Montafonerbahn

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Dieser Artikel erläutert die Bahnstrecke Bludenz–Schruns, zum Betreiber siehe Montafonerbahn (Unternehmen).
Bludenz–Schruns
Montafonerbahn zwischen Tschagguns und Kaltbrunnen
Montafonerbahn zwischen Tschagguns und Kaltbrunnen
Kursbuchstrecke (ÖBB): 420
Streckenlänge: 12,874 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: D4
Stromsystem: bis April 1972: 800 V =
Stromsystem: ab April 1972: 15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 25,25 
Minimaler Radius: 170 m
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Strecke – geradeaus
Vorarlbergbahn von Lindau
Bahnhof, Station
0,000 Bludenz
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Anschlussbahn Umspannanlage Bürs
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
Arlbergbahn nach Innsbruck
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
1,684 Anschlussbahn Unterwerk Bludenz ÖBB
Haltepunkt, Haltestelle
1,872 Bludenz Moos
Haltepunkt, Haltestelle
2,786 Bludenz Brunnenfeld
Brücke über Wasserlauf (groß)
Alfenz
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
2,884 Anschlussbahn Zementwerk Lorüns
Brücke über Wasserlauf (groß)
Ill
Haltepunkt, Haltestelle
4,075 Lorüns
Brücke über Wasserlauf (groß)
Ill
Bahnhof, Station
6,906 St. Anton im Montafon
Haltepunkt, Haltestelle
8,142 Vandans
Haltepunkt, Haltestelle
10,281 Kaltenbrunnen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
10,477 Anschlussbahn Wasserkraftwerk Rodund
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
10,995 Verladestelle naturwärme montafon
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11,607
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Litz
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11,750 Tschagguns
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Umladestelle Tschagguns
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Schmalspurbahn nach Partenen
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12,717 Schruns 681 m ü. A.

47.07965029.9173903Koordinaten: 47° 4′ 47″ N, 9° 55′ 3″ O

Die Montafonerbahn ist eine normalspurige Nebenbahn in Österreich. Die 12,717 Kilometer lange Stichbahn verbindet seit 1905 Schruns und das untere Montafon mit Bludenz, dort ist sie mit der Arlbergbahn und der Vorarlbergbahn verknüpft. Die Strecke ist in den Verkehrsverbund Vorarlberg integriert und befindet sich im Eigentum der Montafonerbahn AG. Diese fungiert sowohl als Eisenbahninfrastrukturunternehmen als auch als Eisenbahnverkehrsunternehmen. Von den Einheimischen wird die Strecke Bähnle oder – in Anlehnung an die Betreibergesellschaft – Mobah genannt. In Schruns besteht die Möglichkeit, in die Busse der Region umzusteigen. Mit 36 Bahnübergängen hat sie die meisten in Österreich.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Planungen für den Bahnbau begannen mit der Eröffnung der Arlbergbahn im Jahr 1884. Maßgeblich an diesen Plänen beteiligt waren damals der Standesrepräsentant und Sternen-Wirt Jakob Stemer sowie der Mühlen-Besitzer Wilhelm Mayer.[2] 1904 erwarb die neu gegründete Montafonerbahn-Aktiengesellschaft das 1895 erbaute Litzkraftwerk.

Seit ihrer Inbetriebnahme am 18. Dezember 1905 erschließt die Bahn das Montafon, heute ist sie die einzige Privatbahn im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Sie war die erste elektrisch betriebene, normalspurige Eisenbahn in der damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Im ersten Betriebsjahr beförderte das neue Verkehrsmittel fast 82.000 Personen. Während eines Hochwassers im Juli 1910 wurden etwa zwei Drittel der Bahnstrecke vernichtet.[3] Mit dem Beginn der Arbeiten der Vorarlberger Illwerke 1924 wurde der Güterverkehr auf der Bahnstrecke nach Schruns stark belebt.

Nach der am 6. März 1972 erfolgten Umstellung von 800 V Gleichstrom auf Wechselstrom wurde die Bahnstrecke Bludenz–Schruns grundlegend modernisiert. Um die Jahrtausendwende wurde sie dann in den VVV integriert.

Im Oktober 2007 begannen die Arbeiten zur Verlegung der Bahntrasse im Bereich Alma bei St. Anton[4] welche am 12. April 2008 abgeschlossen wurden.[5]

Im Sommer 2010 wurde zur Beschleunigung der Bahnstrecke im Bereich Lorüns ein ein Kilometer langer Streckenabschnitt neu trassiert. Zusätzlich wurden zwei Brücken über die Alfenz und über die Ill neu errichtet und die Haltestelle Brunnenfeld umgebaut.[6]

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten]

Zum Einsatz kamen alle Fahrzeuge, welche sich im Laufe der Jahre im Besitz der MBS befanden, zeitweise auch Uerdinger Schienenbusse. Erst seit dem 10. Dezember 2005 verkehren auf der Montafonerbahn im Rahmen eines Laufkilometerausgleichs planmäßig auch Fahrzeuge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), darunter Niederflurtechnik-Triebwagen des Typs Talent, CityShuttle-Wendezuggarnituren sowie moderne Doppelstockwagen, gezogen von Taurus-Lokomotiven. Der mittlerweile verschrottete ET 204 wurde von der Bad Eilsener Kleinbahn in Niedersachsen/Deutschland erworben.

Medien[Bearbeiten]

  • Unterwegs mit der Montafonerbahn. Andrej Púlui, Manfred Böhm, Bahn TV, 2007.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Zwirchmayr: Die Montafonerbahn – Bahn im Bild 46, Verlag Pospischil, Wien, 1985
  • Karl Zwirchmayr: 90 Jahre Montafonerbahn AG - Eisenbahn und Energieversorgung, Verlag Hieronymus Münzer, Feldkirch 1994, ISBN 3-85176-029-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Montafonerbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stress in der Lok in: heute mittag, 13. Mai 2014, ORF2, 13:15 Uhr
  2. Montafoner Heimatbuch. Stand Montafon, 1974
  3. montafon 1906–2006. activepaper.tele.net (pdf; 6,0 MB)
  4. Großinvestition der Montafonerbahn. vol.at
  5. Verkehrsfreigabe Montafonerbahn. meznar-media.de
  6. Trassenneubau Montafonerbahn (PDF; 282 kB). montafonerbahn.at, 2010