Beckum

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Beckum (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Beckum
Beckum
Deutschlandkarte, Position der Stadt Beckum hervorgehoben
51.7558.0402777777778100Koordinaten: 51° 45′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Warendorf
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 111,46 km²
Einwohner: 35.909 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 322 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59269
Vorwahlen: 02521 (Beckum, Roland, Vellern) 02525 (Neubeckum)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WAF, BE
Gemeindeschlüssel: 05 5 70 008
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Weststraße 46
59269 Beckum
Webpräsenz: www.beckum.de
Bürgermeister: Karl-Uwe Strothmann (CDU)
Lage der Stadt Beckum im Kreis Warendorf
Niedersachsen Bielefeld Hamm Kreis Coesfeld Kreis Gütersloh Kreis Soest Kreis Steinfurt Kreis Unna Münster (Westfalen) Ahlen Beckum Beelen Drensteinfurt Ennigerloh Everswinkel Oelde Ostbevern Sassenberg Sendenhorst Telgte Wadersloh WarendorfKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Beckum (plattdeutsch Biäkem) ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen und hat ca. 37.000 Einwohner.

Der Stadtname ist Namensgeber für einen kleinen Höhenzug im Münsterland, die Beckumer Berge.

Geografie[Bearbeiten]

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Beckum besitzt eine Nord-Süd-Ausdehnung von 12,8 km und eine Ost-West-Ausdehnung von 12,3 km. Die Höhe ü. NN liegt im Bereich von 84,5 bis 164 m.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn im Norden beginnend grenzt Beckum an Ennigerloh, Oelde, Wadersloh, Lippetal und Ahlen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Beckum besteht aus den vier Stadtteilen (Stand 2010):

Mittelpunkt Westfalens[Bearbeiten]

Je nach verwendeter Berechnungsgrundlage liegt der Mittelpunkt Westfalens südlich der Stadt Beckum an der Grenze zur Gemeinde Lippetal.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Beckum 1647. Kupferstich der Stadtansicht Beckums von Matthäus Merian.
Das ehemalige Rathaus und heutige Stadtmuseum von Beckum
Der Marktplatz von Beckum
Beckum (St. Stephanus), Blick von Südwesten
Großes Siegel der Stadt Beckum
1339 Juli 6 (Kl. Marienfeld U 634)

Beckum wurde im Jahre 1134 erstmals urkundlich erwähnt (parrochia Bikeheim)[3] und im Jahr 1224 erstmals als Stadt bezeichnet[4]. Der Name leitet sich vom Namen Beckhem (Bachheim oder Heim an Bächen) ab, was auf den Zusammenfluss von drei Bächen im Stadtgebiet zurückzuführen ist. Die drei Bäche Kollenbach, Siechenbach und Lippbach, wiedergegeben im Wappen der Stadt, ergeben die Werse, die damit in Beckum ihren Ursprung hat. Die Stadt wurde zum Schutz gegen feindliche Truppen und Überfälle anderer Städte im Mittelalter mit einer Mauer umgeben. Auch die Feldmark, der landwirtschaftlich genutzte Bereich im Umfeld der Stadt, wurde von einer doppelten bis dreifachen Wallanlage geschützt. Ergänzt wurden die Befestigungsanlagen durch vier Stadttore und 22 Wachtürme, von denen ein Wehrturm der Stadtmauer und die so genannte Soestwarte erhalten geblieben ist. Letztere steht Besuchern heute als Aussichtsturm zur Verfügung und erlaubt durch seine Lage auf dem Höxberg einen weiten Blick ins Umland. In der Stadt gibt es auch einige Bunkeranlagen, die gelegentlich zur Besichtigung geöffnet sind.

