach Greiz
1. Juli 1958: Eingemeindung von Pansdorf nach Tremnitz
22. Januar 1994: Eingemeindung von Leiningen und Tremnitz nach Hohndorf
30. Juni 1994: Eingemeindung von Reinsdorf
1. Juli 1999: Bildung der Gemeinde Vogtländisches Oberland
31. Dezember 2012: Eingemeindung von Teilen der Gemeinde Vogtländisches Oberland

1856 wurde Tannendorf, 1921 Pohlitz und Irchwitz (mit Aubachtal, St. Adelheid und Thalbach) eingemeindet. Die größte Eingemeindungswelle erfolgte 1922: In jenem Jahr wurden Altgommla, Caselwitz-Grochlitz (mit Caselwitz und Obergrochlitz), Dölau (mit Rothenthal und Sachswitz), Kurtschau (mit Silberloch), Moschwitz, Neugommla, Raasdorf, Schönfeld und Untergrochlitz eingemeindet. Am 30. Juni 1994 folgte Reinsdorf inklusive dessen Ortsteil Waltersdorf. Die bisher letzte Eingemeindung fand am 31. Dezember 2012 mit der Eingliederung einiger Orte der aufgelösten Gemeinde Vogtländisches Oberland statt, genauer die Ortsteile Cossengrün, Hohndorf (mit Gablau, Leiningen, Pansdorf, Tremnitz) und Schönbach sowie der Weiler Eubenberg.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Altgommla[18] 1. Oktober 1922
Caselwitz[19] 1. Januar 1922 Zusammenschluss mit Obergrochlitz zu Caselwitz-Grochlitz
Caselwitz-Grochlitz 1. Oktober 1922
Cossengrün 1. Juli 1999 Eingemeindung nach Vogtländisches Oberland
Dölau 1. Oktober 1922
Eubenberg 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Arnsgrün; kam bei der Auflösung der Gemeinde Vogtländisches Oberland zur Stadt Greiz, Arnsgün dagegen zur Stadt Zeulenroda-Triebes
Gablau 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Leiningen
Waldbezirk Heinrichsgrün 1. Oktober 1922
Hohndorf 1. Juli 1999 Eingemeindung nach Vogtländisches Oberland
Irchwitz[20] 1. April 1921
Kurtschau 1. Oktober 1922
Leiningen 22. Januar 1994 Eingemeindung nach Hohndorf
Moschwitz 1. Oktober 1922
Neugommla[18] 1. Oktober 1922
Obergrochlitz[19] 1. Januar 1922 Zusammenschluss mit Caselwitz zu Caselwitz-Grochlitz
Pansdorf 1. Juli 1958 Eingemeindung nach Tremnitz
Pohlitz[21] 1. April 1921
Raasdorf[22] 1. Oktober 1922
Reinsdorf 30. Juni 1994
Rothenthal[23] 1. April 1922 Eingemeindung nach Dölau
Sachswitz[23] 1. April 1922 Eingemeindung nach Dölau
Schönbach 1. Juli 1999 Eingemeindung nach Vogtländisches Oberland
vom 1. Juli 1950 bis zum 31. Dezember 1955 Ortsteil von Cossengrün[24]
vom 17. September 1961[25] bis zum 31. Juli 1994 war Cunsdorf eingemeindet
Schönfeld 1. Oktober 1922
Tannendorf[26] 5. Januar 1856
Tremnitz 22. Januar 1994 Eingemeindung nach Hohndorf
Untergrochlitz 1. Oktober 1922
Vogtländisches Oberland 31. Dezember 2012 Ortsteile Cossengrün, Hohndorf (mit Gablau, Leiningen, Pansdorf, Tremnitz), Schönbach, Gemarkung Eubenberg des Ortsteils Arnsgrün
Waltersdorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Reinsdorf

Politik[Bearbeiten]

Rathaus
Westernhagenplatz

Stadtrat[Bearbeiten]

Bei den letzten Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 erhielt die SPD 7 Sitze, die CDU 8, die Interessensgemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit e.V. 7, Die Linke 5, die FDP 1 und die NPD 2 Sitze im Greizer Stadtrat.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl 2006 erhielt kein Bewerber im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Bei der fälligen Stichwahl setzte sich bei einer Wahlbeteiligung von unter 50 % der bisherige 1. Beigeordnete Gerd Grüner (SPD) mit 54,7 % der Stimmen gegen Stadträtin Gunda Lämmer (CDU) durch.

