Melkus

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Melkus (Begriffsklärung) aufgeführt.
Melkus RS 1000
Melkus RS2000
Melkus Formel Junior von 1959
Melkus Formel 3 von 1964
Melkus MB90, Kooperation mit BMW, 1990

Die Melkus Sportwagen GmbH ist ein Automobilhersteller aus Dresden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Heinz Melkus KG war ein Renn- und Sportwagenhersteller in der DDR. Sie wurde von Heinz Melkus in Dresden gegründet und bestand von 1959 bis 1986.

Nach der Wende eröffnete Heinz Melkus in Dresden den ersten BMW-Händlerbetrieb in Ostdeutschland, inzwischen ist auch Lotus ein Vertragspartner. Nach dem Tod von Heinz Melkus 2005 gründeten sein Sohn Peter Melkus und Enkel Sepp Melkus im Mai 2006 die Melkus Sportwagen KG. 2009 erfolgte die Umwandlung in eine GmbH.

Am 20. August 2012 stellte die Melkus Sportwagen GmbH beim Amtsgericht Dresden Insolvenzantrag.[1][2] Die Umsätze reichten nicht, um sich am Markt durchzusetzen, hieß es zur Begründung des Insolvenzantrages. Nach Angaben der Insolvenzverwalterin Rademacher sollen sich Interessenten gemeldet haben. [3]

Am 11. Januar 2013 wurde bekannt, dass das Insolvenzverfahren endgültig gescheitert[4] ist. Die Liquidation des Unternehmens ist damit höchst wahrscheinlich.

Modelle[Bearbeiten]

Die ersten Melkus-Fahrzeuge benutzten Wartburg-353-Motoren. Verschiedene weitere Fahrzeugteile basierten auf der Trabant- und Wartburgproduktion oder wurden in Eigenregie hergestellt.

Mit dem Melkus RS 1000 baute Melkus einen straßentauglichen Mittelmotorrennwagen auf Basis des Wartburg 353. Von diesem Modell entstanden bis zur Produktionseinstellung im Jahr 1980 rund 100 Exemplare.

Aufgrund der Nachfrage von Sammlern begann die neu gegründete Melkus Sportwagen KG im Jahr 2006 mit der Produktion einer auf 15 Exemplare limitierten und Heinz Melkus gewidmeten Edition des RS 1000. Am 25. November 2006 wurde der erste „neue“ Melkus RS 1000 feierlich im Dresdner Verkehrsmuseum an seinen neuen Besitzer übergeben.[5] Daran anschließend wurde das Nachfolgemodell RS2000 entwickelt, das wie sein Vorgänger ein Sportcoupé mit Flügeltüren ist. Eine Übergangsvariante zwischen den beiden Modellen ist der RS 1600, der im Wesentlichen dem RS 1000 gleicht. Anders als der RS 1000 hat der RS 1600 einen modernen Viertakt-Ottomotor mit 1600 cm³ Hubraum, der bei einer Leistung von 102 PS aktuelle Abgasnormen erfüllt.

Folgende Modelle wurden von Melkus produziert:

  • Melkus JAP Eigenbau (1956)
  • Melkus Formel Junior (1959/60)
  • Melkus Formel Junior „Zigarre“ (1963)
  • Melkus Formel 3 „Zigarre“ (1964)
  • Melkus PT73 Spider (1973)
  • Melkus SRG MT 77 (1977)
  • Melkus RS 1000 (1969 und erneut 2006)
  • Melkus RS 1600 (2006)
  • Melkus RS 2000 (2009)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sportwagen-Manufaktur Melkus stellt Insolvenzantrag, freiepresse.de vom 20. August 2012, abgerufen am 20. August 2012.
  2. Nachfolger des DDR-Flitzers: Sportwagen-Manufaktur Melkus ist pleite, spiegel.de vom 20. August 2012, abgerufen am 20. August 2012.
  3. Melkus: Doch noch Chancen für die Sportwagen-Legende auto.t-online.de-Internetportal, 2. Oktober 2012
  4. DDR-Renner endgültig Geschichte
  5. Schönheit und Geknatter: Der Melkus RS 1000 kehrt zurück, Märkische Oderzeitung vom 23. März 2007, abgerufen am 20. August 2012.