Wadersloh
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Münster | |
| Kreis: | Warendorf | |
| Höhe: | 78 m ü. NN | |
| Fläche: | 117,03 km² | |
| Einwohner: |
12.400 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 106 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 59329 | |
| Vorwahlen: | 02523, 02520, 02945 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WAF | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 70 048 | |
| LOCODE: | DE WLO | |
| NUTS: | DEA38 | |
| Gemeindegliederung: | 3 Ortsteile | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Christian Thegelkamp | |
| Lage der Gemeinde Wadersloh im Kreis Warendorf | ||
Wadersloh ist eine Gemeinde im südöstlichen Teil des Kreises Warendorf in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinde Wadersloh besteht aus den drei Dörfern Wadersloh, Diestedde und Liesborn.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Im Südosten grenzt die Gemeinde Wadersloh an die Stadt Lippstadt, im Südwesten an die Gemeinde Lippetal. Größere Städte in der Umgebung der Gemeinde Wadersloh sind neben Lippstadt das westlich gelegene Beckum, im Nordwesten Oelde, im Nordosten Rheda-Wiedenbrück und im Südwesten Soest.
- Gewässer
Die südöstliche Gemeindegrenze bildet die Lippe und die östliche Gemeindegrenze ihr Nebenfluss Glenne. Das Hauptgewässer der Gemeinde ist die Liese, die im Ortsteil Diestedde Liesebach und Mühlenbach, im Ortsteil Wadersloh Rottbach und im Ortsteil Liesborn Liese genannt wird und in die Glenne mündet. Zuflüsse zum Liesebach (bzw. Mühlenbach, Rottbach, Liese) sind Maybach, Oenkhausgraben, Boxelbach, Halsterbirke, Biesterbach mit Biestergraben und Krähenbach sowie Bergwiesenbach mit Merschbach und Risselbach. Weitere Bäche sind Baagebach, Kleybach und Landgraben. Die genannten Flüsse und Bäche gehören alle zum Einzugsgebiet des Rheins. Die nördliche Gemeindegrenze wird vom Forthbach gebildet, der zum Einzugsgebiet der Ems gehört.
Geschichte[Bearbeiten]
Im Jahr 1187 wurde Wadersloh erstmals urkundlich erwähnt. Wadersloh als Kirchdorf, als Kirchspiel mit seinen Bauerschaften ist allerdings wesentlich älter. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Wadersloher Bauerschaften und auch der Standort der Kirche in die sächsischfränkische Zeit (9. Jahrhundert) zurückreichen. Das Münsterland war bis weit ins Mittelalter hinein ein großes Waldland mit vielen kleinen Siedlungsinseln. In der Regel waren es einige Höfe, die in Sichtweite zueinander lagen. Der Haupthof gab einer solchen Ansiedlung in der Regel den Namen. Zwischen diesen Hofgruppen und ihren Ackerflächen lag der Wald – dieses Waldland steckt auch hinter der Namensendung -lo oder -loe, die sich auch bei vielen Namen dieses Raumes findet, so auch im Namen Wadersloh.
Die Namen Bozo und Bardo, gelten als die Gründer des adeligen Damenstifts und späteren Klosters Liesborn. Es spricht einiges dafür, dass sie gegenüber dem Stromberg einen Haupthof besaßen, der einer Bauerschaft den Namen Bardesloe gab. Dieser Name (durch Lautverschiebung) Wardesloe muss auch bei der Kirchgründung eine Rolle gespielt haben, denn der Kirchort hieß von Anfang (der Schriftlichkeit) an Warsloe (1193), Wadersloe (1217), Wardesloe (1498). Wadersloh dürfte von Anfang an ein Kirchdorf gewesen sein, mit der Kirche als Zentrum, von der aus die Straßen und Kirchwege radialstrahlig in die Bauernschaften liefen.
Die Menschen waren Handwerker und Händler, die von der Landwirtschaft lebten und in der Regel auch selbst eine kleine Landwirtschaft betrieben. Als es im 11. und 12. Jahrhundert langsam wärmer wurde (Klimaoptimum), wurden die Ernten besser und die Bevölkerung nahm erheblich zu; auch die Erfindungen in der Landwirtschaft trugen dazu bei. Städte (wie Lippstadt) wurden gegründet und die Kirchdörfer wuchsen.