Bei der Kommunalwahl am 22. April 2012 gab es eine Absprache zwischen der CDU und SPD. Für die Wahl des Landrates stellte die SPD des Landkreises Greiz keinen Kandidaten, während für die Bürgermeisterwahl in der Kreisstadt Greiz der CDU-Ortsverband keinen Kandidaten stellte. Gegen seine Mitbewerber von der Interessengemeinschaft für Wirtschaft und Arbeit (IWA) und Die Linke erhielt der Amtsinhaber diesmal im ersten Wahlgang mit 57,2 % der Stimmen die absolute Mehrheit. Dabei lag die Wahlbeteiligung der wahlberechtigten Greizer bei 49,3 %. Gegenwärtig läuft bezüglich der Wahlanfechtung des unterlegenen IWA-Kandidaten, Rechtsanwalt Detlef Zietan, das Klageverfahren beim Verwaltungsgericht Gera. Er hatte unter anderem Verstöße gegen das Neutralitätsgebot des Amtsinhabers geltend gemacht. Die Rechtsaufsichtsbehörde des Landratsamtes Greiz hatte diese mit der Begründung abgewiesen, das Einreichen von Schriftsätzen per Fax sei nicht fristwahrend. Das Landesverwaltungsamt Weimar teilt diese Auffassung nicht.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein von einer eintorigen Zinnenmauer in braunem Ziegelstein umgebenes Gebäude mit einem davorstehenden Turm links und einem aufgesetzten Turm rechts, braunem Mauerwerk, roten Dächern und goldenen Turm- und Dachspitzen; zwischen den Türmen schwebt ein schwarzes Schild, darin ein nach rechts steigender goldener Löwe mit roter Krone, Krallen und gespaltenem Schwanz (reußischer Löwe).“ Das Wappen erschien erstmals 1707 auf einem Stadtsiegel. Zu DDR-Zeiten wurde ab 1951 statt des reußischen Löwen ein blauer Schild mit schräggekreuztem goldenen Weberschiffchen und goldenen Hammer dargestellt, um die ansässige Industrie zu symbolisieren.[27]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater, Musik und Museen[Bearbeiten]

Bibliothek (ehemals Lyzeum) und Gymnasium (heute Lessingschule)
Vogtlandhalle

Greiz verfügt als ehemalige Residenzstadt über mehrere Museen und eine umfangreiche Bibliothek. Das 1899 erbaute Theater der Stadt wurde 2010 geschlossen und brannte 2011 nach einer Brandstiftung ab.[28] Theateraufführungen finden neben anderen Veranstaltungen seither in der 2011 eröffneten Vogtlandhalle statt. Zu DDR-Zeiten wurde das Leben der Stadt durch einen Pionierchor bereichert, der den Namen Paul Dessaus trug. Dem Chor wurde von dem Komponisten eigens sein Lied „An einen jungen Künstler“ gewidmet.[29] Der 1964 gegründete Fanfarenzug Greiz hat sich über die Grenzen Thüringens hinaus großes Renommee erarbeitet.

Im Greizer Park befindet sich das Sommerpalais, das zwischen 1779 und 1789 entstand und im frühklassizistischen Stil erbaut wurde. Maison de belle retraite, Haus des angenehmen Zurückgezogenseins, nannte der Bauherr Fürst Heinrich XI. (1722–1800) in einer Giebelinschrift seine Sommerresidenz. Das Palais wurde jüngst umfassend nach historischen Befunden restauriert und ist zu besichtigen.

