Markus Gabriel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Markus Gabriel (* 6. April 1980 in Remagen) ist ein deutscher Philosoph. Er lehrt seit 2009 als Professor an der Universität Bonn.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Gabriel studierte Philosophie, Klassische Philologie, Neuere Deutsche Literatur und Germanistik in Hagen, Bonn und Heidelberg. Dort promovierte er 2005 bei Jens Halfwassen über die Spätphilosophie Schellings. 2005 war er Gastforscher an der Universität Lissabon, 2006–2008 Akademischer Rat auf Zeit in Heidelberg. 2008 folgte in Heidelberg seine Habilitation über Skeptizismus und Idealismus in der Antike. 2008–2009 war er Assistenzprofessor am Department of Philosophy der New School for Social Research in New York City. Seit Juli 2009 lehrt Gabriel Erkenntnistheorie und Philosophie der Neuzeit an der Universität Bonn.

Gabriel spricht mehrere Sprachen (Deutsch, Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Französisch, Chinesisch) und beherrscht die Klassischen Sprachen (Altgriechisch, Latein, Biblisches Hebräisch).[1] Er ist verheiratet.

Alles existiert in der Hypothese von Gabriel nur, weil es in einem Sinnfeld erscheinen würde, von denen es aber wiederum unbegrenzt viele gäbe. Die Wirklichkeit, über die Menschen nachdenken, sei nicht identisch mit derjenigen, in der sie nachdenken. Ein Denkprozess selbst sei nur ein punktuelles Ereignis. Gleichzeitig zu einem solchen punktuellen Ereignis geschehen „weltweit“ also in Wirklichkeit unzählige weitere Ereignisse, Gegenstände entstünden und vergingen. Obzwar wir die „Welt“ aus der Perspektive eines Menschen erkennen, kritisiert er Immanuel Kants Überlegungen zur prinzipiellen Unerkennbarkeit der Welt für den Menschen, zusammengefasst in der Idee eines Ding an sich. Die „Welt“ existiert gar nicht, weil sie nicht in der Welt oder Wirklichkeit vorkommt. Diese Hypothese impliziert aber, dass alles andere, eben die Wirklichkeit, vorhanden sei. Die in der Ontologie getroffenen Aussagen über die Bedeutung von Existenz lehnt Gabriel insofern ab, da es einfach falsch sei, zu behaupten, dass auf der „Welt“ (also in der Wirklichkeit) alles mit allem zusammenhänge. Seine These lautet, dass es einfach keine Regeln oder Weltformel gibt, mit der alle Zusammenhänge beschreibbar seien.

Der Sinn vom Sein oder der Existenz sei der Sinn selbst. Alles existiert nur, weil es für den betrachtenden Menschen in einem Sinnfeld erscheint, von denen unbegrenzt viele existieren.[2]

Öffentliche Wahrnehmung[Bearbeiten]

Gabriel wurde einer breiteren Öffentlichkeit besonders durch seine Zusammenarbeit mit dem Philosophen Slavoj Žižek bekannt, mit dem er 2009 ein Buch über Mythologie, Wahnsinn und Gelächter im Deutschen Idealismus veröffentlichte. Auch sein 2013 publiziertes populärwissenschaftliches Buch Warum es die Welt nicht gibt wurde viel rezipiert. Während die einen darin den zwar nicht neuen, aber gelungenen Versuch sehen, fundamentale philosophische Fragestellungen anschaulich und massentauglich „auf hohem Niveau“ aufzubereiten[3], kritisieren andere das Buch als „Mogelpackung“[4], die „heftig zwischen einer lustvollen Denkübung und einem billigen Stück Lebenshilfe [changiere]“[5] und in der „Gabriel als Intellektueller eine dürftige Figur“ abgebe.[4]

Gabriel ist im Zuge seiner Buchveröffentlichung zudem vermehrt in diversen Radio- und TV-Sendungen aufgetreten.

Kontroverse[Bearbeiten]

Der rumänische Philosoph Gabriel Vacariu wirft Markus Gabriel vor, seine Ideen plagiiert zu haben. Er wirft ihm vor, wesentliche Gedanken, die er u. a. in seinem Werk „Mind, brain and epistemologically different worlds“ (Dezember 2005) ausführt, übernommen zu haben, ohne ihn als Quelle zu nennen.[6]

Markus Gabriel hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite von Prof. Gabriel an der Universität Bonn
  2. Markus Gabriel: „Warum es die Welt nicht gibt“ (2013). Diskussion in einem Blog vom 30. Oktober 2013 in »ABOUTSOMETHING«
  3. Das Heidegger-Vehikel läuft noch recht gut, FAZ, 23. Juli 2013.
  4. a b Mogelpackung eines Erkenntnisoptimisten, Der Standard, 2. September 2013,
  5. Radikale Mitte, Die Zeit, 24. August 2013.
  6. Did Markus Gabriel (Bonn University) plagiarize my ideas? Gabriel Vacariu (Philosophy, University of Bucharest)