Kreis Soest

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Dieser Artikel befasst sich mit dem heutigen Kreis Soest, wie er seit der kommunalen Neugliederung mit Wirkung ab dem 1. Januar 1975 besteht. Zum früheren Kreis/Landkreis Soest siehe Kreis Soest (1817–1974).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Soest Deutschlandkarte, Position des Kreises Soest hervorgehoben51.568.22Koordinaten: 51° 34′ N, 8° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Soest
Fläche: 1.328,63 km²
Einwohner: 296.029 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 223 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: SO, LP
Kreisschlüssel: 05 9 74
Kreisgliederung: 14 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Hoher Weg 1–3
59494 Soest
Webpräsenz: www.kreis-soest.de
Landrätin: Eva Irrgang (CDU)
Lage des Kreises Soest in Nordrhein-Westfalen
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Über dieses Bild
Kreishaus in Soest, vorne der Altbau mit Sitzungssaal im 1. Stock, hinten ein kleiner Teil des Neubaus

Der Kreis Soest [zoːst] ist ein Kreis in der östlichen Mitte von Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Arnsberg. Er entstand am 1. Januar 1975 aus dem damaligen Kreis Soest und dem ehemaligen Kreis Lippstadt sowie dem ehemaligen Amt Warstein aus dem ehemaligen Kreis Arnsberg und einzelnen Gemeinden aus anderen Kreisen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Kreis Soest liegt im Übergangsgebiet der in den Eiszeiten entstandenen norddeutschen Tiefebene zum hügeligen Mittelgebirgsteil Deutschlands und enthält den südlichen Abschluss des Münsterlandes mit dem Haarstrang.

Der Kreis Soest erstreckt sich von 51° 24' bis 51° 43' nördlicher Breite (37,7 km) und von 7° 50' bis 8° 35' östlicher Länge (52,6 km).

Aufgrund der vorherrschenden Windrichtung Nordost lagerte sich hinter dem Haarstrang über Hunderttausende von Jahren feiner Flugstaub ab und bildete den fruchtbaren Lößboden der Hellwegbörden (Werl-Unnaer Börde, Soester Börde und Geseker Börde). Die Hellwegbörden gehören neben der Magdeburger Börde zum fruchtbarsten Ackerland Deutschlands.

Die Lippe durchfließt das nördliche Kreisgebiet und bildet die ungefähre Grenze zum Kreis Warendorf. Im Süden bildet das Möhnetal grob die Abgrenzung zum Hochsauerlandkreis.

Die höchste Erhebung liegt im Warsteiner Stadtwald mit 581,3 m ü. NN, der tiefste Punkt ist die Lippeniederung mit 62,0 m ü. NN.

Kreisgliederung[Bearbeiten]

Der Kreis Soest gliedert sich in 14 Gemeinden, von denen sieben Städte sind.

Städte

  1. Erwitte, Kreisangehörige Stadt (15.679)
  2. Geseke, Kreisangehörige Stadt (20.588)
  3. Lippstadt, Große kreisangehörige Stadt (66.100)
  4. Rüthen, Kreisangehörige Stadt (10.448)
  5. Soest, Mittlere kreisangehörige Stadt (46.685)
  6. Warstein, Mittlere kreisangehörige Stadt (25.504)
  7. Werl, Mittlere kreisangehörige Stadt (30.455)

Gemeinden

  1. Anröchte (10.408)
  2. Bad Sassendorf (11.523)
  3. Ense (12.255)
  4. Lippetal (11.866)
  5. Möhnesee (10.916)
  6. Welver (12.126)
  7. Wickede (Ruhr) (11.476)
Hamm Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Paderborn Kreis Unna Kreis Warendorf Märkischer Kreis Anröchte Bad Sassendorf Ense Erwitte Geseke Lippetal Lippstadt Möhnesee (Gemeinde) Rüthen Soest Warstein Welver Werl Wickede (Ruhr)Municipalities in SO.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2012[2])

Einwohnerentwicklung bis heute, vor 1975 Altkreis Soest[Bearbeiten]

  • 1880: 51.057
  • 1890: 52.855
  • 1900: 56.422
  • 1910: 61.040
  • 1925: 66.754
  • 1933: 69.417
  • 1939: 73.240
  • 1950: 101.994
  • 1960: 103.400, davon 19.900 Vertriebene
  • 1970: 118.287
  • 1980: 270.446
  • 1990: 277.333
  • 2000: 306.377
  • 2005: 308.856
  • 2008: 306.772 (30. Juni 2008)
  • 2010: 304.917 (30. Juni 2010)
  • 2012: 304.028 (30. Juni 2012)

Nachbarkreise bzw. -städte[Bearbeiten]

Der Kreis Soest grenzt im Norden an den Kreis Warendorf und den Kreis Gütersloh, im Osten an den Kreis Paderborn, im Süden an den Hochsauerlandkreis und im Westen an den Märkischen Kreis und den Kreis Unna sowie die kreisfreie Stadt Hamm.