Seit 1922 beherbergt es die Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz, die Stiftung der Älteren Linie des Hauses Reuß und das Satiricum. Diese fürstliche Büchersammlung umfasst Bestände des Grafen Heinrich XI. zu Obergreiz (1722–1800) aus der Zeit um 1747. Die Bibliothek hat einen umfangreichen Bestand an theologischen, historischen und naturwissenschaftlichen Werken, Enzyklopädien und Reisebeschreibungen. Illustrierte Bücher, Publikationen über Architektur und Gartenkunst, aber auch Sammlungen von Werken der französischen Aufklärung sind Bestandteil der Bibliothek. Im späten 18. Jahrhundert kamen Schriften zur Französischen Revolution hinzu. Heute umfasst der Bestand der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung etwa 40.000 Exemplare des 16. bis 21. Jahrhunderts.

Bauwerke[Bearbeiten]

Turm der Stadtkirche

Die Innenstadt gliedert sich in zwei Teile: östlich der Elster, zwischen Schlossberg und den Talhängen der Elster liegt die kleine Altstadt und westlich der Elster die Neustadt mit der repräsentativen Carolinenstraße als Hauptstraße. Sie entstand im späten 19. Jahrhundert und stellt ein geschlossenes Gründerzeitensemble dar. Stadtprägend ist der Schlossberg mit dem Oberen Schloss. Es ist im Kern mittelalterlich, musste aber nach einem Brand im Jahre 1540 wiedererrichtet werden (im Stil der Renaissance) und wurde im 18. Jahrhundert weiter ausgebaut.

Ein bekanntes Fotomotiv ergibt sich vom Bahnhof aus; durch den Schlossberg wurde ein Tunnel für die Bahnstrecke nach Gera gegraben. In dem Oberen Schloss befand sich ein bedeutender Teil des Thüringer Staatsarchivs. Nach dem Umzug des Archivs auf das unterhalb des Schlossbergs liegende Gelände des ehemaligen VEB Herdas werden die ehemaligen Archivräume auf dem Oberen Schloss restauriert. Das Untere Schloss ist neueren Datums, es wurde im 16. Jahrhundert erbaut und nach dem Brand von 1802 in den Jahren danach bis 1809 im klassizistischen Stil neu aufgebaut. Das Untere Schloss beherbergt heute die Museen der Schloss- und Residenzstadt Greiz, Musikschule und die Tourist-Information Greiz.

Röhrenbrunnen

Die evangelische Stadtkirche St. Marien wurde 1225 das erste Mal urkundlich erwähnt. Sie wurde nach dem Stadtbrand von 1802, der auch eine der größeren Silbermann-Orgeln mit zerstörte, im klassizistischen Stil wiederaufgebaut. Architekt war Christian Friedrich Schuricht, der die Kirche und das Untere Schloss direkt aneinanderbaute. Dabei befindet sich der Turm nicht an der Westfassade, sondern an der Ostfassade über dem Chor. Erst 1881, nachdem jahrzehntelang eine Interimsorgel benutzt wurde, konnte eine angemessene Orgel durch Urban Kreutzbach aus Borna eingebaut werden, die 1919 durch die Firma Jehmlich aus Dresden umgebaut und erweitert und damit die größte Kirchenorgel Ost-Thüringens wurde. Das klassizistische Innenbild der Kirche blieb bis heute weitestgehend erhalten. Unter der Kirche liegt die zugemauerte Gruft der Fürsten und Grafen von Reuß älterer Linie.

Hauptwache

Neben dem Unteren Schloss und der Stadtkirche liegt die Hauptwache, ein klassizistischer Bau, der heute für Trauungen genutzt wird. Neben der Hauptwache steht der Röhrenbrunnen aus dem Jahr 1820. Vervollständigt wird die klassizistische Stadtsilhouette am Ufer der Elster durch das Lyzeum östlich des Unteren Schlosses. Es wurde 1875 errichtet und ist eine dreigeschossige, dreiflügelige Anlage. In Greiz gibt es eine große Anzahl von Wohngebäuden im historistischen Stil und im Jugendstil. Letztere findet man insbesondere in der Thomasstraße, Burgstraße, Marktstraße, Waldstraße und Leonhardtstraße. In der Prof.-Dr.-Friedrich-Schneider-Straße 4 gibt es ein besonders frühes Beispiel von Art-Déco-Architektur (erbaut 1911).