So kam es Ende des 12.Jahrhunderts zu einer Neuordnung in der Verwaltung des Bistums Münster. Bischof Hermann II. von Katzenelnbogen ordnete die Kirchspiele neu und unterstellte Wadersloh dem Archidiakonat des Propstes von St.Martini in Münster. In diese Zeit fiel auch die Errichtung einer Steinkirche.
Dem Klimaoptimum folgte im 14.Jahrhundert eine „kleine Eiszeit“, die Ernten wurden schlechter und die Pest dezimierte die Einwohnerschaft und suchte Dörfer und Städte in den folgenden Jahrhunderten immer wieder heim. Viele Höfe verfielen und Armut und Hunger machten sich breit. Fehden und Kriege taten ein Übriges. Die Grenzlage Waderslohs war ein großer Nachteil, durchziehende Truppen nahmen, was sie bekommen konnten, plünderten und brandschatzten. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts waren große Teile des Münsterlandes ein Armenhaus.
Diese Situation besserte sich mit der Industrialisierung und der Entstehung der städtischen Ballungsräume. Durch den Bahnanschluss 1898 wurden auch die Arbeitsplätze in Beckum und Lippstadt erreichbar. Bis 1945 blieb Wadersloh aber ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf.
Die heutige Gemeinde Wadersloh wurde am 1. Januar 1975 aus den ehemals eigenständigen Gemeinden Wadersloh, Liesborn und Diestedde gebildet.[2] Zuvor hatten diese zum 1975 aufgelösten Amt Wadersloh gehört.
Politik[Bearbeiten]
Gemeinderat[Bearbeiten]
Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 30. August 2009 wie folgt zusammen (Veränderung zu 2004):
| Partei/Liste | CDU | SPD | FWG | FDP | Gesamt |
| Sitze | 17 (–1) | 5 (–1) | 6 (+2) | 4 (±0) | 32 |
Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]
- Marcillat-en-Combraille, Frankreich
- Néris-les-Bains, Frankreich
- Faulungen, Ortsteil von Südeichsfeld in Thüringen
Sehenswertes[Bearbeiten]
Im Ort gibt es die sehenswerte, denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Margareta
Wirtschaft[Bearbeiten]
Ein weltweit bekanntes Produkt aus Wadersloh sind die roten Gloria-Feuerlöscher. Die Gloria-Werke mit Sitz im Hauptort Wadersloh sind der größte Hersteller von Feuerlöschgeräten in Europa. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind auch die bei der Firma Paschen & Companie produzierten Bücherregalsysteme (Paschen-Bibliotheken).
Medien[Bearbeiten]
Als kleine Gemeinde im Südosten des Kreises Warendorf besitzt Wadersloh einen eigenen Radiosender. Das Radio Wadersloh ist online zu empfangen und wird von Wadersloher Jugendlichen gestaltet. Das Projekt existiert seit März 2010. Das Programm ist dabei im Gegensatz zu anderen Radiosendern kein 24-Stunden-Vollprogramm, sondern wird nur zu bestimmten Zeiten live aus dem eigenen Selbstfahrerstudio gesendet. Wenn keine Live-Sendung ausgestrahlt wird, wird Musik vom Band gespielt.[4]
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Franz Bornefeld-Ettmann (* 16. Januar 1880 in Bornefeld bei Wadersloh, † 21. Januar 1961 in Wadersloh), Politiker (Zentrum), Reichstagsabgeordneter
- Anton Bornefeld (* 20. Juli 1898 in Wadersloh, † 4. März 1980 in Liesborn), katholischer Priester und ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus
- Rita Süssmuth geb. Kickuth (* 17. Februar 1937 in Wuppertal), deutsche Politikerin (CDU), wuchs in Wadersloh auf
- Heinz Knüwe (* 16. Januar 1956 in Liesborn), ehemaliger deutscher Fußballprofi und Fußballtrainer
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 14. Juni 2013. (Hilfe dazu)
- ↑ Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
- ↑ http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c570048kw0900.html
- ↑ http://www.radio-wadersloh.de Radio Wadersloh
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