Die frühesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung im Raum Beckum stammen aus der Jungsteinzeit. Es handelt sich dabei um ein Steinkistengrab (Megalithgrab, volkstümlich auch Hünengrab), das in der Bauerschaft Dalmer südlich der Stadt erhalten geblieben ist. Im frühen Mittelalter war die Gegend um Beckum von Germanenstämmen besiedelt. Davon zeugen mehrere Grabfunde aus der Zeit von 600–800 n. Chr., sowie eine Wallanlage südlich von Beckum. 1959 wurde bei Bauarbeiten ein sächsisches Fürstengrab freigelegt. In ihm fand man reiche Grabbeilagen, wie Pferdeskelette und kostbare Waffen. Im späteren Mittelalter wurde Beckum Mitglied der Hanse. Die erste Erwähnung dieser Handelsbeziehungen stammt aus dem Jahr 1433.

Der Legende nach soll Beckum identisch mit der Stadt Schilda sein, der Heimat der Schildbürger (Beckumer Anschläge).

Durch eine strategisch günstige Lage an der Kreuzung zweier Handelswege kam Beckum bereits im Mittelalter zu einigem Reichtum. Zahlreiche Kaufleute und Handwerker ließen sich in der durch eine Mauer befestigten Stadt nieder. In den folgenden Jahrhunderten verarmte die Stadt aufgrund von Kriegen, Seuchen und verheerenden Bränden (1655, 1657 und 1734), bei denen ein großer Teil der Stadt zerstört wurde.

Erst ab dem 19. Jahrhundert erholt sich die Wirtschaft allmählich. Im Jahr 1872 wurde in Beckum ein erstes Zementwerk erbaut, worauf noch zahlreiche weitere folgten. Die günstigen Rohstoffvorkommen (Mergel), die Nähe zum Ruhrgebiet und der Anschluss an die neue Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft im Jahr 1847 ließen Beckum zu einem der bedeutendsten Zementreviere der Welt werden. Heute gibt es noch zwei große Zementwerke in Beckum (CEMEX WestZement GmbH und Phoenix Zementwerke Krogbeumker GmbH & Co. KG)

Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts kam außerdem noch der Abbau von Strontianit als Wirtschaftszweig hinzu. Zu dieser Zeit galt das Münsterland als einzige Lagerstätte für Strontianit weltweit. Das Mineral wurde in der Zuckerindustrie als Katalysator zur Melasse-Entzuckerung benötigt. Allerdings hielt die Nachfrage nach Strontianit nur ein paar Jahre an. Nachdem der billigere Coelestin als Ersatzstoff zum Einsatz kam, stellten die meist kleinen Gruben ihren Betrieb ein.

In der Zeit von 1816 bis 1974 war Beckum Kreisstadt (siehe Kreis Beckum), verlor diesen Status jedoch im Zuge der kommunalen Neuordnung an Warendorf.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die Gemeinden Kirchspiel Beckum und Vellern eingemeindet.[5] Am 1. Januar 1975 kam Neubeckum hinzu.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2008¹ 2009¹ 2010¹ 2011 2012²
39.027 37.903 36.725 36.772 38.166 37.916 37.472 36.965 36 764 36.736 36.631 36.062

¹ Quelle: Regionaldatenbank Deutschland
² Quelle: IT.NRW

Bevölkerungsprognosen[Bearbeiten]

Der Bevölkerungsrückgang gründet sich hauptsächlich auf dem Geburtenrückgang und der Wanderungsverluste. Das Durchschnittsalter soll bis 2025 um weitere 4,3 Jahre auf 46,6 Jahre steigen. Das würde bedeuten, dass mehr als 35 % der Bevölkerung über 60 Jahre alt sind.[7]

2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2030
36.340 36.220 36.070 35.830 35.600 35.410 35.290 35.030 34.920 34.710 34.580 34.400 34.140 33.190

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Beckum besteht seit 2009 aus insgesamt 38 Mitgliedern (vorher 42).