Die Freitreppe Himmelsleiter führt nach Pohlitz.

Parks[Bearbeiten]

Der Binsenteich im Greizer Park
Die Blumenuhr im Greizer Park
Büsten von Goethe und Schiller im Goethepark

Der Greizer Park, zu DDR-Zeiten in „Leninpark“ umbenannt, zählt zu den schönsten Landschaftsparks Thüringens. Er entstand bereits um 1650 als Küchengarten und wurde später mehrmals umgestaltet. Seine heutige Gestalt erhielt der Greizer Park in den Jahren 1873 bis 1876. Wie bei anderen höfischen Parkanlagen dieser Zeit ist er im englischen Stil angelegt. In diesem Park befinden sich das Sommerpalais und das Küchenhaus.[30]

Es gibt weiterhin noch:

  • den Stadtpark, eine Parklandschaft in der Nähe des Greizer Krankenhauses
  • den Park um den Hirschteich, am Ortsausgang in Richtung Mohlsdorf
  • den Goethepark in der Nähe das Bahnhofes

Greiz trägt daher auch den Beinamen Park- und Schlossstadt.

Sport[Bearbeiten]

Sportliches Aushängeschild der Stadt ist der RSV Rotation Greiz (Ringen). Der 1931 gegründete Verein stieg im Jahre 2000 in die 1. Ringer-Bundesliga auf und schaffte 2002 mit dem Erreichen des Playoff-Halbfinales um die deutsche Meisterschaft den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Nach dem Rückzug in die Drittklassigkeit aus finanziellen Gründen ist der Verein seit Herbst 2006 wieder in der 2. Bundesliga zu finden. Weitere größere Vereine sind der aktuell in der Landesklasse Ost spielende 1. FC Greiz (Fußball), der VfB Greiz (Tischtennis und Badminton), der 1.SSV Greiz (Basketball), der Tauchclub TC Chemie Greiz sowie der 1.Schwimmklub Greiz. Außerdem liegt Greiz am Elster-Radweg. Auch der Schachsport hat Greiz eine lange Tradition und brachte unter anderem den internationalen Großmeister Lutz Espig hervor.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Gartensaal des Sommerpalais' gibt es in den Sommermonaten zahlreiche Ausstellungen und Konzerte. Ausgehend von einer Sammlung mit über 10.000 DDR-Karikaturen fanden im Sommerpalais seit 1975 Biennalen der Karikatur statt, die seit 1994 als Triennale veranstaltet werden und in ihrer Form einzigartig im deutschen Sprachraum sind.

Zu den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen zählen ferner:

  • Mai: Greizer Jazzwerk – Internationales Jazzfestival; Mittelalterspektakel auf dem Oberen Schloss
  • Juni: Park- und Schlossfest
  • August: Pappe Open Air – Alte Papierfabrik Greiz e.V., Kultur- und Museumsnacht
  • September: Greizer Theaterherbst
  • Oktober: Greizer Treffen; Greizer Neustadtfest; Musik- und Bibeltage in der Stadtkirche
  • November: Greizer Herbstlauf; Großer Herbstmarkt zum Buß- und Bettag
  • Dezember: Greizer Weihnachtsmarkt im Schlossgarten; Winterzauber im Sommerpalais; Greizer Fürstenweihnacht im Unteren Schloss; Silvesterkonzert der Vogtland Philharmonie Greiz Reichenbach und in der Stadtkirche

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Greiz erlebte sein schnellstes Wachstum während der Industrialisierung im Deutschen Kaiserreich

