Mauterndorf

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Dieser Artikel beschreibt die Marktgemeinde Mauterndorf im Lungau. Mauterndorf bezeichnet auch einen Ortsteil der Stadtgemeinde Bad Sankt Leonhard im Lavanttal.
Wappen Karte
Wappen von Mauterndorf
Mauterndorf (Österreich)
DEC
Mauterndorf
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Salzburg
Politischer Bezirk Tamsweg (TA)
Fläche 32,71 km²
Koordinaten 47° 8′ N, 13° 41′ O47.13361111111113.6797222222221123Koordinaten: 47° 8′ 1″ N, 13° 40′ 47″ O
Höhe 1123 m ü. A.
Einwohner 1767 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 54 Einwohner je km²
Postleitzahl 5570
Vorwahl 06472
Gemeindekennziffer 5 05 04
AT321
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Mauterndorf 52
5570 Mauterndorf
Offizielle Website
Politik
Bürgermeister Wolfgang Eder (ÖVP)
Gemeinderat (2009)
(17 Mitglieder)
11 ÖVP, 3 SPÖ, 3 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Mauterndorf
Karte
Blick auf die Burg Mauterndorf vom Nord-Westen aus
Blick auf die Burg Mauterndorf vom Nord-Westen aus
Bürgerhäuser in Mauterndorf
Die Fleischbrücke in Mauterndorf

Mauterndorf ist eine Marktgemeinde im Lungau und mit einer Einwohnerzahl von 1.806 die viertgrößte Gemeinde des Gebietes.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gliederung des Gemeindegebiets

Das Gemeindegebiet setzt sich aus den Katastralgemeinden Faningberg, Mauterndorf, Neuseß und Steindorf zusammen.

[Bearbeiten] Religionen

Die Einwohner sind überwiegend (88,2 %) römisch-katholisch. Zweitgrößte Religionsgemeinschaft ist der Islam, dem 4,2 % der Einwohner angehören. Evangelisch sind 1,2 %, ohne religiöses Bekenntnis sind 5,6 %.

[Bearbeiten] Geschichte

Zur Zeit des Römischen Reiches verlief eine wichtige Römerstraße durch Mauterndorf über den Radstädter Tauern. Heute sind im Ort Römersteine aus dieser Zeit zu sehen. Etwa an der Stelle, an der heute die Burg steht, existierte schon damals ein römisches Kastell. 1023 geriet der Ort unter die Herrschaft des Erzbischofs von Salzburg. Im 13. Jahrhundert wurde vom Salzburger Domkapitel eine Mautstelle errichtet, daher auch der Name Mauterndorf. 1253 wurde der Bergfried der Burg errichtet. Im 15. Jahrhundert wurde die Burganlage von Erzbischof Leonhard von Keutschach und Dompropst Burkhard von Weißpriach erweitert. Sie diente dem Domkapitel als Administrationszentrum. 1806 ging sie in Staatseigentum über.

Im Jahr 1894 wurde die Burg durch Hermann von Epenstein, einem reichen Militärarzt aus Berlin erworben und vor dem Verfall gerettet.[1]

Die Burg gehörte, durch Schenkung der Witwe seines verstorbenen Taufpaten und Ziehvaters Epenstein, 1939 bis 1945 Hermann Göring. Göring, der in jungen Jahren oft bei seinem Patenonkel auf der Burg gewohnt hatte, hielt sich später hier wenig auf, wollte aber bei Kriegsende nach Mauterndorf flüchten.[2] Wegen der Finanzierung des Baus von Wasserleitungen für Mauterndorf wurde er Ehrenbürger der Gemeinde. Diese Ehrenbürgerschaft wurde ihm bis heute nicht offiziell aberkannt. Der Bürgermeister von Mauterndorf Wolfgang Eder hält eine Aberkennung nicht für sinnvoll, denn mit Görings Tod sei die Ehrenbürgerschaft ohnehin erloschen.[3]

1968 erwarb das Land Salzburg die Burg und renovierte diese von 1979 bis 1982 mit einem Kapital von 20 Millionen Schilling (ca. 1,5 Mio. Euro).