Kommunalwahl 2004[Bearbeiten]

Die am 26. September 2004 durchgeführte Gemeinderatswahl ergab folgendes Ergebnis:

Partei Wahlergebnis Anzahl der Sitze im Rat
CDU 42,3 % (−2,5 Prozentpunkte) 18 (−1)
SPD 28,3 % (−3,3 Prozentpunkte) 12 (−1)
FWG 13,2 % (+1,0 Prozentpunkte) 5 (0)
Grüne 9,4 % (+2,8 Prozentpunkte) 4 (+1)
FDP 6,1 % (+1,2 Prozentpunkte) 3 (+1)

Von den 29.684 Wahlberechtigten gaben 56,4 Prozent (+2,0 Prozentpunkte) ihre Stimme ab.

Bei der Bürgermeisterwahl fiel die Entscheidung mit 50,4 Prozent aller Stimmen im ersten Wahlgang für Karl-Uwe Strothmann (CDU) aus. Es gab zwei Gegenkandidaten.

Kommunalwahl 2009[Bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009 ergibt sich folgende Sitzverteilung im Rat der Stadt Beckum:

Partei Wahlergebnis Anzahl der Sitze im Rat
CDU 38,0 % (−4,3 Prozentpunkte) 15 (−3)
SPD 31,2 % (+2,9 Prozentpunkte) 12 (0)
FWG 11,7 % (−1,5 Prozentpunkte) 4 (−1)
Grüne 11,3 % (+1,9 Prozentpunkte) 4 (0)
FDP 7,8 % (+1,7 Prozentpunkte) 3 (0)

Die Wahlbeteiligung lag bei 49,3 Prozent (−7,1 Prozentpunkte). Karl-Uwe Strothmann wurde im ersten Wahlgang bei einem Gegenkandidaten wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten]

In Rot drei schräge weiße Wellenbalken.

Die drei Wellenbalken sind redendes Symbol des Ortsnamens Beckum = Bekehem = Bachheim und stehen für die drei Bäche Kollenbach, Siechenbach und Lippbach, die nach ihrem Zusammenfluss in Beckum die Werse bilden (neu bestätigt am 26. März 1976).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Aufgrund der langjährigen Städtepartnerschaften und den damit verbundenen Bestrebungen zur Vertiefung des europäischen Gedankens, wurde der Stadt Beckum durch den Europarat im Jahr 2003 das sogenannte Europadiplom, zwei Jahre später die Ehrenfahne und 2010 die Europaplakette überreicht. Außerdem besteht eine Patenschaft zwischen der Stadt Beckum und der Bundesvereinigung der Grottkauer e.V.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die restaurierte Windmühle auf dem Höxberg
Aussichtsturm Soestwarte auf dem Höxberg
Spannbetonbrücke an der A2 Raststätte Vellern
Fernmeldeturm (links) und Soestwarte (rechts)

Bauwerke[Bearbeiten]

Beckum hat einige architektonische und kunsthistorische Sehenswürdigkeiten.