1865 wurde eine Eisenbahnstrecke von Greiz-Aubachtal nach Brunn in Sachsen eröffnet, die 1879 zum Bahnhof Greiz an der Elstertalbahn verlängert wurde. Diese Strecke wurde 1999 stillgelegt, nachdem schon seit dem 1. Juni 1997 kein planmäßiger Personenverkehr mehr stattfand. Die Elstertalbahn von Gera über Greiz nach Plauen unterer Bahnhof und Weischlitz wurde 1875 eröffnet. Eine Herausforderung beim Bau war die Untertunnelung des Greizer Schlossbergs. Heute verkehren auf dieser Linie die Vogtlandbahn und die Deutsche Bahn. Das Bahnhofsgebäude ist zurzeit geschlossen. Der nächstgelegene Fernbahnhof liegt an der Sachsen-Franken-Magistrale in Reichenbach. Diese Bahnstrecke wurde durch die Göltzschtalbrücke, die größte Ziegelsteinbrücke Europas, und durch deren „kleinere Schwester“, die Elstertalbrücke bei Jocketa, bekannt. Die Göltzschtalbrücke befindet sich in unmittelbarer Nähe an der Landesgrenze im sächsischen Netzschkau und ist vom Greizer Ortsteil Reinsdorf aus sichtbar.

In Greiz kreuzen sich die Bundesstraßen 92 von Gera nach Plauen und 94 von Schleiz nach Reichenbach. Ferner existieren Landesstraßen nach Werdau (in Richtung Zwickau), Mylau und Neumühle. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle liegt an der A 72 bei Reichenbach im Vogtland. Wenn man von Greiz nach Mylau entlang der Göltzsch fährt, durchquert man die Göltzschtalbrücke, bevor man später nach Reichenbach und dort auf die Bundesstraße 94 und die A 72 fahren kann.

Der Stadtverkehr Greiz, der seit 1925 besteht, wird heute von der „Personen- und Reiseverkehrs-GmbH Greiz“ bedient. Von 1945 bis 1969 war auch eine Oberleitungsbuslinie in Betrieb. Geschäftsführer ist Andreas Rieß, Aufsichtsratsvorsitzende Martina Schweinsburg. Greiz liegt auf dem Radfernweg Euregio Egrensis.

VEB Chemiewerk Greiz-Dölau 1979

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Alte Papierfabrik

Greiz war ein bedeutender Standort der Textilindustrie mit Webereien (z.B. Firma Arnold) und der Textilveredelung (Firma Georg Schleber AG). In der DDR war Greiz ein wichtiger Industriestandort. Von Bedeutung waren Textilindustrie (Greika), die Druckerei und Buchbinderei Tischendorf (seit 1878), der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie die chemische Industrie. Bedingt durch die lasche Umweltgesetzgebung der DDR und die Tallage der Stadt hatte diese vor der Wiedervereinigung eine sehr schlechte Luftqualität. Diese verbesserte sich in der Folge aufgrund neuer Umweltstandards, allerdings auch durch Fabriksschließungen.

Bildung[Bearbeiten]

Goetheschule

In Greiz gibt es die Goetheschule als staatliche Grund- und Förderschule, die staatlichen Regelschulen Gotthold Ephraim Lessing und Greiz-Pohlitz, das staatliche Gymnasium (seit 2010 Ulf-Merbold-Gymnasium), zwei staatliche Berufsschulen, die Kreisvolkshochschule, die Musikschule Bernhard Stavenhagen, einen privaten Bildungsträger sowie ein privates Bildungsinstitut. Seit 2002 gibt es die Ganztagsschule „Freie Schule Elstertal“, die im Juli 2009 als staatliche Ersatzschule anerkannt wurde.

Gesundheitsversorgung[Bearbeiten]

Blick auf das Klinikum

Das Kreiskrankenhaus Greiz ist ein Regelversorger mit 321 Betten. Der Landkreis ist alleiniger Gesellschafter. 1744 wurde erstmals ein Krankenhaus in Greiz erwähnt. 1893 wurde der erste Krankenhausbau auf dem Reißberg errichtet. 2003 wurde der Funktionsbau übergeben, 2006 ein neues Bettenhaus.