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen der Gemeinde ist: In einem gespaltenen Schild vorne in Schwarz ein silberner gestürzter, geschmiedeter Nagel, hinten in Rot ein silbernes Tatzen-Kreuz mit größerem Längsbalken.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Mauterndorf hat 17 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Wolfgang Eder (ÖVP).

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Die Partnerschaftsgemeinde von Mauterndorf ist Cadolzburg in Bayern.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Burg Mauterndorf

Die Burg Mauterndorf sicherte seit 1253 den unter Erzbischof Leonhard von Keutschach auf einer alten Römerstraße erneuerten wichtigen Übergang über den Radstädter Tauern. Die Burg diente seit dem späten 14. Jahrhundert auch als Mautstelle. Heute befindet sich das Lungauer Landschaftsmuseum dort.

[Bearbeiten] Segelflugplatz Mauterndorf

Mit 1.110 Metern ist er der höchstgelegene Segelflugplatz Österreichs und optimaler Ausgangspunkt für Strecken-Segelflüge, was ihn bei Gästen und Vereinsmitgliedern sehr beliebt macht. Die Kennung ist LOSM und die offiziellen Koordinaten sind 47° 7.960' N und 13° 41.760' O.

[Bearbeiten] Treppengiebelhäuser

[Bearbeiten] Kirchen

  • Pfarrkirche St.Bartholomäus oder Bachtlmai
  • Filialkirche St. Gertrauden
  • Filialkirche St. Wolfgang

[Bearbeiten] Taurachbahn

Die Taurachbahn ist eine Museumsbahn, die nur zur Sommerzeit in Betrieb ist.

Samson von Mauterndorf

[Bearbeiten] Samson

Der Samson ist eine Riesenfigur, die nach altem Brauch im Lungau bei Umzügen herumgetragen wird.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten] Mittelalterfest

Das Mittelalterfest findet immer am ersten Juniwochenende statt. Der Marktkern von Mauterndorf wird durch die Einwohner zu einem mittelalterlichen Erlebnis verwandelt.

[Bearbeiten] Bartholomä - Kirtag und Rösslmarkt

Jedes Jahr zur Bartholomä findet der schon weit bekannte Rösslmarkt statt.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Mauterndorf liegt an der Katschberg Straße B 99 vom Radstädter Tauernpass nach St. Michael im Lungau (Anbindung an die Tauernautobahn A 10) und weiter zum Katschberg, von der hier die Turracher Straße (B 95) nach Tamsweg abzweigt.

Früher war Mauterndorf Endpunkt der 1894 errichteten Murtalbahn. Der Streckenabschnitt ab Tamsweg ist jedoch stillgelegt und wird nur im Sommer von der Taurachbahn GmbH als Museumsbahn befahren.

[Bearbeiten] Tourismus

Haupteinkommensquelle ist der Fremdenverkehr mit jährlich 245.000 Übernachtungen, vor allem im Winter (Schischaukel Großeck-Speiereck).

[Bearbeiten] Bildung

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Volksschule.

[Bearbeiten] Staatliche Einrichtungen

In Mauterndorf ist die Straßenmeisterei Lungau, ein Verteilungszentrum der Post AG und eine Polizeiinspektion stationiert.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Marktgemeinde

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Mauterndorf – Bilder, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Geschichte der Burg Mauterndorf auf der Website Salzburger Burgen & Schlösser
  2. Alfred Kube: Pour le mérite und Hakenkreuz. Hermann Göring im Dritten Reich. Verlag Oldenburg, München 1986, ISBN 3-486-53121-2, S. 5-6 und 345
  3. Salzburger Nachrichten: Göring weiter Ehrenbürger Mauterndorfs, 26. August 2007
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