Liste von Tornados

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Tornado bei Cala Ratjada (Mallorca)

Die Liste von Tornados beschreibt Tornadoereignisse in einer Auswahl nach verschiedenen Ländern sortiert.

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

  • 15. August 1787: Der Four-State Tornado Swarm, der erste in den Wetteraufzeichnungen von Neuengland registrierte Tornadoschwarm, tötete zwei Personen, forderte zahlreiche Verletzte und verursachte schwere Schäden in den Bundesstaaten Connecticut, Rhode Island, Massachusetts und New Hampshire.
  • 18. März 1925: Der Tri-State Tornado (F5) forderte in 3 1/2 Stunden auf einer Länge von 352 km über dem Gebiet von drei US-Bundesstaaten (Missouri, Illinois und Indiana) 695 Todesopfer. Mit circa 95 km/h wies er eine ungewöhnlich hohe Zuggeschwindigkeit auf.
  • 3./4. April 1974: Im Super Outbreak suchten insgesamt 148 Tornados in 13 Staaten den Süden und Mittleren Westen der USA heim, darunter 30 verheerende Fälle (F4/F5). Sie hinterließen 315 Todesopfer und einen Sachschaden von 600 Millionen US-Dollar.
  • 27. Mai 1997: Der Jarrell-Tornado war in Jarrell (Texas) für den Tod von 27 Menschen verantwortlich.
  • 3. Mai 1999: Über 70 Tornados des Oklahoma Tornado Outbreak zogen über Texas, Oklahoma und Kansas. Am schlimmsten traf es die Region um Oklahoma City. 48 Personen kamen ums Leben, und mit einem gesamten Sachschaden von 1,2 Milliarden US-Dollar ist dies die bislang teuerste Naturkatastrophe dieser Art.
  • 25. bis 27. April 2011: Mehr als 150 Tornados haben in einer äußerst geringen Zeitspanne von wenigen Stunden in Alabama, Georgia, Mississippi und Tennessee mehr als 320 Menschenleben gefordert. Das Zentrum der Katastrophe war Tuscaloosa, wo ein 1,5 km breiter Tornado über die Stadt hinwegzog. 228 Personen kamen alleine in Alabama ums Leben, die Anzahl der Tornados und der verursachte Schaden übersteigen die Werte des Super Outbreak von 1974, der bis dahin als das schwerste Ereignis dieser Art galt.

Deutschland[Bearbeiten]

Diese Auswahl zeigt signifikante Ereignisse (F2–F5 auf der Fujita-Skala), die aufgrund von Erscheinung oder Jahreszeit von Interesse sind. Ein umfassendes Archiv findet sich bei TorDACH und in der Europäischen Unwetterdatenbank (siehe Weblink).

