Melkus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Melkus (Begriffsklärung) aufgeführt.
Melkus RS1000
Melkus RS2000
Melkus Formel Junior von 1959
„Melkus Zigarre“, Formel 3 von 1964
Melkus MB90, Kooperation mit BMW, 1990

Melkus ist ein deutscher Automobilhersteller aus Dresden. Die Marke wird von Familie Melkus gehalten und bereits in der dritten Generation geführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Firmengründer Heinz Melkus führte von 1955 bis 1990 die Heinz Melkus KG, einen Fahrschulbetrieb mit angeschlossenem Sportwagenbau. Im Werkstattbetrieb konstruierte und fertigte Heinz Melkus eigene Renn- und Sportwagen und setzte diese bei internationalen Motorsportveranstaltungen ein.

1969 wurde mit dem Melkus RS1000 ein straßenzugelassenes Modell präsentiert, der einzige Sportwagen der DDR. Der RS1000 war ein straßentauglicher Mittelmotorsportwagen auf Basis des Wartburg 353. Von diesem Modell entstanden bis zur Produktionseinstellung im Jahr 1980 rund 100 Exemplare.

Beide Söhne des Firmengründers, Ulli und Peter Melkus, arbeiteten bis 1990 im Familienbetrieb. Ulli Melkus übernahm in den 1970er Jahren die Werkstattleitung. Er war außerdem maßgeblich bei der Entwicklung des Melkus MT77 beteiligt und prägte als Techniker und Rennfahrer maßgeblich den Motorsport im Osten Europas. Bei einem Verkehrsunfall verunglückte Ulli Melkus am 18. Juni 1990 tödlich.

Im Jahr 1990 stellte sich das Unternehmen im Zuge der Wiedervereinigung neu auf. Die Autohaus Melkus GmbH wurde als erster BMW-Vertragshändler in den neuen Bundesländern gegründet und der Fahrschulbetrieb sowie der Sportwagenbau eingestellt.

Die Autohaus Melkus GmbH wurde von Peter und Birgit Melkus bis 2006 in Dresden geführt und anschließend an die Schloz-Wöllenstein Gruppe verkauft. Das Autohaus Melkus wird heute nicht mehr operativ von der Familie Melkus geführt, trägt aber weiterhin den Namen Melkus. 2013 wurde ein zweiter Standort des Autohaus Melkus in Chemnitz eröffnet.

Ronny Melkus, der Sohn von Ulli Melkus, wurde in den 1990er Jahren Berufsrennfahrer u.a. in der Formel 3 als Teamkollege von Ralf Schumacher und im Opel-Werksteam.

Neuanfang beim Sportwagenbau[Bearbeiten]

Mit der Gründung der Melkus Sportwagen KG durch Sepp Melkus (Sohn von Peter Melkus) wurde der Sportwagenbau im Jahr 2006 mit einer Neuauflage des Melkus RS1000 „Heinz Melkus Edition“ wiederbelebt.[1] 2009 wurde das Unternehmen in die Melkus Sportwagen GmbH umgewandelt um eine moderne Neuentwicklung, den Melkus RS2000 umzusetzen.

Im August 2012 meldete die Geschäftsführung Insolvenz an, da nicht genügend Fahrzeuge verkauft werden konnten.[2][3]

Heute werden in kleinen Stückzahlen von Peter Melkus weiterhin Fahrzeuge des Typs Melkus RS1000 GTR als rekonstruierender Neuaufbau gefertigt. Sepp Melkus arbeitet als Berater im Unternehmen seines Vaters sowie in anderen Sportwagenprojekten mit Ausrichtung auf Leichtbau-Karosserieentwicklungen.

Im Mai 2014 fand auf dem Sachsenring im Rahmen der ADAC Sachsenring Classic ein Treffen von Melkus-Renn- und -Sportwagen statt. An den Präsentationsläufen nahmen über 40 Melkus-Fahrzeuge aller Epochen teil.

Modelle[Bearbeiten]

1954 MELKUS JAP: nach dem Vorbild Cooper, erste Eigenkonstruktion von Heinz Melkus
1959–1963 MELKUS Formel Junior: Anzahl: 24, erste Baureihe bekannt als „Ketten-Wartburg“
1964–1969 MELKUS Formel 3 – „Melkus Zigarre“

Anzahl: 92

1969–1979 MELKUS RS1000: Anzahl: 101, Präsentation auf dem Autosalon in Brüssel 1970
1973 MELKUS Spider PT73: Prototyp, erste Eigenkonstruktion von Ulli Melkus
1977–1982 MELKUS MT77:Anzahl: 25, Rennwagen für die Formel Easter
1989 MELKUS ML89: Prototyp
1990 MELKUS MB90: Anzahl: 2
2006–2008 MELKUS RS1000/RS1600: Wiederauflage des MELKUS RS1000 – Anzahl: 15 / MELKUS RS1600 – Anzahl: 5
2006–2009 Entwicklung MELKUS RS2000: Prototyp, Präsentation auf der IAA- Internationalen Automobilausstellung Frankfurt 2009
2010–2012 MELKUS RS2000: Insgesamt 18
seit 2012 Fertigung MELKUS RS1000 GTR

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schönheit und Geknatter: Der Melkus RS1000 kehrt zurück, Märkische Oderzeitung vom 23. März 2007, abgerufen am 20. August 2012.
  2. Nachfolger des DDR-Flitzers: Sportwagen-Manufaktur Melkus ist pleite, spiegel.de vom 20. August 2012, abgerufen am 20. August 2012.
  3. DDR-Renner endgültig Geschichte, n-tv.de vom 11. Januar 2013, abgerufen am 30. Juli 2014.