Religionen[Bearbeiten]

Folgende Konfessionen unterhalten in Greiz eine Gemeinde:

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1800 bis 1971

  • 1800: 4.000
  • 1833: 5.600
  • 1885: 17.288
  • 1905: 23.114
  • 1931: 39.281
  • 1946: 45.410 a
  • 1950: 42.520 b
  • 1960: 39.097
  • 1971: 38.608

1981 bis 2000

  • 1981: 36.684
  • 1984: 35.822
  • 1994: 30.206
  • 1995: 29.402
  • 1996: 28.610
  • 1997: 27.992
  • 1998: 27.324
  • 1999: 26.706
  • 2000: 26.177

2001 bis 2009

  • 2001: 25.605
  • 2002: 25.037
  • 2003: 24.591
  • 2004: 24.199
  • 2005: 23.764
  • 2006: 23.368
  • 2007: 22.936
  • 2008: 22.548
  • 2009: 22.150

2010 bis 2018

  • 2010: 21.792
  • 2011: 21.310
  • 2012: 21.580
  • 2013: 21.284

Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

a Volkszählungsergebnis vom 29. Oktober
b Volkszählungsergebnis vom 31. August

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Personen, die in Greiz geboren wurden[Bearbeiten]

Ulf Merbold, nach ihm wurde das Greizer Gymnasium benannt

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Christian Leonhard Leucht (1645–1716), Jurist, reußischer Hofrat in Greiz
  • Johann Friedrich Fasch (1688–1758), Musiker und Komponist, von 1719 bis 1721 Kantor in Greiz
  • Leo Fürbringer (1843–1923), zeitweise Stadtschreiber von Greiz
  • Gustav Schreck (1849–1918), Musikpädagoge, besuchte von 1863 bis 1867 das Greizer Lehrerseminar
  • Gottfried Doehler (1863–1943), ab 1921 erster Verwalter der Staatlichen Kupferstichsammlung in Greiz
  • Walter Ackermann (1889–1978), Pädagoge, Studienrat an der Aufbauschule in Greiz
  • Kurt von Westernhagen (1891–1945), Offizier, wurde nach dem Versuch, die Greizer Brücken zu retten, von den Nazis erschossen
  • Karen Fredersdorf (1892–1985), Schauspielerin, von 1917 bis 1922 am Theater in Greiz
  • Hans Tiessler (1905–1951), Jurist und Politiker, besuchte in Greiz das Gymnasium
  • Erich Baumgarten (1905–?), Friseurmeister, Politiker (NDPD)
  • Richard Groschopp (1906–1996), Regisseur, ging in Greiz zur Schule
  • Erich Rother (1908–1983), Kunstmaler, starb in Greiz
  • Käthe Reichel (1926–2012), Schauspielerin, war unter anderem am Greizer Theater tätig
  • Alfred Struwe (1927–1998), Schauspieler, war unter anderem am Greizer Theater tätig
  • Barbara Adolph (* 1931), Schauspielerin, war unter anderem am Greizer Theater
  • Reiner Kunze (* 1933), Schriftsteller, lebte zeitweise in Greiz, seit 1995 Ehrenbürger
  • Dietrich Alexander (1934–1999), Philosoph, ging in Greiz zur Schule
  • Dieter Franke (1934–1982), Schauspieler, war unter anderem am Greizer Theater tätig
  • Horst Seemann (1937–2000), Schauspieler, war unter anderem am Greizer Theater tätig, ging in Greiz zur Schule
  • Ibrahim Böhme (1944–1999), Wende-Politiker (SDP, SPD), Kaderleiter im Postamt, Leiter des Kulturbundes in Greiz, Stasi-Spitzel[31]
  • Gunther von Hagens (* 1945), Anatom, wuchs in Greiz auf
  • Arnold Vaatz (* 1955), Politiker (CDU), legte in Greiz das Abitur ab
  • Dieter Hausold (* 1955), Politiker (Linkspartei), ging in Greiz zur Schule und absolvierte dort seine Lehre zum Monteur und Lagerist
  • Ulrich Junghanns (* 1956), Politiker (CDU), stellvertretender Ministerpräsident von Brandenburg, von 1979 bis 1982 Kreistagsmitglied in Greiz
  • Michael Rudolf (1961–2007), Autor, lebte und starb in Greiz
  • Matthias Grünert (* 1973), Kantor der Dresdner Frauenkirche, zwischen 2000 und 2004 Kantor der Stadtkirche in Greiz