Politik[Bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten]

Landrätin ist seit der Stichwahl am 9. September 2007 (1. Wahlgang ohne 50 %-Mehrheit am 26. August 2007) Eva Irrgang von der CDU. Sie vereint in diesem Amt den Vorsitz des Kreistages und die oberste Repräsentantin des Kreises Soest sowie die Leitung der Kreisverwaltung. Ihr steht als stellvertretender Verwaltungsleiter Kreisdirektor Dirk Lönnecke zur Seite. Drei stellvertretende Landrätinnen bzw. Landrat unterstützen die Landrätin bei ihren Repräsentationsaufgaben.

Mit dem Amtsantritt von Eva Irrgang haben drei ehemalige Landräte seit 1975 dieses Amt innegehabt:

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009[3]
Wahlbeteiligung: 52,4 % (2004: 57,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,8 %
24,0 %
10,8 %
10,2 %
7,4 %
3,3 %
1,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,0 %p
-2,9 %p
-0,2 %p
+2,2 %p
+1,0 %p
+3,3 %p
+1,5 %p

Die 66 Sitze (+6) des Kreistags verteilen sich nach der Kommunalwahl am 30. September 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Partei / Gruppierung Sitze
CDU 28 Sitze (−1)
SPD 16 Sitze (±0)
BG 7 Sitze (+1)
FDP 7 Sitze (+2)
GRÜNE 5 Sitze (+1)
LINKE 2 Sitze (+2)
SO! 1 Sitz (+1)

Die Kreistagsmitglieder der Linken und der SO!-Partei haben sich zu einer gemeinsamen Fraktion zusammengeschlossen.

Abgeordnete aus dem oder für den Kreis Soest[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Dem Kreis Soest ist mit Urkunde vom 26. Mai 1976 das Recht verliehen worden, das nachstehend beschriebene Wappen zu führen:

Wappenbeschreibung:
„Im gespaltenen silbernen Schild vorn ein aufgerichteter roter Schlüssel mit nach außen gerichtetem Bart, hinten ein durchgehendes schwarzes Kreuz, das mit einer fünfblättrigen roten Rose mit goldenen Butzen und goldenen Kelchblättern belegt ist.“

Stilisiertes Kreiswappen zur Verwendung für jedermann.

Herkunft und Bedeutung:
Das Wappen zeigt zwei alte Symbole der Bischöfe von Köln, die als Landesherren des Herzogtums Westfalen die Städte Werl, Geseke, Rüthen, Soest (bis 1444 zum Herzogtum Westfalen) und große Teile des Kreisgebietes beherrschten: In der linken Hälfte, heraldisch rechts, ist der Schlüssel des Heiligen Petrus, dem Patron von Köln, in der rechten, heraldisch linken, das schwarze Kreuz von Köln. Zugleich ist das Kreiswappen eine Fusion von Elementen der Kreiswappen der bisherigen Kreise Soest und Lippstadt, aus denen der heutige Kreis Soest 1975 hervorgegangen ist. Der Petrusschlüssel ist seit dem Jahre 1375 als Stadtwappen von Soest nachgewiesen und war zusammen mit dem kurkölnischen Kreuz auch das spätere Kreiswappen des bisherigen Kreises Soest. Für den Kreis Lippstadt, hervorgegangen aus Gebieten des Herzogtums Westfalen und der ursprünglich teilweise lippischen Stadt Lippstadt, wurde die Rose als Symbol für Lippe dem Kreuz aufgelegt.

Seit dem 1. Juli 2013 gibt es ein „Jedermann-Wappen“, das jeder ohne Genehmigung verwenden kann.

Flagge[Bearbeiten]

In der Mitte eines weißen, von zwei roten Seitenstreifen im Breitenverhältnis 1 : 3 : 1 berandeten Feldes das Wappen des Kreises.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Durch die sog. „Kennzeichenliberalisierung“ per Rechtsverordnung, die am 21. September 2012 vom Bundesrat beschlossen wurde, ist für den Kreis Soest ein auslaufendes Kfz-Kennzeichen wieder zugelassen. Es handelt sich um das Kennzeichen „LP“, das bis zur Gebietsreform 1975 im Kreis Lippstadt verwendet wurde. Am 3. Dezember 2012 wurde das erste solche Kfz-Kennzeichen von der Zulassungsstelle des Kreises in Lippstadt ausgegeben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie und Dienstleistung[Bearbeiten]

Die Wirtschaft des Kreises Soest ist augenscheinlich zunächst von der Landwirtschaft geprägt, allerdings ist auch die Industrie deutlich ausgeprägt:

Nördlich des Haarstrangs befinden sich schwerpunktmäßig die meisten Industrieanlagen des Kreises Soest, oft prägnant und verkehrsgünstig neben der Ost-West-Verbindung der Bundesautobahn 44 (Dortmund-Kassel) gelegen.