Datum Tote Beschreibung
29. Juni 1764 Woldegk (Mecklenburg) (F5)
23. April 1800 Hainichen (Sachsen) (F5)
14. Juli 1894 2 Cyklon östlich von München, als Tornado der Stärke F3 vermutet.[1]
14. August 1906 Wirbelsturm im Bergischen Land.
1. Juni 1913 Ein ein Tornado in Plochingen zerstörte zahlreiche Gebäude.
10. August 1925 1 Windhose von Uetersen (F3)
1. Juni 1927 Auen-Holthaus (Landkreis Cloppenburg), verheerende Schäden, Kühe durch die Luft gewirbelt, weitere schwere/verheerende Tornados am gleichen Tag unter anderem in den Niederlanden. (F4)
11. Juli 1951 Unwetter in Norddeutschland (F2)
10. Juli 1968 2 Tornado über Pforzheim, 2 Tote, über 200 zum Teil lebensgefährlich Verletzte, 1750 Häuser beschädigt (F4)
5. Mai 1973 1 Kiel, ein Toter (F3)
24. Mai 1979 Tornado auf einer Linie von Bad Liebenwerda bis in die Nähe von Lübben (F4)[2]
29. Juni 1997 Vier F2-Tornados in Niedersachsen mit bis zu 85 km Spurlänge. Am schwersten betroffen Bissendorf bei Osnabrück. (F2)
6. August 2001 Es fräste ein F1/F2-Tornado mitten durchs Ortszentrum der Gemeinde Belm bei Osnabrück eine sechs Kilometer lange und 50 Meter breite Schneise. Der Gesamtschaden lag bei über fünf Millionen DM[3][4][5].
12. Juni 2002 Ein F2-Tornado verwüstete ein Gewerbegebiet in Wittenberg in Sachsen-Anhalt.[6]
10. Juni 2003 Es erfasste ein F3-Tornado die Gemeinde Acht in der Eifel. Aufgrund der geringen Größe des Ortes hielt sich der Gesamtschaden in Grenzen, es blieb bei zwei Verletzten.
13. Januar 2004 Assel (Gemeinde Drochtersen bei Stade) (F2)
23. Juni 2004 Micheln (Sachsen-Anhalt), mehrere Verletzte, etwa 300 Gebäude beschädigt (F3)
27. März 2006 2 Ein Tornado zog um circa 19 Uhr (geschätzte Stärke F2) über Hamburg hinweg. Dabei starben zwei Menschen durch den Umsturz von drei Baukränen und mehr als 300.000 Menschen waren vorübergehend ohne Strom.
21. August 2006 1 Hierbei starb ein Mann in Brohl-Lützing, nachdem der Wohnwagen, in dem er sich aufgehalten hatte, von einem Tornado in ein Hafenbecken geschleudert worden war. Sein neunjähriger Sohn überlebte schwer verletzt. Außerdem wurden einige Häuser schwer beschädigt.
12. August 2008 Ein Tornado wütete in der mittelhessischen Stadt Gießen. Obwohl es sich nur um einen F1-Tornado handelte, waren die Schäden erheblich. Zahlreiche Bäume, Dachziegel und sogar ganze Dachgiebel wurden herumgewirbelt und einige Häuser, darunter auch eine Schule und Teile der Universität, in Mitleidenschaft gezogen. Besonders stark betroffen war der Gießener Philosophenwald; Teile des mehrere hundert Jahre alten Stadtwalds, darunter zahlreiche Eichen, fielen dem Tornado zum Opfer.[7] Die Großtrombe wirbelte lediglich wenige Minuten, löste sich über einem Berg von der Erdoberfläche und zog sich in die Wolkenfront zurück.[8]
24. Mai 2010 Es verwüstete eine F2-Windhose, der Tornado am Pfingstmontag, große Teile der Stadt Großenhain und der angrenzenden Gemeinden. Ein Unwetter aus Südwestbrandenburg nach Südostsachsen ziehend, wütete auf einer 80 bis 100 Kilometer langen Strecke als Windhose und Hagelsturm. Das Zentrum der Zerstörung lag zwischen dem südbrandenburgischen Mühlberg/Elbe und Großenhain. Allein in Großenhain wurden ungefähr 40 Menschen teilweise schwer verletzt und ein Kind wurde durch einen umstürzenden Baum getötet. In den Stadtteilen Walda und Kleinthiemig wurden 80 % der Hausdächer zerstört.[9]
23. August 2010 Hier wütete ein Tornado über den mittelhessischen Orten Grünberg-Reinhardshain und Grünberg-Lumda. Vermutlich handelte es sich um einen starken F3/T6-Tornado, der erhebliche Schäden an Gebäuden und Waldstücken verursachte. Mehr als 50 Dächer wurden dabei abgedeckt und mehrere Gebäude und Fahrzeuge zum Teil schwer beschädigt. In einem Waldstück zwischen den beiden Ortschaften hinterließ der Tornado eine Schneise der Verwüstung. Zahlreiche Bäume wurden wie Streichhölzer abgeknickt und entwurzelt. Glücklicherweise wurde kein Mensch verletzt, jedoch hinterließ der Tornado einen hohen Sachschaden von etwa einer Million Euro.
19. August 2013 Bei diesem Ereignis verwüstete ein Tornado der Stärke F2 einen Campingplatz in Abtsgmünd-Pommertsweiler im Ostalbkreis (Baden-Württemberg) und verletzte dort 27 Menschen. Auf einem benachbarten Campingplatz flogen Wohnwagen durch die Luft. Es war der erste Tornado dieser Stärke seit dem Mai 2012.