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Werner: Die Ersterwähnung von Greiz im Jahre 1209: „pars nemoris prope Graitz“ – Die Anfänge von Greiz und die älteste Geschichte der Vögte von Weida. Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Frankfurt am Main, 2009.
  • Berthold Schmidt: Geschichte des Reußenlandes, 1. und 2. Halbband, Gera 1923 u. 1927.
  • Alfred Thoss: Die Geschichte der Stadt Greiz von den Anfängen bis zum Ausgang des 17.Jahrhunderts mit besonderer Berücksichtigung der Rechts-, Verfassungs- und Wirtschaftsentwicklung Band 3 der von Fr. Schneider herausgegebenen Beiträge zur mittelalterlichen und neueren Geschichte. 1. Auflage Jena 1933, 2. Auflage Greiz 1991.
  • Dr. Werner Querfeld: Greiz – Geschichte einer Stadt Mediatect Verlags GmbH Greiz, 1995.
  • Friedrich Schneider: „Veröffentlichungen des Thüringischen Staats-Archivs Greiz“, Heft 2 Ausgewählte Urkunden zur allgemeinen Geschichte des Reußenlandes, Greifenverlag Rudolstadt 1924
  • Berthold Schmidt: Die Reußen, Genealogie des Gesamthauses Reuß älterer und jüngerer Linie, sowie der ausgestorbenen Vogtslinien zu Weida, Gera und Plauen und der Burggrafen zu Meißen aus dem Hause Plauen, Schleiz 1903.
  • Franz Leber: Greizer Geschichte in Wort und Bild von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart, Greiz 1935.
  • Ewald Bartsch: Gedenktafel zur Greizer Geschichte abgedruckt in der „Greizer Zeitung“ von Dezember 1891 bis November 1892.
  • Volkmar Schneider, Karsten Schaarschmidt: Greizer Standpunkte : Greiz 800 Jahre, 1209–2009. Buchhandlung Bücherwurm, Greiz, 2009.
  • Hannelore Kuna, Edwin Kuna: Historisches Stadtlexikon von Greiz. ISBN 978-3-942916-84-4, Haff Verlag, Grambin, 2013.
  • Volkmar Schneider: 800 Jahre Greiz: 1209–2009; Stadt Greiz im Vogtland. Stadt Greiz, Greiz, 2008.
  • Kurfürst Moritz und die Renaissance, Dresdner Hefte 52, Beiträge zur Kulturgeschichte, 1997
  • Das nördliche Vogtland um Greiz (= Werte der deutschen Heimat. Band 68). 1. Auflage. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2006, ISBN 978-3-412-09003-6.
  • Werner Greiling, Hagen Rüster: Reuß älterer Linie im 19. Jahrhundert. Das widerspenstige Fürstentum?, Band 12., Verlag Vopelius, Jena 2013, ISBN 978-3-939718-55-0, Veröffentlichung des Thüringischen Staatsarchivs Greiz. Viele Informationen zur Geschichte der Stadt Greiz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Greiz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Greiz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Heimatbote Greiz 1985, Heft 8, S. 148
  3. Heimatbote Greiz 1986, Heft 3, S. 50
  4. Greizer Heimatkalender 2002, S. 18
  5. Heimatbote Greiz 1984, Heft 2, S. 28
  6. Friedrich Schneider: „Veröffentlichungen des Thüringischen Staats-Archivs Greiz“, Heft 2 Ausgewählte Urkunden zur allgemeinen Geschichte des Reußenlandes, Nr.2; Greifenverlag Rudolstadt 1924.
  7. Dr. Werner Querfeld: Greiz – Geschichte einer Stadt Mediatect Verlags GmbH Greiz, 1995
