Malabo
3.75305555555568.7788888888889Koordinaten: 3° 45′ N, 8° 47′ O
| Malabo | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat | Äquatorialguinea | |
| Región Insular | ||
| Provinz | Bioko Norte | |
| ISO 3166-2 | GQ-BN | |
| Einwohner | 50.000 | |
| Gründung | 1827 | |
| Luftaufnahme Malabos | ||
Malabo ist die Hauptstadt des Staates Äquatorialguinea, sie liegt an der Nordküste der Insel Bioko. An der Westküste Afrikas am Atlantik gelegen beherbergt sie etwa 50.000 Einwohner. Sie ist ebenfalls Hauptstadt der nördlichen Inselprovinz Bioko Norte.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Stadt wurde 1827 von Großbritannien als Port Clarence gegründet. Zunächst wurde sie als Flottenstützpunkt benutzt, der darauf abzielte, den Sklavenhandel zu unterbinden. Viele befreite Sklaven wurden dort angesiedelt, bis Sierra Leone als Kolonie für befreite Sklaven gegründet wurde. Viele der ehemaligen Sklaven sind nach Sierra Leone umgesiedelt, andere blieben in der Gegend von Malabo zurück, und noch heute findet man ihre Nachkommen dort. Als die Insel Bioko 1843 wieder in spanischen Besitz überging, wurde die Stadt in Santa Isabel umbenannt. 1969 wurde sie zur Hauptstadt von Äquatorialguinea. 1973 wurde die Stadt im Rahmen einer Kampagne des damaligen Präsidenten Francisco Macías Nguema zum Ersetzen europäischer Ortsnamen durch afrikanische in Malabo umbenannt. Macías Nguema war ein grausamer Diktator, der während seiner Terrorherrschaft beinahe die Bubi-Minderheit ausgelöscht hätte. In den letzten Jahren seiner Herrschaft ist ein großer Teil der Stadtbevölkerung geflohen. Im August 1979 kam es zu einem Putsch, bei dem Nguema exekutiert wurde. Sein Neffe Teodoro Obiang Nguema Mbasogo übernahm die Macht, entließ die politischen Gefangenen und stellte die Religionsfreiheit wieder her. Jedoch herrschte auch er diktatorisch und ließ sich 1989 und 1996 in Wahlen, die von internationalen Beobachtern als Farce bezeichnet wurden, für jeweils sieben Jahre wiederwählen. Malabo hat sich bis heute nicht von den während der Diktatur Nguemas zugefügten Wunden erholt. Zurzeit befindet sich mit Oyala eine neue Stadt auf dem Festland im Bau, die als neue Hauptstadt vorgesehen ist.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Sehenswert in Malabo sind vor allem die spanischen Kolonialbauten, darunter insbesondere die 1916 von Luís Segarra Llairadó fertiggestellte, imposante Kathedrale im gotischen Stil sowie der Präsidentenpalast, beide an der Plaza de España gelegen. Es lohnt sich zudem ein Spaziergang zum Hafen, wo man u. a. Riesenfledermäuse beobachten kann.
Zwei Denkmäler der von 1916 bis 1919 in Malabo internierten Schutztruppe wurden 2009 von der deutschen Botschaft, die sich damals noch in Jaunde befand, freigelegt. Das eine, ein gemauerter Steinsockel mit Eisernem Kreuz und einer Gedenktafel, wäre beinahe auf einem neuen Kasernengelände verschwunden. Auf Wunsch der deutschen Botschaft wurde die Kasernenmauer um das Denkmal herum gebaut. Bei einer Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag 2009 und beim Besuch einer deutschen Wirtschaftsdelegation mit der Staatsministerin im Auswärtigen Amt Cornelia Pieper im November 2010 wurden Kränze an dem Ehrenmal niedergelegt.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Der Flughafen Malabo oder Saint Isabel Airport ist der größte Flughafen in Äquatorialguinea und liegt etwa neun Kilometer westlich von Malabo.
Den größten Einfluss auf die heutige wirtschaftliche Situation Malabos hat die Punta Europa, ein ca. 15 Quadratkilometer großes Industrieareal an der Küste nordwestlich von Malabo. Auf der Punta Europa betreiben verschiedene US-amerikanische Unternehmen, darunter Marathon Ashland Petroleum, EG LNG, Atlantic Methanol und andere einen Stützpunkt zur Gewinnung von Erdgas und Erdöl. Die Punta Europa betreibt dort auch eine eigene Pier, an der Hochseeschiffe betankt werden können. Marathon Ashland Petroleum fördert an der Punta Europa nach eigenen Angaben ca. 3,7 Millionen Tonnen Flüssiggas. US-Amerikanern gewährt die Regierung von Äquatorialguinea als einzigem Land Visafreiheit bei der Einreise.
Klima [Bearbeiten]
In Malabo herrscht tropisches Regenwaldklima.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Hier geboren [Bearbeiten]
- Genoveva Añonma (* 1989), Fußballspielerin