  • Im Stadtzentrum, direkt am Marktplatz, steht das 1441 urkundlich erstmals erwähnte Alte Rathaus, dem wohl ein kleineres Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert vorausging. Es dürfte im Kern noch aus dem 15. Jahrhundert stammen. Der ursprünglich traufständige Bau mit seitlichen Treppengiebeln und spitzbogigen Arkaden wurde 1879 um ein Geschoss erhöht. Seinerzeit entstand auch der neugotische Stufengiebel, der 1937 wesentlich vereinfacht wurde. An der Marktfassade finden sich die Kopien zweier Steinplastiken der Stadtpatrone St. Stephanus und St. Sebastian. Die vermutlich aus dem Umkreis des Heinrich Brabender stammenden Originale (um 1500 geschaffen) sind heute im Inneren untergebracht. Seit 1986 befindet sich hier das Stadtmuseum. Westlich schließt sich an das Rathaus unmittelbar das einstige Stadtkellergebäude an, das ebenfalls mit einem Bogengang versehen ist. Es beherbergt heute die Apotheke am Markt.
  • Hinter dem Rathaus liegt die Propsteikirche St. Stephanus (heutige Gestalt aus dem 13. Jahrhundert). Diese größte Kirche Beckums beherbergt den Prudentiaschrein, den bedeutendsten sakralen Schatz der Stadt. Es handelt sich dabei um ein goldenes Reliquiar aus den 1230er Jahren. Ursprünglich den Kirchenpatronen Stephanus und Sebastian sowie auch Fabian gewidmet, wurden 1881 die Reliquien der Märtyrerin Prudentia in ihn überführt, seither auch der Name. Der Schrein ist der wohl wertvollste seiner Art in ganz Westfalen.[8] Von Bedeutung ist auch die historische Klaisorgel mit 60 Registern (pneumatische Kegelladenorgel von 1913; restauriert 1984 durch die Fa. Stockmann, erneute Renovierung 2012 durch die Erbauerfirma Klais anlässlich des hundertjährigen Jubiläums im Jahr 2013). Erwähnenswert ist zudem das zehnstimmige Geläut im Turm der Propsteikirche, das durch zwei Uhrschlagglocken in einer Turmgaube ergänzt wird.
  • An der Südstraße (Nr. 21) finden sich die Reste des ehemaligen Augustinerinnenklosters Blumenthal. Ursprünglich westlich vor den Toren der Stadt gelegen, wurde es 1451 in die Stadt verlegt. 1463 wurde die nicht mehr vorhandene Kirche geweiht. Beim großen Stadtbrand von 1657 wurde der gesamte Klosterkomplex fast völlig vernichtet. 1814 wurde das Kloster endgültig aufgehoben. Von den ab 1845 abgebrochenen Gebäuden blieb nur noch das einstige Dormitorium stehen, das von 2007 bis 2009 renoviert und seit dem 15. August 2009 als Heimat- und Familienarchiv genutzt wird.
  • Die ehemalige Posthalterei am Eingang der Nordstraße entstand 1857/58. Der spätklassizistische Bau mit dreiachsigem Mittelrisalit und Freitreppe wurde 1980/81 umfassend restauriert.
  • Aufgrund dreier Stadtbrände (1655, 1657 und 1734) blieben in der Innenstadt nur wenige ältere Wohnbauten erhalten. Das Haus Linnenstraße 7 (Gaststätte Ackerbürgerhaus), ein Fachwerk-Dielenhaus aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, stammt unmittelbar aus der Zeit nach den beiden ersten großen Bränden. Die meisten anderen Vertreter dieses Typs sind allerdings erst später entstanden, so z. B. Weststraße 19 von 1785.
  • Am Westenfeuermarkt (eigentlich: Westenvormarkt) wurde im Jahr 1886 das Kreisständehaus erbaut. Der im neugotischen Stil errichtete Bau diente als Sitz der Kreisverwaltung und ist auch heute noch sehr gut erhalten.
  • In der Nähe steht der viereckige Buddenturm, der letzte von ehemals 22 zur mittelalterlichen Stadtbefestigung gehörenden Wehrtürmen. Er wurde mehrfach umgebaut und dient heute als Heimatstube. Die Soestwarte auf dem Höxberg ist eines der letzten Zeugnisse der einst die Feldmark umschließenden Landwehr.
  • Der jüdische Friedhof liegt im Bereich der einstigen Wallanlagen, direkt außerhalb der ehemaligen Stadtmauer. Er wurde 1690 erstmals urkundlich erwähnt. Hier finden sich noch mehrere Grabsteine des 18. bis 20. Jahrhunderts.
  • Im Jahre 1938 wurde beim Bau der Reichsautobahn zwischen Beckum und Oelde in der Bauerschaft Hesseler (Ortsteil Vellern) die Überführung Weg Hesseler errichtet, die erste Spannbetonbrücke über eine Autobahn in Deutschland. Sie ist im Jahr 2012 abgebaut, und auf dem nahegelegenen Rastplatz Vellern als Denkmal wieder aufgebaut worden.[9]

Freizeit und Kultur[Bearbeiten]

Die Stadt Beckum liegt in einer von Landwirtschaft geprägten Landschaft und bietet daher eine Vielzahl von Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Rund um Beckum gibt es ca. 370 km gut ausgebaute Radwege, die durch die hügelige Landschaft des südöstlichen Münsterlandes führen. Besonders zu erwähnen sind hier der Werse Radweg, die 100-Schlösser-Route sowie die über Wirtschaftswege leicht zu erreichende, südlich von Beckum verlaufende Römer-Route.