Im Einzelnen findet sich im Kreis Soest eine Mischung aus Industrie und Dienstleistung.

Der Autozubehörhändler A.T.U betreibt in Werl sein zweites Logistikzentrum neben Weiden in der Oberpfalz und beliefert von hier den gesamten nördlichen Teil Deutschlands und die Benelux-Staaten mit Autozubehör. A.T.U betreibt die größte Kette für Autozubehör mit angeschlossenen Werkstätten. Als weiterer Logistikbetrieb hat sich die Firma Europart (Nutzfahrzeug- und LKW-Teile sowie Werkstatt- und Industriebedarf) ebenfalls im Werler KonWerl-Gebiet niedergelassen. Die Standard-Metallwerke in Werl sind in der Fertigung von Rohren aus Kupfer, Messing und Aluminium tätig. Die Firma Kettler (Freizeit-Artikel, Gartenmöbel, Fahrräder, etc.) hat seinen unternehmerischen Schwerpunkt im Kreis Soest (Hauptsitz in Ense-Parsit, Entwicklung und überwiegender Teil Fertigung in Werl, Schulungsmöglichkeiten im unternehmenseigenen Hotel am Möhnesee-Nordufer bei Delecke).

In Geseke und Erwitte findet man große Zementwerke.

Die Kfz-Zulieferer BDW Soest (ehemals Alcoa) und Honsel unterhalten Fertigungswerke in Soest. Die Firma Actebis in Soest ist einer der großen Hersteller und Lieferanten von PCs und Zubehör in Europa. Zudem ist in Soest die Firma Kuchenmeister GmbH ansässig, die ihre Backwaren weltweit vertreibt.

In Lippstadt ist die Firma Hella KGaA Hueck & Co., als führender Hersteller von Autobeleuchtung in Europa, Arbeitgeber für tausende Menschen in der Region. Ein weiterer großer Arbeitgeber in Lippstadt ist die Firma Rothe Erde (Metallverarbeitung) sowie BHTC, ein Lieferant für Klimaanlagen-Bedienteile. Mit der Firma Heimeier ist in Erwitte einer der führenden Hersteller von Heizungsarmaturen ansässig. Ebenfalls in Erwitte befindet sich die Firma Schäffer, ein bekannter Hersteller kleiner Rad- und Hoflader.

Als ein wichtiger Arbeitgeber und Imageträger im Kreis Soest ist die Warsteiner Brauerei in Warstein zu nennen, die zu den größten Bierbrauereien in Deutschland zählt.

Ebenfalls in Soest ansässig ist einer der Produktionsbetriebe der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG (CCE AG). Der Betrieb füllt in Soest mit ca. 80 Mitarbeitern Erfrischungsgetränke ab und versorgt damit einen großen Teil des Ruhrgebiets und Niedersachsens.

In Wickede (Ruhr) findet man neben der Stahlverarbeitung Betriebe, die sich auf die Ausstattung von Kliniken und Krankenhäusern spezialisiert haben.

Die Firma MeisterWerke im Rüthener Ortsteil Meiste ist einer der führenden Hartbodenbelaghersteller Europas.

Freizeitgestaltung[Bearbeiten]

Auch die Freizeit der 6 Millionen Menschen im nahegelegenen Ruhrgebiet spielt für die Wirtschaft des Kreises Soest eine nicht unerhebliche Rolle. So bietet der Möhnesee mit dem umgebenden Arnsberger Wald die Funktionen eines Naherholungsgebietes.

Drei Kurbäder sind darüber hinaus überregional bekannt: Bad Sassendorf, Bad Westernkotten (zu Erwitte), Bad Waldliesborn (zu Lippstadt). Die Städte Soest, Lippstadt, Geseke und Werl werden wegen ihres historischen Stadtbildes von vielen Touristen besucht. Die Stadt Werl ist darüber hinaus der drittgrößte deutsche Wallfahrtsort.

Verkehr[Bearbeiten]

  • Fahrradverkehr: seit dem 26. November 2008 ist der Kreis Soest Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e. V. (AGFS).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013.
  3. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Stadtraete_kreistage/a974000kw0900.html

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Rudolf Hartung: Der Kreis Soest. Bilder und Beobachtungen, Berichte und Befunde, aufgelesen an Haarweg und Hellweg, zwischen Münsterland und Möhneland, Soest 1989
  • Kreis Soest (Hrsg.): Vom preußischen Landratsamt zur heutigen Kreisverwaltung. Ein Rückblick auf 175 Jahre Kreisgeschichte in Lippstadt und Soest, Soest 1992
  • Beatrix Pusch: Die kommunale Neugliederung im Kreis Soest, Paderborn 2003
  • Michael Römling: Soest, Geschichte einer Stadt, Tertulla Verlag, Soest 2005.
  • Peter Meiburg (Ed.): Geologie und Mineralogie des Warsteiner Raumes. Aufschluss Sonderband 29, 298 Seiten, VFMG, Heidelberg 1979. (pdf 38 MB)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]