  8. Greizer Heimatkalender 1959, S. 14
  9. Alfred Pasold: „Geschichte der reußischen Landesteilungen von der Mitte des 16. Jh. bis zur Einführung der Primogenitur im Jahr 1690“ Seite 52, Neustadt/Orla 1934
  10. Berthold Schmidt: Burggraf Heinrich IV. zu Meißen, Oberstkanzler der Krone Böhmens und seine Regierung im Vogtland, Gera 1888, Seite 232
  11. Alfred Pasold: „Geschichte der reußischen Landesteilungen von der Mitte des 16. Jh. bis zur Einführung der Primogenitur im Jahr 1690“ Seite 52, Neustadt/Orla 1934
  12. Werner Querfeld: „Greiz – Geschichte einer Stadt“, Mediatect Verlags GmbH Greiz, 1995.
  13. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 253.
  14. Ulrich Jugel: Der große Greizer Stadtbrand vom 6. April des Jahres 1802, in: Vogtländisches Jahrbuch, 10. Jahrgang, Plauen 1993, S. 39–42.
  15. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 111ff., ISBN 3-88864-343-0
  16. Günter Sagan: Ostthüringen im Bombenkrieg 1939–1945. Michael-Imhof-Verlag, Petersberg 2013. S. 184. ISBN 978-3-86568-636-7
  17. Anne Kaminsky (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Ch. Links-Verlag Berlin, 2007, ISBN 978-3-86153-443-3, S. 494.
  18. a b  Volkmar Schneider: Greizer Heimatkalender 2009. Druckerei & Buchbinderei Ernst Tischendorf, Greiz 2008, Auch Greizer Ortsteil Gommla wird 800, S. 71.
  19. a b  Volkmar Schneider: Greizer Heimatkalender 2001. Druckerei & Buchbinderei Ernst Tischendorf, Greiz 2000, Wissenswertes zur Geschichte von Caselwitz, S. 21.
  20.  Volkmar Schneider: Greizer Heimatkalender 1998. Druckerei & Buchbinderei Ernst Tischendorf, Greiz 1997, Als Irchwitz eine reußische Landgemeinde war, S. 109.
  21.  Volkmar Schneider: Greizer Heimatkalender 2000. Druckerei & Buchbinderei Ernst Tischendorf, Greiz 1999, Pohlitz vor 80 Jahren, S. 134.
  22.  Volkmar Schneider: Greizer Heimatkalender 2013. Druckerei & Buchbinderei Ernst Tischendorf, Greiz 2012, Greizer Bilderbogen: Raasdorf – Kleinod im Greizer Land, S. 53.
  23. a b  Amts- und Nachrichtenblatt für Thüringen 1922. Band II, S. 408.
  24.  Heimatbote – Kulturspiegel für den Kreis Greiz 5/1985. Kreiskulturhaus Greiz, Greiz 1985, Schönbach, S. 93.
  25.  Heimatbote – Kulturspiegel für den Kreis Greiz 9/1985. Kreiskulturhaus Greiz, Greiz 1985, Cossengrün, S. 165.
  26.  Greizer Heimat-Kalender 1958. Kulturbund zur Demokratischen Erneuerung Deutschlands, Greiz 1957, S. 4.
  27.  Manfred Bensing, Karlheinz Blaschke, Karl Czok, Gerhard Kehrer, Heinz Machatscheck, Heinz Göschel (Hrsg.): Lexikon Städte und Wappen der DDR. 2. neubearb. und erw. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig Juli 1984, S. 167–168.
  28. Brand im Greizer Theater durch zündelnde Kinder verursacht. In: LocalXXL. 9. August 2011, abgerufen am 9. September 2012.
  29. Neue Lieder erklingen, Berlin 1983, S. 14
  30.  Ilse von Holbek: Der Park von Greiz. In: Das Thüringer Fähnlein. 8, Verlag Gustav Neuenhahn, Jena 1939, S. 397–406.
  31. Obskures politisches Lügengerüst. Abgerufen am 17. März 2015.