Lippetal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lippetal
Lippetal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lippetal hervorgehoben
51.6555555555568.090833333333370Koordinaten: 51° 39′ N, 8° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Soest
Höhe: 70 m ü. NHN
Fläche: 126,61 km²
Einwohner: 11.758 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59510
Vorwahlen: 02923 (Herzfeld) 02527 (Lippborg) 02388 (eigentlich die Vorwahl des Hammer Bezirks Hamm-Uentrop. Der Autohof mit den Geschäften wie z.B. Mc Donalds, Novum, Spielbank usw. hat diese Vorwahl)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SO, LP
Gemeindeschlüssel: 05 9 74 024
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 7
59510 Lippetal
Webpräsenz: www.lippetal.de
Bürgermeister: Matthias Lürbke (parteilos)
Lage der Gemeinde Lippetal im Kreis Soest
Hamm Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Paderborn Kreis Unna Kreis Warendorf Märkischer Kreis Anröchte Bad Sassendorf Ense Erwitte Geseke Lippetal Lippstadt Möhnesee (Gemeinde) Rüthen Soest Warstein Welver Werl Wickede (Ruhr)Karte
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Lippetal ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Soest. Bedeutendstes Bauwerk ist das Wasserschloss Haus Assen im Ortsteil Lippborg.

Geographie[Bearbeiten]

Lippetal liegt links und rechts der Lippe zwischen der Großstadt Hamm im Westen und der Stadt Lippstadt im Osten. Weitere Nachbargemeinden von Lippetal sind Ahlen im Nordwesten, Beckum im Norden, Wadersloh im Nordosten, Bad Sassendorf im Südosten, Soest im Süden und Welver im Südwesten. Lippetal liegt südlich der Lippe auf dem Nordrand der Soester Börde und nördlich der Lippe im südlichen Münsterland. Die Lippe fließt von Ost nach West durch die Gemeinde. Die Gemeinde ist landwirtschaftlich geprägt von Feldern und Weiden. Kleine Wälder sind zwischen den Feldern verstreut. Die Landschaft ist nördlich der Lippe geprägt von Bauernhöfen, die zwischen den Feldern verstreut liegen, südlich der Lippe ist die meiste Bebauung in Dörfern zusammengefasst. Dies entspricht einem typischen Unterschied zwischen Münsterland und Soester Börde. Die Grenze zwischen den katholischen Bistümern Münster und Paderborn, den früheren Landesherren, verläüft in Lippetal auch heute noch durch den Ort entlang der Lippe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Lippetal besteht aus insgesamt elf Ortsteilen: Brockhausen, Heintrop-Büninghausen, Herzfeld, Hovestadt, Hultrop, Krewinkel-Wiltrop, Lippborg, Niederbauer, Nordwald, Oestinghausen und Schoneberg.

Brockhausen[Bearbeiten]

Brockhausen hat 341 Einwohner (Stand: 30. Juni 2012).[2] Erwähnenswert in Brockhausen sind der Dorfkrug, Kindergarten, Dorfteich und das Feuerwehrhaus sowie der Hundeplatz des HSV Lippetal. Des Weiteren kann man auch ein Feuerwehrhaus aus dem Jahre 1900 betrachten. Auch noch sehenswert ist das jährliche Schützenfest, bei dem immer noch mit einer Armbrust geschossen wird.

Heintrop-Büninghausen[Bearbeiten]

Die Windmühle in Heintrop

Heintrop-Büninghausen hat 374 Einwohner (Stand: 30. Juni 2012).[3] Der Ortsteil besteht aus dem kleinen Dorf Heintrop und der Bauerschaft Büninghausen.

