DKW

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Fahrzeughersteller DKW. Für andere Bedeutungen von DKW siehe DKW (Begriffsklärung).
Das Logo. DKW wurde 1932 eine der vier Marken der Auto Union

DKW ist eine ehemalige deutsche Automobil- und Motorradmarke.

Die frühen Jahre[Bearbeiten]

frühes DKW-Logo

Im Jahre 1904 ließ der Däne Jørgen Skafte Rasmussen zusammen mit seinem Kompagnon Carl Ernst die Firma Rasmussen & Ernst ins Handelsregister der Stadt Chemnitz eintragen, zuständig für den Vertrieb von Maschinen und Apparaten aller Art. 1906 kaufte Rasmussen eine ehemalige Tuchfabrik in Zschopau und verlegte sein Unternehmen dorthin. In der Zschopauer Handelsregistereintragung vom 13. April 1907 war nur er als Inhaber eingetragen, obwohl auch Ernst noch bis 1912 im Unternehmensnamen (Firma) genannt war. Das Verkaufsbüro blieb in Chemnitz. Das Unternehmen wurde auf eine breite Produktpalette von Zubehör für Dampfmaschinen über Haushaltsgeräte bis zu Geräten für Elektrotherapie gestellt und hieß ab 1909 Rasmussen & Ernst, Zschopau-Chemnitz, Maschinen- und Armaturenfabrik, Apparatebau Anstalt. 1913 wurde eine juristische Trennung zwischen der Rasmussen und Ernst und dem mittlerweile (seit 1912) Zschopauer Maschinenfabrik J. S. Rasmussen genannten Fabrikationsbetrieb durchgeführt.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs kam der Betrieb fast völlig zum Erliegen und Rasmussen bemühte sich um Militäraufträge. Durch die Fabrikation von Zündern konnte sich das Unternehmen dann sogar während dieser Zeit erweitern, sodass Rasmussen Ende 1915 rund 480 Arbeitskräfte beschäftigte.

1916/17 begann Rasmussen zusammen mit seinem ehemaligen Studienkollegen Mathiesen die Entwicklung an einem Dampfkraftwagen, finanziert durch die deutschen Militärbehörden. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ das Interesse an dieser Technik jedoch stark nach, und 1921 wurde das Projekt eingestellt. Insgesamt entstanden zehn bis zwölf Dampfwagen als Personen- und Lastwagen.[1] Das einzige, was davon übrig blieb, waren die drei Buchstaben DKW, die Rasmussen als Warenzeichen hatte schützen lassen. Ab 1923 firmierte das Unternehmen als Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG.

Spielzeugmotor Des Knaben Wunsch, Bj. 1919

Ungefähr gleichzeitig mit Beginn der Dampfwagenentwicklung erwarb das Unternehmen die Rechte an einem Zweitakt-Kleinmotor von Hugo Ruppe aus Apolda, der zunächst mit 18 cm³ und 0,25 PS als Des Knaben Wunsch und moderne Alternative zur Spielzeugdampfmaschine recht erfolgreich vermarktet wurde.

Verkaufsschlager des Jahres 1921 war der aus dem Spielzeugmotor weiterentwickelte, vergrößerte und serienreife Fahrradhilfsmotor Das Kleine Wunder, für den mit dem Spruch „… fährt bergauf wie andere runter!“ geworben wurde und von dem allein 1921 über 10.000 Stück verkauft wurden. Der Motor mit einem Hubraum von 118 cm³ und einer Leistung von 1 PS wurde auf dem Gepäckträger montiert und erhielt deshalb im Volksmund den Beinamen Arschwärmer. Bereits 1919 war der Motor vorgestellt und 1920 erstmals an einen Kunden geliefert worden. Auf der Basis dieses Motors und unter Verwendung eines Slaby-Beringer-Elektrowagens baute Rasmussen 1920 bereits das erste DKW-Automobil, das jedoch nicht über den Prototypenstatus hinauskam. Es gab allerdings Inserate, in denen das Wägelchen, das 250 kg wiegen, 60 km/h schnell und kurzfristig lieferbar sein sollte, als Der kleine Bergsteiger angekündigt wurde. Der Motor dieses ersten D.K.W. (in dem Inserat mit Punkten geschrieben) war auf dem Trittbrett montiert; Fahrer und Mitfahrer saßen hintereinander. Dieser Motor wurde auch als erster Stationärmotor von DKW angeboten.[2]

1921 nahm die Zschopauer Maschinenfabrik den Golem des Berliner Motorradherstellers Ernst Eichler in ihr Produktions- und Verkaufsprogramm auf, ein Zweirad mit kleinen Rädern und dem 1-PS-DKW-Motor, der liegend im Rahmen eingebaut war. Die Fahreigenschaften waren jedoch unbefriedigend, sodass Eichler schon ein Jahr später das sogenannte Sesselmotorrad Lomos, einen Vorläufer des Motorrollers, herausbrachte. Dieses Zweirad hatte im Gegensatz zu den meisten Motorrädern seiner Zeit bereits eine Hinterradfederung (Schwinge mit Federbein).

Außer Fahrzeugen stellte Rasmussen in Scharfenstein ab 1927/28 Kühlschränke (Das Kühl Wunder) für den Haushalt und für gewerbliche Nutzung her.[3]

Beginn der Motorradproduktion[Bearbeiten]

DKW Luxus 200 Blutblase von 1931 im Zweirad-Museum Neckarsulm
DKW SB 200 von 1938

Ab 1922 wurden in Zschopau Motorräder hergestellt und als rechte Hand des Unternehmensgründers übernahm Carl Hahn die Verkaufsleitung. Am Anfang der Entwicklung stand das Reichsfahrtmodell mit gebläsegekühltem 142-cm³-Motor und einer Leistung von 1,5 PS. Das erfolgreichste Modell der ersten Jahre war 1925 die DKW E 206 mit 206-cm³-Einzylindermotor, die für 750 Reichsmark angeboten wurde und damit preiswerter als vergleichbare Typen war.

Da ab 1928 alle Motorräder bis 200 cm³ steuerfrei und ohne Führerschein gefahren werden durften, entstanden aus der E 206 die E 200 und die DKW Luxus 200, die berühmte Blutblase, so genannt, weil der Tank knallrot lackiert war, sowie die SB 200. Der geringere Hubraum von 198 cm³ wurde durch Verminderung der Zylinderbohrung um einen Millimeter erreicht. Die Modellpalette reichte bis zu einer wassergekühlten 600-cm³-Zweizylinder-Maschine (Super Sport 600). Meistverkauftes Vorkriegsmodell war die RT 100 (98 cm³) von 1934, die 72.000-mal gebaut wurde. (Die Abkürzung RT bedeutet Reichstyp.)

Ab 1932 führte DKW die neuartige Schnürle-Umkehrspülung ein, die Adolf Schnürle bei Deutz für Dieseltriebwerke entwickelt hatte. Diese Spülungsart ermöglichte einen (fast) flachen Kolbenboden. Die Flachkolben waren leichter als die früher verwendeten Nasenkolben und wurden nicht so heiß. Außerdem war die Spülung viel besser – sie hatten keine direkte Kurzschlussströmung zwischen den Einlass- und Auslassschlitzen, die bei der Umkehrspülung nicht mehr direkt gegenüberlagen. Bei DKW hatte man frühzeitig die Bedeutung dieser Technik erkannt und die alleinigen Rechte für die Nutzung bei Benzinmotoren erworben. So konnte DKW mit üppigem Gewinn Lizenzen an andere Hersteller vergeben.

Das bekannteste DKW-Motorrad ist die RT 125, die 1939 in Serie ging und wegen ihrer Wendigkeit bald schon bei der Wehrmacht zum Einsatz kam. Nach dem Krieg wurde sie sowohl vom Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) in Ostdeutschland als auch von der neu gegründeten Auto Union in Westdeutschland mit geringfügigen Verbesserungen weitergebaut. Vor allem aber ist die DKW RT 125 das wahrscheinlich meistkopierte Motorrad der Welt. Insbesondere die Yamaha, die 1955 auf den Markt kam, glich ihr bis ins Detail – außer der ebenfalls nachempfundenen Jurisch-Hinterradfederung, die das Muster möglicherweise hatte. 1980 zeigte Yamaha den Nachbau auf der IFMA in Köln als „erste Yamaha“, bedankte sich später jedoch in einer Werbeschrift für das „hervorragende Vorbild“.

Bedeutendster Konstrukteur der DKW-Motorräder war Hermann Weber, nachdem Ruppe 1920 aus dem Unternehmen ausgeschieden war.

DKW F1 im museum mobile in Ingolstadt

Automobilbau bei DKW vor dem Krieg[Bearbeiten]

1925 übernahm DKW die Slaby-Beringer-Automobilgesellschaft und begann mit der Entwicklung und Produktion einer Droschke und eines Lieferwagens mit Elektroantrieb, die unter der Marke D.E.W. (Der elektrische Wagen) vermarktet wurden. Im Jahr 1927 begann dann die Entwicklung des DKW Typ P, eines Automobils, das von einem aus dem Motorradbau stammenden Zweizylinder-Motor angetrieben werden sollte. DKW baute zunächst Wagen mit Hinterradantrieb, unter anderem mit Vierzylindermotoren, die über zwei zusätzliche Zylinder als Ladepumpen verfügten, angefangen vom Modell 4=8 (1929). Die Vierzylinder-Modelle entpuppten sich jedoch als störanfällig und führten zu hohen Gewährleistungskosten.

Seit 1928 waren DKW bzw. die Zschopauer Motorwerke J. S. Rasmussen AG mit 65.000 Motorrädern der größte Motorradhersteller der Welt. Im gleichen Jahr kaufte Rasmussen die Audiwerke. Wichtigster Finanzier war die Sächsische Staatsbank, die 1929 mit 25 % an DKW beteiligt war.

Zu Beginn der 1930er Jahre wurde mit dem Kleinwagen DKW F1 und allen weiteren „Frontwagen“ (geschützter Begriff) in der Geschichte des Automobils eine neue Technik im Serienfahrzeugbau eingeführt, denn der Frontantrieb verbesserte nicht bloß das Fahrverhalten im Vergleich zu den Wagen mit Standardantrieb (Motor vorn, Antrieb hinten), sondern verringerte auch das Gewicht. Im Jahr 1931 kostete der erste DKW Front (F1) 1685 Reichsmark.

Die bis 1940 gebauten DKW-Wagen mit Hinterradantrieb kamen aus dem DKW-Werk Berlin-Spandau, die Fronttriebler wurden bei der ab 1928 zu Rasmussens Konzern gehörenden Audiwerke AG Zwickau hergestellt.

1932 – Fusion zur Auto Union[Bearbeiten]

Die zum DKW-Konzern gehörenden Werke gerieten mit der Tochtergesellschaft Audiwerke im Zuge der Weltwirtschaftskrise in eine angespannte Finanzlage, sodass Richard Bruhn, Vertrauensmann der Staatsbank, und Rasmussen den Plan entwickelten, die beiden von Insolvenz bedrohten Unternehmen mit der Horchwerke AG zu vereinigen.

DKW F8-700

Daraufhin wurde im Juni 1932 rückwirkend zum 1. November 1931 die Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz gegründet. Die Konzernverwaltung war anfänglich noch in Zschopau im DKW-Werk untergebracht und wurde erst 1936 nach Chemnitz in die aufwendig umgebauten Presto-Werke verlegt. Der Konzern entstand aus der Fusion des Kleinwagen- und Motorradproduzenten Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen mit seiner Marke DKW und den Hauptwerken in Zschopau und Berlin-Spandau, der Audiwerke AG Zwickau und der Horchwerke AG (ebenfalls Zwickau). Die zuvor sanierten und umstrukturierten Zschopauer Motorenwerke waren als nunmehrige Auto Union AG aufnehmende Firma für die beiden zuvor entschuldeten Kapitalgesellschaften Audi und Horch,[4] die als selbstständige Marken weiter existierten, jedoch mit der Konzerngründung im Zuge eines Aktientausches als Unternehmen de facto aufgelöst und zu Teilen des neuen Konzerns wurden.[5][6] Beide Fahrzeughersteller wurden als Auto Union AG, Werk Horch bzw. Auto Union AG, Werk Audi weitergeführt.

Zur vierten Konzernmarke wurden die Automobile der Wanderer-Werke aus Schönau bei Chemnitz, dessen 1927 in Betrieb genommenes modernes Werk Siegmar auf zunächst 10 Jahre gepachtet wurde.

Die Auto Union mit Audi, DKW, Horch und Wanderer war vor dem Zweiten Weltkrieg hinter Opel zweitgrößter deutscher Automobilproduzent, woran die im Audiwerk Zwickau gebauten kleinen DKW „Frontwagen“ mit Zweitaktmotor der Typen F1 bis F8 stückzahlmäßig den größten Anteil hatten.

Unter dem Dach des Konzerns wurden Kleinwagen nach wie vor als DKW-Fahrzeuge verkauft und auch die drei anderen Werke fertigten weiter Fahrzeuge unter ihrer bisherigen Marke, ergänzt durch die vier Ringe der Auto Union. Allein die im Zwickauer Horch-Werk zwischen 1934 und 1939 entwickelten Auto-Union-Rennwagen traten bei den Grand-Prix-Rennen unter dem Konzernnamen auf.

Rasmussen, auf dessen Initiative der Zusammenschluss der vier Marken weitestgehend zurückging, gehörte zunächst dem Vorstand der Auto Union an. Meinungsverschiedenheiten insbesondere über Rasmussens Plan einer späteren Reprivatisierung der einzelnen Werke, sobald dies die wirtschaftliche Lage erlaube, führten jedoch dazu, dass er sich 1934 vom Aufsichtsrat beurlauben ließ, woraufhin sein Dienstvertrag zum 31. Dezember 1934 gekündigt wurde. Nach Rasmussens Ausscheiden wurde William Werner Technischer Direktor der Auto Union.

Neubeginn nach 1945[Bearbeiten]

Im Stammwerk Zschopau lief die Motorradproduktion 1950 unter dem Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) mit der RT 125 wieder an. 1956 wurde das Werk in VEB Motorradwerk Zschopau (MZ) umbenannt. Die Fahrzeugproduktion wurde unter dem IFA-Logo ab 1949 fortgesetzt. Der IFA F8 lief bis 1955 im VEB Kraftfahrzeugwerk Audi Zwickau vom Band wohingegen der IFA F9 nur bis 1953 in Zwickau gefertigt wurde, weil danach die Produktion bis 1956 ins VEB Automobilwerk Eisenach (AWE) verlagert wurde. Die Produktion wurde in Zwickau wegen der Neuentwicklung AWZ P70 (später Trabant-Baureihe) eingestellt. Im VEB Automobilwerk Eisenach folgte auf den IFA F9 die Produktion des Wartburg 311.

Bei Kriegsende befanden sich allein in der späteren Trizone noch mehr als 65.000 Reichs- und Meisterklasse-Wagen und auch im Ausland lief noch eine beträchtliche Anzahl dieser Fahrzeuge. Auf dieser Grundlage erfolgte einer der ersten Schritte zur Schaffung einer neuen Auto Union: zur Sicherstellung der Ersatzteilversorgung für die noch vorhandenen Fahrzeuge wurde in Ingolstadt im Dezember 1945 zunächst das „Zentraldepot für Auto Union Ersatzteile GmbH“ gegründet. Zu der Zeit bestand noch der Auto-Union-Konzern selbst mit Sitz Chemnitz. Im Zuge der Löschung der Firma im Chemnitzer Handelsregister im August 1948 wurde die Sicherung der Markenrechte an dem Begriff „Auto Union“ versäumt. Da der Konzern nun aufgelöst war, konnte Anfang September 1949 mit Krediten der Bayerischen Staatsregierung und Marshallplan-Hilfen das „Zentraldepot“ zur neuen Auto Union GmbH (1969 Fusion zur Audi NSU Auto Union) umfirmiert werden.

Die Produktion von Kraftfahrzeugen der Marke DKW wurde in Ingolstadt wieder aufgenommen: zunächst mit dem DKW-Schnellaster und dem Motorrad DKW RT 125 W (W stand für West, da in Zschopau auch eine RT 125 nach Vorkriegsplänen gebaut wurde). In Düsseldorf-Derendorf, wo ab 1951 das ehemalige Werk II von Rheinmetall-Borsig gepachtet werden konnte, lief der DKW Meisterklasse (F89) vom Band. Der quer eingebaute Zweizylinder-Zweitakt-Reihenmotor mit Schnürle-Umkehrspülung und 23 PS Leistung, dessen Konstruktion auf den 1933 vorgestellten DKW „Reichsklasse“ (F2) zurückging, wurde bereits im Vorkriegsmodell F8 verwendet. Die Karosserie entsprach dem vor Beginn des Zweiten Weltkriegs fertig entwickelten F9. Erst 1953 war im F91 ein längs eingebauter Dreizylinder-Zweitaktmotor (34 PS) verfügbar. Der DKW F93 mit 38-PS-Motor und 10 cm breiterer Karosserie kam 1955 auf den Markt und wurde im Februar 1957 vom F94 abgelöst.

Durch eine Initiative ihres Großaktionärs Friedrich Flick erwarb im April 1958 die Daimler-Benz AG die Aktienmehrheit an der kapitalschwachen Auto Union. Ein sichtbares Zeichen war der Tachometer mit stehender Anzeigesäule im neuen Auto Union 1000. Das „Fieberthermometer“ fand sich später auch im Mercedes W 110 („Kleine Flosse“) wieder. Die DKW-Zweitürer bekamen eine modische Panoramascheibe vorn; die technische Basis aus den 1930er Jahren blieb jedoch weitgehend unverändert. Fast 25 Jahre nach ihrer Entwicklung lief Mitte 1963 die Produktion der F9X- bzw. Auto-Union-1000-Modelle aus.

Die Motorradfertigung wurde 1958 an die in Nürnberg unter Beteiligung von Victoria und den Express Werken neu gegründete Zweirad-Union abgegeben, wo aber nur noch geringe Stückzahlen der Modelle RT 175 VS und RT 200 VS entstanden. Hauptsächlich wurden Mopeds (Hummel) und Kleinkrafträder gebaut. Rasmussen ging nach dem Krieg in sein Heimatland Dänemark zurück und baute dort Motorräder der Marke DISA (Dansk Industri Syndacat).

Als Lizenzbau wurden DKW-Fahrzeuge auch von anderen Unternehmen hergestellt, so in Vitoria (Baskenland, Spanien) von IMOSA (Industrias del Motor S.A., heute Mercedes-Benz España, S.A) oder in São Paulo, Brasilien von VEMAG (Veículos e Máquinas Agrícolas S.A.), die 1967 von Volkswagen do Brasil übernommen wurde.

DKW-Automobile[Bearbeiten]

Modelle mit Hinterradantrieb aus Berlin-Spandau (1928–1940)[Bearbeiten]

Typ Bauzeitraum Zylinder Hubraum Leistung vmax
Typ P (15 PS) 1928/1929 2 Reihe 584 cm³ 15 PS (11 kW) 80 km/h
Typ P 4=8 (25 PS) 1929 4 V 980 cm³ 25 PS (18,4 kW) 90 km/h
Typ PS 600 Sport 1930/1931 2 Reihe 584 cm³ 18 PS (13,2 kW) 100 km/h
Typ V 800 4=8 1930/1931 4 V 782 cm³ 20 PS (14,7 kW) 85 km/h
Typ V 1000 4=8 1931/1932 4 V 990 cm³ 25 PS (18,4 kW) 90 km/h
Typ 432 Sonderklasse 1932 4 V 990 cm³ 25 PS (18,4 kW) 95 km/h
Typ 1001 Sonderklasse 1932–1934 4 V 990 cm³ 26 PS (19,1 kW) 90 km/h
Schwebeklasse 1934/1935 4 V 990 cm³ 26−30 PS (19,1−22 kW) 90 km/h
Schwebeklasse 1935–1937 4 V 1054 cm³ 32 PS (23,5 kW) 95 km/h
Sonderklasse 1937–1940 4 V 1054 cm³ 32 PS (23,5 kW) 95 km/h

Frontantriebsmodelle aus Zwickau (1931–1942)[Bearbeiten]

Typ Bauzeitraum Zylinder Hubraum Leistung vmax
F1 FA 600 1931/1932 2 Reihe 584 cm³ 15 PS (11 kW) 75 km/h
F2 Meisterklasse 601 1932/1933 2 Reihe 584 cm³ 15 PS (11 kW) 75 km/h
F2 Reichsklasse 1933–1935 2 Reihe 584 cm³ 18 PS (13,2 kW) 80 km/h
F2 Meisterklasse 701 1933–1935 2 Reihe 692 cm³ 20 PS (14,7 kW) 85−90 km/h
F4 Meisterklasse 1934/1935 2 Reihe 692 cm³ 20 PS (14,7 kW) 85 km/h
F5 Reichsklasse 600 1935/1936 2 Reihe 584 cm³ 18 PS (13,2 kW) 80 km/h
F5 Meisterklasse 700 1935/1936 2 Reihe 692 cm³ 20 PS (14,7 kW) 85 km/h
F5K Zweisitzer 600 1936 2 Reihe 584 cm³ 18 PS (13,2 kW) 80 km/h
F5 Front Luxus Cabriolet 700 1936/1937 2 Reihe 692 cm³ 20 PS (14,7 kW) 85 km/h
F5K Front Luxus Sport 700 1936/1937 2 Reihe 692 cm³ 20 PS (14,7 kW) 90 km/h
F7 Reichsklasse 600 1937/1938 2 Reihe 584 cm³ 18 PS (13,2 kW) 80 km/h
F7 Meisterklasse 700 1937/1938 2 Reihe 692 cm³ 20 PS (14,7 kW) 85 km/h
F7 Front Luxus Cabriolet 1938 2 Reihe 692 cm³ 20 PS (14,7 kW) 85 km/h
F8 Reichsklasse 600 1939/1940 2 Reihe 589 cm³ 18 PS (13,2 kW) 80 km/h
F8 Front Luxus Cabriolet 700 1939/1940 2 Reihe 692 cm³ 20 PS (14,7 kW) 85 km/h
F8 Meisterklasse 700 1939–1942 2 Reihe 692 cm³ 20 PS (14,7 kW) 85 km/h
F9 (Prototyp) geplant ab 1940 3 Reihe 896 cm³ 28 PS (20,6 kW) 110 km/h

Frontantriebsmodelle aus Ingolstadt und Düsseldorf (1950–1968)[Bearbeiten]

Die Auto Union fertigte bis 1968 Automobile unter dem Namen DKW.

Typ Bauzeitraum Zylinder Hubraum Leistung vmax
DKW Schnellaster 1949–1962 2 bzw. 3 Reihe 688–896 cm³ 20–32 PS (14,7–23,5 kW) 70–90 km/h
F89 Meisterklasse 1950–1954 2 Reihe 684 cm³ 23 PS (16,9 kW) 95–100 km/h
F91 Sonderklasse 1953–1957 3 Reihe 896 cm³ 34 PS (25 kW) 110–120 km/h
F91/4 Munga 1954–1956 - nur Vorserie - Versuchsträger 3 Reihe 896 cm³ 38 PS (27,9 kW) 98 km/h
F93/94 Großer DKW 3=6 1955–1957 3 Reihe 906 cm³ 38 PS (27,9 kW) 123 km/h
Monza 1956 3 Reihe 896 cm³ 40 PS (29 kW) 130 km/h
F91/4 Munga 1956–1959 3 Reihe 896 cm³ 40 PS (29 kW) 98 km/h
Monza 1957/1958 3 Reihe 980 cm³ 44−50 PS (32,3–37 kW) 135 km/h
F93/94 Großer DKW 3=6 1957–1959 3 Reihe 906 cm³ 40 PS (29 kW) 115 km/h
Auto Union 1000 1957–1960 3 Reihe 980 cm³ 44 PS (32,3 kW) 120–130 km/h
Auto Union 1000 Sp 1958–1965 3 Reihe 980 cm³ 55 PS (40 kW) 140 km/h
F91 Typ 4 + 6 Munga 1958–1968 3 Reihe 980 cm³ 44 PS (32,3 kW) 98 km/h
F91 Typ 8 verlängerte Pritsche 1962–1968 3 Reihe 980 cm³ 44 PS (32,3 kW) 95 km/h
Auto Union 1000 S 1959–1963 3 Reihe 980 cm³ 50 PS (37 kW) 125–135 km/h
Junior 1959–1962 3 Reihe 741 cm³ 34 PS (25 kW) 114 km/h
Junior de Luxe 1961–1963 3 Reihe 796 cm³ 34 PS (25 kW) 116 km/h
F11 1963–1965 3 Reihe 796 cm³ 34 PS (25 kW) 116 km/h
F12 1963–1965 3 Reihe 889 cm³ 40 PS (29 kW) 124 km/h
F12 (45 PS) 1964/1965 3 Reihe 889 cm³ 45 PS (33 kW) 127–128 km/h
F102 1964–1966 3 Reihe 1175 cm³ 60 PS (44 kW) 135 km/h


Nach Übernahme der Auto Union durch den Volkswagen-Konzern wurde die Produktion von Zweitakt-Fahrzeugen eingestellt und der Name DKW fallengelassen. Als letztes Pkw-Modell wurde der F102 im Jahre 1966 eingestellt, doch basierte der erste Audi noch auf ihm. Der Geländewagen Munga wurde noch bis 1968 für die Bundeswehr gebaut.

Zeitleiste[Bearbeiten]

Zeitleiste der Auto-Union-, DKW-, NSU- und Audi-Modelle und davon abgeleitete Volkswagen-Modelle von 1949 bis 1979
Auto Union Auto Union GmbH, unabhängig Auto Union GmbH, mehrheitlich von Daimler-Benz AG Auto Union GmbH, mehrheitlich von Volkswagenwerk AG Audi NSU Auto Union AG,
mehrheitlich von Volkswagenwerk AG
NSU NSU Werke AG, unabhängig NSU Motorenwerke AG, unabhängig
Typ Karosserie-versionen 1940er 1950er 1960er 1970er
9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
Kleinwagen Schrägheck Audi 50 (Typ 86)
VW Polo (Typ 86)...
Stufenheck NSU Prinz (Typ 40) NSU Prinz 4 (Typ 47) VW Derby (Typ 87)...
NSU Prinz 1000 / 1000 TT (Typ 67)
Coupé NSU Sport-Prinz (Typ 41)
Kleinwagen / Untere Mittelklasse Stufenheck NSU Typ 110 / NSU 1200 (Typ 77)
DKW Junior DKW F11/F12
Cabriolet NSU Wankel-Spider (Typ 56)
DKW F12 Roadster
Mittelklasse Cabriolet DKW F89 F DKW F91 DKW 3=6 (F93)
Limousine / Stufenheck DKW F89 P DKW F91 DKW 3=6
(F93/F94)
Auto Union 1000 / 1000 S DKW F 102 Audi / Audi 60/75/80/ Super 90 (F103) Audi 80
(B1; Typ 80/82)
Audi 80
(B2; Typ 81/85)...
Kombi DKW F89U DKW F91U DKW 3=6 (F94U) Auto Union 1000 U Audi / Audi 60/75/80 (F103) VW Passat (B1; Typ 33)...
Schrägheck / Coupé DKW F91 DKW 3=6 (F93) Auto Union 1000 / 1000 S VW Passat (B1; Typ 32)...
Stufenheck VW K 70 (Typ 86; VW Typ 48)
Obere Mittelklasse Stufenheck Audi 100 (C1) Audi 100 (C2)...
Schrägheck Audi 100 Coupé S (C1) Audi 100 (C2)...
Stufenheck NSU Ro 80 (Typ 80) Audi 200 (C2; Typ 43)...
Sportwagen Coupé DKW 3=6 Monza Auto Union 1000 SP NSU TT / TTS (Typ 67)
Cabrio Auto Union 1000 SP
Geländewagen DKW Munga
Kleintransporter Kastenwagen, Pritsche, Bus DKW-Schnellaster (F 89 L / Typ 30 / Typ 3 ) DKW F1000L an Daimer-Benz verkauft,
weiter als Mercedes-Benz N1300
  • Von Auto Union unter dem Markennamen DKW angeboten.
  • Von Auto Union unter dem Markennamen Auto Union angeboten.
  • Unter dem Markennamen NSU angeboten.
  • Von NSU entwickelt, unter dem Markennamen Volkswagen angeboten.
  • Unter dem Markennamen Audi angeboten.
  • Von Audi entwickelt, unter dem Markennamen Volkswagen angeboten.

DKW-Motorräder und -Motorroller[Bearbeiten]

DKW Rennmaschine von 1922 im Museum für sächsische Fahrzeuge
DKW Rennmaschine von 1925 im Zweirad-Museum Neckarsulm
DKW Rennmaschine (PRe 500) von 1929 im Museum für sächsische Fahrzeuge
  • DKW ARE 175
  • DKW Golem (Sesselmotorrad)
  • DKW KM 200
  • DKW KS 200
  • DKW ORE 250
  • DKW SB 200
  • DKW SB 350
  • DKW SB 500
  • DKW ZS 500
  • DKW ZSW 500 (wassergekühlt)
  • DKW NZ 250
  • DKW NZ 350
  • DKW NZ 500
  • DKW RT 100
  • DKW RT 125
  • DKW Sport 250
  • DKW SS 500 (wassergekühlt)
  • DKW SS 600 (wassergekühlt)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Rauch Hrsg. von Frank Rönicke: DKW – Geschichte einer Weltmarke. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-02815-9.
  • Thomas Erdmann: Vom Dampfkraftwagen zur Meisterklasse – Die Geschichte der DKW Automobile 1907–1945. autovision, Hamburg 2003, ISBN 3-9805832-7-9.
  • Peter Kurze: DKW Meisterklasse – Ein Wagen für die ganze Welt. Delius Klasing, Bielefeld 2005, ISBN 3-7688-1646-X.
  •  Steffen Ottinger: DKW Motorradsport 1920–1939. Von den ersten Siegen des Zschopauer Zweitakters bei Bahnrennen bis zu den Europameisterschafts-Erfolgen. 1. Auflage. HB-Werbung und Verlag GmbH & Co. KG, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-00-028611-7.
  •  Woldemar Lange, Jörg Buschmann: Die große Zeit des DKW-Motorradrennsports. 1920–1941 (Zschopau). 1. Auflage. Bildverlag Böttger GbR, Witzschdorf 2009, ISBN 978-3-937496-29-0.
  •  Woldemar Lange, Jörg Buschmann: DKW Zschopau und der Motorradgeländesport. 1920–1941. 1. Auflage. Bildverlag Böttger GbR, Witzschdorf 2012, ISBN 978-3-937496-50-4.
  • Harald Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: DKW – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Linz, Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie.
  2. DKW Stationärmotoren, historische Produktinformationen (1919-1944)
  3. DKW Kühlsysteme, historische Produktinformationen (1931-1938)
  4. Martin Kukowski: Die Chemnitzer Auto Union AG und die "Demokratisierung" der Wirtschaft in der Sowjetischen Besatzungszone von 1945 bis 1948, Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-5150-8059-7, S. 22
  5. Audi Automobilwerke AG Zwickau Staatsarchiv Chemnitz, 9.9. - Fahrzeug- und Motorenbau
  6. Horchwerke AG Zwickau Staatsarchiv Chemnitz, 9.9. - Fahrzeug- und Motorenbau