Der Hauptwanderweg X1 von Olfen nach Lippstadt verläuft über den Höxberg bei Beckum.[10]

In Stadtnähe liegen einige renaturierte Steinbrüche, die zu Naherholungsgebieten ausgebaut wurden und zum Wandern, Baden, oder zu sonstigen sportlichen Aktivitäten einladen. In der Innenstadt stehen mehrere Park- und Grünanlagen als Ruheoasen zur Verfügung. Mehrere Hotels in und um Beckum gewährleisten die Unterbringung von Touristen.

Des Weiteren besitzt Beckum eine große Anzahl verschiedener Sportstätten wie z. B. Hallen- und Freibäder, Sporthallen, Sportplätze, Tennisanlagen, Reitanlagen und eine Kletterwand des Deutschen Alpenvereins (DAV).

Das Vereinsleben hat in Beckum eine lange Tradition und spiegelt sich in der Vielzahl an Sport-, Schützen-, Karnevals- und sonstigen Vereinen wider.

Open-Air-Kino auf dem Marktplatz

Weitere kulturelle Einrichtungen sind das Stadtmuseum mit einer Dauerausstellung zur Beckumer Stadtgeschichte, einem Karnevalsmuseum und wechselnden Ausstellungen, das Stadttheater mit seiner Kulturinitiative Filou, die Museumsschmiede, das Zementmuseum sowie zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und Feste. Seit dreißig Jahren bildet die "Musik im Alten Pfarrhaus" in Vellern mit über 300 hochrangigen Kammerkonzerten einen wichtigen Teil des Musiklebens der Stadt.

Auch das St.-Elisabeth-Hospital hat eine kulturelle Besonderheit aufzuweisen, seit dem 6. Mai 1993 wird dort vier bis fünf mal pro Woche hauseigener Rundfunk an die Krankenbetten gesendet. Vier ehrenamtliche Mitarbeiter bringen den Patienten „Frohsinn – Aktuelles – Musik“ und Interviews mit Künstlern deutschlandweit über den Sender. Auch aktuelle Themen, die Beckum betreffen, werden in jeder Sendung aufgegriffen und gesendet.

Karneval[Bearbeiten]

Rumskedi-Kater als Backware

Als Hochburg des rheinisch-westfälischen Karnevals ist der alljährliche Rosenmontagsumzug weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. 1895 lief in Beckum mit 9 Wagen der größte Rosenmontagszug in Westfalen.[11] Da in den folgenden Jahren immer mehr Wagen gebaut und Vereine gegründet wurden, hatte er 2012 bereits eine Größe von 42 Wagen und 43 Fußgruppen und eine Zuschauerzahl von mehr als 20.000.[12] Das Wahrzeichen des Beckumer Karnevals ist seit vielen Jahren der Rumskedi-Kater. Er stellt einen buckelnden, schwarzen Kater dar. Für ihn wurde vor einigen Jahren ein Wagen des Karnevalszuges gebaut. Da dieser mit Wasser spritzt, ist er für die Zuschauer des Zuges eine besondere Attraktion.

Rosenmontagszug 2009[Bearbeiten]

Wegen eines schweren Unfalls beim Sturm auf das Rathaus, bei dem der Stadtprinz und zwei Hofmarschalle verletzt wurden, verschob man den Rosenmontagszug kurzfristig auf den Pfingstsonntag.[13][14] Es kamen dabei über 60.000 Besucher.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Neubeckum

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Neubeckum liegt an der Bahnstrecke Hamm–Minden. Am Bahnhof Neubeckum halten jeweils im Stundentakt der RE 6Westfalen-ExpressDüsseldorfDortmundHammBielefeldMinden (DB Regio NRW) und die RB 69Ems-Börde-BahnMünster–Hamm–Bielefeld (eurobahn), so dass insgesamt ein Halbstundentakt besteht. Des Weiteren verläuft eine nicht elektrifizierte Trasse der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) durch das Beckumer Stadtgebiet. Diese wird ausschließlich von Güterzügen befahren und dient in erster Linie der Versorgung der heimischen Zementwerke mit reinem Kalkstein aus Warstein. Die Wiederaufnahme des vor Jahren eingestellten Personenverkehrs auf diesen Bahnstrecken ist nicht in Aussicht.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Beckum verfügt über eine Anschlussstelle an der A 2 Oberhausen – Hannover – Berlin.