Sändkers Windmühle, ein sogenannter „Erd-Holländer“, stand zunächst auf der Lippborger Nordseite der Lippe, in Höhe des heutigen Mühlenwegs auf dem Mühlenknapp und wurde um das Jahr 1858 herum an den jetzigen Platz an der B 475 verlegt. Dazu wurde die Windmühle abgebrochen und Stein für Stein hier wieder aufgebaut. Bis zum Jahre 1976 war die Mühle in Betrieb. 1997 war die aufwändige Renovierung abgeschlossen, und so konnte die Mühle am 9. Mai 1997 eingeweiht werden.[4]

Hultrop[Bearbeiten]

Hultrop, früher Hullendorp genannt, war ein Dorf im Amt Oestinghausen. Während der Soester Fehde wurde der Ort durch die Soester zerstört. Nach einem Eintrag im liber jurium et feudorum des Erzbischofs Dietrich II. konnte er von Hultrop und Hovestadt etwa fünf Mark Zoll einziehen. Heinrich Droste zu Erwitte und Schorlemmer genannt Klusener waren 1614 jeder mit einem nicht näher bezeichneten Hof belehnt. Hultrop wurde 1623 Pfarrei.[5]

Hultrop hat 524 Einwohner (Stand: 30. Juni 2008). Hultrop ist neben dem Bäckerladen, einer Kirche und einem Kindergarten vor allem durch die Schnapsbrennerei Northoff bekannt. Auch Hultrop wurde 1969 eingemeindet. Die bekannte Gaststätte „Heini“ musste krankheitsbedingt 2012 geschlossen werden.

Oestinghausen[Bearbeiten]

Oestinghausen hat 2056 Einwohner (Stand: 30. Juni 2008). Es gibt ein kleines Industriegebiet und ein „Einkaufszentrum“.

Schoneberg[Bearbeiten]

Schoneberg hat 629 Einwohner (Stand: 30. Juni 2008). In Schoneberg gibt es einen kleinen Spielplatz, einen sehenswerten Feldgarten und die St. Johannes Kapelle mit Begegnungsstätte. Schoneberg ist der am weitesten östlich gelegene Ortsteil Lippetals. In Schoneberg gibt es einen Spielmannszug, einen Naturschutzverein, einen Modellfliegerclub, einen Chor und eine Kabarettgruppe. Jedes Jahr findet etwas abseits des Dorfes ein Schützenfest statt. In Schoneberg befindet sich die denkmalgeschützte St.-Johannes-Kirche.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Lippetal wurde durch die kommunale Neuordnung am 1. Juli 1969 geschaffen. Die Gemeinde entstand aus elf Dörfern aus den Landkreisen Soest und Beckum.[6] Im Zuge dieser Gebietsreform wurde auch der gesamte damalige Landkreis Soest neu geordnet, dem die Gemeinde Lippetal zugeordnet wurde. Der Name „Lippetal“ ist der Planungsname dieser Gemeinde im Jahre 1969 gewesen. Er ist nicht wie in den meisten umliegenden Gemeinden geändert worden.

Im Norden Lippetals am Rand der Beckumer Berge, gibt es eine als Germanenlager bezeichnete Befestigungsanlage, die aus Erdwällen besteht.

Ortschaften wie zum Beispiel Oestinghausen (erstmals 1189 erwähnt), Lippborg (erstmals 1189 erwähnt), Hovestadt (erstmals 1213 erwähnt) und der Wallfahrtsort Herzfeld (erstmals 786 erwähnt) sind die ältesten Siedlungen in Lippetal.

Die den Übergang über die Lippe sichernde Burg Hovestadt wurde erstmals im Jahre 1292 urkundlich erwähnt. Wegen der strategisch günstigen Lage wurde die Burg mehrfach während des Mittelalters zerstört und wieder aufgebaut. Die als Wasserburg direkt an der Lippe gelegene Burg wurde ab 1563 gebaut und immer wieder verändert und erweitert bis zur heutigen Form.

Der im Dezember 2005 gegründete „Brücke e. V. Verein für Geschichte und Heimat Lippetal“ fördert geschichtliche und heimatkundliche Themen in Lippetal und betreibt seit 2007 ein der Öffentlichkeit zugängliches Archiv sowie einen Arbeitskreis Familienforschung.[7]

Medien[Bearbeiten]

In der Gemeinde Lippetal erscheint flächendeckend das Magazin „Der Lippetaler“. Das aufwändig produzierte Heft wird kostenlos alle zwei Monate an die Haushalte und über Auslagestellen verteilt und finanziert sich über Anzeigen, in denen sich in erster Linie das Gewerbe aus Lippetal und Umgebung präsentiert. Die aktuellen Ausgaben sind unter anderem in der Gemeindeverwaltung in Lippetal-Hovestadt erhältlich.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975[Bearbeiten]