Österreich[Bearbeiten]

Der heftigste registrierte Tornado ereignete sich am 10. Juli 1916 in Wiener Neustadt im südlichen Niederösterreich. Ein starker F4-Tornado zog über den Norden der Stadt, tötete 32 Menschen und verletzte 328 Personen. Zahlreiche massiv gebaute Häuser wurden zerstört, die Schneisenlänge der Großtrombe betrug knapp 15 Kilometer.[10]

Weitere ausgewählte Tornadofälle aus Österreich (chronologisch):

  • Am 4. Juli 1929 fegt ein nur mäßig starker F1/T3-Tornado durch die Stadt Salzburg, tötet aber dennoch drei Menschen.
  • Am 9. Mai 1961 stirbt bei einem F2/T5-Tornado in Kleinthal bei Graz ein Mann, drei weitere werden durch fallende Trümmer verletzt.
  • Am 27. Juli 1998 zerstört eine F3/T6-Trombe mehrere Wirtschaftsgebäude im Bereich Vornholz (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld/Steiermark), die Schneise ist 8 km lang.
  • Am 13. Mai 2003 werden im Zuge einer Superzelle mit Hagel bis 6 cm Durchmesser zwei Tornados in Wien registriert; einer der beiden erreicht F1/T3-Stärke; mehrere Menschen werden durch Sturm und Hagelschlossen verletzt.
  • Am 11. März 2006 hebt ein F2/T5-Tornado in Weitensfeld im Gurktal in Kärnten einen Kleinbus rund zwei Meter hoch in die Luft und schleudert ihn gegen zwei PKW. Die Augenzeugen können gerade noch in ein angrenzendes Gebäude flüchten.
  • Am 11. Mai 2009 gab es einen schwachen Tornado bei Atzenbrugg nahe Tulln.[11][12]
  • Am 26. Mai 2010 führt ein F0/T1-Tornado über dem Bezirk Tulln zu zahlreichen Schäden an Strommasten, Bäumen und auch Fahrzeugen.[13][14]

Von 1951 bis (Juni) 2009 hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik rund 90 Tornados in Österreich registriert.[15]

Bangladesh[Bearbeiten]

  • Am 13. Mai 1996 fordert ein Tornado über 500 Tote und fast 33000 Verletzte.[16]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tornados – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Wasserhosen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Tornado – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Deutschsprachiger Raum:

Europa insgesamt:

USA/Nordamerika:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lars Lowinski, 2002
  2. http://www.meteomedia.de/fileadmin/template/meteomedia/download/Pressemitteilungen/Tornado_Brandenburg_060310.pdf Pressemitteilung meteomedia vom 6. März 2010
  3. http://www.naturgewalten.de/010806belm.htm
  4. http://www.noz.de/lokales/56221984/als-der-tornado-in-belm-wuetete--erinnerungen-zehn-jahre-nach-der-katastrophe
  5. http://www.tornadoliste.de/tornadoliste2001.htm
  6. http://www.tornadoliste.de/tornadoliste2002.htm
  7. Gießener Allgemeine Zeitung: Philosophenwald »wie nach Flugzeugabsturz«. Stand 29. August 2008.
  8. n-tv: Dächer in Gießen abgedeckt. Stand 29. August 2008.
  9.  Tornados in Ostdeutschland. Aufräumen nach dem Sturm – Trauer um totes Mädchen. In: Hamburger Abendblatt. 25. Mai 2010 (bei abendblatt.de, abgerufen am 25. Mai 2010).
  10. http://www.essl.org/index.php?option=com_content&view=article&id=93%3Athe-essl-science-and-training-signed-contracts-with-wiener-neustadt&catid=34&Itemid=81 "TORNeustadt - Beurteilung der Tornadogefährdung Wiener Neustadts anhand der Aktualisierung des Falls vom 10. Juli 1916", Alois M. Holzer, Mathias Stampfl, Thomas M. E. Schreiner, Pieter Groenemeijer, Georg Pistotnik
  11. Bildbericht im Skywarn Austria-Forum
  12. ESWD-Eintrag vom 11. Mai 2009
  13. Tornado hinterlässt Spur der Verwüstung auf ORF Niederösterreich vom 26. Mai 2010 abgerufen am 26. Mai 2010
  14. Tornado am Mittwoch erreichte 120 km/h auf ORF Niederösterreich vom 26. Mai 2010 abgerufen am 27. Mai 2010
  15. [1]
  16. Tornado Alley: Monster storms of the Great Plains, Howard Bluestein, Oxford University Press, 1999, ISBN 978-0-19-530711-5, Seite 8

Literatur[Bearbeiten]