Mando Diao

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Mando Diao
Mando Diao, 2011
Mando Diao, 2011
Allgemeine Informationen
Genre(s) Alternative Rock, Garage Rock, Rock & Roll
Gründung 1999
Website http://www.mandodiao.com
Aktuelle Besetzung
Björn Hans-Erik Dixgård
Gustaf Erik Norén
Carl-Johan Fogelklou
Mats Björke (seit 2004)
Daniel Haglund (seit 2011)
Patrik Heikinpieti (seit 2011)
Ehemalige Mitglieder
Keyboard
Daniel Haglund (bis 2003)
Schlagzeug
Samuel Giers (bis 2011)
Mando Diao live in Budapest 2012.

Mando Diao ist eine schwedische Rock-Band aus Borlänge, die 1999 gegründet wurde. Die meisten Erfolge hat die Band in Schweden, Deutschland, Österreich, der Schweiz und Japan. Bandmitglieder sind Gustaf Norén (Gesang, Gitarre), Björn Dixgård (Gesang, Gitarre), Carl-Johan Fogelklou (Bass) und Mats Björke (Keyboard).

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Mando Diao und frühe Jahre (bis 2002)[Bearbeiten]

Mitte der 1990er gründeten Björn Dixgård und der erste Mando-Diao-Keyboarder Daniel Haglund, die beide aus dem schwedischen Borlänge stammen, ihre erste gemeinsame Band Butler. 1996 stieß Gustaf Norén dazu und wurde der zweite Frontmann und Gitarrist. Im Jahr 1999 vervollständigten Carl-Johan Fogelklou am Bass und Samuel Giers als Schlagzeuger die Originalbesetzung der Band.
2004 verließ Daniel Haglund die Band wegen mehrerer kleinerer Auseinandersetzungen; die vakante Stelle am Keyboard wurde mit Mats Björke neu besetzt.

In den Jahren nach ihrer Gründung tourte die Band durch zahlreiche Clubs und Bars in ganz Schweden und schuf sich auf diese Weise eine kleine Fanbasis. 2000 verhalf ihnen der ebenfalls aus Borlänge stammende MTV-Moderator Tommy Gärdh zu einem Plattenvertrag bei EMI und übernahm das Management der Gruppe.

Nationaler Durchbruch (2002 – 2005)[Bearbeiten]

Bring 'Em In, ihr im September 2002 erschienenes Debütalbum, bescherte Mando Diao durchgehend gute Kritiken und wurde, ebenso wie die erste Singleauskopplung Sheepdog, ein großer nationaler Erfolg. Eingängige Riffs und Melodien im Stil der 1960er und 1970er Jahre sowie die unverwechselbaren Stimmen der beiden Sänger begeisterten viele Musik-Fans. Manche warfen der Band jedoch auch Überheblichkeit und Selbstüberschätzung vor. So behauptete Gustaf Norén einmal, Bring 'Em In sei besser als alles von The Who, The Small Faces oder The Kinks und eine rundere Sache als vieles von den Rolling Stones und den Beatles.

Im Anschluss an ihren kommerziellen Durchbruch gingen Mando Diao mit anderen einheimischen Rockbands wie The Hellacopters oder Kent auf Tourneen in Schweden und dem skandinavischen Ausland. 2003 wurden sie auch international bekannt, als der Mobilfunknetzbetreiber E-Plus den Song Lady für einen seiner Werbespots verwendete. Aus diesem Grund, und dem damals einsetzenden Schweden-Boom durch Musiker wie The Hives, Moneybrother oder The (International) Noise Conspiracy, wurde Bring 'Em In im März 2004 auch in Deutschland veröffentlicht.

Internationale Aufmerksamkeit (2005 – 2011)[Bearbeiten]

Anfangs noch ein Geheimtipp, erlangte die Band im Laufe des Jahres immer mehr Bekanntheit unter deutschen Rock-Fans. Ihr zweites Album Hurricane Bar, das im Januar 2005 erschien, stieg auf Anhieb in die Top-30 der Album-Charts ein. Aufgrund dieses Erfolges ging Mando Diao 2004/2005 auf Tournee durch Deutschland und spielte auf zahlreichen Festivals, darunter das Hurricane, Southside, Rock am Ring, Rock im Park, MTV Campus Invasion, Taubertal Openair und das Eins Live Königstreffen. Am 13. August 2005 traten sie auf dem Sziget-Festival in Budapest auf. Am 24. August 2006 kam Ode to Ochrasy auf den Markt. Das Album, angekündigt durch die frühzeitige Singleauskopplung Long Before Rock ’n’ Roll wurde von vielen Print- und Internetmagazinen, so auch vom Musikexpress gelobt und als bestes Album der Schweden überhaupt bezeichnet. In Deutschland kam es bis auf Platz drei der Albumcharts.

Ende 2006 erschien ihre erste DVD mit den Namen Down in the Past. Es handelt sich um eine Dokumentation über die Zeit der Entstehung Mando Diaos bis zur heutigen, begleitet durch zahlreiche seltene Fernsehclips, Interviews, Konzertausschnitte, Backstageerlebnisse und unveröffentlichte Songs. Im Juli 2007 waren sie Headliner beim Live-Earth-Konzert in Hamburg, ebenso im August 2007 beim Open Flair. Am 26. Oktober 2007 erschien das vierte Album mit dem Titel Never Seen the Light of Day.

Das fünfte Album mit dem Namen Give Me Fire! erschien am 13. Februar 2009; die erste Singleauskopplung des Albums, Dance with Somebody, wurde am 9. Januar 2009 veröffentlicht und erreichte in Deutschland Platz 2 der Charts, in Österreich sogar den ersten Platz: Damit ist sie die bisher erfolgreichste Single Mando Diaos. Im Jahr 2009 war sie auf Festivals wie Rock am Ring und Rock im Park. Sie wurden für den MTV Europe Music Award 2009 nominiert, der Preis ging allerdings an die schwedische Sängerin Agnes.

Am 11. November 2010 wurde das MTV Unplugged-Konzert von Mando Diao erstmals im Free TV ausgestrahlt, wobei nur einzelne Songs gezeigt wurden. Das dazugehörige Album Above and Beyond erschien einen Tag später. Seit dem 3. Dezember 2010 ist auch die DVD/Blu-ray des MTV Unplugged auf dem Markt.

Am 4. April 2011 wurde bekannt gegeben, dass der Schlagzeuger Samuel Giers der Band nicht mehr angehört.

Im Dezember 2011 wurde Ghosts&Phantoms, ein Download-Adventkalender für die eingeschworene Fangemeinschaft auf der Webseite der Band veröffentlicht. vom 1. bis zum 24. Dezember wurde pro Tag ein bisher unveröffentlichter Song online gestellt; der Kalender bietet eine Sammlung von Demos, Versuchen und nie veröffentlichten Liedern. Aufgrund des großen Echos wurden im Januar 2012 22 dieser Songs als Doppel-LP in einer limitierten Auflage von 500 Stück aufgelegt.[1][2]

Im Dezember 2011 wurde ein Best-Of-Album unter dem Namen Greatest Hits Vol. 1 angekündigt. Es beinhaltet 21 Lieder von allen bisherigen Studioalben und einen bis dato unveröffentlichten Song, Christmas Could Have Been Good, und erschien am 6. Januar 2012.[3]

Seit der Unplugged-Tour im Herbst 2011 sind Patrik Heikinpieti am Schlagzeug und Daniel Haglund (Keyboard, Gitarre) Sessionmusiker der Band.

Mando Diao (2014)

Schwedisches Projekt und Abkehr vom Alternative Rock (seit 2012)[Bearbeiten]

Am 31. Oktober 2012 wurde das sechste Studioalbum Infruset in Schweden veröffentlicht; es ist das erste Album der Band in ihrer Muttersprache Schwedisch und vertont zehn Gedichte des schwedischen Lyrikers Gustaf Fröding anlässlich seines 100. Todestages im Jahr 2011.[4] Das Album kam in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 2. November 2012 auf den Markt. Die Erstaufführung des Albums fand im Rahmen eines Live-Kinoevents mit Übertragungen in Kinos und Theatersälen in Schweden, Deutschland und der Schweiz am 28. Oktober 2012 statt.

In Schweden wurde das Album sofort zum Riesenerfolg und erreichte gleich in der ersten Woche der Veröffentlichung den ersten Platz in den Charts. Vierfachplatin 2013 und ein schwedischer Grammis Award für den besten Folksong waren die Folge. Die Single Strövtåg i hembygden war im November 2013 ein Jahr lang ohne Unterbrechung in den schwedischen Top Ten Charts vertreten.[5] Außerdem ist Infruset das erste Album von Mando Diao, das den Einstieg in die norwegischen Charts geschafft hat.[6] Infruset Guld, erschienen am 5. Juni 2013 in Schweden, beinhaltet neue Songs auf Schwedisch und Studioversionen.

Die Band gewann 2013 den „Rockbjörnen“, den schwedischen Publikumspreis als beste Liveband.[7]

Das siebte Studioalbum trägt den Namen Aelita und erschien am 23. April 2014 in Schweden, international am 2. Mai 2014. Die erste Singleauskoppelung wurde am 11. Januar 2014 in Schweden veröffentlicht - Black Saturday. Das Album wendet sich vom ursprünglichen Stil ab und lässt Einflüsse aus Synth Rock zu.[8]

Nebenprojekt Caligola[Bearbeiten]

Hauptartikel: Caligola (Musikprojekt)

Unter dem Namen Caligola besteht schon seit den 1970er Jahren ein Netzwerk verschiedenster Künstler in Stockholm.[9] 2008 traten Björn Dixgård und Gustaf Norén dieser Gruppe bei. Die erste Veröffentlichung des Musikprojekts war die Single "Sting Of Battle" im Dezember 2011, das Album "Back To Earth" am 8. März 2012. Die zweite Single "Forgive Forget", veröffentlicht im Januar 2012, erreichte Goldstatus in Deutschland.

Trivia[Bearbeiten]

Die zwei Brüder des Sängers Gustaf Norén, Victor und Carl Norén, spielen in der Band Sugarplum Fairy. Außerdem spielt die Schwester Björn Dixgårds, Linnéa Dixgård, in der Band Twinflower Band. Mats Björke ist auch als Produzent der Musikgruppe Caviare Days tätig.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mando Diao/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[10] Anmerkungen
DE AT CH UK SE
2002 Bring ’em In 5
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 2002
Verkäufe: + 30.000
2004 Hurricane Bar 18
(32 Wo.)
25
(34 Wo.)
26
(19 Wo.)
6
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. September 2004
Verkäufe: + 110.000
2006 Ode to Ochrasy 3
(16 Wo.)
2
(16 Wo.)
5
(9 Wo.)
7
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. August 2006
Verkäufe: + 110.000
2007 Never Seen the Light of Day 9
(6 Wo.)
10
(10 Wo.)
10
(3 Wo.)
9
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Oktober 2007
2009 Give Me Fire! 1
(37 Wo.)
1
(25 Wo.)
1
(33 Wo.)
2
(26 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. Februar 2009
Verkäufe: + 240.000
2012 Infruset 97
(1 Wo.)
1
(96 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. November 2012
2014 Ælita 6
(15 Wo.)
14
(5 Wo.)
8
(12 Wo.)
1
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Mai 2014

Single-Chartplatzierungen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[10] Anmerkungen
DE AT CH UK SE
2002 Motown Blood
Bring ’em In
37
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Juli 2002
Mr. Moon
Bring ’em In
33
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. September 2002
The Band
Bring ’em In
52
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. Dezember 2002
2004 Clean Town
Hurricane Bar
29
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. August 2004
God Knows
Hurricane Bar
90
(2 Wo.)
64
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2004
2005 Down in the Past
Hurricane Bar
87
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Januar 2005
You Can’t Steal My Love
Hurricane Bar
73
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Februar 2005
2006 Long Before Rock ‘N’ Roll
Ode to Ochrasy
53
(4 Wo.)
53
(6 Wo.)
69
(5 Wo.)
16
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. August 2006
2007 If I Don’t Live Today, Then I Might Be Here Tomorrow
Never Seen the Light of Day
15
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. September 2007
Never Seen the Light of Day
Never Seen the Light of Day
34
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Oktober 2007
2009 Dance with Somebody
Give Me Fire!
2
(46 Wo.)
1
(35 Wo.)
3
(42 Wo.)
4
(22 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2009
Verkäufe: + 150.000
Gloria
Give Me Fire!
33
(9 Wo.)
32
(10 Wo.)
39
(19 Wo.)
12
(29 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. Mai 2009
Mean Street
Give Me Fire!
89
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. August 2009
Nothing Without You
Give Me Fire!
76
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Dezember 2009
2010 Down in the Past [MTV Unplugged]
MTV Unplugged - Above and Beyond
53
(7 Wo.)
58
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. November 2010
2012 Strövtåg i hembygden
Infruset
18
(46 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2012
En sångarsaga
Infruset
57
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2012
2014 Black Saturday
Aelita
8
(18 Wo.)
28
(10 Wo.)
21
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. April 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mando Diao – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://sonofthesubversivesounds.blogspot.co.at/2012/01/mando-diao-ghosts-and-phantoms.html (Version vom 29. November 2012 im Webarchiv Archive.today)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  2. http://www.discogs.com/Mando-Diao-Ghosts-Phantoms/release/3427647
  3. Mando Diao: Schwedens Vorzeige-Rocker feiern sich selbst bei Promipool, abgerufen am 2. Januar 2012.
  4. Official Homepage of Mando Diao. Abgerufen am 5. Oktober 2012: „The new Album 'Infruset' coming soon! The Album is Mando Diao featuring the swedish poetry of Gustaf Fröding.“
  5. http://sverigesradio.se/sida/artikel.aspx?programid=2023&artikel=454872
  6. http://norwegiancharts.com/search.asp?search=mando+diao&cat=a
  7. http://www.aftonbladet.se/nojesbladet/article17370041.ab
  8. Visions 254 S. 38ff.
  9. piranha.tv, abgerufen am 14. März 2012
  10. a b Chartquellen: DE AT CH UK SE