Klaus Voormann

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Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
A Sideman's Journey
  DE 26 03.08.2009 (6 Wo.)

Klaus Voormann (* 29. April 1938 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und Grafiker.

Leben[Bearbeiten]

Voormann studierte in Hamburg an der Meisterschule für Gestaltung und arbeitete als grafischer Designer und Illustrator, als er 1960 im Hamburger Kaiserkeller die Beatles kennenlernte und gemeinsam mit Astrid Kirchherr einer ihrer besten Freunde wurde. Er kaufte Ende 1961 den Bass von Beatles-Bassist Stuart Sutcliffe, als sich dieser aus der Musik zurückzog. Als die Beatles weltberühmt wurden, blieb er mit ihnen verbunden, zumal er 1964 ebenfalls nach London zog. Hier gründete er seine erste eigene Beat-Band The Eyes, aus denen später Paddy, Klaus and Gibson wurden. In dieser Zeit spielte er in verschiedenen Clubs der Star-Club-Kette, u. a. in Hamburg und Bielefeld. Ab 1966 spielte er Bassgitarre in der Band von Manfred Mann und begann neben seiner Grafikerkarriere auch eine Musikerkarriere.

1966 entwarf er während seiner Zeit in London das Cover für das Beatles-Album Revolver, auf dem er auch selbst am rechten Rand der Titelcollage zu sehen ist und für das er 1967 einen Grammy für das beste Schallplattencover erhielt. Die Zeitschrift Hörzu vertrieb die Platte anfangs in Deutschland und platzierte ihr Firmenlogo damals im Zentrum des Cover-Entwurfs. Voormann war aber nie Layouter der Hörzu, wie oft fälschlich angenommen wird. Das Cover wurde 2011 von den Lesern des Rolling Stone Magazins unter die zehn „besten aller Zeiten“ gewählt.[2]

Voormann hat auch das Cover für zwei LPs der Bee Gees entworfen: Bee Gees 1st (1967) und Idea (1968). Die Einflüsse auf seinen Stil sind vielfältig; eine wichtige Rolle spielen Max Liebermann und expressionistische Maler wie George Grosz.

Die Freundschaft zu den Beatles führte dazu, dass er bei zahlreichen Soloprojekten von John Lennon, Ringo Starr und George Harrison den Bass spielte. So war er u. a. Gründungsmitglied von John Lennons Plastic Ono Band und war an solchen LPs wie Imagine, Ringo oder All Things Must Pass und dem Concert for Bangla Desh beteiligt. Außerdem spielte er auf Lou Reeds Album Transformer als Bassist mit. Als Studiobassist hat er unter anderem auch mit Carly Simon (das Bass-Intro von You’re So Vain stammt von ihm), Harry Nilsson und B. B. King gearbeitet. Zeitweise lebte er in der Nähe von Los Angeles.

1979 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Musikproduzent. Sein erster Erfolg wurde die bis dahin völlig unbekannte Band Trio. Er produzierte mit ihnen einen der größten Hits der Neuen Deutschen Welle: Da Da Da. Außerdem arbeitete er unter anderem mit Künstlern wie Marius Müller-Westernhagen und Heinz Rudolf Kunze zusammen.

Mitte der 1990er Jahre war er für die Cover-Gestaltung der Beatles-Anthology zuständig. Auch mit Paul McCartney blieb er nach Auflösung der Beatles verbunden und schuf 1999 einige Grafiken für dessen Album Run Devil Run.

Am 29. November 2002 nahm er am Gedenkkonzert für George Harrison teil, das in der Royal Albert Hall in London stattfand. Dort spielte er bei den Stücken All Things Must Pass und Wah Wah den Bass.

2003 veröffentlichte er sein Buch Warum spielst du „Imagine“ nicht auf dem weißen Klavier, John?. Voormann schreibt in diesem Buch über seine Zeit mit den Beatles, aber auch über zahlreiche andere Begegnungen und das Leben in der internationalen Musik-Szene.

Klaus Voormann kreierte das Cover zum Album Scandinavian Leather der norwegischen Death-Punk-Band Turbonegro, das 2003 erschien. Inzwischen hat er über 100 Album-Cover entworfen.

Zum 40-jährigen Jubiläum des Erscheinens von Revolver im Jahr 2006 hat Voormann abermals das Cover einer offiziellen Jubiläums-Edition gestaltet, das aber bislang unveröffentlicht geblieben ist.

50 Jahre nach der Gründung der Beatles widmete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel (Nr. 21, 22. Mai 2010) den „Fab Four“ seine Titelgeschichte. Den Titel gestaltete Klaus Voormann, wobei er sich stilistisch an das Cover des Albums Revolver anlehnte.

2009 erschien sein erstes Soloalbum A Sideman’s Journey, auf dem viele seiner alten Weggefährten, die er als „Sideman“ auf ihrer „Journey“ begleitete, mitwirken, wie z. B. Paul McCartney, Ringo Starr, The Manfreds usw. Das Album erreichte in Deutschland Platz 26 der Album-Charts.

Im September 2010 wirkte er bei dem MTV-Unplugged-Konzert von Mando Diao mit, das im November 2010 veröffentlicht wurde.

Aufgrund seiner engen Zusammenarbeit mit den Beatles wurde er mitunter auch als „fünfter Beatle“ bezeichnet.

Klaus Voormann lebt zusammen mit seiner Frau Christina Voormann, seinem Sohn und seiner Tochter am Starnberger See[3] in der Nähe von München.

Am 22. September 2012 wurde Klaus Voormann im Rahmen des 32. Lahnsteiner Bluesfestivals der nach Louis Armstrong benannte Bluespreis "Blues-Louis" verliehen.[4]

In starker Anlehnung an das Revolver-Cover gestaltete er 2012 das Artwork für das Album Who is jo King? der Band Fools Garden.

Zitate über Voormann[Bearbeiten]

„Er ist ein wunderbarer Mensch, ein verrückter Hund, ein leidenschaftlicher Kunst- und Musikliebhaber, ein prächtiger Vater und Ehemann, ein enger Freund und ein totales Arschloch.“

Paul McCartney über Klaus Voormann

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Mit Astrid Kirchherr und Ulf Krüger: Hamburg Days. Mit einem Vorwort von George Harrison. Genesis Publications, Guildford 1999, ISBN 0-904351-72-6.
  • Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John? Heyne, München 2003, ISBN 3-453-87313-0.
  • Four Track Stories. München 2005. (deutsch, englisch)
  • Drawings & More - 1960–2010. Limited Edition Of 500, Handsigned and numbered by Klaus Voormann, Seeshaupt 2010.(deutsch, englisch)

Filmographie[Bearbeiten]

Literaturhinweise[Bearbeiten]

  • Thorsten Knublauch, Axel Korinth: Komm, Gib Mir Deine Hand – Die Beatles in Deutschland 1960–1970. Books on Demand, 2008, ISBN 978-3-8334-8530-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. DE-Charts
  2. RollingStone: Revolver-Cover eines der besten
  3. Manfred Papst: Der älteste Freund der Beatles. Der Grafiker und Bassist Klaus Voormann. In: Neue Zürcher Zeitung. 3. Oktober 2010, abgerufen am 27. Oktober 2012.
  4. Blues-Louis für...Klaus Voormann. Abgerufen am 24. September 2012.
  5. http://programm.ard.de