In Beckum beginnt die B 58, die bis zum Niederrhein führt. Die B 61 und B 475 durchqueren ebenfalls die Stadt.

Busverkehr[Bearbeiten]

Da der Stadtteil Neubeckum und damit auch der Bahnhof ca. 5 km entfernt vom Stadtteil Beckum gelegen ist, gibt es in Beckum einen separaten Busbahnhof, der regelmäßig von Regionalbussen, Stadtbussen und einer Schnellbuslinie angefahren wird. Regionalbusse fahren vom Busbahnhof aus nach Lippetal, Wadersloh, Lippstadt, Oelde, Warendorf, Ennigerloh, Ahlen und Hamm. Zwei Linien verbinden Beckum mit Neubeckum. Stündlich fährt ein Schnellbus über Neubeckum, Ahlen-Vorhelm und Sendenhorst nach Münster.

Da der Busbahnhof nach Einschätzung der Stadt zu weit von der Innenstadt entfernt ist (ca. 500m), sollte er 2011 um einige Meter nach Süden verschoben werden. Dies wurde allerdings durch eine Bürgerinitiative zum Erhalt des Marienplatzes[15], auf den der Busbahnhof verlegt werden sollte, verhindert. Stattdessen wurde auf dem alten Platz neu gebaut. Die Neuerungen beinhalteten unter anderem eine Erweiterung der Fahrradabstellplätze.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Heutzutage sind neben der Zementindustrie zahlreiche kleine und mittelständische Industriebetriebe aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau (z. B. Blumenbecker, Beumer Group und Polysius) sowie Dienstleistungsunternehmen und Kornbrennereien in Beckum angesiedelt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit Beckum verbunden sind[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Schmieder, Egon Ahlmer, Wilhelm Winkelmann: Stadt Beckum. Ereignisse und Entwicklung in 750 Jahren. Stadt Beckum, Beckum 1974.
  • Rudolf Grothues, Heinz Heineberg (Hrsg.): Themenheft: Der Strukturwandel im Beckumer Zementrevier. (PDF; 3,7 MB) GeKo Aktuell, Heft 2/2009. Geographische Kommission für Westfalen/LWL. Münster, 2009. ISSN 1869-4861. S. 2–43.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beckum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Rudolf Grothues: Zum Mittelpunkt Westfalens LWL - Westfalen Regional
  3. Osnabrücker Urkundenbuch I 255.
  4. Westfälisches Urkundenbuch III 207.
  5.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 94.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 312.
  7. Stadtentwicklungskonzept Beckum.
  8. Martin Gesing: Der Schrein der heiligen Prudentia in der Propsteikirche zu Beckum, Beckum 2007, 109 S., zahlr. Ill., ISBN 978-3-9811741-0-6. (Westfalen regional: Der Beckumer Prudentiaschrein)
  9. Internationale Galerie und Datenbank des Ingenieurbaus
  10. Stadtplan Münsterland – Hauptwanderweg X1
  11. Geschichte des Beckumer Karnevals. Abgerufen am 28. Februar 2012.
  12. Zeitungsartikel zum Beckumer Rosenmontagszug 2012, Online-Zeitung "Die Glocke". Abgerufen am 28. Februar 2012.
  13. rumskedi-helau.de: Rosenmontagszug 2009 an Pfingssonntag
  14. ARD-Bericht (Tagesthemen): Karneval Beckum Pfingsten 2009
  15. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Marienplatz in LWL-GeodatenKultur