In der Liste[8][9][10][11] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr CDU SPD BG FDP
1975 72,0 21,6 3,1 3,3
1979 73,7 26,3
1984 66,9 33,1
1989 65,8 34,2
1994 63,0 37,0
1999 64,7 23,2 12,1
2004 67,1 24,9 8,0
2009 60,7 27,0 12,2
2014 61,14 29,45 9,41

Bürgermeister[Bearbeiten]

Matthias Lürbke (parteilos)

[Bearbeiten]

Der Gemeinde ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Arnsberg vom 1. Juli 1971 das Recht zur Führung eines Wappens eines Siegels und eines Banners verliehen worden. Die Gemeinde führt zudem ein Logo.

Blasonierung: „In Silber (Weiß) ein breiter schräger blauer Wellenbalken, dieser überdeckt von einer schräglinken Brücke in Draufsicht.“

Der Wellenbalken symbolisiert die namensgebende Lippe („Redendes Wappen“), während die "goldene Brücke" für den Zusammenschluss mehrerer beiderseits der Lippe gelegener Gemeinden zur neuen Gemeinde Lippetal steht. Leider verstößt die goldene Brücke in Silber gegen heraldische Regeln (s. Tingierung), Adler und Schwerter entstammen dem Wappen der Vögte von Soest, die die Burg Welver besaßen.[12]

Beschreibung des Siegels: „Die Gemeinde führt ein Dienstsiegel mit dem Gemeindewappen und der Beschriftung.“

Beschreibung des Banners: „Das Banner ist Blau zu Weiß in zwei gleich breiten Bahnen längsgestreift und zeigt in der oberen Hälfte das Gemeindewappen im Schild.“[13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die herausragenden Bauwerke sind sicherlich das Schloss Hovestadt und das Wasserschloss Haus Assen sowie die Wallfahrtskirche St. Ida in Herzfeld, mit dem Grab der „ersten Heiligen Westfalens“. Viele Dörfer verfügen über Kirchen und Kapellen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die wichtigsten Ereignisse im Lippetal sind:

  • Rosensonntagsumzug (Lippborg)
  • Lippborger Markt
  • Ida-Festwoche
  • Schützenfeste der einzelnen Ortsteile
  • Fahrradthon

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Bundesautobahn 2 verläuft durch den nordwestlichen Zipfel des Gemeindegebietes. Dort befindet sich auch die Autobahnabfahrt Hamm-Uentrop/Lippetal. Die B 475 führt verbindet die Ortsteile Lippborg, Heintrop, Hultrop und Oestinghausen mit den Städten Beckum in Norden und Soest im Süden. Nach Ahlen und Lippstadt führt die Landesstraße 822. Nach Oelde führt die L 793.

Museumseisenbahn[Bearbeiten]

In Lippborg endet die normalspurige Eisenbahnstrecke der Museumseisenbahn Hamm mit Dampfzugbetrieb.

Fahrradroute[Bearbeiten]

Entlang der Lippe führt auch der 315 km lange Radfernweg Römerroute.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. http://www.lippetal.de/wirtschaft_umwelt/statistik/zahlen_fakten_wissenswertes.php
  3. http://www.lippetal.de/wirtschaft_umwelt/statistik/zahlen_fakten_wissenswertes.php
  4. Webseite Saendkers Mühle, abgerufen am 2. November 2011
  5. A. Ludorf:Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, herausgegeben vom Provinzial-Verbande der Provinz Westfalen, 1905, Seite 67
  6.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 91.
  7. http://www.bruecke-lippetal.de/ Webseite des Brücke e. V.
  8. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009
  9. Wahlergebnisse 1999 (PDF; 5,9 MB)
  10. Wahlergebnisse 2004 (PDF; 7,0 MB)
  11. Wahlergebnisse 2009 (PDF; 3,5 MB)
  12. Peter Veddeler: Wappen, Siegel, Flaggen. Münster 2003, ISBN 3-87023-252-8, S. 169 und 446
  13. Hauptsatzung der Gemeinde Lippetal (PDF; 29 kB) lippetal.de. Abgerufen am 29. September 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lippetal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien